Eterna: Stühlerücken in der Geschäftlseitung

Eterna ohne CEO

Gisbert L. Brunner
von Gisbert L. Brunner
am 11. April 2013
Patrick Kury ist auf eigenen Wunsch nicht länger CEO von Eterna
Patrick Kury ist auf eigenen Wunsch nicht länger CEO von Eterna

Patrick Kury, bisheriger CEO von Eterna, hat die Uhrenmarke verlassen. Gleichzeitig gingen auch David Vallata, Vice President, und Jörn Ammann, operativer Chef. Dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung am 10. April bekannt.
Was Insidern, die mit Patrick Kury, 40, in E-Mail-Kontakt standen, durch den Inhalt einer automatisierten Antwort schwante, bestätigte sich nun: Dieser CEO ist Vergangenheit. Er hat, um sein Gesicht zu wahren, seinem Arbeitgeber bereits am 1. März 2013 die Kündigung überreicht. Damit das Ganze vor der Baselworld unter keinen Umständen ans Licht der Öffentlichkeit gelangt, ging Kury bereits in Urlaub. Drei Tage nach dem CEO reichte auch COO Jörn Ammann, 35, seine Kündigung bei der chinesischen Haidian-Gruppe, die vor zwei Jahren Eterna erworben hatte, ein.
Über tiefere Hintergründe kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur mutmaßen. Die Chinesen wollen wegen angeblicher Finanzprobleme offensichtlich schnell Geld verdienen, nicht jedoch nachhaltig investieren. Die Entwicklung des Kalibers 3900 samt aller Varianten zur Serienreife und die Industrialisierung des modularen Werkekonzepts verlangen nach weiteren drei Millionen Schweizer Franken. Und dafür scheint der Kreditrahmen chinesischer Banken nicht zu reichen. Nicht zuletzt deshalb drängten die fernöstlichen Eigentümer auf kommerzielle Produkte, Personalabbau und – daraus resultierend – eine schnelle Margensteigerung. Das alles war mit Patrick Kury, dem neben umfassender Fachkompetenz auch eine hohe Personal-Empathie nachgesagt wird, wohl nicht zu machen.

Eterna lancierte im Februar eine neue Kaliberfamilie, mit der sich dank ihrer Modularitiät und Vielseitigkeit gleich 88 verschiedene Uhrwerksversionen realisieren lassen
Eterna lancierte im Februar eine neue Kaliberfamilie, mit der sich dank ihrer Modularitiät und Vielseitigkeit gleich 88 verschiedene Uhrwerksversionen realisieren lassen

Nachdem vom Management allein Samir Merdanovic, 28, seines Zeichens technischer Direktor übrig blieb, wird sich dieser vorerst um das Tagesgeschäft kümmern. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Patrick Kury will sich China Haidian Zeit lassen. Wenn es dann nur nicht zu spät ist für Eterna?
Es wäre wirklich schade um die altehrwürdige Uhrenmarke. Was es mit den Gerüchten auf sich hat, Haidian wolle Corum übernehmen, erschließt sich angesichts der anscheinend prekären Finanzlage der Chinesen nicht. In der nächsten Ausgabe Chronos, die am 26. April erscheint, wird ein umfassender Artikel zum neuen Kaliber Eterna 3900 erscheinen. Er entstand nach gründlicher Recherche und mehreren Gesprächen mit den für die Entwicklung Verantwortlichen. Am 10. April 2013 – nach Redaktionsschluss der Chronos – überschlugen sich jedoch die Ereignisse. glb

 

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