Hands-on: Hanhart Primus Black Ops Pilot

Wir haben uns die Toolwatch im Military-Look genau angesehen.

Jens Koch
von Jens Koch
am 28. Juli 2017

Der Schwarzwälder Uhrenhersteller und Chronographenspezialist Hanhart hat eine limitierte Uhr im Military-Look aufgelegt. Hanhart wurde 1882 im schweizerischen Diessenhofen gegründet und 1902 ins süddeutsche Schwenningen verlegt. 1934 entstand eine zweite Manufaktur in Gütenbach im Schwarzwald, wo sich auch der heutige Firmensitz befindet. 1924 hatte Hanhart mit der Lancierung der weltweit ersten preiswerten mechanischen Stoppuhr den Durchbruch geschafft, und 1938 folgte der erste Fliegerchronograph fürs Handgelenk.

Hanhart: Primus Black Ops Pilot
Hanhart: Primus Black Ops Pilot

Wir haben uns die neue Hanhart Primus Black Ops Pilot genauer angesehen. Die 2009 eingeführte Primus-Linie interpretiert Hanharts historische Armbandchronographen modern, und behält dabei die typischen Merkmalen bei. Zu diesen wiedererkennbaren Stilelementen gehören eine rote Markierung auf der geriffelten Lünette und der legendäre rote Nullstelldrücker des Chronographen. Auch auf der massiven Sicherheitsfaltschließe ergänzt Hanhart eine rote Markierung, sodass sich dieses Designmerkmal vom Gehäuse bis zum Armbandverschluss konsequent durchzieht. Der Legende nach entstand das rote Bedienelement als die Frau eines Piloten 1938 den Drücker mit rotem Nagellack anmalte, damit er auf seinen Flügen nicht unbeabsichtigt die Stoppzeit zurückstellte.

Die Schließe der Hanhart Primus Black Ops Pilot
Die Schließe der Hanhart Primus Black Ops Pilot

Die rote Markierung auf der Lünette diente ursprünglich dazu, Zeiten zu messen oder zu merken, indem man die Markierung auf den Minutenzeiger oder den Stundenzeiger drehte. Bei der Primus kann man die Lünette allerdings nicht drehen.

Auffällig bei der Black Ops ist das schwarz DLC-beschichtete Gehäuse, das oliv-grüne Band und das etwas hellere aber ebenfalls olivgrüne Zifferblatt. Außerdem besitzen die Hilfszifferblätter eine Umrandung, die an eine Fernglas erinnert. Die plakativen, durchbrochenen Zeiger mit viel Leuchtmasse und die markante Zwölf sowie zwei sichtbare Schrauben auf dem Zifferblatt vervollständigen den Toolwatch-Eindruck mit militärischen Einschlag. Auch der Name deutet in diese Richtung: Black Ops nennt man verdeckte militärische Einsatze von Geheimdiensten oder Streitkräften.

Hanhart Primus Black Ops Pilot am Arm
Hanhart Primus Black Ops Pilot am Arm

Optisch löst Hanhart den eigenen Anspruch einer modernen Toolwatch im Military-Look also ein, aber sieht es auf funktionaler Ebene aus? Das Gehäuse ist bis 100 Meter wasserdicht und die schwarze Beschichtung macht einen harten, kratzfesten Eindruck. Die sehr stabile und ebenfalls DLC-beschichtete Faltschließe ist mit zwei Sicherheitsdrückern gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert. Und auch das Band mit den coolen Nieten für die Schließe fällt extrem strapazierfähig aus. Das Lederfutter auf der Innenseite liegt angenehm am Arm. Allerdings ist das Band anfangs noch so steif, dass es sich nicht gut um das Handgelenk biegen lässt. Dank der kollektionstypischen beweglichen Bandanstößen passt die 44-Millimeter-Uhr aber auch an schmalere Handgelenke.

Die Hanhart Primus Black Ops Pilot von der Seite
Die Hanhart Primus Black Ops Pilot von der Seite

Dank der großen Drücker lässt sich der Chronograph leicht bedienen und die verschraubte Krone ist griffig und erleichtert mit Sekundenstopp und Datumsschnellverstellung die Einstellung. Die Zeit lässt sich gut ablesen obwohl das innen entspiegelte Saphirglas etwas spiegelt. Auch im Dunkeln kann man die Zeit dank üppig aufgetragener Leuchtmasse schnell erfassen. Für die Stoppzeit gilt das etwas eingeschränkter, denn die schwarzen Zeiger heben sich nicht optimal vom grünen Zifferblatt ab, und sie besitzen nur wenig Leuchtmasse.
Am Arm läuft die Black Ops drei Sekunden am Tag vor, eine gute Präzision also, um Einsätze zu meistern. Das Kaliber HAN3809 basiert auf dem Valjoux 7750, das La Joux-Perret auf die Tricompax-Anzeigen umbaut. Es lässt sich durch den Saphirglasboden betrachten und verfügt aber über einen eigenen geschwärzten Rotor mit skelettiertem Hanhart-Schriftzug. Das erprobte Valjoux-Werk ist für seine Robustheit und Haltbarkeit bekannt.

Das Werk der Hanhart Primus Black Ops Pilot
Das Werk der Hanhart Primus Black Ops Pilot

Der Chronograph kostet 2.990 Euro, was angesichts der Qualität und des aufwendigen Gehäuses ein günstiger Preis ist. Zudem wird die markante Toolwatch lediglich 82-mal gebaut, was ihren Werterhalt verbessern dürfte.

Mit der Primus Black Ops Pilot ist Hanhart also ein markanter Chronograph gelungen, der geschickt die Toolwatch-Tradition und den angesagten Military-Look verbindet, die ja im Grunde auch den selben Ursprung haben. jk

Sie interessieren sich für deutsche Uhren mit Geschichte?

Nehmen Sie am Donnerstag, 3. August, um 18 Uhr kostenlos am Webinar “Deutsche Uhrenikonen” teil, und erfahren Sie alles über die langlebigsten Uhrendesigns aus Deutschland.

Über den untenstehenden Link können Sie sich für das Webinar anmelden, indem Sie Ihre Mailadresse eintragen. Wichtig: Danach erhalten Sie eine Mail vom Watchtime.net-Shop. Bitte klicken Sie darin auf den Link “Download starten”, um sich ein pdf mit dem Zugang zum Webinar herunterzuladen. Im pdf finden Sie einen weiteren Link, über welchen Sie sich bitte als Teilnehmer registrieren. Erst dann erhalten Sie eine Mail vom Ebner Verlag mit dem Link, über welchen Sie sich am 3. August in den Onlinevortrag einklinken können.

Melden Sie sich hier an und sichern Sie sich Ihren Platz im Webinar!

[1551]

TAG Heuer: Wie ein Chronographen-Uhrwerk assembliert wird

Eduard Heuer (1840-1892) war der Erfinder des Schwingtriebs, der eine tragende Rolle im Chronographen-Uhrwerk spielt. Der Uhrenexperte Jeff Kingston besuchte die – nach Edouard Heuer benannte – Manufaktur TAG Heuer in Chevenez nahe der französischen Grenze. Vor Ort konnte er einem Uhrmacher dabei über die Schulter schauen, wie dieser die … » weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Immer informiert bleiben

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und bleiben Sie immer am Puls der Zeitmesser.

Anrede
Vorname
Nachname
E-Mail*
* Pflichtfeld
Die Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und akzeptiere diese.
Special Schweizer Geheimtipps
Special Deutsche Uhrenmarken

Uhren-Datenbank

In der weltweit größten Datenbank finden Sie aktuell 32189 Modelle von 790 Herstellern.

Datenbank-Suche