Interview mit Marc A. Hayek – Baselworld 2014

Wie es mit Harry Winston weitergeht

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 3. April 2014
Marc Alexander Hayek
Marc Alexander Hayek

Auf der Baselworld 2014 hatte ich die Gelegenheit, mit Marc Alexander Hayek zu sprechen. Er ist nicht nur Mitglied der Konzernleitung der Swatch Group, sondern auch direkt verantwortlich für die Luxusmarken der Gruppe: Jaquet Droz. Seit letztem Jahr gehört auch Harry Winston zum Portfolio der Swatch Group.

Was auf dieser Baselworld auffällt: Es gibt kein neues Modell in der Opus-Serie – jene Spezialitäten, die von externen Uhrmachern gebaut werden. Wir werden mit Opus weitermachen. In diesem Jahr haben wir allerdings eine Pause eingelegt. Es muss nicht sein, dass jedes Jahr zur Baselworld zwingend eine neue Opus vorgestellt wird. Diesen Druck braucht es nicht. Viel wichtiger ist, dass die künftigen Modelle so beschaffen sind, dass wir sie auch zügig ausliefern können.

Das hat in der Vergangenheit nicht bei allen Opus-Modellen geklappt. Wenn wir eine Uhr in Basel vorstellen, muss gewährleistet sein, dass wir sie bald darauf auch liefern können. Abgesehen davon sollte Opus nicht so im Fokus stehen, dass man die anderen Harry-Winston-Produkte übersieht. Es gibt auch in der regulären Kollektion wunderschöne Stücke im Haut-de-gamme-Bereich, etwa Tourbillons. Wenn man nur Opus sieht und nicht die anderen Stücke, die auch herausragend sind, dann passt das nicht zur Baselworld. Ich schließe auch nicht aus, dass wir eine neue Opus auf einem separaten Event präsentieren.

Ist es für Sie grundsätzlich interessant, mit externen Uhrmachern zusammenzuarbeiten, wo es doch in der Swatch Group so viele Spezialisten gibt? Ja, das ist schon sehr interessant. So eine Zusammenarbeit macht Spaß. Wir wollen uns aber ausreichend Zeit lassen. Bei Opus war es ja meistens so, dass das Basiswerk und der Aufbau nicht vom selben Uhrmacher stammten. So wird es auch bei der nächsten sein. Und wenn man dann feststellt, dass das vorgesehene Basiskaliber nicht genug Energie liefert, dass man eher drei Federhäuser bräuchte, dann muss man sich eben ausreichend Zeit lassen, um das richtig zu machen. Dass wir dabei auf eigene Ressourcen aus der Gruppe zurückgreifen, ist logisch. Das beeinträchtigt den Opus-Teil nicht, sondern unterstützt ihn. Ich schließe aber auch nicht aus, dass eines Tages einmal die ganze Idee zu einer Opus von einem Uhrmacher oder Entwickler aus der Gruppe kommt, denn da gibt es auch eine Menge Ideen. Im Moment ist aber nichts dergleichen angedacht.

Die Grundzüge der Kollektion sollen, was Schmuck- und Juwelierskunst angeht, bestehen bleiben? Ja. Harry Winston ist nicht die Marke, bei der es nur um Herrenuhren gehen soll. Ein guter Teil sollen Damenuhren, Schmuckuhren sein. Da krempeln wir nichts um, sondern wir entwickeln all diese Bereiche weiter. Wir führen allerdings verschiedene Modifikationen durch: Wir haben bei einigen Modellen auf Basiswerke von Frédéric Piguet umgestellt, da müssen einzelne Details angepasst werden. Wir haben teilweise etwas an den Bandanstößen verbessert, es gibt auch neue Modelle, etwa mit Mondphase, aber der Spirit von Harry Winston bleibt bestehen. Im einen oder anderen Fall haben wir auch gesehen, dass die Preise zu hoch waren.

Was geschieht mit der Produktion? Sie bleibt in Genf. Wir haben die Abteilung Steinesetzen weiter ausgebaut, das Team verdoppelt. Wir fertigen weiterhin eigene Gehäuse, wenn auch nicht zu 100 Prozent, weil dazu die Kapazitäten nicht ausreichen. Das ist aber auch ein Vorteil, weil wir dann flexibler reagieren können. Für die externen Gehäuse arbeiten wir jetzt mit Simon et Membrez in Delémont zusammen, einer Firma, die auch zur Gruppe gehört.

Wie viele Uhren fertigt Harry Winston pro Jahr? Bisher wurden etwa 4500 bis 5000 gefertigt. Aber wir fangen ja jetzt erst richtig an und müssen auch den Vertrieb ausbauen. buc

Marc A. Hayek zeigt Harry-Winston-Modelle, Baselworld 2014
Marc A. Hayek zeigt Harry-Winston-Modelle, Baselworld 2014
2013 vorgestellt: Opus XIII von Harry Winston
2013 vorgestellt: Opus XIII von Harry Winston

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