Purer Luxus: 5 Uhren über 1 Million Euro

Die derzeit teuersten Uhren der Welt - ganz ohne Bling Bling

Melanie Feist
von Melanie Feist
am 14. Oktober 2016

In der Welt der Haute Horlogerie werden regelmäßig Modelle vorgestellt, deren Preise im fünfstelligen Bereich liegen. Aber einige Luxusuhren gehen über „teuer” hinaus und kosten mehr als 1 Million Euro. Kenner wissen, dass dieser stolze Preis für eine Armbanduhr mithilfe von Diamanten und anderen wertvollen Edelsteinen schnell erreicht ist. Watchtime.net zeigt Ihnen fünf Zeitmesser von Manufakturen aus Glashütte und aus der Schweiz, die auch ohne teuren Steinbesatz zu dieser Kategorie gehören. Diese Luxusuhren sind besonders kompliziert und zeugen von höchster uhrmacherischer Handwerkskunst.

#1 der teuersten Uhren der Welt: A. Lange & Söhne Grand Complication

2013 stellte die Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne ihre komplizierteste Armbanduhr namens Grand Complication vor. Die sechs verfügbaren Exemplare der Luxusuhr kosten jeweils 1.920.000 Euro (Preisstand: August 2015). Für diesen Preis haben sie auch eingies zu bieten: Die Schlagwerkfunktion bietet die Wahl zwischen Petite Sonnerie (automatischer Stundenschlag), Grande Sonnerie (automatischer Stunden- und Viertelstundenschlag) und Minutenrepetition (Stunden-, Viertelstunden- und Minutenschlag auf Abruf). Ein Schieber am unteren Gehäuserand ermöglicht einen Wechsel zwischen großem und kleinen Geläut. Der obere Schieber entscheidet zwischen „Schlagen“ oder „Ruhe“. Ein weiteres Ausstattungsmerkmal der Luxusuhr aus Glashütte ist ein ewiger Kalender mit der Anzeige von Datum, Wochentag, Monat, Schaltjahreszyklus und Mondphase. Den Begriff „große Komplikation“ vervollständigt der Chronograph, der in diesem Fall die Sekunden aus der Mitte und die Minuten bei zwölf Uhr zählt. Doch das reicht der sächsischen Marke noch nicht: Die Chronographenfunktion wurde zum einen um einen Schleppzeigermechanismus zum Erfassen von Zwischenzeiten erweitert und zum anderen zeigt eine blitzende Sekunde bei sechs Uhr die gestoppten Sekundenbruchteile in Fünftelschritten an. 876 Einzelteile setzten sich zum komplizierten Manufakturkaliber L1902 mit Handaufzug zusammen. Ihre Montage und Justierung ist so aufwendig, dass die Uhrmachermeister in Glashütte nur eine dieser Luxusuhren pro Jahr fertigen können. So viel Technik braucht allerdings Platz: Das Werk bringt A. Lange & Söhne in einem 50 Millimeter großen und 20,3 Millimeter hohen Rotgoldgehäuse unter.

A. Lange & Söhne: Grand Complication
A. Lange & Söhne: Grand Complication

#2 der teuersten Uhren der Welt: Jaeger-LeCoultre Duomètre à Grande Sonnerie

2014 lancierte die Schweizer Manufaktur Jaeger-LeCoultre die 12-teilige Hybris-Artistica-Kollektion. Eine der zwölf edlen Luxusuhren ist das Modell Duomètre à Grande Sonnerie. Das Manufakturkaliber 182 mit Handaufzug besteht aus über 1.400 Teilen und zeichnet neben der Zeitanzeige auch für den Westminsterschlag, die Grande Sonnerie, die Petite Sonnerie, die Minutenrepetition, den ewigen Kalender mit Schaltjahresanzeige und das Tourbillon verantwortlich. Geschützt wird das Werk von einem 44 Millimeter großen Weißgoldgehäuse und einem Zifferblatt aus Bergkristall. Der Preis der Luxusuhr: 1.310.000 Euro.

Jaeger-LeCoultre: Hybris Artistica Duomètre à Grande Sonnerie
Jaeger-LeCoultre: Hybris Artistica Duomètre à Grande Sonnerie

#3 der teuersten Uhren der Welt: Patek Philippe Grandmaster Chime

Ihr 175-jähriges Bestehen feierte Patek Philippe 2014 mit dem auf sechs Exemplare limitierten und prunkvoll gravierten Sondermodell Grandmaster Chime. Auf der Baselworld 2016 ging die Grandmaster Chime nun in zwei Versionen in „Serie“. Serie in Anführungszeichen, da der Herstellungsprozess eines Zeitmessers mit 20 Komplikationen entsprechend komplex und langwierig ist. Die inneren Werte bleiben gleich, das Manufakturkaliber 300 GS AL 36-750 QIS FUS IRM versorgt nach wie vor die zahlreichen Funktionen mit Energie. Zu diesen zählen, wie der Name Chime (englisch Glockenschlag) andeutet, mehrere akustische Anzeigen.

Patek Philippe: Grandmaster Chime in Weißgold
Patek Philippe: Grandmaster Chime in Weißgold

So verfügt die Grandmaster Chime über ein großes und ein kleines Schlagwerk (Grande und Petite Sonnerie) sowie über eine Minutenrepetition. Zusätzlich zu diesen exklusiven Komplikationen sind in der Uhr zwei hörbare Weltneuheiten eingebaut. Erstere ist eine Alarmfunktion, die, ähnlich wie eine Minutenrepetition, die genaue Uhrzeit mit Stunden-, Viertelstunden und Minutenschlägen erklingen lässt. Als zweite Besonderheit schlägt die Grandmaster Chime von Patek Philippe auch das aktuelle Datum. Zunächst gibt ein hoch-tiefer Doppelton das Vielfache von zehn an, dann folgt ein einzelner hoher Ton für die Einerstellen des Datums. Zu den restlichen 15 Komplikationen gehören unter anderem ein ewiger Kalender, eine Wochentags-, Monats-, Datums- Schaltjahres- und Mondphasenanzeige. Außerdem eine 24-Stunden-Anzeige und eine zweite Zeitzone. Die Anzeigen finden auf den zwei Zifferblättern der Uhr mit Wendegehäuse Platz. Das 47,7-Millimeter-Gehäuse der Patek Philippe Grandmaster Chime besteht bei beiden Versionen aus Weißgold. Die aufwendige Herstellung des Zeitmessers hat natürlich seinen Preis: 2.424.074 Schweizer Franken.

Patek Philippe: Rückseite der Grandmaster Chime
Patek Philippe: Rückseite der Grandmaster Chime

#4 der teuersten Uhren der Welt: Richard Mille RM 50-02 ACJ Tourbillon

Auch die Schweizer Marke Richard Mille schafft es mit einer Luxusuhr in die Übersicht der derzeit teuersten Uhren. Für jeweils 1.106.500 Euro baut Richard Mille 30 Exemplare des Schleppzeiger-Chronographens RM 50-02 ACJ Tourbillon. Entstanden aus der Partnerschaft mit Airbus Corporate Jets sollen bestimmte Design-Elemente der Armbanduhr an ein Airbus-Flugzeug erinnern. Das Manufakturwerk RM50-02 mit Handaufzug ermöglicht dank ihrer Rattrapante-Funktion das Messen von Zwischenzeiten und wird in einem Gehäuse aus einer Titan-Aluminium-Legierung untergebracht.

Richard Mille: RM 50-02 ACJ Tourbillon
Richard Mille: RM 50-02 ACJ Tourbillon

#5 der teuersten Uhren der Welt: Vacheron Constantin Referenz 57260

Mit der Referenz 57260 erregte Vacheron Constantin im Herbst 2015 Aufmerksamkeit. Die Luxusuhr der Schweizer Manufaktur entstand nach acht Jahren Entwicklungszeit und verfügt über 57 Funktionen. Damit ist das Einzelstück, das im Auftrag eines Kunden gefertigt wurde, die komplizierteste Uhr, die je gebaut wurde. Sie verfügt unter anderem über ein großes und kleines Schlagwerk, eine Weckfunktion sowie eine Äquationsanzeige und einen ewigen und astronomischen Kalender. Dazu kommen zahlreiche weitere Komplikationen. Mit einem ewigen hebräischen Kalender und dem biretrograden Schleppzeiger-Chronographen sind darunter auch welche, die es in dieser Art noch nie gab. Der genaue Preis der Uhr ist nicht bekannt, er wird aber auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Vacheron Constantin: Komplikationsuhr Referenz 57260
Vacheron Constantin: Komplikationsuhr Referenz 57260

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im Juli 2013.

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