Rolex: 2013 war ein historisches Rekordjahr

Rolex Direktor Bertrand Gros gibt in einem Interview seltene Einblicke

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 19. Juni 2014
Rolex hat 2013 eine historisches Rekordjahr zu vermelden.
Rolex hat 2013 ein historisches Rekordjahr zu vermelden.

In einem seltenen Interview eines Rolex-Verantwortlichen gibt Bertrand Gros, Mitglied des Direktoriums des Genfer Uhrenherstellers, der Schweizerischen Zeitschrift Le Temps Auskunft über die Stärken und die Entwicklung von Rolex. Auf die Frage, weshalb Rolex zu den führenden Uhrenherstellern gehört, nennt Gros drei Gründe. Zunächst das unternehmerische Genie des Firmengründers Hans Wilsdorf. Dessen Ausnahmetalent hatte sich der Entwicklung der selbstaufziehenden, wasserdichten Armbanduhr verschrieben. Dafür erkannte er sportliche Höchstleistungen als idealen Weg, diese Entwicklung gleichzeitig voranzutreiben wie sie populär zu machen. Dazu zählen die Erstbesteigung des Mount Everest, der Tauchgang im Marianengraben und die schwimmende Durchquerung des Ärmelkanals. Als nächstes kommt in den 1970er Jahren die Entscheidung des Nachfolgers André Heininger, der Quarzuhr eine entschiedene Absage zu erteilen. Seiner Entscheidung, der mechanischen Armbanduhr als Ausdruck uhrmacherischen Könnens treu zu bleiben, verdankt das Unternehmen einen Großteil des heutigen Erfolges. Dazu trug als Dritter dessen Sohn Patrick Heininger wiederum entscheidend bei, als er in den 1990er Jahren die vertikale Integration der Manufaktur vorantrieb, während  andere Uhrenunternehmen die Mechanik gerade wieder für sich entdeckten. Damit waren die Grundlagen für die spätere Unabhängigkeit und Flexibilität geschaffen, welche entscheidend zur heutigen Expansion beiträgt. Die Behauptung, ein extrem verschlossenes Unternehmen zu sein, kontert Gros mit dem Verweis auf intensive Produktkommunikation, einen erheblichen Werbeaufwand und die Tatsache, dass man viel über Sponsoring- und Mentorenprogramme kommuniziere. Allerdings müsse man tatsächlich, da die Hans Wilsdorf Stiftung alleiniger Inhaber der Firma sei, keine wirtschaftlichen Daten offen legen, wie es bei anderen Konzernen Vorschrift sei. Dennoch gibt Gros eine kleinen Einblick. Auf der kommenden Hauptversammlung werde der derzeitige CEO Gian Riccardo Martini bekannt geben, dass 2013 nicht nur ein weiteres finanzielles Rekordjahr für Rolex war, sondern zudem das beste der Firmengeschichte. Eine Schätzung der Schweizer Bank Vontobel, welche einen Umsatz von 4,6 Milliarden Schweizer Franken annimmt, bezeichnete Gros als “recht präzise”. Diese Zahlen basieren auf den 798.935 Werken, welche von der C.O.S.C. im Jahr 2012 offiziell als Chronometer geprüft wurden. Die Frage nach der Profitabilität, so Gros ausweichend, sei abhängig von der Materialwahl des Kunden beim Gehäuse, allerdings seien die eigenen Ergebnisse mit denen der Luxusindustrie vergleichbar. Dass diese bei 30 Prozent liegen, nennt Gros “nachvollziehbar”. tw

 

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