Wie Audemars Piguet die Minutenrepetition neu erfand

Das unterscheidet die Royal Oak Concept Supersonnerie von anderen Schlagwerkuhren

Jens Koch
von Jens Koch
am 24. April 2017

Mit der Royal Oak Concept Supersonnerie hat Audemars Piguet die Minutenrepetition neu erfunden. Wir haben bei den Entwicklern in Le Locle nachgeforscht.

Audemars Piguet: Royal Oak Concept Supersonnerie
Audemars Piguet: Royal Oak Concept Supersonnerie

Vor acht Jahren entschied sich Audemars Piguet, die Minutenrepetitionen von Grund auf zu überdenken, um die vielen Schwachstellen dieser Uhren zu verbessern. „Als wir anfingen, uns mit dem Ton der Minutenrepetition zu beschäftigen, mussten wir feststellen, dass dies ein sehr komplexes Thema ist”, erklärt Komplikationschef Giulio Papi. „Man kann den Ton nicht einfach auf technischem Weg messen, denn das Gehirn arbeitet am Klangeindruck mit. Daher haben wir nicht nur mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne zusammengearbeitet, sondern auch mit einem Instrumentenbauer.”

Giulio Papi, Chef des Audemars-Piguet-Komplikationsateliers Renaud & Papi
Giulio Papi, Chef des Audemars-Piguet-Komplikationsateliers Renaud & Papi, erklärt Chronos-Redakteur Jens Koch die Supersonnerie

Größtes Defizit der meisten Schlagwerkuhren ist der leise Klang, vor allem wenn sie getragen werden. Deshalb besitzt die Supersonnerie einen Resonanzboden, an dem die Tonfedern befestigt sind. Ein zweiter Boden mit Schalllöchern und einem Abstand zum Resonanzboden sorgt dafür, dass dieser frei schwingen kann. „Wird eine herkömmliche Repetitionsuhr am Handgelenk getragen, dämpft der Arm die Schwingungen, und sie klingt leiser. Bei der Supersonnerie dagegen kann der Resonanzboden auch am Arm schwingen, und die Schalllöcher leiten den Ton so nach außen, dass er vom Arm reflektiert wird. So klingt die Supersonnerie sogar lauter, wenn sie getragen wird.“

Das Video zeigt, wie das Sicherheitssystem der Minutenrepetition funktioniert:

Ein zweites Problem ist der Ankermechanismus, der die Ablaufgeschwindigkeit des Schlagwerks reguliert und oft ein störendes Geräusch verursacht. Hier sorgt eine neu entwickelte Konstruktion für Ruhe. Papi: „Wir fanden heraus, dass die Achsen des Ankermechanismus durch die hohe Geschwindigkeit in Vibrationen versetzt werden und das Geräusch erzeugen.” Die Lösung brachte ein komplex geformter federnder Anker, der das Schwingen der Achse verhindert und dadurch nicht mehr hörbar ist. Eine weitere Schwachstelle von Repetitionsuhren: Man kann sie beschädigen, wenn man die Zeit verstellt, während sie schlagen. „Deshalb haben wir ein Sicherheitssystem entwickelt. Wenn das Schlagwerk aktiv ist, verhindert ein Hebel, dass die Krone gezogen wird. Der Hebel bewegt die Krone sogar zurück, wenn die Repetition betätigt wird und die Krone gezogen ist.”

Tonfedern, Resonanzboden, Boden mit Schalllöchern der Royal Oak Concept Supersonnerie
Innovativ: Tonfedern, Resonanzboden, Boden mit Schalllöchern

Durch eine neue Verarbeitungsmethode der Tonfedern entsteht zudem ein besonders reiner Ton. Während die meisten Repetitionsuhren nicht wasserdicht sind, hält die Supersonnerie drei Bar aus. Und als Letztes wurde ein System integriert, das die Pause verhindert, die normalerweise entsteht, wenn es keine Viertelstunden zu schlagen gibt. Zusätzlich zum Schlagwerk besitzt das Manufakturkaliber 2937 mit Handaufzug ein Tourbillon und einen Chronographen.

Welchen Herausforderungen Audemars Piguet sich beim Bau der Supersonnerie stellen musste, erklärt Tim Sayler, Chief Marketing Officer, im Video-Interview mit Melanie Feist, verantwortliche Online-Redakteurin Watchtime.net:

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