Wie Marken funktionieren

Interview mit dem Markenexperten Klaus-Dieter Koch

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 27. August 2013

Im Chronos-Interview sagt der Markenexperte und Uhrensammler Klaus-Dieter Koch (Brand-Trust, Nürnberg), was eine Marke ausmacht und warum manche Marken erfolgreich – oder erfolglos – sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 19. Juni war ich in Nürnberg, um Klaus-Dieter Koch für Chronos zu interviewen. Ich kenne ihn bereits seit vier Jahren. Damals besuchte ich in Zürich ein Seminar für Vertreter der Luxusindustrie. Die Vorträge waren von unterschiedlicher Qualität; der von Klaus-Dieter Koch gefiel mir am besten. Mehr noch: Er begeisterte mich regelrecht. Verkürzt gesagt, führte Koch aus, dass die Daseinsberechtigung für Luxusmarken darin bestehe, Spitzenleistungen zu erbringen – und diese dann auch entsprechend zu kommunizieren. Oder, wie er es später im Chronos-Interview (Ausgabe 05.2009) ausdrückte: “Marken müssen, um erfolgreich zu sein, große Versprechen geben, gleichzeitig aber müssen ihre Leistungen diese Versprechen noch übertreffen.” Das fand ich höchst spannend: Zum einen hat er damit recht und einen eigentlich einfachen Tatbestand präzise auf den Punkt gebracht. Zum anderen aber wissen wir alle, dass die Realität anders aussieht: In der Regel hält die Leistung nämlich nicht immer mit den Versprechen Schritt – geschweige denn, dass sie diese noch übertrifft.

In diesem Frühjahr hörte ich wieder von Klaus-Dieter Koch. Seine Unternehmensberatung Brand-Trust in Nürnberg hatte eine Studie veröffentlicht, bei der gut verdienende Leute aus Deutschland/Österreich/Schweiz, den USA und China zu 40 Luxusmarken befragt wurden, von Rolex bis Rolls-Royce. Dabei schnitt Rolex in Deutschland schlechter ab als erwartet, Omega und Montblanc dagegen sehr gut. Die Presse stürzte sich auf das Thema. Schlagzeilen wie “Rolex ist out” waren zu lesen. So entschloss ich mich, ein neues Interview mit Klaus-Dieter Koch zu machen.

Das Interview findet ihr in der neuen Chronos, die am Freitag am Kiosk steht. Gerade zu Rolex hat er einiges zu sagen, und er ist dabei wesentlich differenzierter als die oben genannte Schlagzeile.

Anbei vorab ein paar O-Töne von Klaus-Dieter Koch. Ihr werdet sehen: Es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören.

Das ganze Interview gibt es zu lesen in Chronos 05.2013 (HIER bestellen!), und zwar ab 30. August.

buc

Schlagwörter: Cartier Uhren, Montblanc Uhren, Omega Uhren, Rolex

Ihre Meinung interessiert uns!

2s Kommentare zu “Wie Marken funktionieren”
  1. Gerhard

    Meines Erachtens ist das ein sehr spannendes Thema. Denn für Qualität stehen für mich alle diese Marken. Jedoch die Rolex ist in meinen Augen schon das Symbol von Dekadenz und Protz. Wohingegen ich mit einer Omega Präzision und mit einer Montblanc Stil verbinde. Das ist allerdings meine ganz individuelle Einschätzung. Ich schätze auch die alten gut restaurierte Armbanduhren von Markenherstellern, es muss nicht immer was Neues sein. Diese haben noch etwas mehr Stil und meist eine Geschichte.

    BG Gerhard

  2. Markus M.

    Ich habe den Bericht im Magazin gelesen und finde, dass sich Herr Koch sehr weit aus dem Fenster hinauslehnt.
    Die Rolex als Marke und Uhr zu verstehen ist recht komplex – ich erwarte nicht, dass Herr Koch in die Köpfe der Rolex-Führung blicken kann.
    Mich störte die Verwendung des Satzes “Rolex entwickelt sich zur Marke erfolgreicher Väter”.
    Ja warum auch nicht? Möchte die Rolex überhaupt an die Handgelenke von Jünglingen?
    Ich betrachte die Rolex als die erfolgreichste Luxus-Uhrenmarke der Welt, und eine der erfolgreichsten Marken der Welt.
    Dieser Erfolg ist nicht nur einem guten Marketing geschuldet. Die Produkte müssen schlichtweg überzeugen und ihr Geld wert sein. Das so meine ich, ist bei der Rolex gegeben.
    Protzig ist m.E. eine Rolex nicht. Rolex ist konstant! Eine Submariner aus den fünfzigern weicht optisch kaum von dem heutigen Modell ab. Ähnlich Porsche 911 oder Coca Cola-Flasche.

    Weshalb sollte Rolex zum fünzigsten der Daytona keine Platinuhr vorstellen? Herr Koch wünscht sich eher ein Modell das an die Anfänge erinnert. Nein! Das darf nicht sein. Wir wissen doch alle, dass die Rolex 1 Million Uhren fertigt p.a. die Erreichbarkeit des Produktes muss aber so ausgerichtet sein, dass nicht ein jeder solch ein Produkt kaufen kann. Der Mythos wäre dahin, die Exklusivität verpufft.
    Die Begehrlichkeit bei Stahl Daytonas muss hoch bleiben. Ein Sondermodell würde die Begehrlichkeit von der “klassischen” Daytona auf ein Sondermodell umleiten.

    Meines Erachtens hat Herr Koch ein Thema angpackt welchem er “noch” nicht gewachsen ist.

    Zum lesen war es dennoch sehr interessant.

    Beste Grüsse

    M. Matter

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