Junghans

19. April 2017

Junghans ist die bekannteste deutsche Uhrenmarke. Seit ihrer Gründung im Jahr 1861 sitzt sie im Schwarzwaldstädtchen Schramberg – eine klare Bekenntnis zum historischen Standort. 1903 war Junghans die größte Uhrenfabrik der Welt und 1956 der drittgrößte Chronometerhersteller weltweit – direkt hinter Rolex und Omega.

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Seit 2009 gehört das inzwischen stark verkleinerte Unternehmen Junghans der Schramberger Industriellenfamilie Steim. Die Aussage „Made in Germany“ ist jedoch auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie: So erfolgen Entwurf, Konstruktion, Montage und ein Teil der Komponentenfertigung in Schramberg.

Die Gesamtkollektion bei Junghans umfasst vier Linien: die nach dem Firmengründer benannte Linie Erhard Junghans steht für höchste handwerkliche Uhrmacherkunst. Die Meister-Linie basiert auf historischen Entwürfen und setzt ein klares Statement für die moderne Fertigung klassisch-mechanischer Uhren. Die Linie Max Bill by Junghans steht für Klarheit, Reduktion und Funktionalität. Die Performance-Linie spiegelt Junghans’ Know-how im Bereich der Multifrequenzfunkwerke mit innovativer Solartechnik wider.

Am 14. April 1861 gründeten Erhard Junghans und sein Schwager Jakob Zeller-Tobler im Schwarzwaldort Schramberg die Uhrenkomponentenfabrik „Zeller & Junghans“. Bereits 1866 präsentierte Erhard Junghans nach dem Ausscheiden Toblers drei komplette Wanduhren. Nach dem Tod von Erhard Junghans im Jahr 1870 übernahmen Arthur und Erhard Junghans jr. 1876 die Firma von ihrer Mutter und führten sie erfolgreich weiter. Die 1880er-Jahre brachten den Aufschwung für das Unternehmen. Bereits 1876 legte man mit dem Weckerkaliber Nr. 10 dafür den Grundstein. Dieses wurde bis in die 1930er-Jahre fast unverändert produziert. Durch Fusionen und Übernahmen wuchs das Unternehmen rasant weiter. Im Jahr 1903 galt Junghans mit 3.000 Mitarbeitern und über drei Millionen produzierten Uhr als die größte Uhrenfabrik der Welt. Das Unternehmen besaß neun Fabrikationsstätten und Filialen, sogar in Venedig und Paris. Wegen räumlicher Engpässe wurde der heute denkmalgeschützte Terrassenbau gebaut. Hier fertigte Junghans ab 1936 auch die Armbanduhren mit dem Prädikat „Meister“. Die besonders präzisen und hochwertigen Zeitmesser stammten aus der Feder des Produktgestalters Anton Ziegler, der über viele Jahrzehnte hinweg den Uhren des Hauses ihr Gesicht verlieh. Neben Ziegler ist es vor allem Max Bill, der ab 1956 Wand- und Tischuhren auf Basis der Bauhaus-Philosophie und der Reduktion auf das Wesentliche für Junghans entwickelte. Im Jahr 1957 präsentierte Junghans sein erstes automatisches Chronometerkaliber J83, das für Sammler heute zu den wichtigsten Junghans-Werken zählt. 1961 folgte eine Serie von Armbanduhren, deren zeitloses Design bis heute die Linie „Max Bill by Junghans“ prägt. 1972 fungierte Junghans bei den Olympischen Spielen in München als offizieller Zeitnehmer und profilierte sich mit hochpräzisen Digitaluhren, Startpistolen und Lichtschranken sowie den weltweit ersten Zielfotos in Farbe. Es war der Beginn einer neuen Ära, in der das Zeitmess-Team des Hauses zu großen Leichtathletik-Wettkämpfen um die Welt reiste. Noch heute erinnert die Modellreihe 1972 an diese Epoche neuer Messtechnik und lässt den Stil dieses Jahrzehnts wieder aufleben. 1971 stellte Junghans das erste deutsche Quarzarmbanduhrenwerk vor. Auch mit innovativen Funk- und Solaruhren gelang es Junghans, erfolgreich am Markt zu bleiben.

1990 stellte Junghans mit der Mega 1 die weltweit erste Digital-Funkarmbanduhr vor. 1995 folgte eine Funkuhr im Keramikgehäuse. Nachdem das Unternehmen im neuen Jahrtausend in Schwierigkeiten gelangte, wurde es an die in Hong Kong firmierende Egana-Goldpfeil-Gruppe verkauft. Durch deren Insolvenz stand Junghans 2008 ebenfalls vor dem Aus. Der Schramberger Fabrikant Dr. Hans-Jochem Steim und sein Sohn Hannes erkannten das Potential der Traditionsmarke und übernahmen sie. 2011 feierte die Marke das 150-jährige Bestehen unter anderem mit einer limitierten Auflage der Meister Chronometer und erinnerte damit an die erfolgreichen 1950er-Jahre. Diese Rückbesinnung auf die Historie und die Identität als deutsche Marke rückt produktseitig immer stärker in den Vordergrund.

Das Junghans-Spektrum umfasst heute neben den klassischen mechanischen Zeitmessern, auch Quarz-, Funk- und Solaruhren. Junghans fertigt im Jahr circa 50.000 Uhren, die preislich zwischen 300 und 13.000 Euro liegen. Der Großteil der Junghans-Uhren kostet zwischen 500 und 2.000 Euro.

Die wichtigsten Modelle von Junghans

Max Bill by Junghans

1961 lancierte Junghans die ersten Armbanduhren aus der Feder des Bauhaus-Vertreters Max Bill. Die beiden puristischen Grunddesigns – mit und ohne Stunden- und Minutenzahlen – sind bis heute praktisch unverändert geblieben und besitzen den Status eines echten Uhrenklassikers.

Meister

In den 1930er- bis 1960er-Jahren entstanden aus der Feder des Produktgestalters Anton Ziegler Meisterwerke, die über viele Jahrzehnte hinweg das Aussehen der Junghans-Uhren prägten und eine eigenständige Designkultur entstehen ließen. Die heutige Meister-Linie basiert auf diesen historischen Entwürfen und setzt ein klares Statement für die Fertigung klassisch-mechanischer Uhren.

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