Junghans: 150 Augenblicke aus 150 Jahren Junghans

Uhrenfabrik Junghans

Schramberg, Deutschland und die Welt

Nach einem Buch zum 100. Firmengeburtstag im Jahr 1961 und dem im Februar erschienenen Chronos-Markensonderheft ist dies erst die dritte große, umfassende Veröffentlichung über die deutsche Traditionsmarke Junghans. Wobei „umfassend“ auf eine ganz bestimmte Weise zu verstehen ist: Da die 150-jährige Geschichte schlichtweg zu vielschichtig und facettenreich ist, um in einem einzigen Buch lückenlos aufgearbeitet zu werden, erzählt das von Junghans beauftragte Redaktionsteam um Kerstin Simon die wichtigsten Ereignisse einmal anekdotenhaft, einmal kritisch bewertend und platziert diese, wo immer es sinnvoll ist, vor dem historischen Hintergrund. Dabei reicht der Blick oftmals über die Schwarzwaldstadt Schramberg hinaus – nicht nur ins restliche Deutschland, sondern auch nach Europa und darüber hinaus. Denn Junghans war bei aller Heimatverbundenheit ein Weltunternehmen, das die deutsche Uhrenindustrie revolutionierte und dank amerikanischer Produktionsmethoden 1903 die größte Uhrenfabrik auf dem Globus wurde.

Welche wirtschaftlichen, technischen und politischen Motive und Leistungen das Vorankommen prägten, erläutert das Buch ebenso, wie es von Tiefschlägen und Rückschritten berichtet. Dass dunkle Seiten der Firmengeschichte wie die Beschäftigung Tausender Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg und die jahrzehntelange Produktion von Zeitzünderlaufwerken nicht ausgespart würden, war der Wunsch der Junghans-Inhaberfamilie Steim.

Das Buch behandelt in 150 Kapiteln 150 Jahre Firmengeschichte. Doch weil nicht in jedem Jahr entscheidende Entwicklungen in Schramberg und der Welt stattfanden, wurden hin und wieder einzelne Jahre ausgelassen, um andere in zwei oder mehr Kapiteln darzustellen. Das Buch ist kein reines Lesestück, sondern eher ein Kompendium zum Blättern, Stöbern und Betrachten. Denn der Fließtext ist vielfach mit Fotos, Zeichnungen, Infokästen, Briefpassagen, Logos, Werbeanzeigen und Katalogseiten angereichert. Am unteren Rand jeder linken Seite läuft ein Zeitstrahl, bei dem die jeweils im Text behandelte Jahreszahl mit einem Balken unterlegt wurde. Durch die große Zahl von Bild- und Informationselementen wirkt das Buch einerseits sehr dokumentarisch und besonders gehaltvoll; andererseits erzeugen grafische Komponenten wie die stimmungsvoll gesetzten Überschriften, wechselnde Schriftarten oder besonders große Bilder eine gewisse Leichtigkeit, die der Informationsfülle ihren „Schrecken“ nimmt.

Weil die Geschichte der Uhrenfabrik Junghans in mehreren Schramberger Museen mit zahlreichen Ausstellungsstücken dokumentiert ist, zeigen auch die ersten Kapitel neben alten Schwarzweißfotos mehrere in jüngerer Zeit aufgenommene Farbbilder von alten Uhren, Werken und Katalogen. So zieht sich eine Mischung aus historisch anmutenden und neueren Bildern durch das ganze Buch, bis in den letzten Kapiteln der heutige Stand des Unternehmens ausführlich und durchgehend in Farbe beschrieben wird.

Wer sich für die industrielle Uhrenfertigung in Deutschland interessiert, sollte dieses Buch besitzen. Und wer möglichst viel über die nach wie vor bekannteste deutsche Uhrenmarke erfahren will, ebenso. Sollte er anschließend eine Uhr kaufen wollen, muss er sich allerdings zusätzlich einen Katalog bestellen, denn das vorliegende Buch ist keine Verkaufsförderungsmaßnahme, sondern ein Buch über Unternehmertum und Handwerk, Ideen und Innovationen, Arbeiter und Firmenpatrone – und nicht zuletzt über das Streben, all diese Prinzipien auch künftig in einer modernen Uhrenmarke zu vereinen. ak

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150 Jahren Junghans”
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