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Leserreise 2012: Glashütte und Dresden

Nachbericht der Uhren-Magazin Leserreise

Eine Reise nach Glashütte ist wie eine Reise in eine andere Wirtschaftswelt: Händeringend suchen die ortsansässigen Uhrenmanufakturen nach Fachkräften, um ihre Kapazitäten ausbauen zu können.

Barocke Unterkunft: Das Taschenbergpalais in Dresden liegt neben der Residenz und gegenüber dem Dresdner Zwinger. Also Sponsor sorgte BMW für den Transfer von Dresden nach Glashütte

Barocke Unterkunft: Das Taschenbergpalais in Dresden liegt neben der Residenz und gegenüber dem Dresdner Zwinger. Also Sponsor sorgte BMW für den Transfer von Dresden nach Glashütte

Ganz Europa steht unter wirtschaftlichem Druck. Die Unternehmen müssen sparen, wo sie können. Selbst die bisher boomende Branche der Luxuswagen macht sich auf Einbußen gefasst. Ganz Europa? Nein. Eine kleine Stadt am Rande des Erzgebirges ist davon ausgenommen. In Glashütte gehen die Menschen früh morgens an ihre sauberen, perfekt ausgeleuchteten Arbeitsplätze und verrichten ihre Tätigkeiten in freundlicher Atmosphäre, ohne Hektik, ohne Zeitdruck. Sie wissen: Wenn sie es wünschen, können sie hier gut bezahlt bis zu ihrer Rente arbeiten. Jeden Tag vergewissern sich ihre Chefs, dass es ihnen gut geht. Denn diese haben vor allem eine große Sorge: Dass ihre Mitarbeiter zur Konkurrenz abwandern könnten. Hört sich komisch an, stimmt aber!
Bei der UHREN-MAGAZIN Leserreise im Herbst 2012 erlebt die rund 25-köpfige Gruppe eine blühende Landschaft im Kohl’schen Sinne: Ob bei Tutima, Nomos, Wempe Chronometerwerke, Glashütte Original oder A. Lange & Söhne – alle Unternehmenssprecher berichten von Ausbauplänen, die die Produktionskapazitäten lieber heute als morgen sprunghaft erhöhen sollen. Der Markt, vor allem in China, kann nicht genug bekommen von den edlen deutschen Uhren.

Die Minutenrepetition von Tutima wird immer von einem Uhrmachermeister komplett fertiggestellt.

Die Minutenrepetition von Tutima wird immer von einem Uhrmachermeister komplett fertiggestellt.

Ganz groß herauskommen will Tutima. »Alles noch streng geheim, nächstes Jahr werden wir auf der Baselworld unsere Ausbaupläne und neuen Kaliber vorstellen«, erklärt der Unternehmenssprecher Alexander Philipp, während er die Gruppe in dem schön restaurierten Gebäude der ehemaligen Bahnmeisterei herumführt. Dort stellt Tutima seit 2011 erstmals seit 66 Jahren wieder Uhren her. Gefeiert hat Tutima die Rückkehr mit der Präsentation der Minutenrepetition, »der ersten, die komplett in Deutschland geplant und gebaut wurde«, wie Philipp stolz erklärt. Das edle Stück, Preis 168.000 Euro in Roségold, bauen die Tutima-Uhrmacher im Atelier mit zehn Arbeitsplätzen zusammen. Klein und fein ist die Manufaktur, die Uhrmachertische werden im Erzgebirge angefertigt. Im Keller stehen die Fräsmaschinen für die Teile, die in Glashütte selbst produziert werden, hauptsächlich Platinen. Vier Mitarbeiter sitzen im Büro für Konstruktion und Design, dann gibt es noch ein knappes Dutzend Arbeitskräfte für die Herstellung und Veredelung der Teile. Doch bald wird die kleine Produktion von Tutima ganz andere Ausmaße erreichen: Die Marke will ihre Glashütter Kollektion künftig auf das mittlere Preissegment ausrichten und dabei so manche mechanische Neuerung verwirklichen. Und das rechnet sich nur mit großen Stückzahlen. Die Leser sind gespannt.

Die Modelle von Nomos sind für Glashütter Maßstäbe erschwinglich. In der so genannten Betriebsverkaufsstelle sind sie auch vor Ort zu erwerben

Die Modelle von Nomos sind für Glashütter Maßstäbe erschwinglich. In der so genannten Betriebsverkaufsstelle sind sie auch vor Ort zu erwerben

Ebenfalls in die Kategorie »erschwinglich « fällt die zweite Uhrenmarke auf der Besuchertour: Nomos Glashütte. Eine weitere Gemeinsamkeit: Beide Unternehmen sind unabhängig von großen Konzernen. Während hinter Tutima die Familie Delecate steht, deren unternehmerische Erfahrung mindestens ebenso groß ist wie ihr persönliches Understatement, gehört Nomos fünf Gesellschaftern. Einer von ihnen ist Gründer Roland Schwertner, der die Gabe besitzt, gleichzeitig auch bester Werber für Nomos zu sein. Mitten in der Mitte hat sich das Unternehmen direkt im alten Bahnhofsgebäude niedergelassen. Vom gläsernen Konferenzraum blickt man auf die Gleise. Dort kann man Entschleunigung lernen: Während der einstündigen Unternehmenspräsentation kommt ein einziger Zug, kein Fahrgast ist weit und breit zu sehen. Doch die Ruhe trügt: Wohin man vom Nomos-Aquarium auch blickt – ob nach oben zu Moritz Grossmann, vorne zu Tutima, rechts zu Glashütte Original oder gegenüber zum Stammhaus von A. Lange & Söhne –, überall sind die Manager eifrig dabei, ihre Expansionspläne voranzutreiben. Auch Nomos hat deutlich an Tempo zugelegt, was den Ausbau angeht. »Wir wollen weiter wachsen, um unabhängig zu bleiben«, erklärt Pressesprecherin Ute Fischer-Graf, die mit ihrer erfrischenden und sympathischen Art so gut zu Nomos passt. In den vergangenen Jahren hat Nomos seine Fertigungstiefe deutlich intensiviert. Je nach Kaliber stellt das Unternehmen bis zu 95 Prozent der Teile selbst her, und dies auf relativ kleinem Raum. Geschickt haben die Planer die Architektur des Bahnhofs umfunktioniert: In einem schmalen, lang gestreckten Raum stehen die Langdrehmaschinen, die aus zwei Meter langen Stahlstäben wenige Millimeter große Teile – Triebe, Stifte, Schrauben – drehen. »Für diese Präzisionsarbeit müssen die Stahlstäbe schwingungsfrei gelagert sein, deshalb sind diese Maschinen so lang«, erklärt uns Fischer-Graf sachkundig. Über hundert verschiedene Teile, welche im Uhrwerk der Kraftübertragung dienen, entstehen hier.

Moderne Produktion: Sukzessive hat Nomos in den vergangenen Jahren die Fertigungstiefe ausgebaut und Arbeitsschritte automatisiert, um seine Unabhängigkeit zu bewahren

Moderne Produktion: Sukzessive hat Nomos in den vergangenen Jahren die Fertigungstiefe ausgebaut und Arbeitsschritte automatisiert, um seine Unabhängigkeit zu bewahren

Glashütte kann nur Qualität

Das Umrüsten der Maschine für die verschiedenen Teile dauert jedes Mal bis zu acht Stunden. »Die Produktionsplanung muss also sehr genau ausgetüftelt sein, damit wir immer alle notwendigen Teile vorrätig haben«, sagt Fischer-Graf. Manche Produktionsschritte, die beispielsweise bei A. Lange & Söhne noch Handarbeit sind, werden hier von Maschinen erledigt, so auch das Einpressen der Lagersteine in die Platine. »Das ist eine sehr monotone Arbeit«, erklärt Fischer-Graf. Aber auch eine Maschine kann irren, und so müssen alle Platinen genau überprüft werden: Sitzt ein Stein nicht richtig, scheitert daran die Montage des ganzen Werks. Zusammengebaut werden die Werke in der Chronometrie oben am Hang. Diese Zweiteilung sorgt auch für einen gesunden Ausgleich zur sitzenden Uhrmachertätigkeit: Die Kollegen vom Bahnhof erklimmen jeden Mittag den steilen Weg in die Chronometrie, wo sich auch die Kantine befindet.

Günter Wiegand, CEO von Glashütte Original, erzählt mit viel Witz die wechselvolle Geschichte der Glashütter Uhrenbetriebe (GUB), die die DDR mit robusten Armbanduhren versorgte

Günter Wiegand, CEO von Glashütte Original, erzählt mit viel Witz die wechselvolle Geschichte der Glashütter Uhrenbetriebe (GUB), die die DDR mit robusten Armbanduhren versorgte

Während Nomos pure Neuzeit ist, spiegeln die beiden Manufakturen Glashütte Original und A. Lange & Söhne die dramatische Geschichte des Uhrenstandorts Glashütte und Deutschlands wider. Mit seiner amüsanten Begabung für Selbstironie schildert Geschäftsführer Günter Wiegand die Geschichte von Glashütte Original. Seit 1967 arbeitet er in dem Betrieb, der in der DDR einst als VEB Glashütter Uhrenbetrieb über 2 000 Mitarbeiter beschäftigt, um robuste und langlebige Gebrauchsuhren, aber auch feinmechanische Produkte herzustellen. Nach der Wende kommt das böse Erwachen. »Wir waren überhaupt nicht konkurrenzfähig«, berichtet Wiegand. Während in der DDR beispielsweise Schaltuhren für Waschmaschinen so gefertigt werden, dass sie eine Ewigkeit halten, sind die ehemaligen VEB-Mitarbeiter erstaunt, als sie erstmals das Innenleben einer West-Schaltuhr sehen: »Alles Kunststoff, billig zusammengebaut – uns war klar, für Massenwaren sind wir nicht geschaffen«, berichtet Wiegand zum Amüsement der Leser. Qualität kann man damals also produzieren, sie verkaufen allerdings nicht. Schließlich steht der Liquidator von der Treuhand vor der Tür. »Wir haben schnell unsere schönsten Golduhren an die Stadt verschenkt, damit die nicht mehr zum Unternehmenskapital gehörten«, erinnert sich Wiegand. Dann taucht wie aus dem Nichts ein Investor auf: Heinz W. Pfeifer versammelt die auf 72 Mann geschrumpfte Belegschaft um sich und verkündet, man wolle den »arroganten Schweizern« jetzt mal zeigen, was die Deutschen für Uhren bauen können. Dieses Zitat bringt Wiegand mit einem besonderem Genuss, gehört doch Glashütte Original inzwischen zum Schweizer Swatch-Konzern. Wer heute eine der feinen Uhren von Glashütte Original in die Hand nimmt, kann kaum glauben, dass einst niemand von der Stammbelegschaft weiß, wie man solche Uhren baut. »Ich wusste nicht einmal, was ein Tourbillon ist«, bekennt Wiegand freimütig. Sie holen sich ein Glashütter Urgestein in den Betrieb, Siegfried Weißbach, der die Konstruktion der Assmann 1 entwirft – auf dem Reißbrett, denn einen Computer weiß er nicht zu bedienen. Die Zeichnungen müssen die Ingenieure in den Computer übertragen – und so lernen sie auch, worauf es bei der Konstruktion ankommt. Über sechs Jahre dauert dieser Prozess, und noch einmal zwei Jahre braucht man, um die Uhr zu bauen. Doch sie verkauft sich auf Anhieb. Um internationale Märkte erschließen zu können, verkauft Pfeifer das Unternehmen 2000 an die Swatch Group. Seitdem ist der Erfolg der edlen Uhren in typischer Glashütter Bauweise ungebrochen. Erst vor wenigen Wochen weiht das Unternehmen eine neue Produktionshalle ein.

Die UHRENMAGAZIN-Leser dürfen sich in der Uhrmacherschule Alfred Helwig von Glashütte Original unter Anleitung selbst an einem Werk versuchen

Die UHRENMAGAZIN-Leser dürfen sich in der Uhrmacherschule Alfred Helwig von Glashütte Original unter Anleitung selbst an einem Werk versuchen

Glückliche Gegenwart

Ein Neubau steht auch oben auf der Agenda von A. Lange & Söhne. In den Räumen der weltweit bekannten Manufaktur herrscht von Anfang an ein starker Unternehmergeist. Und man fühlt sich hier als legitimer Nachfolger des Gründervaters des Uhrenstandortes Glashütte. Schließlich ist es Ferdinand Adolph Lange, der 1845 die erste Manufaktur gründet, die ab 1875 den ganzen Ort zur wirtschaftlichen Blüte bringt. Bereits 1948 wird das Unternehmen verstaatlicht, zu früh, um nach dem Ende der DDR unter die Restitutionsbestimmungen zu fallen. »Walter Lange musste sein eigenes Stammhaus zurückkaufen «, erzählt Geschäftsführer Hartmut Knothe. Und steht trotzdem vor dem Nichts: Keine Mitarbeiter, keine Produktionsräume, keine Maschinen. Zu diesem Zeitpunkt kommt ihm Günter Blümlein zur Hilfe. Der 2001 verstorbene Manager ist längst eine Legende in der Uhrenbranche. Visionär und Vordenker hat er etwa IWC in Schaffhausen wieder zu einer Weltmarke gemacht. Dort werden auch die ersten Mitarbeiter der 1990 gegründeten Firma Lange Uhren GmbH in modernen Produktions- und Konstruktionsmethoden ausgebildet. Das uhrmacherische Geschick haben sie sich als echte Glashütter über die DDR-Zeit hinweg bewahrt. Auch A. Lange & Söhne gehört heute zu einem Konzern, der Richemont-Gruppe.

Der CEO von A. Lange & Söhne, Wilhelm Schmid, begrüßt die UHRENMAGAZIN-Leser und verkündet den Bau einer neuen Produktionshalle

Der CEO von A. Lange & Söhne, Wilhelm Schmid, begrüßt die UHRENMAGAZIN-Leser und verkündet den Bau einer neuen Produktionshalle

Die Art und Weise, wie hier wertvolle Uhren in kleinen Stückzahlen hergestellt werden, ist allerdings ganz von der Glashütter Tradition geprägt. So verwenden die Uhrmacher noch Neusilber für alle tragenden Teile. Die Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel hat einen warmen Silberton und altert sehr schön, vorausgesetzt, das Metall wird richtig behandelt. Denn es verzeiht keinen Fehler. Jeder Fingerabdruck ist sichtbar, deswegen müssen die Teile während der Produktion und der Montage ständig gereinigt werden. Ein weiteres Markenzeichen ist der handgravierte Unruhkloben. Die Leser sind sich einig: Wie die Graveure hier freihändig ihre Girlanden in das Gold »schnitzen«, das ist hohe Kunst. Deswegen kann man anhand der Gravur den Künstler auch jederzeit identifizieren. A. Lange & Söhne hat rund 40 Kaliber entwickelt und stellt fast alle Teile dafür selbst her. Das erklärt die Preise: Die Lange 1 kostet bereits weit über 20.000 Euro und für die Datograph Perpetual in Rotgold muss der Uhrenfan an die 100.000 Euro investieren. Damit ist A. Lange & Söhne nicht nur die traditionsreichste Glashütter Uhrenmanufaktur, sondern auch die teuerste. Walter Lange lässt es sich auch im hohen Alter nicht nehmen, die Leser zu begrüßen und mit ihnen zu plaudern. Auch dieses Unternehmen plant einen Neubau und will seine Produktionskapazitäten ausbauen.
Ein wenig schaut man hier schon auf die anderen Manufakturen herab, die nicht auf diese lange Tradition verweisen können. Wobei »herab« im Falle von Wempe zumindest im wörtlichen Sinne der falsche Ausdruck ist. Wempe residiert nämlich oben auf dem Hügel Ochsenkopf, neben der Sternwarte, und hat einen traumhaften Ausblick ins Grüne. Allerdings kann auch Wempe auf einen handfesten Bezug zu Glashütter Geschichte verweisen.

Amtlich geprüfte Genauigkeit

Die auf die Herstellung von hochpräzisen Schiffsuhren spezialisierten Hamburger Chronometerwerke wollen einst mit Otto Lange, Enkel von Ferdinand Adolph Lange, eine Weiterbildungsstätte für junge Uhrmacher in eben jener Sternwarte errichten. Doch der Zweite Weltkrieg verhindert, dass dieser Plan jemals umgesetzt wird. Hellmut Wempe aber knüpft daran an, als er 2005 die Ruine der Sternwarte erwirbt und eine Produktionsstätte schafft. Dort werden eigene Kaliber zusammen mit Nomos entwickelt und gefertigt, es entsteht eine Ausbildungsstätte für Uhrmacher. »Nachdem die bekannten Marken ja sehr teuer geworden sind, möchte Wempe als Juweliershaus eine eigene Marke bieten, die auch im unteren Preissegment schöne Manufakturuhren bietet«, erklärt Gunter Teuscher, Leiter der Fertigung in Glashütte.

Die Terrasse am Neubau neben der Wempe-Sternwarte dient als Basislager für die anschließende Besichtigung der Wempe-Produktion und der Chronometer-Prüfstelle

Die Terrasse am Neubau neben der Wempe-Sternwarte dient als Basislager für die anschließende Besichtigung der Wempe-Produktion und der Chronometer-Prüfstelle

Außerdem befindet sich auf dem Ochsenkopf die einzige Chronometerprüfstelle Deutschlands. Jährlich werden hier 5.000 Uhren den strengen Prüfkriterien nach DIN 8319 unterzogen. Die Lesergruppe steht in einem Raum voller großer Klimaschränke. In diesen 1,6 Millionen Euro teuren Systemen müssen die Uhren 15 Tage verbringen, bei drei verschiedenen Temperaturen und in fünf verschiedenen Lagen. Dabei dürfen sie nie mehr als sechs Sekunden nach- oder mehr als vier Sekunden vorgehen. Während in der Schweiz die Rohwerke getestet werden, sind es hier die fertigen Uhren, die daher alle 24 Stunden per Hand aufgezogen werden müssen.

Wer jetzt noch nicht genug gelernt hat über die Geschichte von Glashütte, der ist im Uhrenmuseum bestens aufgehoben. Direktor Reinhard Reichel hat hier schon Politikern und Wirtschaftsmanagern sowie unzähligen Uhrenfans die Sammlung gezeigt. Und doch schafft er es auch diesmal, den Lesern die Geschichte Glashüttes in zwei Stunden so anschaulich zu schildern, dass schmerzende Füße schnell vergessen sind. Hier versteht man auch als technisch weniger Bewanderter endlich den Unterschied zwischen einem Schweizer Uhrwerk und einem aus Glashütte: Es ist die Dreiviertel-Platine, die den oberen Teil des Glashütter Uhrwerks abdeckt. Somit befindet sich das Räderwerk zwischen zwei Platinen, den Gestellscheiben, und ist hervorragend geschützt. Viele Fachleute, allen voran natürlich jene aus Glashütte, halten solche Werke deshalb für etwas robuster als die Mechanik der Uhren aus der Schweiz.

Museumsleiter Reinhard Reichel fesselt die Leser mit seinem immensen Wissen

Museumsleiter Reinhard Reichel fesselt die Leser mit seinem immensen Wissen

Die Uhrenwelt besteht jedoch nicht nur aus Schweiz und Glashütte, das lassen sich die Leser noch einmal von Marco Lang in seiner neuen Uhrenboutique in Dresden zeigen. Der Uhrmacher, der auch mit seiner Marke Lang & Heyne großen Erfolg hat, zeigt hier hochinteressante Uhren der Meister von der Académie Horlogère des Créateurs Independants (AHCI). In diesen erlauchten Kreis wird nur aufgenommen, wer bewiesen hat, dass er mit seinen Uhrenkonstruktionen Neuland betreten hat. Marc Jenni, Christiaan van der Klaauw, Paul Gerber, Matthias Naeschke oder Miki Eleta stellen hier ihre Werke aus, die man sonst in dieser Zusammenschau nur auf der Baselworld sehen kann. Die Idee hat Erfolg, und so denkt Lang bereits über eine zweite Boutique, diesmal im Ausland, nach.
Über Mangel an internationalem Erfolg können sich die Manufakturen in Glashütte auch nicht beklagen. Und egal, was der Lauf der Geschichte diesem kleinen Städtchen noch bringen wird: Diese Jahre werden als dritte Blütezeit in Erinnerung bleiben.

Text: Katrin Nikolaus
Fotos: UHREN-MAGAZIN 

Die Termine für die Lessereise 2013 stehen fest: http://www.watchtime.net/nachrichten/fur-die-wunschliste-aller-uhrenfreunde-leserreisen-2013/

 




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