Produkt: Chronos 02/2019
Chronos 02/2019
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Interview: Montblanc-Chef Nicolas Baretzki | SIHH 2019

"Wir haben unsere Werkestrategie gefunden, und sie funktioniert sehr gut."

Auf dem Genfer Luxusuhrensalon SIHH 2019 stellte Montblanc nicht nur die neue Linie Heritage vor, sondern überraschte auch durch neue 1858-Modelle mit grünen Zifferblättern und Armbändern. Montblanc-CEO Nicolas Baretzki erklärte Chronos-Chefredakteur Rüdiger Bucher, was es mit dem Grün auf sich hat und wie seine Werkestrategie aussieht.

Montblanc-CEO Nicolas Baretzki
Montblanc-CEO Nicolas Baretzki (Bild: 2019 Getty Images)

Herr Baretzki, der Messestand von Montblanc ist dieses Jahr ganz in grüne Natur eingehüllt, dazu gibt es mehrere Uhren der Linie 1858 mit grünen Zifferblättern. Geht es Ihnen um das Thema Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit ist für uns wichtig, aber ich will es nicht zu einem Marketing-Thema machen. Nachhaltigkeit spielt für Montblanc auf vielen Ebenen eine Rolle. Das reicht von der Tatsache, dass wir nur Diamanten einkaufen, deren Weg wir nachverfolgen können, bis hin dazu, dass wir auf diesem SIHH keine Giveaways mitgeben. Stattdessen unterstützen wir eine kleine Stiftung, die in Chamonix sitzt und sich für die Erhaltung des alpinen Ökosystems einsetzt. Seit 15 Jahren arbeiten wir auch mit der UNICEF zusammen, und wir unterstützen das RED-Projekt mit besonderen Schreibgeräten. Wir sind also übergreifend involviert in nachhaltige Projekte. Statt Alligatorbändern nutzen wir besondere grüne NATO-Bänder von einer französischen Manufaktur in St-Etienne, die mit alten, traditionellen Maschinen eine Oberfläche schaffen, die sich faszinierend anfühlt – ein teures, aber einzigartiges NATO-Band.

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Werden solche Details für die Uhrenkäufer immer wichtiger?
Ja. Manchmal sehe ich schöne Uhren, bei denen nicht auf alle Details Wert gelegt wurde. Das gilt gerade für das Thema Armbänder, aber auch für aufwendige Veredelungen des Uhrwerks. Nehmen Sie als Beispiel unseren neuen Schleppzeiger-Chronographen mit den vielen unterschiedlichen, von Hand ausgeführten Verzierungen. Allerdings: Bevor man all das wahrnehmen kann, muss erst die Uhr selbst Aufmerksamkeit erregen. Die Uhr muss auf den ersten Blick begeistern.

Montblanc: 1858 Automatic Chronograph und 1858 Automatik in Grün
Montblanc: 1858 Automatic Chronograph und 1858 Automatik in Grün

Warum ist Grün in diesem Jahr so dominant?
Die Farbe passt zum Thema unserer Linie 1858: dem Wiederentdecken der Natur, dem Bergsteigen, dem aktiven Erleben von Landschaft. Diese Themen gehören zu den historischen Minerva-Uhren und damit zu unserer heutigen Linie 1858. Zwar verkaufen wir mehr Uhren in Schwarz oder Blau als in Grün, aber für eine Limited Edition macht die Farbe absolut Sinn. Mit Grün sind ein wir ein bisschen disruptiv. Nachdem wir die erste Geosphere 2018 in Schwarz herausgebracht haben, brauchten wir etwas, das erkennbar anders ist und dabei sehr spannend, auch wenn es vielleicht ein bisschen polarisiert.

Also auch Talking Pieces.
Natürlich. Mit einer Geosphere, erst recht mit der grünen, unterscheidet man sich von anderen. Es gibt keine solche Uhr auf dem Markt. Wir haben auch Uhren, die man aus der Entfernung nicht sofort erkennt. Aber die Geosphere erkennt man sofort. Dazu kommt Bronze als Gehäusematerial, mit der Patina, die es entwickelt und die die Uhr nach einiger Zeit einzigartig macht.

Wie sieht Ihre Werkestrategie aus?
Wir haben drei Ebenen: Auf der höchsten Stufe stehen unsere eigenen Minerva-Kaliber, die wir komplett in-house in Villeret entwickeln und fertigen wie zum Beispiel das Kaliber MB M 13.21, das wir in unserem Heritage Pulsographen verwenden. Dann haben wir als nächste Stufe das, was wir Manufakturkaliber nennen: Sie sind von uns entwickelt, werden aber extern produziert wie etwa das Kaliber MB M 29.22 unseres neuen ewigen Kalenders. Und die dritte Stufe bilden Industriekaliber von externen Lieferanten wie Eta oder Sellita. Bei diesen gibt es aber auch Werke, die wir exklusiv mit einem Lieferanten entwickelt haben wie das MB 25.12/Sellita SW 510 in unserem neuen Monopusher-Chronograph.

Wie lange haben Sie diese Exklusivität bei diesem Ein-Drücker-Chronographen?
Mindestens für ein Jahr. Aber wichtig ist: Wir haben unsere Werkestrategie gefunden, und sie funktioniert sehr gut. Jetzt ist es unsere Aufgabe, unsere Kunden immer wieder neu zu überraschen. buc

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Produkt: Download: Jaeger-LeCoultre Polaris Chronograph im Test
Download: Jaeger-LeCoultre Polaris Chronograph im Test
Glanzstück der 2018 neu eingeführten Polaris-Kollektion von Jaeger-LeCoultre ist der Polaris Chronograph mit Tachymeterskala und blauem Zifferblatt.

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