Audemars Piguet: Die UHREN-MAGAZIN-Leserreise zu Besuch

Der zweite Tag führt nach Le Brassus in die Heimat der Royal Oak

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 21. Juni 2017
Audemars Piguet in Le Brassus ist Ziel am zweiten Tag der UHREN-MAGAZIN-Leserreise Schweiz 2017.
Audemars Piguet in Le Brassus ist Ziel am zweiten Tag der UHREN-MAGAZIN-Leserreise Schweiz 2017.

Der Weg in das Vallée de Joux führte uns nach dem Besuch bei Jaeger-LeCoultre am zweiten Tag zu Audemars Piguet nach Le Brassus. Am 17. Dezember 1881 gründeten hier Jules-Louis Audemars und sein Jugendfreund Edward-Auguste Piguet die gemeinsame Firma Audemars Piguet & Cie. Sie begannen mit der Produktion von komplizierten Taschenuhren mit ewigem Kalender, Minutenrepetition oder mit Chronograph. 1889 gewann ihre Taschenuhr Grande Complication eine Medaille auf der Weltausstellung in Paris. 1981 knüpfte Audemars Piguet mit der ersten Armbanduhr mit Minutenrepetition an diese Tradition an.

Das Tapisserie-Muster der der Royal-Oak-Zifferblätter werden mit dieser Maschine einzeln geschnitten.
Das Tapisserie-Muster der der Royal-Oak-Zifferblätter werden mit dieser Maschine einzeln geschnitten.

Doch der große Erfolg setzte 1972 mit der Royal Oak ein. Die von Gerald Genta entworfene Stahluhr zum Preis einer Golduhr war seinerzeit umstritten, hat sich heute aber zu einem herausragenden Klassiker der Uhrengeschichte entwickelt. Darum führte uns der Weg zunächst in die Fertigung in Le Brassus. Hier werden die Edelstahl- und Titangehäuse der Royal Oak gefertigt, während die Edelmetallvarianten in Genf entstehen. Die charakteristischen achteckigen Lünetten werden hier gefertigt und von Hand kunstfertig poliert. Auch die Werke der “open-worked”-Modelle werden hier unter der Lupe skelettiert. Anschließend warfen wir einen Blick in die Abteilung, in der die Steine gesetzt werden, neben Rubinen kommen auch rosafarbene Saphire zum Einsatz. Auch die Perlagen und Genfer Streifen im nächsten Raum dienen zur Verschönerung der Werke.

Von dieser Vorlage wird das Tapisserie-Muster im Verhältnis auf das kleine Zifferblatt übertragen.
Von dieser Vorlage wird das Tapisserie-Muster im Verhältnis auf das kleine Zifferblatt übertragen.

In der nächsten Etage folgten wir einem vernehmbaren Tackern. Von einer großen Musterscheibe wird das Tapisserie- und Megatpaisserie-Motiv der Royal Oak und der Royal-Oak-Chronographen mit einem Stichel einzeln in eine Messing- oder Neusilberzifferblatt geritzt. Unter dem Mikroskop erkannten wir, dass das rechteckig erscheinende Tapisserie-Muster eine optische Täuschung ist, denn es wird auf einer runden Scheibe gefertigt.

Unter dem Mikroskop entpuppt sich das Tapisserie als gelungen optische Täuschung.
Unter dem Mikroskop entpuppt sich das Tapisserie-Motiv als gelungen optische Täuschung.

Nach dem Mittagessen im “Le Rocheray”, bekannt als Spezialitätenrestaurant für seinen Fisch aus dem Lac de Joux, an dem es liegt, ging es zurück in das nahegelegene Hauptgebäude.

Das Spezialitätenrestaurant ist bekannt für seinen Fisch aus dem Lac de Joux.
Das Spezialitätenrestaurant ist bekannt für seinen Fisch aus dem Lac de Joux.

Hier betraten wir zunächst eine Schleuse und dann die “geheime Boutique”. Dort erwarteten uns in einer Art begehbarem Safe rund 120 verkaufsfertige Uhren, die wir in aller Ruhe und Ausführlichkeit anlegen und begutachten durften. Während eine Wand mit kleinen Nischen fast ausschließlich Royal Oak und Royal Oak Offshore präsentierte, begeisterten die UHREN-MAGAZIN-Leser seltene Sondermodelle sowie Damen- und Schmuckuhren, die die beiden anderen Wände füllten. Obwohl reichlich Zeit für diesen Höhepunkt des Tages eingeplant war, fiel es allen Teilnehmer erkennbar schwer, sich von diesem überwältigenden Angebot zu trennen.

Im Show Room findet ein Royal Oak Ewiger Kalender sowie die Neuheiten der Audemars-Piguet-Kollektion große Aufmerksamkeit.
Im Show Room findet ein Royal Oak Ewiger Kalender, aber auch die anderen Modelle der aktuellen Neuheiten der Audemars-Piguet-Kollektion große Aufmerksamkeit.

Doch die zehn Schritte in das nebenanliegende Museum, angesiedelt im Stammhaus der beiden Firmengründer, erwiesen sich als lohnend. Denn hier wird auch die Besiedelung des Hochtales im 12. Jahrhundert durch Mönche dokumentiert. Da diese aus Frankreich zuwanderten, brachten sie Kenntnisse in der Holzbearbeitung und Fertigkeiten in der Eisenwarenproduktion mit. Da in dem kalten Hochtal kaum Landwirtschaft möglich war, suchten die Bauern nach weiteren Erwerbsmöglichkeiten und wurden mit der Anfertigung von Uhrenbauteilen beauftragt. Diese entstanden in den Obergeschossen an den Bänken eigens eingesetzter Fenster. Sobald der Pass Marchairuz nach dem Winter wieder frei war, verkauften die Bauern die Produktion an die Genfer Goldschmiede, welche die Werke in kunstvolle Gehäuse einschalten. Schon sehr früh legte man den Schwerpunkt auf komplizierte Uhrwerke.

Diese Musikuhr mit Minutenrepetition aus dem Audemars-Piguet-Museum datiert um das Jahr 1820.

1924 präsentierte Audemars Piguet die erste Armbanduhr mit Vollkalender und 1990 die erste Automatikuhr mit ewigem Kalender. Beide Uhren sind neben vielen anderen Rekorden im Museum zu bewundern. Im Stammhaus ist aber auch das “Atelier Tourbillon” untergebracht, in welchem fünf Uhrmacher alle Tourbillons der Manufaktur produzieren. Zwei von ihnen sind ausschließlich mit der Verschönerung der Werke beschäftigt. Hier erwartete uns auch eine Royal Oak Concept Supersonnerie. Diese Minutenrepetition erlangt durch ihren Resonanzboden besonders am Arm eine beeindruckende Klangfülle, von der wir uns sofort überzeugen mussten. Doch nicht nur mit Neuheiten wurden wir am Nachmittag beglückt. Denn uns erwarteten noch die drei Uhrmacher im obersten Stockwerk, in welchem historische Audemars-Piguet-Modelle aufbereitet werden. Gearbeitet wird hier mit den gleichen Werkzeugen, welche seinerzeit zur Fertigung der Uhren verwendet wurden. Ein mit historischen Ersatzteilen gefüllter Safe vereinfacht manche Restaurierung. Doch bevor das letzte verbaut wird, müssen neue angefertigt werden.

Die historischen Uhren aus der Audemars-Piguet-Produktion sind fertig restauriert.
Martin Sonthof von Audemars Piguet Deutschland zeigt eines der Referenzbücher der Manufaktur, in denen alle Uhren verzeichnet sind.
In diesem Fournituren-Safe befinden sich die Ersatzteile für historische Audemars-Piguet-Werke.
Dieser historische Diamantring beherbergt eine Audemars-Piguet-Uhr.

Beeindruckt und mit dem aktuellen Katalog nebst Schweizer Schokolade beschwert verließen die UHREN-MAGAZIN-Leser die Manufaktur und freuten sich auf das gemeinsame Abendessen mit den Vertretern der Manufaktur Audemars Piguet, wo sie den Tag mit etwas Fachsimpeln ausklingen lassen konnten. tw

Das ganze Programm der UHREN-MAGAZIN-Leserreise:
Hier finden Sie den Bericht zum Tag 1, Besuch bei Jaeger-LeCoultre.
Hier finden Sie den Bericht zum Tag 3, Besuch bei Patek Philippe.

Sie haben auch Interesse an einem Besuch der Schweizer Uhrenmanufakturen?
Wir informieren Sie gerne über die im nächsten Jahr stattfindenden Leserreisen in die Schweiz im Mai und Juni 2018.

Ansprechpartnerin für Fragen jeder Art, Buchung und Organisation ist Frau Bettina Rost.
Sie erreichen Sie per E-Mail unter rost@ebnerverlag.de oder per Telefon unter +49 (731) 1520-139.

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