Buchrezension: „Vom nützlichen Luxus – Uhren als alternatives Investment“

Oliver Hoffmann über Uhren als alternatives Investment

Ob als Anlageobjekt, Statussymbol oder aus Leidenschaft – Luxusuhren werden immer begehrter und sind so gefragt, wie nie zuvor. Branchenkenner wissen vielleicht gut Bescheid, doch andererseits herrscht erstaunlich viel Unkenntnis bei denjenigen, die sich für ein Uhreninvestment interessieren. Soweit zumindest die Erfahrung von Prof. Dr. Oliver Hoffmann. Deshalb entstand sein Buch „Vom nützlichen Luxus – Uhren als alternatives Investment“, das sich einerseits als Wegweiser und Kompass durch eine komplexe Uhrenwelt versteht, und andererseits als Leitfaden für erfolgreiche Investmentstrategien, die sich durchaus auch auf andere Marktsituationen übertragen lassen, gelten kann.

Prof. Dr. Oliver Hoffmann : "Vom nützlichen Luxus"
Prof. Dr. Oliver Hoffmann : “Vom nützlichen Luxus”

Oliver Hoffman studierte in Fribourg, München und Zürich u.a. Technology- und Innovationsmanagement. Er arbeitete für die Auctionata AG und das Auktionshaus Christie’s. Derzeit ist er bei der Chrono24 GmbH als Head of Collector Relations tätig. Hoffmann befasst sich seit mehr als zwei Jahrzehnten intensiv beratend und unternehmerisch mit dem Thema Luxusuhren. Er hat tausende von Uhren in unterschiedlichen Zuständen in den Händen gehalten, eingeschätzt und ist dabei tief in die Materie eingetaucht. Er spricht also aus langjähriger Erfahrung und mit der Kompetenz, Interessenten das notwendige Rüstzeug an die Hand zu geben, damit diese sich ein Bild vom Uhrenmarkt machen können – als Basis, die richtigen Investmententscheidungen zu treffen.

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Prof. Dr. Oliver Hoffmann
Prof. Dr. Oliver Hoffmann

Im ersten Teil seines Buches geht er auf Grundlagen der Uhrenindustrie, deren Entwicklung und Innovationspotenzial ein, um sich dann im zweiten Teil mit der Uhr als Investment und mit erfolgreichen Anlagestrategien in Marken und Modelle auseinanderzusetzen. Hoffmann beschreibt, wie sich der Wert einer Uhr konstituiert und welche Investmentstrategien gefahren werden können. Stil und Anspruch beider Buchteile sind unterschiedlich. Trotz zusammengefasster Inhalte und eines Glossars über Fachtermini ist der Leser absolut gefordert, sich die Materie selbst zu erschließen. Es geht Hoffmann nicht darum zu erklären, wie man möglichst schnell mit dem Kauf oder Verkauf von Zeitmessern einen hohen Gewinn erzielt, vielmehr will er grundlegendes und langfristig angelegtes Marktwissen vermitteln. Auf plakative Vorgaben habe er bewusst verzichtet, sagt Hoffmann in seinem Vorwort und bemerkt weiter, dass es weder eine Garantie auf Vollständigkeit noch einen allgemeinen Konsens unter den Uhrenexperten gäbe.

Es sind also seine selbst entwickelten und wirtschaftswissenschaftlich fundierten Theorien zum Thema Investment, die für den Leser die Grundlage bilden, einen Markt zu verstehen, der ständig in Bewegung ist. Insofern stellt das Buch über Uhren als alternatives Investment lediglich eine Momentaufnahme dar. Denn alle alternativen Investments, zu denen auch Uhren zählen, unterliegen mitunter kurzfristigen, dynamischen Marktentwicklungen. Das zeigen solche Beispiele wie die Omega-Sondermodelle zur abgesagten Olympiade in Tokio, die plötzlich zu besonders raren „Fehlproduktionen“ avancierten. Oder die Verschiebung der Premiere des neuen James Bond-Films, mit der die Nachfrage nach Uhren, die James Bond-Darsteller trugen, anstieg. Andererseits ist wiederum bekannt, dass bestimmte Modelle diverser Luxusuhrenhersteller wie Rolex, Patek Phillipe oder Audemars Piguet wertstabil bleiben und somit als krisenfestes Investment gelten. Aktuellstes Beispiel dafür ist die Patek Philippe Nautilus, deren Referenz 5711/1A die Genfer Edelmanufaktur gerade eingestellt hat. Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich ihr Preis verdoppelt, in der Version mit schwarz-blauem Zifferblatt sogar verdreifacht.

Die aktuelle Rolex Submariner wird aufgrund ihrer begrenzten Verfügbarkeit bei gleichzeitig hoher Nachfrage rund 80 Prozent über dem Listenpreis gehandelt. Eine Royal Oak Jumbo von Audemars Piguet hat in den letzten drei Jahren eine Preissteigerung von über 120 Prozent erfahren. Als die gefragtesten Marken, die auch unter Krisenbedingungen nicht an Strahlkraft verlieren, gelten Rolex, Omega, Breitling, Tag Heuer und Tudor und bei den Rolex-Modellen die GMT Master II, Submariner, Datejust, Daytona und Submariner „Hulk“.

„Vom nützlichen Luxus – Uhren als alternatives Investment“ ist das erste deutschsprachige Buch, das fundiertes Wissen über Uhren und Strategien für ein Investment in edle Zeitmesser vermittelt. Ein Wegweiser, mit dem sich jeder die faszinierende Vielfalt der Uhrenwelt erschließen kann. Aber: Oliver Hoffmann beendet sein Buch mit ein paar sehr offenen und ganz persönlichen Gedanken, die das untermauern, was uns die Realität lehrt und worauf jeder seine eigene Antwort finden muss. Das gilt nicht nur für Uhren. MaRi

Das Buch erschien beim Börsenbuch Verlag zum Preis von 49 Euro (Österreich: 50,40 Euro), 320 Seiten, ISBN: 978-3-86470-687-5

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ist bestimmt ein tolles Buch, aber ein Buch über teure Uhren muss sich ja nicht gleich in dieselben Preisregionen heben. Der Preis ist meiner Meinung nach vollkommen überzogen. Für 50€ sollte mindestens ein hochwertiger Bildband vorliegen und nicht nur gute Ratschläge eines Uhrenprofessors. Vielleicht noch mal ein Tip an den Verlag. Das wird so sicherlich kein Bestseller werden.

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  2. Wer die persönliche Geschichte von Herrn Hoffmann auf dem
    Uhrenmarkt der letzten 10 Jahre kennt, darf durchaus Rückschlüsse
    auf seine Geschäftstüchtigkeit ziehen und kommt ev. auch zu der
    Erkenntnis, dass der Wert bzw. der Preis des Buches mit den zu gewinnenden Erkenntnissen nicht unbedingt im Einklang steht.
    Die Ausführliche Erklärung zur Unverbindlichkeit seiner Aussagen
    weist schon darauf hin, dass jeder eine andere Meinung zu
    den bestehenden Marktverhältnissen hat und Aussagen zum
    Kernthema „Uhren als Investment“ als unverbindlich zu
    betrachten sind. Für diesen Preis ist dieses Buch sicher kein
    sinnvolles „Investment“ in Sachen Uhren

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  3. Viel Geld für eine “Momentaufnahme”, die den Uhren-Hype wohl noch mehr anheizen soll. Gut für die Geschäfte des Arbeitgebers des Autors!

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  4. Auctionata AG ist keine sehr gute Referenz.

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