Produkt: Download: Test A. Lange & Söhne Odysseus
Download: Test A. Lange & Söhne Odysseus
Mit ihrem ersten Serienmodell in Edelstahl will A. Lange & Söhne auch bei den Luxussportuhren mitmischen. Wir zeigen, wie sich die Odysseus in ihrem ersten Praxistest schlägt.
Promotion

175 Jahre A. Lange & Söhne

Zweifacher Aufstieg

A. Lange & Söhne zählt heute zu den renommiertesten Uhrenmarken der Welt. Laut einer Studie, die Chronos 2019 mit der Puls Marketing GmbH aus Schwaig bei Nürnberg durchführte, hat Lange unter Luxusuhrenkäufern im deutschsprachigen Raum die höchste Markenbegehrlichkeit.
Wie hat sich A. Lange & Söhne diesen Stellenwert erarbeitet? Welche Leistungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert ließen die Marke so erstrahlen, dass man sie 1990 erfolgreich wieder aufleben lassen konnte? Und wie hat Lange es geschafft, schon in den 1990er Jahren den hohen Erwartungen gerecht zu werden und seinen Nimbus bis heute sogar noch auszubauen?

Ferdinand A. Lange Gründervater der Glashütter Uhrenindustrie
Ferdinand Adolph Lange war die treibende Kraft hinter der Begründung der Glashütter Uhrenindustrie

Die Idee

Sowohl die Marke A. Lange & Söhne als auch die Glashütter Uhrenproduktion insgesamt gehen zurück auf die Initiative des 1815 in Dresden geborenen Uhrmachers Ferdinand Adolph Lange. Nach seiner Uhrmacherlehre beim sächsischen Hofuhrmacher Johann Christian Friedrich Gutkaes begab er sich auf Wanderjahre in die Schweiz und nach Frankreich. Diese Jahre ließen eine Idee in ihm reifen: Er wollte in Sachsen eine arbeitsteilige Uhrenproduktion etablieren, die die Bevölkerung eines verarmten Landstrichs wie des Erzgebirges in Lohn und Brot setzen könnte. Sein Vorbild war das Schweizer Verlagssystem: Bei diesem erhielt der Uhrmacher die Einzelteile seiner Uhr von verschiedenen spezialisierten Zulieferern, die in Heimarbeit fertigten. Langes Plan sah die Ausbildung von 15 Lehrlingen vor, von denen jeder sich auf ein Teilgebiet der Uhrenfertigung spezialisieren und sich damit nach Abschluss der Lehre als Unternehmer selbständig machen sollte.

Mehr über die Geschichte von A. Lange & Söhne erfahren Sie unter www.alange-soehne.com

Die Gründung

Die sächsische Regierung unterstützte Langes Plan mit einem Anschubkredit in Höhe von 5580 Talern plus 1120 Talern für die Anschaffung von Werkzeugen. Dass die Wahl auf Glashütte fiel, lag auch am Einsatz von Gustav Adolph Lehmann: Der Justizamtmann von Dippoldiswalde bewegte den Stadtrat von Glashütte dazu, das Unternehmen von Lange und die Ausbildung der Lehrlinge finanziell zu unterstützen.  So kam es schließlich am 7. Dezember 1845 mit einem Festakt zur feierlichen Einführung von Langes Werkstätten und der Auszubildenden in Glashütte. Aus Dresden brachte Lange seinen Mitarbeiter Adolph Schneider mit, der die Schüler zusätzlich in Mathematik und Zeichnen ausbildete und der als Werkmeister die gesamte Produktion unter seinen Fittichen hatte – vor allem dann, wenn Lange selbst auf Reisen war. Auch andere bedeutende Glashütter Uhrmacher wie Julius Assmann und Moritz Grossmann, der spätere Gründer der Uhrmacherschule, arbeiteten in der Folgezeit für Lange.

1845: Die erste Werkstatt von Ferdinand Adolph Lange in Glashütte befand sich im dritten haus von links
1845: Die erste Werkstatt von Ferdinand Adolph Lange in Glashütte befand sich im dritten Haus von links

Der Aufstieg

Die ersten Jahre waren hart. Langes ältester Sohn Richard beschrieb später, dass trotz des Vorschusses durch die Regierung zu wenig Kapital da war, sodass sein Vater seine eigenen Ersparnisse sowie die seiner Frau ins Unternehmen stecken und zusätzlich immer wieder privat Schulden aufnehmen musste. Doch Lange war fleißig und beharrlich und strebte ständig in allen Details nach Verbesserungen. Schon bald nach dem Start führte er das metrische System ein. Er entwickelte und modernisierte zahlreiche Werkzeugmaschinen und arbeitete kontinuierlich ­daran, die Konstruktion des Uhrwerks flacher zu machen. In den 1860er-Jahren führte Lange die Dreiviertelplatine ein. Sie gehörte zu den rund 30 Patenten, die Lange und seine Söhne im Laufe der Jahre anmeldeten und ist bis heute ein Markenzeichen der Glashütter Uhrmacherkunst. Schon während seiner Lehrzeit und in den Pariser Wanderjahren hatte Ferdinand Adolph Lange wichtige Kontakte geknüpft und nutzte dieses Netzwerk in den ersten Jahren zum Verkauf seiner Uhren. Insbesondere die USA wurden in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Absatzmarkt. Auf mehreren Industrieausstellungen seit 1850 erhielt Lange Preise für seine Uhren, die seinen Ruf und den des Uhrenstädtchens Glashütte festigten. Dazu kamen vielfältige Innovationen wie die Glashütter Ankerhemmung aus Gold, sowie verschiedene Komplikationen: So experimentierte er 1865 mit einem Konstantkraftantrieb, ließ sich 1866 in den USA eine Viertelstundenrepetition patentieren und entwickelte 1867 eine springende Sekunde.

A. Lange & Söhne: Große Komplikation Nr. 42500 von 1902
Einer der frühen Höhepunkte der Lange-Geschichte: Große Komplikation Nr. 42500 von 1902

Markenname A. Lange & Söhne

Als 1868 sein Sohn Richard in die väterliche Firma eintrat, begann Ferdinand Adolph Lange, seine Uhren mit „A. Lange & Söhne, Glashütte“ zu signieren. Bald darauf stieß auch sein zweiter Sohn Emil zum Unternehmen. Doch der Vater starb bereits 1875, gerade einmal 60 Jahre alt. Unter der Leitung der Söhne ging es weiter bergauf mit dem Unternehmen. Richard Lange entwickelte unter anderem den Chronographen und die springende Sekunde weiter. Darüber hinaus führte er viele technische Neuerungen ein wie einen ewigen Kalender mit rückspringendem Zeiger, einen Kronenaufzug mit Kette und Schnecke und einen Doppelchronographen mit einem Drücker.

A.Lange Söhne: Tourbillon Pour le Merite
Erste Armbanduhr mit Kette und Schnecke: Tourbillon „Pour le Mérite“, 1994

Bald zählten auch gekrönte Häupter zu den Kunden, so etwa König Ludwig II. von Bayern oder der deutsche Kaiser Wilhelm II., der sich von Lange für einen Staatsbesuch im Osmanischen Reich eine prunkvolle Uhr als Gastgeschenk für den Sultan bauen ließ. Zu den Höhepunkten ihrer Uhrmacherkunst gehörte die 1902 realisierte Große Komplikation Nr. 42500 mit kleinem und großem Schlagwerk, Minutenrepetition, ewigem Kalender und Schleppzeigerchronograph samt blitzender Sekunde (Foudroyante), deren Werk aus 883 Einzelteilen bestand. Richard und Emil Lange führten das Vermächtnis ihres Vaters fort, sich intensiv um eine immer höhere Präzision ihrer Zeitmesser zu bemühen. 1895 wurde eine eigene Chronometerabteilung gegründet und 1935, schon ­unter der technischen Leitung von Emils ältestem Sohn Otto, entwickelte man eine große Beobachtungs-Taschenuhr, von der zwei Exemplare an die Zeppelin-Werke in Friedrichshafen verkauft wurden. Im Zweiten Weltkrieg schließlich gehörte Lange zu den Lieferanten von Armband-Beobachtungsuhren an die deutsche Luftwaffe.

Mehr über die Geschichte von A. Lange & Söhne erfahren Sie unter www.alange-soehne.com

Richard Lange (1845-1932), ältester Sohn von Ferdinand Adolph Lange
Emil Lange (1849-1922), zweitältester Sohn von Ferdinand Adolph Lange

Die Neugründung

Mit dem Bombardement Glashüttes am letzten Kriegstag 1945 und der Enteignung von A. Lange & Söhne 1948 kam die Geschichte des Unternehmens nach über 100 Jahren zu einem vorläufigen Ende. Erst der Mauerfall 1989 und die Wiedervereinigung 1990 eröffneten die Möglichkeit, die Marke wiederauferstehen zu lassen. Das war das erklärte Ziel von Walter Lange, dem Urenkel von Ferdinand Adolph Lange, sowie von Günter Blümlein, dem Chef von IWC und Jaeger-LeCoultre. Insbesondere Blümlein hatte eine klare Vorstellung davon, wohin er die Traditionsmarke führen wollte. In einem Interview mit Chronos Anfang 1993 sagte er: „Wir wollen den Weg der absoluten Exklusivität gehen und alles völlig neu entwickeln und in kleinsten Stückzahlen werkstattmäßig herstellen. Ich glaube, Lange wird die kleinste Manufaktur im Luxusbereich werden, die mit tief strukturierter eigener Wertschöpfung den höchsten Grad an Exklusivität anstrebt.“ Am 7. Dezember 1990, auf den Tag genau 145 Jahre nach der Gründung, ließ Walter Lange die Lange Uhren GmbH und deren Marke A. Lange & Söhne beim Amtsgericht Dresden ins Handelsregister eintragen. Am 24. Oktober 1994 stellten er und Günter Blümlein die ersten vier Lange-Uhren der Neuzeit vor, darunter das hochkomplizierte Tourbillon „Pour le Mérite“, die erste Armbanduhr mit Kette und Schnecke für einen konstanten Kraftfluss vom Federhaus zur Hemmung. Sowie die Uhr, die wie keine andere zum Gesicht von A. Lange & Söhne werden sollte: die Lange 1.

Die Lange 1

Mit ihrer dezentralen Zifferblattaufteilung bot die Lange 1 Mitte der Neunziger eine für Armbanduhren völlig neue Ästhetik. Das nach links versetzte Stunden- und Minutenzifferblatt, die kleine Sekunde mit ihrem unverwechselbaren Zeiger, die aus der Glashütter Geschichte abgeleiteten „Auf und ab“-Gangreserveanzeige und das prominente Großdatum mit Goldrahmen und Mittelsteg schufen eine selbstbewusste Ästhetik. Selten hat die Neueinführung einer Uhr so eine langanhaltende Wirkung entfaltet. Die Lange 1 blieb das Kernstück der Kollektion und wurde gleichzeitig immer neu erfunden. Sie erhielt Zusatzfunktionen wie eine Mondphase, eine zweite Zeitzone, ein Tourbillon und einen ewigen Kalender sowie einen automatischen Aufzug, sie erschien in verschiedenen Goldtönen und Größen und sogar mit leuchtendem Zifferblatt.

A. Lange und Soehne: Lange1
A. Lange & Söhne: Lange 1

Meisterhafte Veredelung

Beim Werk folgte A. Lange & Söhne den höchsten Standards der historischen Glashütter Uhrmacherkunst. Die wesentlichen Merkmale der Kaliber von A. Lange & Söhne stammen aus dem 19. Jahrhundert: die Dreiviertelplatine aus Neusilber, die verschraubten Goldchatons, der Glashütter Bandschliff, die mit Gold ausgelegten Gravuren sowie der handgravierte Unruhkloben mit Schwanenhals-Feinregulierung. Bis heute wird jede Lange-Uhr mit einem inhouse entwickelten Manufakturwerk ausgestattet; seit 1990 sind 65 Kaliber neu entstanden. Fast alle Komponenten werden in der Manufaktur produziert, auch die Spiralfedern. Nicht erst heute hat A. Lange & Söhne die Veredelung seiner Werke auf ein Niveau gebracht, das nur wenige Mitbewerber erreichen. Kein Wunder also, dass fast alle Lange-Uhren mit einem Glasboden ausgestattet sind, durch den man die mehr oder weniger komplizierten, immer aber perfekt finissierten Werke betrachten kann, für deren Verzierung ganz unterschiedliche Schliffe, Polituren und weitere Dekorationstechniken eingesetzt werden.

A. Lange & Söhne L095.1, Handaufzug
Lange-typische Werkverzierungen: Dreiviertelplatine, verschraubte Goldchatons und handgravierter Unruhkloben

Meilensteine seit 1990

Zu den Meilensteinen nach der Lange 1 gehören der 1999 lancierte Datograph, bei dem die Anordnung von Großdatum und Hilfszifferblättern ein gleichschenkliges Dreieck bilden, der Schleppzeigerchronograph Double Split mit Schleppzeigern für Sekunde und Minute – später mit Stundenschleppzeiger zur Triple Split weiterentwickelt – oder die 2010 vorgestellte Zeitwerk mit rein mechanischer Digitalanzeige für Stunden und Minuten. Die verschiedenen limitierten Editionen unter dem Namen „Handwerkskunst“ treiben die feine Veredelung noch einmal auf die Spitze: Mit kunstvollen Gravuren, Emaillierungen und handgemalten Datumsscheiben zeigen die Finisseure der Manufaktur, was sie können, und greifen dabei mitunter auf althergebrachte Handwerkskünste zurück. Einen vorläufigen Höhepunkt in Sachen Komplikationen stellte 2013 die „Grand Complication“ dar, von der nur sechs Exemplare gefertigt wurden. Mit großem und kleinem Schlagwerk, Minutenrepetition, ewigem Kalender sowie Schleppzeigerchronograph mit blitzender Sekunde steht sie in der Tradition der oben erwähnten Nr. 42500 von 1902 und ist die komplizierteste Lange-Uhr seit der Neugründung.

A. Lange & Söhne: Datograph Auf/Ab
Die Double Split von A. Lange & Söhne
Digitale Anzeige von Stunden und Minuten: A. Lange & Söhne Zeitwerk

Der Erfolg von A. Lange & Söhne nach 1990 baut  auf einem starken historischen Fundament auf: dem hervorragenden Ruf der Marke, die sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit ihren präzisen, hochqualitativen und schönen Taschenuhren einen Namen in Deutschland und der Welt machte. Entscheidend für den Erfolg seither ist, dass Lange sich selbst kompromisslos zu Höchstleistungen in Technik und Ästhetik verpflichtet hat und diese auch immer wieder erbringt. Zusammen mit einem unverwechselbaren Design und einer begrenzten Verfügbarkeit sorgt das für die hohe Begehrlichkeit der Marke.

Mehr über die Geschichte von A. Lange & Söhne erfahren Sie unter www.alange-soehne.com

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Produkt: Download Vergleichstest: Teutonia Sport I von Mühle-Glashütte gegen Belisar Extrem Chronograph von Union Glashütte
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Das UHREN-MAGAZIN testet zwei Chronographen aus Glashütte im aktiven Einsatz. Hat Mühle-Glashütte oder Union Glashütte die Nase vorn?
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