H. Moser & Cie.: Teamwork seit 1826

Fumé FamilieGegen Ende seiner Lehr- und Wanderzeit 1826 denkt der Uhrmacher Heinrich Moser darüber nach, wo und wie er sich eine erfolgreiche Existenz aufbauen könnte. Eigentlich will er die arbeitsteilige Manufaktur-Arbeitsweise in seiner Heimatstadt Schaffhausen einführen und dazu eine kleine Uhrenfabrik gründen, doch der damalige Stadtrat winkt ab und vergibt das Ehrenamt des Stadtuhrmachers an einen anderen. Moser wandert nach St. Petersburg, Russland, aus und gründet dort Ende 1828 die Handelsfirma „H. Moser & Co.”. Aus diesem Firmennamen entwickelt Moser auch die Firmensignatur in Schreibschrift, die fast immer durch eine Punze ergänzt wird. Der Firmenname in kyrillischer und/ oder lateinischer Schreibschrift, sowie die Punze waren und blieben bis etwa 1918 mit seltenen Ausnahmen die Standardsignatur aller Uhren des Moserschen Uhrenhandels, ob aus Eigenproduktion oder Fremdbezug.

Heinrich Moser (1805-1874)
Heinrich Moser (1805-1874)

1829 gründete er in Le Locle eine Uhrenfabrik, welche die Taschenuhren für seinen Handel im europäischen und asiatischen Raum herstellte. Schon 1831 konnte Moser auch eine Filiale in Moskau errichten. Eine kluge Entscheidung war auch die Einrichtung von Niederlassungen in Nishnij-Nowgorod und in Irbit – den damals bedeutendsten Messeplätzen Russlands. Damit war das Haus Moser in den beiden russischen Verwaltungszentren wie auch an zentralen Messeplätzen vertreten.
Nach und nach überholt Heinrich Moser die alteingesessenen und auch neueren Konkurrenzunternehmen. Binnen weniger Jahre verkauft er Uhren nach Japan und China, Persien und Turkestan, Sibirien und Kamtschatka. Und um 1845 ist er der unangefochtene Marktführer in ganz Russland und beherrscht den dortigen Uhrenhandel. Selbst nach Paris hat er Geschäftsverbindungen geknüpft.

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Goldsavonette mit Minutenrepetition, ca. 1900
Goldsavonette mit Minutenrepetition, ca. 1900

Auch nachdem Moser als erfolgreicher und wohlhabender Geschäftsmann nach Schaffhausen zurückkehrte, blieb er im Herzen leidenschaftlicher Uhrmacher. Da er von seiner Ausbildung her wusste, dass bei Taschenuhren die Gehäuse-Herstellung und -Qualität oft einen Schwachpunkt in der Uhrenfabrikation darstellt, eröffnete er 1853 in Schaffhausen eine Werkstatt mit etwa 20 Arbeitern, in der vorwiegend silberne Uhrgehäuse hergestellt wurden. Drei oder vier Jahre später kam eine zweite Werkstatt dazu. 1863 rüstete er die Werkstätten mit völlig neuen, meist von ihm entwickelten mechanischen Einrichtungen aus, die die Gehäuse-Herstellung erleichterten.

Sein einziger Sohn, Henri Moser (1844-1923), zeigte sehr zum Unwillen des Vaters wenig Interesse am Uhrengeschäft. 1870 kommt es deshalb zum Bruch. Als Heinrich Moser 1874 stirbt, erbt seine zweite Frau Fanny alle Geschäfte und die Uhrenfabrik in Le Locle. Doch sie will die Verantwortung nicht tragen und verkauft 1877 das gesamte Handelsgeschäft an Johann Winterhalter und die Uhrenfabrik in Le Locle an Paul Girard. Bei beiden Transaktionen ließ sie, dem Auftrag ihres Mannes folgend, vertraglich absichern, dass alle Nachfolgefirmen stets unter dem Markennamen H. Moser & Cie. oder Heinrich Moser & Co. weiterzuführen sind. So kommen alle Unternehmungen in andere Hände. Da der einzige Sohn Heinrich Mosers, Henri, keine männlichen Nachkommen hat, stirbt auch der Name Moser in dieser Familie aus.

Model Mayu
Model Mayu

Im Jahre 2002 wurde die ursprüngliche Marke des Gründers, „H. Moser & Cie.”, durch Dr. Jürgen Lange wieder international registriert. Die Firma Moser Schaffhausen AG wurde gemeinsam mit dem Familienstamm der Mosers aus der Taufe gehoben. Heute ist der Urenkel Heinrich Mosers  – Roger Nicholas Balsiger –  Ehrenpräsident des Verwaltungsrats. Die Firma hat sich im Herbst 2005, zum 200. Geburtstag Heinrich Mosers, erneut auf dem internationalen Uhrenparkett präsentiert.

Die in den vergangenen Jahren neu entwickelten Uhren von H. Moser & Cie. umrahmen ihr traditionell klassisch-elegantes Aussehen mit einem Hauch von Understatement und verwenden, ganz in der Tradition des Hauses, selbst entwickelte mechanische Uhrwerke in höchster Qualitätsvollendung. Es versteht sich von selbst, dass die mit einem wahren Feuerwerk an technischen Innovationen und hohem Kundennutzen versehenen Werke nur in Uhren von H. Moser & Cie. zu finden sind.

Werk Mayu
Werk Mayu

So schliesst sich der Kreis und, wie es der Urenkel in einem Interview sinngemäß formuliert hat: Es ist sehr berührend, dass wir Heinrich Moser 200 Jahre nach seiner Geburt die Rückkehr als Uhrmacher nach Schaffhausen ermöglichen konnten.

Die Fumé-Familie: Mayu Fumé, Monard Fumé und Henry Fumé
Die Fumé-Familie: Mayu Fumé, Monard Fumé und Henry Fumé

Weitere Informationen finden Sie unter: www.h-moser.com

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