Produkt: Sonderheft UHREN-MAGAZIN Preisführer 2019/2020 Digital
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Longines und die Pioniere der Aviatik

Nur Fliegen ist schöner

Die tollkühnen Piloten – und Pilotinnen – in ihren fliegenden Kisten vertrauten in den 1920er und 1930er Jahren auf Uhren von Longines. An diese aufregende Geschichte erinnern die neuen Spirit-Modelle.

Longines und die Rekordflieger

Einer der ersten Piloten, die bei Rekordflügen und -versuchen Longines-Uhren mitführten, war Schweizer: Der Pilot und Fotograf Walter Mittelholzer vertraute im Winter 1924/25 bei seinem vierwöchigen Langstreckenflug über mehrere Etappen von Zürich nach Teheran einem Bordchronometer von Longines. Das Gleiche gilt für seinen noch bekannteren Trip von Zürich nach Kapstadt von Dezember 1926 bis Februar 1927. Doch der Ruf von Longines erstreckte sich schon längst weit über die Schweiz hinaus. Schließlich fungierte das Unternehmen bereits seit 1919 als offizieller Zeitnehmer für die FAI.

Weitere Informationen zur Longines Spirit Kollektion erhalten Sie unter www.longines.com

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs übernahm das Unternehmen aus Saint-Imier nicht weniger als 34-mal das Timing von offiziell anerkannten Rekordflügen. Schon 1915 hatte Longines einen ersten Bordchronometer fürs Cockpit in einem Aluminiumgehäuse gebaut. Beliebt bei den Piloten waren auch Armbanduhren wie die Chronographen mit dem seit 1913 produzierten Kaliber 13.33Z: Dieser Ein-Drücker-Chronograph mit Schaltrad und Handaufzug, der die Fünftelsekunde stoppen konnte und Messungen bis zu einer halben Stunde erlaubte, wurde vor allem wegen seiner hohen Präzision geschätzt. Direkt nach Mittelholzer begaben sich weitere Flugpioniere mit Longines-Chronometern auf Rekordjagd: Der italienische Militärpilot Antonio Locatelli flog 1925 von Ghedi bei Brescia nach Island, sein Landsmann Francesco de Pinedo bereiste kurz danach mehrere Monate lang mit einem Wasserflugzeug vier Kontinente.

Longines: Charles Lindbergh bei seiner Atlantiküberquerung 1927
Longines maß die offizielle Flugzeit von Charles Lindberghs Atlantiküberquerung 1927

Der Amerikaner Clarence Duncan Chamberlin war im Juni 1927, kurz nach Lindberghs Transatlantikflug, der erste Mensch, der zusammen mit einem Passagier nonstop von New York nach Deutschland flog und in Eisleben landete. Und Longines war auch an Bord der dreimotorigen Fokker F.VIIb-3m namens Southern Cross, mit der der Australier Charles Kingsford Smith 1928 als erster den Pazifik von den USA nach Australien überflog.

Zum wachsenden Ruhm der Marke trug auch der US-Polarforscher Richard E. Byrd bei. Byrd hatte sich bereits 1926 einen Namen gemacht, als er und sein Chefpilot Floyd Bennett den Versuch unternahmen, als erste Menschen den Nordpol zu überfliegen. Was damals nicht ganz glückte, gelang dafür Ende 1929 über dem Südpol. Bei der Antarktisexpedition führte der Perfektionist Byrd neben mehreren zertifizierten Marinechronometern auch Armbandchronometer mit sich. Hinterher sendete er ein Telegramm nach Saint-Imier, in dem er die Uhren pries: „Die Longines-Instrumente und -Chronometeruhren, die uns die Firma Wittnauer in New York zur Verfügung stellte, haben uns ihre Dienste auf höchst zufriedenstellende Art erwiesen.“

Die Weems Second-Setting Watch

Unter den Armbanduhren, von denen Byrd sprach, war auch die Longines-Uhr, die Sammlern als „Weems“ bekannt ist, benannt nach dem US-amerikanischen Marineoffizier Philip Van Horn Weems. Dieser hatte speziell für Flieger eine Armbanduhr entworfen, die es dem Piloten erlaubte, schneller als bisher den Sekundenzeiger mit dem Funk-Zeitzeichen zu synchronisieren. Zuvor hatte man dafür mit der behandschuhten Hand umständlich die Krone ziehen und die Zeiger verstellen müssen, was dazu führte, dass der Pilot die genaue Sekunde und oft auch noch die Minute verlor.

Longines: Philip van Horn Weems
Philip Van Horn Weems entwarf eine Uhr für Flieger

Weems rechnete vor, dass, abhängig von der Geschwindigkeit, schon eine Abweichung von vier Sekunden ein Flugzeug eine Meile oder mehr vom Kurs abbringen konnte – die Folgen konnten tödlich sein. Daher entwarf er ein drehbares, zentral positioniertes Hilfszifferblatt mit einer 60-Sekunden-Markierung.

Longines: Fliegeruhr mit drehbarem Sekunden-Hilfszifferblatt
47,5 mm große Longines-Fliegeruhr mit drehbarem Sekunden-Hilfszifferblatt

Kam das Zeitzeichen, konnte der Pilot schnell die Null der Sekundenscheibe mit dem laufenden Sekundenzeiger überein bringen, ohne die Präzision der Uhr zu verlieren. Longines produzierte Weems’ „Second-setting watch“ genannte Uhr ab 1929. Durch die erfolgreiche Südpolexpedition von Byrd und dessen Lob für die Uhr sprach bald die gesamte internationale Fliegerszene von der Manufaktur aus Saint-Imier. Interessanterweise hatte Charles Lindbergh jedoch bei seiner berühmten Atlantiküberquerung 1927 keine Longines-Uhr mit an Bord.

Lindberghs Stundenwinkeluhr

Als Lindbergh bei einem anderen Flug 1928 in der Nähe von Kuba seine Position verlor, wandte er sich an Weems, um sich von ihm einen Monat lang in astronomischer Navigation schulen zu lassen. Nachdem er von Weems Ideen rund um die Second-setting watch erfahren hatte, machte er sich selbst daran, eine Uhr zu skizzieren, die es einem Piloten ermöglichen würde, mit ihr zu navigieren, indem man den Längengrad bestimmte. Lindberghs Entwurf sah ein Zifferblatt vor, auf dem man mit dem Stundenzeiger neben den zwölf Stunden auch die entsprechende Gradzahl (12 Stunden = 180 Grad) ablesen konnte.

Longines: Stundenwinkeluhr-Zeichnung und Modell im Vergleich
Charles Lindberghs Zeichnung, mit der er seine Stundenwinkeluhr erläuterte. Ab 1931 produzierte Longines dieses 47 Millimeter große Modell (rechts) mit dem Handaufzugskaliber 18.69N

Der Minutenzeiger wies auf die auf der Drehlünette aufgedruckten Bogenminuten (15, entsprechend 60 Minuten), und im Zentrum des Zifferblatts befand sich ein wie bei der „Weems“ verstellbares Hilfszifferblatt, auf dem man zusätzlich mit dem Sekundenzeiger weitere 15 Bogenminuten ablesen konnte. Der Wert der drei Zeiger ließ sich dann addieren und die Differenz zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit mittels Drehen der Lünette ausrechnen. Wie vor ihm Weems wandte sich auch Lindbergh an Longines, und es kam zur Zusammenarbeit. Seit 1931 produzierten die Schweizer die „Lindbergh Hour Angle Watch“, und zwar sowohl als 47 Millimeter große Armbanduhr mit Kaliber 18.69N als auch als Bordchronometer im Holzkasten mit dem gleichen Werk. Diese Stundenwinkeluhr wurde in den dreißiger Jahren zu einem Instrument, das viele Flieger für sich bestellten und auf ihren Abenteuern nutzten.

Weitere Informationen zur Longines Spirit Kollektion erhalten Sie unter www.longines.com

Howard Hughes und der Siderograph

Noch einen Schritt weiter ging Longines 1938 mit der Entwicklung des Siderographen: Diese Uhr, benannt nach der Sternzeit (temps sidéral oder sidereal time), verzichtete ganz auf die Darstellung der bürgerlichen mittleren Sonnenzeit und zeigte nur die Sternzeit an. Sie wurde in verschiedenen Skalen auf dem Zifferblatt und dem äußeren Zifferblattring in Stundenwinkeln, Minuten und Bogenminuten dargestellt. Das hatte für den Piloten den Vorteil, dass die Umrechnung von Sonnen- in Sternzeit entfiel und er seine Position schneller berechnen konnte. (Außerdem waren die Piloten und Navigatoren so unabhängig von der Sonne und konnten auch bei Nacht navigieren.) Der Siderograph wurde von einem leichten und antimagnetischen Aluminiumgehäuse umschlossen, im Innern tickte das 1910 entwickelte Kaliber 21.29, das als besonders präzise galt.

Longines: Howard Hughes
Hollywood-Tycoon und Flieger Howard Hughes flog mit Bordchronometern und Chronographen von Longines

Zu den ersten Fliegern, die den Siderographen von Longines nutzten, gehörte der berühmte Unternehmer, Hollywoodproduzent und -regisseur Howard Hughes. Hughes hatte sich auch als Pilot einen Namen gemacht, indem er einige Rekorde mit selbst entwickelten Flugzeugen aufstellte. Beim 14.800 Meilen (23.818 Kilometer) langen Rekordtrip über Paris, Moskau, Omsk, Jakutsk, Anchorage, Minneapolis und New York begleitete ihn der Siderograph. Während des Zwischentankens in Paris schickte die Frankreich-Filiale von Longines ein Telegramm nach Saint-Imier, in dem es hieß: „Flugzeug von Howard Hughes exklusiv mit Bordchronometern und -chronographen von Longines ausgestattet.“

Die Spirit von 2020

Mit der neuen Kollektion Spirit, die Longines im Frühsommer 2020 vorstellte, erinnert die Marke verstärkt an ihre fliegerischen Wurzeln. Das Design folgt in vielen Details den alten Longines-Fliegeruhren. Das gilt vor allem für die gute Ablesbarkeit dank klar strukturiertem Zifferblatt, arabischen Ziffern und der Verwendung von Leuchtmittel auf Zeigern und Ziffern.

Longines: Spirit in drei Varianten
Longines: Spirit, Dreizeigeruhr wie Chronograph sind beide mit drei verschiedenen Zifferblättern erhältlich: mattschwarz, blau mit Sonnenschliff und silberfarben mit gekörnter Oberfläche.

Es gilt auch für die größere Krone, wenngleich diese nicht ganz so riesig daherkommt wie bei den historischen Vorbildern und auch nicht in Zwiebelform gestaltet ist. Auch die rautenförmigen Stundenindexe gehen auf verschiedene Longines-Fliegeruhren der 1930er Jahre zurück. Was die Spirit-Modelle besonders macht, sind die fünf Sterne auf dem Zifferblatt. Sie entstammen ebenfalls der Firmenhistorie: Bei Modellen wie der in den sechziger und siebziger Jahren beliebten Admiral dienten sie dazu, die Güte des verwendeten Uhrwerks zu bezeichnen.

Weitere Informationen zur Longines Spirit Kollektion erhalten Sie unter www.longines.com

Longines: Spirit Chronographen und Dreizeigeruhren mit verschiedenfarbigen Zifferblättern erhältlich
Die 2020 von Longines vorgestellte Kollektion Spirit besteht aus Chronographen und Dreizeigeruhren mit verschiedenfarbigen Zifferblättern und Automatikwerken mit Siliziumspiralfeder

Fünf Sterne waren das Maximum und standen für die höchste Qualitätsstufe. So ist es auch heute: Das Kaliber L888.4  der Longines Spirit verfügt über eine Siliziumspirale und ist von der offiziellen Schweizer Prüfstelle COSC als Chronometer zertifiziert. Das Gleiche gilt für das im Chronographen tickende Kaliber L688.4 (Eta A08.L01) mit Schaltrad und Automatikaufzug. Beide bieten zudem eine höhere Gangreserve als Standard-Eta-Kaliber: 60 Stunden der Chronograph, 64 Stunden die Dreizeigeruhr.

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