Seiko: Quartz Astron – eine Revolution wird 40 Jahre alt

Erblickte Weihnachten 1969 das Licht der Welt: die erste Astron, Kaliber 3500
Erblickte Weihnachten 1969 das Licht der Welt: die erste Astron, Kaliber 3500

Am 25. Dezember feiert die Seiko Quartz Astron, die erste Quarzarmbanduhr der Welt, ihren 40. Geburtstag. Die Uhr revolutionierte unser Verhältnis zur Zeit, denn über Nacht wurde die Gangabweichung von Armbanduhren nicht mehr in Sekunden pro Tag, sondern in Sekunden pro Jahr gemessen.

Seikos Quarzengagement begann 1959 mit dem Projekt 59A in den Laboratorien in Suwa, die hoch oben in den Bergen Japans liegen. Zehn Jahre später, am Weihnachtstag 1969, verkaufte Seiko die Quartz Astron zum ersten Mal und veränderte damit die gesamte Zeitmessung.

Obwohl die Schweizer Uhrenindustrie ihre Quarzarmbanduhren nur wenig später auf den Markt brachte, vermarktete Seiko seine Uhren mit einem deutlichen Vorteil: Das Unternehmen stellte damals bereits fast alle Bauteile einer Uhr selbst her, Quarzoszillatoren und LCDs eingeschlossen, während sich in der Schweiz eine große Heimindustrie mit Tausenden von Unternehmen entwickelte, die sich auf die Produktion bestimmter Einzelteile spezialisierten. In Zeiten, in denen die schweizerische Produktion durch Nachschubprobleme bei den Teilen oft aufgehalten wurde, agierte Seiko bereits vollkommen autark.

Das Phänomen der Quarzzeitmessung war nicht neu, aber das Problem, die Teile so zu miniaturisieren, dass sie in das Gehäuse einer Armbanduhr passten, ließ Seikos Techniker nicht los.

Der Quarzkristall-Chronometer QC 951 wurde als erster Quarzzeitmesser bei den Olympischen Spielen eingesetzt
Der Quarzkristall-Chronometer QC 951 wurde als erster Quarzzeitmesser bei den Olympischen Spielen eingesetzt

Mit Erfolg: 1958 hatte das Unternehmen einen praktischen Quarzzeitmesser für Rundfunkstationen fertiggestellt, 1962 gelang es Seiko, einen Marinequarzchronometer zu entwickeln, der „nur” 30 kg wog und zwei Jahre später als tragbarer Quarzchronometer 3 kg auf die Waage brachte. Der 1964 entwickelte Quarzkristall-Chronometer QC-951 war der erste Quarzzeitmesser der jemals bei Olympischen Spielen verwendet wurde. Danach wurden im Rahmen des Projekts 59A an der weiteren Miniaturisierung der Technik gearbeitet und kleine Quarzuhren für Ganggenauigkeits-Wettbewerbe hergestellt sowie Versionen, die in den „BullettTrains” der japanischen Bahn eingesetzt wurden.

AstronMit der Vorstellung der Quartz Astron, die damals so teuer war wie ein Auto der Mittelkasse, präsentierte Seiko bahnbrechende Entwicklungen in der Quarztechnologie. Zahlreiche Erfindungen Seikos wie der Quarzoszillator in Stimmgabelform, der offene Schrittmotor so wie der C-MOSIC, ein neuartiger Integrierter Schaltkreis wurden innerhalb kürzester Zeit von anderen Herstellern übernommen und sind noch heute anerkannte Standards in der Herstellung von Quarzuhren. Indem Seiko diese Erfindungen auch anderen Firmen zugänglich machte, wurde die Quarzrevolution zu einem Ereignis, das die gesamte Welt der Zeitmessung veränderte.

Die Astron, von der nur hundert Stück produziert wurden, gilt als Sprungbrett für Seikos weitere technische Innovationen wie der 1973 vorgestellten ersten LCD-Quarzuhr der Welt mit sechsstelliger Digitalanzeige (Kaliber0614), der ersten digitalen Multifunktionsuhr der Welt von 1975 (Kaliber063), der Kinetic Uhr von 1988 und im Jahr 2004 der weltweit ersten Uhr mit elektrophoresischem Display (KaliberG510).
Am 26. April 2004 wurde Seikos Engagement in der Quarztechnologie mit dem IEEE Milestone Award des Institute of Electrical and Electronic Engineers, Inc. geehrt. Mit den „Meilensteinen” des IEEE werden Innovationen in den Bereichen Elektrik, Information und Kommunikation gewürdigt. Das IEEE ist ein weltweiter Berufsverband von Ingenieuren aus den Bereichen Elektrotechnik und Informatik mit Sitz in New York City.

Übergabe des Milestone Award im April 2004
Übergabe des Milestone Award im April 2004

Weitere Informationen finden Sie unter: www.seiko.de

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