Taucheruhren

Diese Taucheruhren sind 2018 bestens für den Einsatz im Wasser geeignet

Das Gefühl der Schwerelosigkeit, die faszinierende Unterwasserwelt und die geheimnisvolle Tiefe begeistern weltweit jährlich Millionen von Intensiv- und Gelegenheitstauchern. Der eine mag dabei nur warme Gewässer, andere lieben kühle Bergseen oder gar einen Tauchgang unter Eis. Mit den ersten Sporttauchgeräten, die die Forscher Hans Hass und Jacques-Yves Cousteau entwickelten, begann die Ära des Tauchsports in den 1950er-Jahren. Dabei geht es immer auch um Zeit. Sei es die Abtauchzeit, zu der der Tauchgang beginnt, oder die Austauchzeit, die für den gesamten Aufstieg einschließlich aller Dekompressionspausen benötigt wird. Diese überlebenswichtige Aufgabe übernimmt heute ein moderner Tauchcomputer.

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Inhalt:

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Wozu also eine mechanische Armbanduhr zum Tauchen tragen?

Die mechanische Taucheruhr versprüht nicht nur einen Hauch Nostalgie und Abenteuer, sie ist durchaus auch ein zuverlässiges Backup-Instrument. Mit der richtigen Pflege und Handhabung bereiten die Taucheruhren des Jahres 2018 viel Freude − nicht nur unter Wasser, sondern auch im Alltag. In diesem Taucheruhren-Special geben wir Ihnen einen Überblick über die Neuheiten des Jahres, Sie erhalten Tipps für die richtige Wahl Ihrer Taucheruhr und Gastautor Roger Rüegger, Chefredakteur der WatchTime USA und Betreiber des Blogs Dive Into Watches informiert über die 7 wichtigsten Innovationen im Bereich der Taucheruhren.

Oris: Source of Life Limited Edition
 

Oris fertigt seit den 1960er-Jahren Taucheruhren. 2018 lanciert der Schweizer Uhrenhersteller das Sondermodell Source of Life Limited Edition, mit dem Oris an die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage erinnern und auf die Missstände der weltweiten Wasserressourcen aufmerksam machen will. Die Source of Life basiert auf der beliebten Taucheruhr Aquis und besitzt deren Funktionen und Eigenschaften, wie einen Gehäusedurchmesser von 43,5 Millimetern und eine Wasserdichtheit von 30 Bar. Die graue Lünette ist einseitig drehbar und mit einer kratzfesten Wolfram-Einlage versehen. Die 60-Minuten-Skala auf der Lünette legt Oris ebenso wie die Indexe auf dem Zifferblatt und die Zeiger mit Superluminova aus. Im Innern der Taucheruhr tickt das Automatikkaliber Sellita SW 200. Am Kautschukband kostet jedes der 2.343 Exemplare der Source of Life Limited Edition 2.000 Euro.

 

5 Dinge, die jede Taucheruhr haben sollte:

# einseitig drehbare Tauchlünette
# mindestens eine Wasserdichtheit von 20 Bar
# wasserfestes Armband aus Metall oder Kautschuk
# Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen
# verschraubte Krone

Was sollte beim Kauf einer Taucheruhr beachtet werden?

Da beim Tauchen die Zeit keinesfalls vergessen werden darf, unterliegen Taucheruhren einer strengen Norm. Ob diese erfüllt wird, zeigen spezielle Prüfungen auf Dichtheit bei Luft- und Wasserüberdruck. Sie folgen einem genau definierten Prozedere und simulieren Beanspruchungen, denen Taucheruhren während ihres Gebrauchs ausgesetzt sein können.

Taucheruhren-Norm #1 - wasserdicht nach DIN 8310/ISO 2281

Die DIN 8310 prüft nur die Wasserdichtheit von Kleinuhren. Uhren, die als „wasserdicht“ bezeichnet werden, müssen widerstandsfähig gegen Schweiß, Regen und gegen Eintauchen in Wasser über 30 Minuten bei einer Wassertiefe von einem Meter sein. Bei der Prüfung wird die Uhr in ein Druckgefäß mit Wasser gegeben, in dem innerhalb von einer Minute ein Überdruck von zwei Bar angelegt und fünf Minuten gehalten wird. Hält sie dabei dicht, darf sie die Bezeichnung „wasserdicht“ tragen und ist für den allgemeinen täglichen Gebrauch bestimmt. Die Uhr darf aber nicht unter hohem Wasserdruck verwendet werden. Uhren dieser Kategorie eignen sich bestenfalls zum Händewaschen, nicht aber zum Tauchen.

Tudor: Black Bay Fifty-Eight mit Edelstahlband
 

Die Black Bay Fifty-Eight von Tudor ist mit allen essenziellen Eigenschaften einer Taucheruhr ausgestattet. So bleibt ihr 39 Millimeter großes Edelstahlgehäuse bis 20 Bar druckfest und ihre Aufzugskrone ist verschraubt. Die Drehlünette des Modells ist mit Aluminium ausgelegt und einseitig drehbar. Die Indexe auf dem schwarzen Zifferblatt sind ebenso wie die Snowflake-Zeiger mit Leuchtmasse versehen und sorgen so für eine gute Ablesbarkeit auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Den Antrieb besorgt das Manufakturkaliber MT5402 mit Automatikaufzug. Getragen wird die Tudor Black Bay Fifty-Eight an einem Edelstahlband mit Sicherheitsfaltschließe. Der Preis liegt bei 3.330 Euro.

Taucheruhren-Norm #2 - wasserdicht nach DIN 8306/ISO 6425

Weil wir unsere mechanischen Tauchbegleiter nicht nur Wasserspritzern aussetzen wollen, gibt die Taucheruhrennorm DIN 8306, die der internationalen Norm ISO 6425 entspricht, vor, welche Anforderungen eine professionelle Taucheruhr erfüllen muss. Sie geht prüftechnisch sehr viel weiter als die DIN 8310. Allerdings lassen die wenigsten Hersteller ihre Uhren nach der Norm zertifizieren. Doch sind sie deswegen weniger geeignet für das Tauchen?

Die DIN 8306/ISO6425 stellt folgende Anforderungen an eine Taucheruhr, die sie alle erfüllen muss:

  • druckfest bis 20 Bar oder mehr
  • die Uhr muss zwei Stunden in einer Wassertiefe verbleiben, die der vom Hersteller gemachten Druckangabe entspricht
  • anschließender dreistündiger Aufenthalt in drei Metern Tiefe
  • Einrichtung zur Vorwahl einer Zeitspanne mit Minuten- und davon abgesetzten Fünf-Minuten-Markierungen
  • die vorgewählte Zeitspanne und der Sekundenzeiger (oder eine andere Funktionskontrolle) müssen auch im Dunkeln erkennbar sein
  • die Taucheruhr muss antimagnetisch nach DIN 8309 sein: nach Magnetfeldeinfluss von 4800 A/m darf die Abweichung höchstens 30 Sekunden am Tag betragen
  • die Taucheruhr muss stoßsicher nach DIN 8308 sein: nach einem Schlag mit 4,43 m/s darf die Abweichung höchstens eine Minute am Tag betragen
  • die Taucheruhr muss 24 Stunden in warmem Salzwasser ohne sichtbare Spuren überstehen
  • während und nach 20 Minuten Wasserdruck entsprechend der angegebenen Tiefe muss die Taucheruhr noch funktionieren
  • die Vorwahl einer Zeitspanne muss in 30 Zentimetern Wassertiefe noch bedienbar sein
  • das geschlossene Armband wird eine Minute lang mit 40 Kilogramm belastet, dabei darf sich nichts lösen oder verbiegen
  • die Krone wird in 25 Prozent über der angegebenen Druckfestigkeit zehn Minuten lang von oben mit 0,5 Kilogramm belastet, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • in 30 Zentimetern Wassertiefe wird die Uhr zehn Minuten auf 40 Grad Celsius, dann zehn Minuten auf fünf Grad Celsius, dann wieder zehn Minuten auf 40 Grad Celsius gebracht, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • die Taucheruhr muss eine Stunde lang 25 Prozent über angegebener Tiefe, danach eine Stunde bei 0,3 Bar Unterdruck verbringen, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • Kondenswassertest: Dieser erfolgt nach jedem Drucktest, um die Dichtheit des Gehäuses festzustellen. Dieses wird dazu auf 40 Grad Celsius erwärmt, anschließend wird das Glas mit einem Wassertropfen benetzt. Nach dem Trockenwischen darf sich auf der Innenseite kein Kondenswasser zeigen.
  • während bei einer Typprüfung alle Tests gemacht werden, muss bei jeder Uhr die Dichtheit mit 25 Prozent über angegebener Tiefe als Einzelprüfung vorgenommen werden
  • DIN 8306 stellt anders als ISO 6425 Anforderungen an die Ganggenauigkeit: z.B. mittlere Abweichung zwischen –4 und +6 Sekunden/Tag
Sinn Taucheruhr: U1 S

Sinn Spezialuhren geht noch einen Schritt weiter: Ihr Modell U1 S erfüllt nicht nur die technischen Anforderungen der DIN 8310 für Wasserdichtheit, sondern der Zertifizierungsdienstleister DNV GL (vormals Germanischer Lloyd, Hamburg) bestätigt ihr auch die Funktion einer Taucheruhr in Anlehnung an die Europäischen Tauchgerätenormen EN250 und EN14143. Derzeit ist Sinn der einzige Uhrenhersteller, der solch eine Zertifizierung nach Tauchgerätenorm vornimmt. Die U1 S wird mit einer schwarzen Hartstoffbeschichtung überzogen, die auf einen tegimentierten Untergrund trifft. Die Tegiment-Technologie schützt das 44 Millimeter große Gehäuse aus U-Boot-Stahl (besonders korrosionsbeständig) besser vor Kratzern. Damit die Aufzugskrone nicht in den Handrücken des Tauchers drückt, platzieren sie die Frankfurter bei vier Uhr. Das automatische Kaliber Sellita SW 200 bleibt bis zu einer Tauchtiefe von 1.000 Metern funktionstüchtig und ist vor Unterdruck sowie Magnetismus geschützt. Leuchtmasse auf Zeigern, Indexen und der einseitig drehbaren Lünette sorgen für beste Ablesbarkeit auch in trüben Gewässern. Die Taucheruhr mit ebenfalls schwarz beschichteten Massivarmband kostet 2.250 Euro.

Die Angabe der Tauchtiefe in Bar

Bar ist die verwendete Einheit für den Druck. Dabei entspricht ein Bar dem Druck von einem Kilogramm auf eine Quadratzentimeter große Fläche, wobei die Kraft senkrecht auf diese wirkt. Den gleichen Druck von einem Bar erzeugt eine zehn Meter hohe Wassersäule. Da Wasser fast nicht komprimierbar ist, verstärkt sich auch der Wasserdruck pro zehn Meter um ein Bar. Zu dem Wasserdruck addiert sich allerdings noch der Luftdruck von rund einem Bar an der Wasseroberfläche. In zehn Metern Wassertiefe wirkt also bereits ein Druck von etwa zwei Bar auf die Taucheruhr, in 20 Metern ein Druck von drei Bar und so weiter. Auch wenn ein Bar Druckunterschied unerheblich scheint, ist es wichtig zu wissen, dass eine Meterangabe sich nicht auf die Tauchtiefe bezieht, sondern auf einen adäquaten Prüfdruck, der im Rahmen der Wasserdichtheitsprüfung angewendet wurde. Für professionelles Tauchen vorgesehene Uhren müssen mindestens 20 Bar Wasserdruck aushalten.

Omega: Seamaster Diver 300M

Omega überarbeitet ihre berühmte Taucheruhr und gibt der neuen Seamaster Diver 300M ein auf 42 Millimeter vergrößertes Gehäuse. Dieses ist bis zu einem Druck von 30 Bar vor eindringendem Wasser und bis zu 15.000 Gauß vor Magnetfeldern geschützt. Die Lünette besteht aus kratzfester Keramik und ist einseitig drehbar. Auch das Zifferblatt ist aus Keramik gefertigt und mit einem Wellenmuster versehen. Dieses ist eine Lasergravur und steht für das ursprüngliche Design der Taucheruhr Seamaster. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das automatische Manufakturkaliber 8800, das als Master Chronometer vom Institut Metas zertifiziert ist. Für Berufstaucher sorgt das Heliumauslassventil bei zehn Uhr für den richtigen Druckausgleich. Omega gibt dem Ventil eine konische Form, die sich die Schweizer Manufaktur patentieren ließ, denn es bedarf einer ausgeklügelten Technik, damit es zuverlässig funktioniert. Für 4.500 Euro geht die Uhr auf Tauchstation.

Der Taucherdrehring

Die Taucheruhr muss eine Einrichtung zur Vorwahl einer bestimmten Zeitspanne besitzen, beispielsweise einen Skaleneinstellring (Taucherdrehring), der gegen ein unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist. Deshalb sollte die Lünette nur in eine Richtung drehbar ein. Warum ist diese Funktion so wichtig? Sie definiert den Zeitpunkt des Abstiegs und zeigt gleichzeitig die verstrichene Zeit des Tauchgangs an. Dabei ist die Ablesbarkeit, besonders die der 12-Uhr-Markierung, wichtig. Der Taucherdrehring sollte also genau wie die Zeiger bei schlechter Sicht und Dunkelheit – aus etwa 25 Zentimetern Abstand – nachleuchten. Ebenso sollte der Einstellring eine Minuteneinteilung mit einer abgesetzten Fünf-Minuten-Markierung vorweisen. Die Markierungen müssen zwingend mit denen auf dem Zifferblatt übereinstimmen. Da der Taucherdrehring unmittelbar vor dem Abtauchen – also im Wasser – eingestellt wird, sollte die Lünette griffig sein, damit sie auch mit Neoprenhandschuhen bedienbar ist. Die Möglichkeit zur Demontage der Lünette ist ein komfortables Extra zur Reinigung der Taucheruhr. Sollte dieses Extra nicht vorhanden sein, ist das gründliche Ausspülen der Uhr mit Süßwasser nach jedem Tauchgang zu empfehlen.

Angelus: U50 Diver Tourbillon

Die U50 Diver Tourbillon von Angelus besitzt keine klassische, auf dem Gehäuse aufgebrachte Lünette, sondern einen innenliegenden Drehring. So ist die Tauchzeitskala vor einem Verkratzen und unbeabsichtigtem Verstellen geschützt. Im Gegensatz zur auf dem Gehäuse aufgebrachten Lünette können sich weder Sand noch andere Partikel festsetzen. Den Drehring stellt der Träger bei der U50 Diver Tourbillon über die Krone bei zwei Uhr ein. Bei neun Uhr sitzt ein Heliumventil. Das 45 Millimeter große Gehäuse fertigt Angelus aus robustem Titan, druckfest ist es bis 30 Bar. Energie liefert der Uhr das Manufakturkaliber A-300, das skelettiert ist und über ein Tourbillon verfügt. Die Uhr kostet 32.300 Euro.

Oris: Prodiver GMT

Der Taucherdrehring der Oris Prodiver lässt sich erst drehen, nachdem der äußere Teil der Lünette nach oben gezogen wurde; zum Verriegeln nach der Einstellung drückt man diesen Teil wieder herunter. Die Prodiver GMT kommt mit einem 49 Millimeter großen Gehäuse aus kratzfestem Titan, das 100 Bar druckfest ist. Es beherbergt das Automatikkaliber Sellita SW 200. Dieses ermöglicht die Anzeige des Datums bei drei Uhr, eine kleine Sekunde bei neun Uhr und eine zweite Zeitzone. Letztere liest der Träger über den zentralen Zeiger mit gelber Spitze ab. Getragen wird die Prodiver an einem Kautschukband mit Sicherheitsfaltschließe und Verlängerung. Kostenpunkt: 3.300 Euro.

Audemars: Piguet Offshore Diver Khaki

Die Tauchzeit stellt der Träger bei der Audemars Piguet Royal Oak Offshore Diver mithilfe der verschraubbaren Krone bei zehn Uhr über die innen liegende Drehlünette ein. Die Taucheruhr gibt es in vier neuen Zifferblattvarianten, die in Türkis, Khaki, Sandfarben und Lila für Farbe am Handgelenk sorgen. Durch den entspiegelten Saphirglasboden ist das hauseigene Automatikwerk 3120 zu sehen. Untergebracht in einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse, ist die Taucheruhr von Audemars Piguet bis zu 300 Meter wasserdicht. Am khakifarbenen Kautschukband getragen kostet die Royal Oak Offshore Diver 20.100 Euro.

Viele Taucheruhren erfüllen die DIN-Norm nicht, da sie meist keinen Drehring oder keine durchgehende Minuteneinteilung besitzen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht zum Tauchen geeignet sind. Bei den meisten Lünetten sind die ersten 15 bis 20 Minuten durchskaliert. Das entspricht im Sporttauchbereich etwa der wichtigen Zeit vom Beginn des Tauchgangs bis zum Erreichen der größten Tauchtiefe. Danach beginnt der Aufstieg.

Blancpain: Fifty Fathoms Ocean Commitment III

Die Fifty Fathoms Ocean Commitment III ist eine Sonderedition, aus deren Erlös Blancpain jeweils 1.000 Euro zum Schutz der Weltmeere spendet. Das Modell vereint die wichtigsten Eigenschaften der ersten Fifty Fathoms aus den 1950er-Jahren, die für Kampftaucher der französischen und US-amerikanischen Marine entwickelt wurde. Im 40,3-Millimeter-Edelstahlgehäuse kommt das automatische Manufakturkaliber 1151 zum Einsatz, das dank zweier Federhäuser Energie für vier Tage bereitstellt. Ungewöhnlich für eine Taucheruhr, ist das mechanische Innenleben durch einen Saphirglasboden sichtbar. Ebenfalls aus Saphir besteht die einseitig drehbare Lünette. Die Indexe auf der Lünette sind ebenso wie die Stundenmarkierung auf dem Zifferblatt und die Zeiger mit Leuchtmasse versehen. Die Taucheruhr ist auf 250 Exemplare limitiert, die jeweils 15.840 Euro kosten.

Obwohl die meisten Sporttaucher sich nicht tiefer als in 40 Metern bewegen, besitzen zahlreiche Taucheruhren eine höhere Druckbeständigkeit als die vorgeschriebenen zwanzig Bar der Norm. Denn es ist durchaus sinnvoll, eine Sicherheitsreserve zu haben, da Schwimmbewegungen unter Wasser und Stöße gegen die Uhr einen zusätzlichen Druck auf die Taucheruhr erzeugen.

Breitling: Chronomat B01 Chronograph 44

Die Chronomat B01 Chronograph 44 von Breitling kommt in einem satinierten 44 Millimeter großen Edelstahlgehäuse daher und steht in den Farben Blau oder Grau zur Wahl. Wasserdicht bleibt die Uhr bis 50 Bar und dank der einseitig drehbaren Lünette mit Sperrkegel sowie der verschraubten Krone eignet sich das Modell zum Tauchen. Breitling versieht die Indexe uns Zeiger zudem mit Superluminova. Ausgestattet ist die Uhr mit dem chronometerzertifizierten hauseigenen Automatikkaliber B01. Dieses verfügt über eine Chronographenfunktion. Am Edelstahlband getragen kostet die Uhr 8.150 Euro.

Jean Marcel: Oceanum La Grande Bleue No.2
Jean Marcel verleiht seiner Taucheruhr Oceanum La Grande Bleue No.2 mit einer wellenförmigen Wochentagsanzeige ein besonders maritimes Aussehen. Und auch funktional ist der Zeitmesser bestens für das Wasser gerüstet. So bleibt das 44-Millimeter-Edelstahlgehäuse bis 50 Bar wasserdicht und mit der einseitig drehbaren Keramiklünette lässt sich die Tauchzeit messen. Jean Marcel stattet die Sportuhr mit dem Automatikkaliber Eta 2836-2 aus. Getragen wird die Uhr an einem Edelstahlband mit Faltschließe. 300 Exemplare der Oceanum La Grande Bleue No.2 werden gebaut und für jeweils 1.350 Euro verkauft.

Mido: Ocean Star

Die neue Ocean Star von Mido kommt im Retro-Look mit roségoldfarben beschichtetem Edelstahlgehäuse und olivgrünem Zifferblatt. Dieses zieren mit Superluminova beschichtete Strichindexe, bei drei Uhr finden sich eine Wochentags- und Datumsanzeige. Wie auch das Zifferblatt ist die einseitig drehbare Aluminiumlünette olivgrün. Die Taucheruhr hat einen Durchmesser von 42,5 Millimetern und hält einem Wasserduck bis 20 Bar stand. Energie liefert das Automatikkaliber Eta C07.621. Am Lederband kostet der Taucher 960 Euro.

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Feuchtigkeit schadet der Taucheruhr – auch an Land

Trotz einer hohen Druckfestigkeit kann es passieren, dass Feuchtigkeit in das Gehäuse tritt. Insbesondere beim Hineinspringen ins Wasser oder bei Schwimmbewegungen kann sich kurzfristig ein höherer Wasserdruck auf die Dichtungen aufbauen als der garantierte Druck. Besonders gefährlich ist es, wenn die Uhr nach einem längeren Sonnenbad durch einen Sprung ins Wasser deutlich abgekühlt wird. Der Druck beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche in Kombination mit dem Unterdruck durch die Abkühlung kann schneller dazu führen, dass Feuchtigkeit in die Uhr dringt. Aufgrund des plötzlichen Temperaturwechsels ist es möglich, dass die Uhr von innen beschlägt. Sollte dies der Fall sein, muss die Uhr sofort zum Uhrmacher.

Rolex: Oyster Perpetual Deepsea

Bei der 2018 vorgestellten Oyster Perpetual Deepsea von Rolex ist ein Beschlagen von innen sehr unwahrscheinlich, denn die Uhr ist bis zu einer Tiefe von 3.900 Meter vor eindringendem Wasser geschützt. Zudem verfügt die Uhr über ein Heliumventil. Die neue Deepsea erhält ein Zifferblatt mit einem Farbverlauf von blau zu schwarz. Dieses tauchte erstmals 2014 bei einem Sondermodell der Deepsea auf. Es sollte an James Comerons Tauchfahrt in den Marianengraben im Jahre 2012 erinnern. Im Innern des 44 Millimeter großen Edelstahlgehäuses tickt das Manufakturkaliber 3235 mit Automatikaufzug. Dieses Uhrwerk ist durch 14 Patente geschützt, verfügt über eine Gangreserve von 70 Stunden, ist unempfindlich gegenüber Magnetfeldern und als Chronometer der Superlative zertifiziert. Letzteres bedeutet, dass die Ganggenauigkeit nach dem Einschalen des Uhrwerks -2/+2 Sekunden pro Tag beträgt. Die Taucheruhr kostet 11.450 Euro.

 

Hohe Anforderungen an die Ablesbarkeit einer Taucheruhr

Enorm wichtig – sowohl für Hobby- als auch Berufstaucher – ist neben der Robustheit und Druckfestigkeit vor allem eine gute Ablesbarkeit unter Wasser. Denn bereits in zehn Metern Wassertiefe kann es sehr dunkel sein. Leuchtmasse auf den Zeigern und dem Drehring ist somit unerlässlich. Insbesondere der Taucherdrehring sollte in der Tiefe gut abzulesen und leicht zu bedienen sein. Aber auch die Luft, die sich unter dem Glas befindet, kann bei schräger Draufsicht unter Wasser zu Spiegelungen führen und so die Ablesbarkeit verschlechtern oder gar unmöglich machen. Deshalb sollte das Deckglas bei Taucheruhren immer entspiegelt sein.

Marcello C: Tridente
 

Die Taucheruhr Tridente ist seit Jahren fester Bestandteil der Kollektion von Marcello C. Die aktuelle Version zeigt sich mit blauem Zifferblatt und Drehlünette mit blauer Keramikeinlage. Das Edelstahlgehäuse misst 44 Millimeter im Durchmesser und schützt das automatische Kaliber Sellita SW 200 bis zu einem Druck von 100 Bar vor eindringendem Wasser. Zusätzlich ist das Uhrwerk sicher vor Einflüssen von Magnetfeldern auf das Gangverhalten der 1.048 Euro teuren Taucheruhr.

Tissot: Seastar 1000 Automatic

Der Schweizer Uhrenhersteller Tissot präsentiert 2018 die neue Taucheruhr Seastar 1000 Automatic. 1000 steht dabei für die Druckfestigkeit bis 1.000 Fuß, das entspricht 300 Metern / 30 Bar. Die Uhr soll ohne Ablenkung nur die für den Taucher wichtige Information anzeigen: die Zeit. Im Innern des 43 Millimeter großen Edelstahlgehäuses kommt das automatische Kaliber Powermatic 80 zum Einsatz. Das Uhrwerk wurde exklusiv von der Eta gefertigt. Für 670 Euro steht die Taucheruhr mit Kautschukband zum Verkauf.

Vostok: Europe Ekranoplan Automatic

Die Europe Ekranoplan Automatic von Vostok kommt in auffälligem Orange. Das Modell ist bis 20 Bar wasserdicht, verfügt über eine einseitig drehbare Lünette, nachleuchtende Indexe und Zeiger. Für ausreichend Energie sorgt das Automatikkaliber NH 35 A von Seiko, das in einem 47 Millimeter großen Edelstahlgehäuse Platz findet. Am Silikonband getragen ist die Uhr für 539 Euro erhältlich.

 

Verschiedene Armbänder für Taucheruhren

Viele Uhrenkäufer entscheiden sich für ein Stahlband an ihrer Taucheruhr. In der Regel verfügen Stahlbänder über eine Tauchverlängerung, um die Bandlänge für das Tragen über dem Neoprenanzug zu vergrößern. Beim exponierten Stahlband besteht allerdings das Risiko für unerwünschte Kratzer. Eine Alternative zum Stahlband stellen Kautschukbänder dar, die im Bereich der Bandanstöße gefaltet sind. Zum einen können diese Bänder auf die benötigte Länge eingestellt werden, zum anderen passen sie sich den wechselnden Druckverhältnissen besser unter Wasser an: Je tiefer ein Taucher sinkt, desto dünner wird aufgrund der zunehmenden Druckverhältnisse der Neoprenanzug und die Uhr droht zu rutschen. Beim Aufstieg entsteht der umgekehrte Effekt.

Seiko: Prospex Hi-Beat Diver's SPB079J1

Seiko setzte das gewellte Urethanband, auch Akkordeonband genannt, erstmals 1975 ein. Es passt sich den wechselnden Druckverhältnissen unter Wasser spielend an. Auch die neue bis 20 Bar druckfeste Taucheruhr Prospex Automatic Diver's SPB079J1 wird von solch einem Band gehalten. Sie ist eine Neuauflage der ersten High-Beat Diver aus dem Jahr 1968. Das 44 Millimeter große Gehäuse besteht aus hartbeschichtetem Edelstahl und schützt das automatische Manufakturkaliber 6R15. Für beste Ablesbarkeit unter Wasser sorgt der großzügige Einsatz von Leuchtmasse auf Zeigern, Indexen und dem Orientierungsdreieck. Seiko platziert die verschraubte Krone bei vier Uhr, das schützt sie vor Stößen und zugleich drückt sie den Taucher nicht in den Handrücken. Für 900 Euro kann der Sprung in kühle Nass gewagt werden.

 

Auch Textilbänder versprechen Praxistauglichkeit. Die serienmäßige Lieferung von zwei unterschiedlichen Bändern mit Bandwechselwerkzeug ist also besonders praktisch.

TAG Heuer: Aquaracer 300M Calibre 5
TAG Heuer kombiniert das 43 Millimeter große Edelstahlgehäuse der Aquaracer mit einem schwarzen Kautschukband mit Sicherheitsfaltschließe. Auf dem schwarzen Zifferblatt heben sich die mit weißer Superluminova beschichteten Indexe und Zeiger deutlich ab und sorgen für eine gute Ablesbarkeit. Die Aquaracer 300M Calibre 5 Automatic mit kratzfester Keramiklünette treibt das Automatikkaliber Eta 2824 an. Bis zu einem Druck von 30 Bar ist es vor eindringendem Wasser geschützt. Unter Wasser geht es für 2.250 Euro.

Certina: DS Action Diver Powermatic 80 Sea Turtle Conservancy Special Edition

Certina stattet ihre neue Variante der Taucheruhr DS Action Diver mit einem Edelstahlband aus. Dieses Armband wird mit einer Faltschließe über zwei Sicherheitsdrücker geöffnet und verschlossen und ist mit einer Tauchverlängerung ausgestattet. Das Sondermodell DS Action Diver Sea Turtle Concervancy Special Edition entstand aufgrund der Partnerschaft mit der Organisation Sea Turtle Conservancy, die sich dem Schutz der Meeresschildkröte widmet. Die Taucheruhr erfüllt die Anforderungen der ISO-Norm 6425 und ist mit dem Eta-Kaliber Powermatic 80 (statt Eta 2824) ausgestattet. Das Uhrwerk wird von einem 43 Millimeter großen Edelstahlgehäuse bis zu 300 Meter vor eindringendem Wasser geschützt. Die sportliche Taucheruhr gibt es für 795 Euro.

Tourby Watches: Lawless 45

Die Taucheruhr Lawless der deutschen Uhrenmarke Tourby Watches gibt es schon einige Jahre im Programm. Neu in diesem Jahr sind die um drei Millimeter auf 45 Millimeter gewachsene Gehäusegröße und das blaue Jeans-Armand mit farblich abgestimmtem Zifferblatt. Die Lawless 45 mit markanter Tauchdrehlünette hält bis 500 Meter wasserdicht. Im Innern arbeitet das Automatikwerk Eta 2824, das ein Datum bei der Sechs ermöglicht. Kostenpunkt: 1.350 Euro

 

Salzwasser ist aggressiv und schadet der Taucheruhr

Salzwasser ist aggressiv und kann das Material der Uhr spröde und brüchig machen. Deshalb sollte das Gehäusematerial salzwasserbeständig sein. Bei Stahl wird die Beständigkeit mit dem PRE-Wert (pitting restistance equivalent, also Lochfraßbeständigkeit) angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto beständiger ist die Uhr gegenüber Salzwasser. Ein Wert von 32 wird als seewasserbeständig eingestuft. Der häufig verwendete Gehäusestahl 316L liegt bei einem PRE-Wert von maximal 26. Besonders diese Gehäuse sollten nach jedem Meerwassereinsatz mit Süßwasser abgespült werden.

Favre-Leuba: Raider Bathy 120 MemoDepth
 

Die Schweizer Uhrenmarke Favre-Leuba setzt bei der Raider Bathy 120 MemoDepth auf salzwasserbeständiges Titan für das 48 Millimeter große Gehäuse. Zudem ist die Taucheruhr mit einem Tiefenmesser ausgestattet, mit dem eine Wassertiefe bis zu 120 Metern gemessen werden kann. Durch eine Öffnung im Gehäuseboden kann Wasser eintreten, das mit zunehmendem Druck in der Tiefe eine Membran komprimiert. Wie weit diese Membran zusammengedrückt wird, überträgt dann ein mechanischer Kontaktsensor auf den zentralen blauen Zeiger. Dieser zeigt die aktuelle Tauchtiefe am Zifferblatt an. Auf dem Hilfszifferblatt bei der Drei kann nach dem Tauchgang abgelesen werden, welche Tiefe maximal erreicht wurde. Genullt wird der Tiefenspeicher über den verschraubten Drücker bei vier Uhr. Im Innern arbeitet das Handaufzugskaliber FL321 mit 65 Stunden Gangautonomie, das auf dem Kaliber EMC 3903M von Eterna basiert und eigens modifiziert wurde. Weitere Tauchmerkmale sind die einseitig drehbare Lünette mit Einlage aus eloxiertem Aluminium, die Druckfestigkeit bis 20 Bar, ein beidseitig entspiegeltes Saphirglas und Leuchtmasse. Kostenpunkt: 8.900 Euro.

 
Rolex verwendet den Stahl 904L, der mit einem PRE-Wert von 35 salzwasserbeständig ist. Sinn Spezialuhren verwendet häufig einen U-Boot-Stahl, der es auf einen PRE-Wert von 38 bringt. Noch besser ist natürlich das völlig salzwasserbeständige Titan, das nur 60 Prozent des Gewichts von Edelstahl bei gleichem Volumen und eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweist.

Ulysse Nardin: Diver Deep Dive

Auch Ulysse Nardin schätzt bei ihrer Taucheruhr Diver Deep Dive die Eigenschaft von Titan. Das kantig gestaltete, 46 Millimeter große Gehäuse mit dem massiven Kronenschutz hält bis 1.000 Meter Wassertiefe dicht. Zudem ist die Uhr mit einem Heliumventil ausgestattet, so dass die Uhr auch fürs Sättigungstauchen geeignet ist. Die einseitig drehbare Titanlünette kann dank Kerben, Riffelung und Kautschukeinlage auch mit Tauchhandschuhen gut bedient werden. Das Armband mit Federelement zieht sich in der Tiefe automatisch zusammen und wird beim Auftauchen wieder länger. Im Innern der Uhr arbeitet das Manufakturkaliber UN-320 mit Automatikaufzug und Silizium-Elementen. Wer mit einem der 300 Exemplare abtauchen möchte, muss 12.000 Euro bereitlegen.

Damsko: DSub2

Der deutsche Uhrenhersteller Damasko setzt bei seiner Taucheruhr DSub2 auf U-Boot-Stahl für das 43 Millimeter große Gehäuse. Darin verrichtet ein Eta 2824-2 mit Automatikaufzug seine Arbeit. Die Einlage der einseitig drehbaren Lünette ist dank einer Damest-Beschichtung besonders kratzfest; die Leuchtmasse des Orientierungspunkts bei der Zwölf versiegelt und vor Abrieb geschützt. Die Aufzugskrone wandert von der Drei-Uhr- auf die Vier-Uhr-Position und drückt beim Tauchen nicht in den Handrücken. Die Taucheruhr ist bis 30 Bar druckfest, mit einem beidseitig entspiegelten sowie bombierten Saphirglas ausgestattet und kostet 1.650 Euro.

Stowa: Prodiver weiß

Wie auch beim Modell von Ulysse Nardin, besitzt die neueste Version der Prodiver von Stowa eine Druckfestigkeit bis 100 Bar. Außerdem ist die Taucheruhr mit einem Heliumventil ausgestattet. Zudem besteht das 42 Millimeter große Gehäuse der Prodiver weiß wie ihre Vorgängermodelle aus salzwasserbeständigem Titan. Unter dem weiß matt lackierten Zifferblatt arbeitet das Automatikkaliber Eta 2824, das eine Datumsanzeige bei sechs Uhr aufs Blatt bringt. Die drei zentralen Zeiger versieht Stowa ebenso wie die Indexe mit Superluminova. Die neue Prodiver weiß ist für 1.320 Euro zu haben.

 

Gehäusematerial Bronze feiert Comeback bei Taucheruhren

Im Zeitalter der Entdecker bestanden Schiffsbeschläge und nautische Instrumente aus Zinnbronze. Seit 2016 feiert die Bronze ihr Comeback als Gehäusematerial. Denn im Gegensatz zum salzwasserbeständigem Titan bildet Bronze im Laufe der Zeit eine Patina. Diese Patina ist eine Schicht aus oxidiertem Kupfer, die das darunterliegende Material vor Korrosion schützt. Fans von Bronze-Uhren schätzen genau das an dem Material: Im Laufe der Zeit wird ihre Uhr dank der Patina einzigartig und unverwechselbar. Eine herausragende Eigenschaft von Bronze ist außerdem ihre Seewasserbeständigkeit. Darüber hinaus ist sie antimagnetisch, verschleißarm, elastisch und im Vergleich zu Edelstahl etwas spröder sowie etwa zehn Prozent schwerer.

Bell & Ross: BR 03-92 Diver Bronze

In diesem Jahr bringt Bell & Ross seine quadratische Taucheruhr BR 03-92 Diver in einem Gehäuse aus Bronze. Das Material wurde früher auch für Taucherhelme verwendet, eine Gravur davon befindet sich bei der Uhr auf dem Gehäuseboden. Die BR 03-92 Diver Bronze bis 300 Meter wasserdicht, verfügt über eine einseitig drehbare Lünette, nachleuchtende Indexe und Zeiger. Für ausreichend Energie sorgt ein Eta 2892, das in einem 42 Millimeter großen Gehäuse Platz findet. Das Armband aus gealtertem Leder, das den Vintage-Charakter der Uhr unterstreicht, kann zum Tauchen gegen ein Kautschukarmband ausgetauscht werden. Die Uhr ist auf 999 Exemplare limitiert und kostet 3.800 Euro.

 
Die Mischung aus Kupfer und Zinn gilt als die erste vom Menschen hergestellte Legierung. Dabei unterscheidet man zwischen Knet- und Gusslegierungen. Knetlegierungen enthalten neben Kupfer bis zu neun Prozent Zinn, während Gusslegierungen in der Regel einen Zinnanteil zwischen neun und zwölf Prozent aufweisen. Bronzen mit einem Zinnanteil von 20 Prozent sind als Glockenbronze bekannt. Bronzen werden aber nicht nur als reine Zweistofflegierungen genutzt. Im Gegenteil. Durch weitere Beimischungen lassen sich Werkstoffeigenschaften regelrecht maßschneidern.

Vintage VDB: P1000 Bronze
 

Auch die junge deutsche Uhrenmarke Vintage VDB kleidet ihre neue Taucheruhr in ein Gehäuse aus Bronze. Die Erfurter fertigen seit zehn Jahren robuste Zeitmesser für das nasse Element. Das Modell P1000 Bronze gehört mit seinen ein 48 mal 57 Millimetern und einer Höhe von 20 Millimetern nicht gerade zu den kleinsten. Die auf 20 Exemplare limitierten Uhren wurde vom kreativen Kopf der Marke, Stephan Obst, in Handarbeit gefertigt. Hinter dem Plexiglas und dem mit reichlich Leuchtmasse beschichteten Zifferblatt tickt in einem Weicheisenkäfig das Adolph Schild Werk 1700 NOS mit Automatikaufzug. Dieses bleibt bis 100 Bar vor eindringendem Wasser geschützt. Zudem ist die Uhr mit einem Heliumventil ausgestattet. Die 3.890 Euro teure Uhr kommt mit einem handgefertigten Lederband und einem Kautschukband.

Visconti: Abyssus Full Dive Chrono 500 PVD Gun

Der Abyssus Full Dive Chrono 500 PVD Gun der italienischen Marke Visconti ist einer der wenigen Chronographen in unserer Taucheruhren-Übersicht. Dabei sind sowohl die Krone als auch die Drücker verschraubt, so dass die Uhr bis 50 Bar druckfest ist. Doch auch am Strand macht sie eine gute Figur. Auf dem braunen Zifferblatt leuchten einem der Stundenzeiger und die römische Zwölf in knalligem Gelb und der orangefarbene Stoppsekundenzeiger entgegen. Auffällig auch die Datums- und Wochentaganzeige bei der Drei. Angetrieben wird der 45 Millimeter große Tauch-Chronograph mit seinem PVD-beschichteten Edelstahlgehäuse vom Automatikkaliber Sellita SW 500. Am Strand wird das wasserabweisen Lederarmband mit Kroko-Prägung in Gelb getragen, das unter Wasser gegen ein Textilarmband getauscht werden kann. Kostenpunkt: 3.500 Euro.

 
Für gewöhnlich platzieren die Hersteller die Krone bei drei Uhr. Dort befindet sie sich aber an einer sehr exponierten Stelle. Schon bei vier Uhr ist die Krone effektiver vor Stößen geschützt und drückt gleichzeitig nicht in den Handrücken. Noch besser ist die Positionierung von Krone und eventuellen Drückern an der linken Gehäuseseite.

Anonimo: Nautilo GC32

Damit die Aufzugskrone dem Taucher nicht unangenehm in den Handrücken drückt, platziert Anonimo die Krone beim Modell Nautilo GC32 bei vier Uhr und stattet sie mit einem markanten, lang gezogenen Kronenschutz aus. Sie gehört zum automatischen Kaliber Sellita SW 200-1, das bis 200 Meter vor Nässe geschützt ist und in einem 44 Millimeter großen, kissenförmigen Gehäuse Platz findet. Standardmäßig wird die 2.090 Euro teure Taucheruhr, die auf 17 Stück limitiert ist, an einem schwarzen Kautschukband getragen. Das zum farbigen Höhenring passende Natoband erhält der Käufer zusätzlich.

Bremont: Waterman

Bei der Waterman von Bremont wandert die Aufzugskrone mit dem langgezogenen Kronenschutz auf die Zwei-Uhr-Position. Die 43 Millimeter große Edelstahluhr besitzt eine Wasserdichtheit bis 500 Meter, zuzüglich der für Taucheruhren obligatorischen Sicherheitsreserve von 25 Prozent. Zudem bietet die Uhr dank eine 24-Stunden-Zeigers mit Leuchtspitze eine zweite Zeitzone. Im Innern der Uhr arbeitet das Automatikkaliber Eta 2893 mit Chronometerzertifikat, das dank einer von Bremont patentierten Gehäusefederung gegen Stöße gefeit ist. Ein Heliumventil für Sättigungstaucher rundet die professionelle Ausstattung ab. Für 4.995 Euro erhält man eines der auf 300 Exemplare limitierten Waterman.

Sturmanskie: Ocean Stingray S

Die Taucheruhr Ocean Stingray S von Sturmanskie ist mit dem automatischen Seiko-Uhrwerk NH35A ausgestattet und zeigt sich passend zum nassen Element ganz in Blau. Bis 30 Bar bleibt das auf 999 Exemplare limitierte Modell wasserdicht. Mit seinem 48 Millimeter großen Edelstahlgehäuse gehört die Uhr nicht zu den kleinsten. Die Lünette ist einseitig drehbar, weist aber keinerlei Skalierung auf. Im Set mit Kautschuk- und Lederarmband kostet die Ocean Stringray S 849 Euro.

 
Plant ein Taucher seinen Tauchgang ausschließlich mit einer mechanischen Taucheruhr, benötigt er zusätzlich einen Tiefenmesser und eine Tauchtabelle. Wichtig ist in jedem Fall immer die genaue Planung vor einem Tauchgang.

Aristo: Taucher Vintage 4H182

Der angesagte Retro-Trend macht auch vor Taucheruhren nicht halt: Der Taucher Vintage von Aristo hält Drücken bis 20 Bar stand. Passend zum Vintage-Look sind Zeiger und Indexe der Taucheruhr mit beigefarbener Leuchtmasse ausgestattet. Für Vortrieb sorgt das Automatikkaliber Eta 2824-2 mit Datumsanzeige. Das Deckglas besteht aus Mineralglas. Die Retro-Taucheruhr kostet 525 Euro.

 

Wasserdichtheit bei Taucheruhren − nichts für die Ewigkeit

Die Aussage zur Wasserdichtheit ist immer nur eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Prüfung. Durch Alterung, Verschleiß und Beschädigungen kann sich der Zustand jederzeit ändern. Die Dichtungen werden im Laufe der Zeit spröde. Hitze, Kälte, Staub, Salzwasser und Lösungsmittel beschleunigen den Prozess. Die Wasserdichtheit ist somit keine bleibende Eigenschaft. Sie sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden, besonders bei Funktionsuhren, die auf höhere Wasserdichtheit setzen. Für Taucheruhren schreibt die DIN 8306 eine jährliche Prüfung vor.

Longines: The Longines Legend Diver Watch

Beim Kauf der neuen Legend Diver Watch von Longines ist die Taucheruhr bis 30 Bar vor eindringendem Wasser geschützt. Sie ist die Neuauflage einer Taucheruhr von 1960. Longines bringt die Retro-Taucheruhr jedoch auf den neuesten Stand der Zeit und stattet sie mit Saphirglas und einem modernen Innenleben aus. Angetrieben wird die Uhr vom Großserienkaliber Eta 2824 mit Automatikaufzug. Die Tauchzeit wird bei der 42 Millimeter großen Edelstahluhr mit schwarzer PVD-Beschichtung über den innenliegenden Drehring eingestellt. Damit die Uhr auch unter Wasser ablesbar ist, sind Indexe, Ziffern und Zeiger mit Leuchtmasse belegt. Getragen wird die 2.360 Euro Taucheruhr am schwarzen Kautschukarmband in Milanaise-Optik.

 

©Bell & Ross
©Davosa
©Blancpain
©Damasko
©Bremont

Wie wichtig ist das Heliumventil bei Taucheruhren?

Das Heliumventil ist eigentlich nur für Berufstaucher beim Sättigungstauchen wichtig. Diese Taucher werden mit Taucherglocken in eine Tiefe von 150 bis 300 Meter gebracht, um dort ihrer Tätigkeit nachzugehen. Ab einer bestimmten Tauchtiefe kann der Organismus kein weiteres Gas mehr aufnehmen.

Aquadive: Bathyscaphe 100 True Blue Slim

Die Taucheruhr Bathyscaphe 100 True Blue Slim von Aquadive bietet bei sechs Uhr ein in das gehärtete Edelstahlgehäuse integrierte Heliumventil. Die 500 verfügbaren Exemplare messen jeweils 42,5 Millimeter im Durchmesser und werden am Kautschukband mit Tauchverlängerung getragen. Die einseitig drehbare Keramiklünette passt farblich zum Zifferblatt. Dahinter arbeitet das automatische Kaliber Eta 2836-2 mit Datumsanzeige, das bis 1.000 Meter vor eindringendem Wasser geschützt ist. Für 1.890 Euro geht es in die Tiefe.

 
Ist der Körper eine bestimmte Zeitspanne unter Wasser, also setzt er sich hohem Wasserdruck aus, wird die Dekompressionszeit bei Verlängerung der Tauchzeit nicht ausgedehnt. Die Dekompressionszeit bei einem Tauchgang bis 200 Meter würde beispielsweise eine Woche dauern. So lange kann man jedoch nicht im Wasser bleiben. Deswegen verwendet man Überdruckkammern: Die Taucher leben auf ihren Schiffen nach einem Tauchgang in solchen Druckkammern. Der Druck in der Kammer entspricht dem der Tauchtiefe, in der sie arbeiten müssen.

Davosa: Ternos Pro Black Suit
 

Bevor die Ternos Pro Black Suit von Davosa mit Wasser, UV-Licht und anderen Umwelteinflüssen in Berührung kommt, ist sie bis 50 Bar druckfest. Die schwarze, einseitig drehbare Keramiklünette wird auf ein 42 Millimeter großes Edelstahlgehäuse aufgebracht. Dieses ist DLC-beschichtet und daher äußerst kratzfest. Trotz schwarzer Leuchtmasse auf Indexen und Zeigern ist die Uhr auch bei Helligkeit gut ablesbar. Im Innern arbeitet das Automatikwerk Sellita SW 200. Dank des automatischen Heliumventils bei neun Uhr ist die auf 500 Exemplare limitierte Ternos auch zu Sättigungstauchen geeignet. Die Taucheruhr kommt an einem Edelstahlband mit Sicherheitsschließe und Taucherverlängerung. Für 948 Euro kann man mit ihr in die Dunkelheit abtauchen.

Edox: CO-1 Carbon Chronograph
Edox beschichtet das 45 Millimeter große Edelstahlgehäuse seiner Taucheruhr CO-1 Carbon Chronograph mit Karbon in Blau. Die Lünette aus Keramik wird farblich angepasst. Verschraubte Bedienelemente, Tauchzeitlünette, ein automatisches Heliumventil und eine Wasserdichtheit bis 500 Meter machen die Uhr zu einem echten Profitaucher. Für Vortrieb sorgt das Chronographenkaliber Valjoux 7750. Getragen wird die Uhr am schwarzen Kautschukband. Für 2.980 Euro kann man mit ihr auf Tauchstation gehen.

Delma: Shell Star Black Tag

Seit über 40 Jahr gehört die Taucheruhrenreihe Shell Star zur Kollektion der Schweizer Uhrenmarke Delma. Die auf 500 Exemplare limitierte Shell Star Black Tag Limited Edition erscheint in einem 44 Millimeter großen Edelstahlgehäuse mit kratzfester DLC-Beschichtung. Optisch fällt der massive Schutz für die verschraubte Krone, die orangefarbenen Zifferblattelemente sowie die schwarze oder orangefarbene Aluminiumlünette ins Auge. Technisch punktet sie mit einem Heliumventil, das Berufstaucher beim Aufsteigen aus einer Tiefseekammer nutzen, um angesammelte Atemgase schonend aus dem Gehäuse zu befördern. Trotz der Druckfestigkeit bis 50 Bar besitzt die Shell Star Black Tag Limited Edition einen Glasboden, der Einblick in das Automatikwerk Eta 2824-2 gibt. Kostenpunkt: 1.290 Euro

 
In der Druckkammer befindet sich ein Helium-Sauerstoff-Gemisch, da Stickstoff in der Pressluft schon ab 30 Metern einen Tiefenrausch verursachen kann. Die winzigen Helium-Atome dringen in jedes wasserdichte Gehäuse ein bis der Unterdruck in der Uhr dem Umgebungsdruck angepasst ist. Beim Auftauchen würde das Uhrengehäuse springen, da in der Uhr noch ein höherer Druck herrscht als in der Umgebung. Durch das Heliumventil kann der Überdruck im Gehäuseinneren entweichen. Für alle Taucher, die nicht zu der Gruppe von Berufstauchern gehören, ist das Heliumventil eine zusätzliche Öffnung, mit der ein potenzielles Risiko zur Undichtheit verbunden ist.

Ball Watch: Engineer Hydrocarbon Submarine Warface Chronograph

Mikrogasröhrchen verwendet auch die amerikanische Uhrenmarke Ball Watch bei ihrer neuen Taucheruhr Engineer Hydrocarbon Submarine Warfare Chronograph. Weitere Features sind eine Druckfestigkeit bis 30 Bar, eine Magnetfeldresistenz bis 4.800 Amperemeter und eine Stoßfestigkeit bis 7.500 g. Im 42 Millimeter großen salzwasserbeständigen Titangehäuse mit der patentierten Spezialsicherung für die Krone verrichtet das automatische Eta-Valjoux 7750 seine Arbeit. Die einseitig drehbare Edelstahllünette zeigt eine 60-Minuten-Graduierung und leuchtet ebenfalls nach. Die Taucheruhr ist für 3.240 Euro erhältlich.

 
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Prüfung der Gehäusedichtheit der Taucheruhr beim Juwelier

Ihr Juwelier nimmt für Sie die vorgeschriebene jährliche Prüfung Ihrer Taucheruhr vor. Mit Hilfe eines Trockentests wird die Uhr in einem Prüfgerät zunächst einem Unterdruck von circa 0,7 Bar ausgesetzt. Im zweiten Prüfvorgang muss die Uhr einem Überdruck von 3 Bar beziehungsweise je nach Druckfestigkeit der Uhr bis 10 Bar standhalten. Der Druckausgleich der Luft ins Gehäuse gibt nun Aufschluss darüber, ob dieses dicht hält. Wenn im ersten Schritt Luft aus der Uhr entweicht, ist das Gehäuse undicht. Beim Überdruck erkennt der Uhrmachermeister eine Undichtigkeit, wenn die Luft im Prüfgerät weniger wird. Der Vorteil des Trockentests: die Uhr kommt nicht mit Wasser in Berührung. Sollten die Prüfungen ergeben, dass das Gehäuse undicht ist, werden die für die Wasserdichtheit relevanten Teile getauscht. Auch wenn Sie nicht mit Ihrer Uhr ins Wasser gehen, wird der Austausch der Dichtungen empfohlen, denn auch im Alltag ist die Uhr unter anderem hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt und die Dichtungen werden durch UV-Strahlung spröde.
 

Laco: Skorpion Atlantik

Die für ihre Fliegeruhren bekannte deutsche Uhrenmarke Laco lanciert mit dem Modell Skorpion Atlantik eine durchaus fürs Tauchen geeignete Uhr. Ausgestattet mit einer einseitig drehbaren Tauchzeitlünette, genügend Superluminova für eine gute Ablesbarkeit unter Wasser und einer Druckfestigkeit bis 30 Bar bringt der Zeitmesser alle tauchrelevanten Eigenschaften mit. Im Innern der Taucheruhr arbeitet das Großserienkaliber Eta 2824-2 mit Automatikaufzug. Geschützt wird das Uhrwerk von einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse mit verschraubter Krone. Auf dem verschraubten Gehäuseboden der 980 Euro teuren Uhr befindet sich das Relief des namensgebenden Skorpions.

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Die 7 wichtigsten Innovationen für Taucheruhren

Während sich die Uhrenindustrie fast ausschließlich auf das Herzstück eines Zeitmessers konzentriert, haben die Bedürfnisse und Anforderungen von Tauchern in den letzten 60 Jahren vor allem dafür gesorgt, eben jenes Uhrwerk zuverlässig vor Wasser zu bewahren. Andererseits wurde darüber hinaus auch die eine oder andere clevere Idee ans Handgelenk gebracht, die sie für den Einsatz unter Wasser noch besser rüstet. DiveintoWatches.com stellt ein paar dieser funktionalen Highlights vor:

Das flexible Band

Taucher kennen das Phänomen - mit zunehmendem Druck verringert sich der Handgelenksumfang, die Uhr sitzt lose und befindet sich schon bald mit der Zifferblattseite unten oder stört beim Hantieren. Das umgekehrte Phänomen tritt notabene beim Auftauchen auf: der exemplarisch verwendete Neoprenanzug dehnt sich wieder aus, die Uhr sitzt wieder fester. Die handelsüblichen ausklappbaren Verlängerungen von Schließen schaffen es also lediglich, den mit dem Taucheranzug gewachsenen Handgelenksumfang zu kompensieren (und manchmal noch nicht mal das), sind aber nicht darauf vorbereitet, auf wechselnde Zustände zu reagieren.

In den 1960er- und 70er-Jahren führte dies zur Vorstellung von gefederten Bandstücken oder Schließen mit variablem Auszug (beispielsweise von Doxa und ZRC), während Seiko mit der Marinemaster und Rolex mit der Deepsea in der jüngeren Vergangenheit Faltschließen mit schrittweise anpassbaren Verlängerungen präsentierten (die mittlerweile nicht nur für Seiko typischen Bänder mit den Falten in Nähe des Bandsteges dürften oftmals mehr die Bandstege entlasten, als einen nennenswert vergleichbaren Spielraum zu bieten und ein zu weiches Band bietet wiederum zu wenig Sicherheit.)

Taucheruhren 2015: Tudor Pelagos Schließe
Eine der derzeit überzeugendste Lösungen: Die überarbeitete Tudor Pelagos beispielsweise verfügt nicht nur über eine integrierte Verlängerung, sondern auch über eine gefederte Schließe. Und wer doch lieber mit einem Kautschukband taucht, findet im Lieferumfang auch gleich das passende Band mit einem großzügig dimensionierten Zwischenstück (inklusive Falten) für den Trockentauchanzug.

Der gesicherte Drehring

Heutzutage Pflicht und gleichzeitig prägendes optisches Merkmal für jede Taucheruhr, dient der einseitig drehbare Ring einzig zur Anzeige der Tauchzeit. Einseitig, weil ein versehentliches Verstellen im Gegenuhrzeigersinn die verstrichene Zeit verlängert und den Taucher theoretisch früher auftauchen lässt (in der Praxis ist die Anzeige des Luftvorrats in dieser Hinsicht viel entscheidender geworden). Eine pragmatische Lösung ist, den Ring gut geschützt unter das Glas zu legen oder versehentliches Verstellen erst gar nicht zu ermöglichen - oftmals aber auf Kosten der Bedienfreundlichkeit. IWC führte deshalb für die Ocean 2000 und GST Aquatimer in den 1980er- und 90er-Jahren ein überzeugendes Konzept wieder ein, das Certina mit der 500 Meter wasserdichten SuperPH schon Ende der 1960er-Jahre ansatzweise verfolgt hatte: Erst durch Herunterdrücken lässt sich der äußere Ring verstellen. Bei Oris wählte man indes den umgekehrten Weg für die aktuellen ProDiver-Modelle: Hier muss der Drehring ganz einfach angehoben werden.

Taucheruhr 2015: Omega Seamaster 1200

Die legendäre Ploprof von Omega geht noch einen Schritt weiter: Sie verfügt zwar über einen beidseitig drehbaren Ring, aber erst durch gleichzeitiges Herunterdrücken des orangefarbenen Drückers lässt sich dieser auch bewegen. Noch komplizierter wird es dann bei der Oceanographic 4000 von Hublot: der innenliegende, einseitig drehbare Ring kann nur über eine separate, verschraubte Krone bei zehn Uhr bedient werden, die zudem noch unter einem aufklappbaren Schutzbügel liegt.

Zerlegbarkeit

Wer Erfahrungen mit Schusswaffen hat, weiß auch um die Wichtigkeit der Reinigung und Pflege einzelner Teile und damit auch um die Notwendigkeit, das Equipment selbst zerlegen und reinigen zu können. Während Sinn mit der U-Reihe den berechtigten Weg verfolgt, eine Lünette so zu konstruieren, dass sie erst gar nicht verloren gehen kann, entscheidet sich Citizen für den umgekehrten Weg: Der Besitzer der bis 1.000 Meter wasserdichten Titan-Uhr Promaster kann die Lünette relativ einfach entfernen und so von Verschmutzungen und Verkrustungen befreien. Ebenfalls erwähnenswert: Das integrierte Band wurde hier nicht mit herkömmlichen Federstegen befestigt, sondern mit runden Anschluss-Stücken direkt ins Gehäuse gesetzt und über den Boden fixiert (was die Wahl von alternativen Bändern einschränkt).

Taucheruhr 2015: Citizen Promaster 1000

Auch hier bieten innenliegende Lünetten einen Vorteil. Inwieweit sich Viscontis jüngst vorgestellte Scuba Abyssus mit der nach außen gekehrten Rastung bewährt, wird sich noch zeigen müssen.

Kronenschutz

Jede Gehäuseöffnung stellt auch eine potentielle Gefahrenquelle für die Wasserdichtheit einer Uhr dar, womit die oftmals exponierte Krone natürlich besonders ins Sichtfeld der Entwickler gerückt ist. Mehrfache Dichtungen gefolgt vom Schraubgewinde und dem seitlichen Flankenschutz können heute fast schon als Standard betrachtet werden, sind aber nicht unbedingt die einzige Lösung. Bereits eine Verlegung auf zwei, vier, sechs, acht, neun oder zwölf Uhr sorgt für erhöhten Komfort und Sicherheit. In Kombination mit einem Kronenschutz wie der der Edox Hydrosub oder über die Versenkung der Krone ins Band (wie bei Triton, ZRC oder Eterna/Porsche) steigt die Chance gleich nochmals, bei Fremdkontakt nicht die zuerst die Krone zu erwischen.

Taucheruhr 2015: ZRC Grands Fonds

Auch Panerais legendäre Bügelkonstruktion sorgt seit Jahrzehnten nicht nur für das zuverlässige Zusammenpressen der Dichtungen, sondern schützt effektiv vor Schlägen. Zusätzliche Kronenkappen im Stile der Canteen-Uhren aus den 1940er-Jahren werden heute eher als modische Form inszeniert, erschweren aber die Bedienung der oftmals winzigen Aufzugskrone. Den in dieser Hinsicht konsequentesten Weg verfolgt aber vermutlich das spanische AHCI-Mitglied Pita mit der Oceana: die bis 5.000 Meter wasserdichte Uhr kommt ganz ohne Krone aus, die Bedienung erfolgt über den Gehäuseboden.

Farbwahl

Mit zunehmender Tiefe verschwindet nicht nur das Licht, sondern auch die Farben nach und nach. Resultat: Zeiger und Zifferblatt sind schwieriger abzulesen oder werden im schlimmsten Fall unleserlich. Doxa hat mit der orangfarbenen Sub seit Jahrzehnten eine Lösung für maximalen Kontrast im Programm. Wer es etwas weniger bunt mag, findet mit den von Omega bekannten orangefarbenen Minutenzeigern einen guten Kompromiss, um auch in der Tiefe noch mit Freude auf die Uhr zu blicken.

Taucheruhren 2015: Rolex Sea-Dweller
Schwieriger wird es mit der eingeschlossenen Luft: Sie führt umgehend zu Spiegelungen, was nur mit einer Öl-gefüllten Quarzuhr (zum Beispiel der Sinn UX) zu verhindern ist.

Komplikationen

Auch bei Taucheruhren gibt es alle erdenklichen Komplikationen. Nur treten diese meist etwas in den Hintergrund, weil Gangreserve, Großdatum, Tourbillon oder retrograde Anzeigen unter Wasser schlichtweg keinen funktionalen Nutzen bieten (der Wecker mag früher wichtiger gewesen sein, heute dürfte er höchstens noch ein paar Fische erschrecken).

Taucheruhren 2015: Aquastar Benthos
Anders sieht es bei Chronographen mit zentralem Minutenzeiger (zum Beispiel der Aquatimer Minute Repeater von IWC oder früher Benthos von Lemania) aus, die für die Messung von Zwischenzeiten (zum Beispiel für Dekompressionstopps) hervorragend eingesetzt werden können. Der mechanische Tiefenmesser (zum Beispiel die Aquatimer Deep One bis Three von IWC oder die Aquis Depth Gauge von Oris) misst neben der Zeit auch gleich die zweite wichtige Dimension des Tauchens mit, im Falle der Blancpain X Fathoms fast schon ähnlich umfangreich wie ein Tauchcomputer mit mehreren Anzeigen.

Gehäusekonstruktion

Im Prinzip ist es gar nicht so schwierig, ein Uhrengehäuse zu bauen, das in jeder Wassertiefe dicht bleibt. Die eigentliche Kunst ist es, dabei so weit weg wie möglich von der idealen Kugelform zu kommen und gleichzeitig eine Uhr zu schaffen, die auch von normalen Menschen getragen werden kann. Einschalen-Gehäuse minimieren zwar mögliche Schwachstellen, erschweren aber die Wartung des Werkes.

Taucheruhren 2015: Rolex Deepsea Ringlock

Hier konnte Rolex mit der Deepsea im Jahr 2008 eine überzeugende Lösung präsentieren: ein mehrteiliger Boden und ein zusätzlicher Ring zwischen Glas und Gehäuse erhöhten die Druckfestigkeit massiv, beeinflussten die Bauhöhe der Uhr aber vergleichsweise minimal (interessanterweise wurde das Prinzip 4 Jahre später noch mit einem Technologieträger bis auf 12.000 Meter ausgelegt, womit die Serienproduktion in diesem Fall der Konzeptuhr vorausgegangen wäre).

Selbstverständlich ist die Grenze zwischen Gimmick und cleverem Engineering oftmals fließend, und der Nutzen einer Taucheruhr in der Praxis zugegebenermaßen auch etwas in den Hintergrund getreten: aber zu sehen, wie abwechslungsreich und erfinderisch die Hersteller bei dieser Gattung Uhr waren und sind, macht das Thema auch nach rund 80 Jahren unverändert faszinierend – für Käufer, Sammler und Uhrenjournalisten gleichermaßen.

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