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Chronos zeigt die Unterschiede in Werkkonstruktion und Funktionsweise bei 3 Top-Chronographen von A. Lange & Söhne, Patek Philippe und Vacheron Constantin.

Die 7 Ikonen unter den deutschen Armbanduhren

A. Lange & Söhne Lange 1, Nomos Tangente, Junghans Max Bill & Co.

Diese Zeitmesser aus Deutschland haben Geschichte geschrieben. Ihre Gestaltung, die über Jahrzehnte hinweg aktuell bleibt, macht sie zu Ikonen des Uhrendesigns. Hier finden Sie die schönsten und begehrtesten Uhrenmodelle aus Deutschland.

Deutsche Uhren-Ikone #1: A. Lange & Söhne Lange 1

Zum 25. Geburtstag der Lange 1 erscheint die Lange 1 "25th Anniversary"
Zum 25. Geburtstag der Lange 1 erschien Anfang 2019 die Lange 1 “25th Anniversary”

Nach der Neugründung von A. Lange & Söhne im sächsischen Uhrmacherstädtchen Glashütte wurde die Lange 1 im Jahr 1994 mit einem Paukenschlag vorgestellt: eine Uhr mit dezentralen Anzeigen, die nicht das ganze Zifferblatt zur Darstellung der Uhrzeit benötigte! Ein solcher Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Raum war revolutionär. Dabei blieb bei diesem Design die Fläche außerhalb des Hauptzifferblatts keineswegs ungenutzt. Hier fanden ein Großdatum, eine Gangreserveanzeige und eine kleine Sekunde reichlich Platz. Über die Jahre ließen sich auch andere Glashütter Marken zu dezentralen Anzeigen inspirieren. In der Zwischenzeit kamen zahlreiche Derivate der Lange 1 auf den Markt, aber das Basismodell wurde 2015 – nach 21 Jahren – zum ersten Mal grundlegend überarbeitet, und zwar vor allem im Innern: Es erhielt ein komplett neues Werk, das Manufakturkaliber L121.1 mit Handaufzug. Es besitzt eine durchgehende Dreiviertelplatine und Exzentergewichte statt Schrauben auf der Unruh. Der Gehäusedurchmesser blieb mit 38,5 Millimetern gleich. Diese technischen Eckdaten gelten auch für die abgebildete Weißgoldversion, die zum 25. Geburtstag der Lange 1 im Jahr 2019 erschien. Die 250 Exemplare der Lange 1 „25th Anniversary“ kosten je 43.700 Euro. Im Gegensatz zur normalen Lange 1 besitzt das Sondermodell einen Sprungdeckelboden, der eine Gravur des Lange-Stammhauses in Glashütte sowie die Namen der Markenneugründer Günter Blümlein und Walter Lange trägt.

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Deutsche Uhren-Ikone #2: Nomos Tangente

Nomos Glashütte: Tangente
Nomos Glashütte: Tangente

Die Nomos Tangente erschien 1992 als eines von vier Premierenmodellen der zwei Jahre zuvor gegründeten Marke Nomos Glashütte. Schnell wurde sie zur wichtigsten Säule der Kollektion. Das Design entspringt dem Deutschen Werkbund, einer 1907 in München gegründeten Vorläuferbewegung der Designschule Bauhaus, und wurde vor dem zweiten Weltkrieg von verschiedenen Uhrenherstellern verwendet. Der Werkbund setzt sich bis heute dafür ein, dass Handwerk und Maschinenarbeit kombiniert werden, was gute Produkte für ein breites Publikum erreichbar machen soll. Das gilt auch für die Tangente in Originalgröße, die trotz hauseigenem Handaufzugskaliber Alpha erschwinglich bleibt. Für die 35-Millimeter-Edelstahluhr sind mit dem optionalen Saphirglasboden (empfehlenswert!) 1.660 Euro zu bezahlen; ohne Einblick ins Werk sind es sogar nur 1.460 Euro.

Deutsche Uhren-Ikone #3: Junghans Max Bill

Junghans: Max Bill Automatic
Junghans: Max Bill Automatic mit Strichindexen

Der Architekt, Designer und ehemalige Bauhaus-Schüler Max Bill entwarf 1961 eine Armbanduhr, die die Junghans-Kollektion bis heute prägt wie keine andere. Eigentlich sind es sogar zwei: eine mit bloßen Strichindexen und eine mit Stunden- und Minutenzahlen. Obwohl sich die beiden Designs der Junghans Max Bill unterscheiden, stehen beide Entwürfe für Reduktion, Klarheit und Funktionalität. Die Form folgt der Funktion.

Die Max Bill Automatik von Junghans mit Stundenzifferblatt und sandgoldfarbener PVD-Beschichtung.
Junghans: Max Bill Automatic mit Stunden- und Minutenzahlen in der Version mit “sandgoldfarbener” PVD-Beschichtung

Ganz nebenbei gehört die Max Bill von Junghans zu den günstigsten Ikonen überhaupt – egal ob man sich für die Handaufzugsversionen in der Originalgröße von 34 Millimetern zu Preisen ab 625 Euro entscheidet oder lieber auf die hier abgebildeten, größeren und teureren Automatikvarianten zurückgreift. Die 38-Millimeter-Edelstahluhren mit dem Automatikkaliber Eta 2824 sind ab 875 Euro erhältlich.

Deutsche Uhren-Ikone #4: Glashütte Original Sixties

Glashütte Original: Sixties Jahresedition 2019 orange
Glashütte Original: Sixties Jahresedition 2019

Designs aus der eigenen Firmenvergangenheit zu zitieren, liegt in der Uhrenbranche heute voll im Trend. Bei Glashütte Original heißt die Vergangenheit VEB GUB (Volkseigener Betrieb Glashütter Uhrenbetriebe). Zu diesem Konglomerat war die ortsansässige Uhrenindustrie zur DDR-Zeit zusammengefasst. Der direkte Vorgänger der Glashütte Original Sixties ist ein Modell der legendären Spezimatic-Linie, das ab 1964 produziert wurde. Originalgetreue Designelemente, die die Herzen von Retrofans höher schlagen lassen, sind ein am Rand gewölbtes Zifferblatt, eingefräste Stundenmarkierungen und die verspielte Zifferntypografie. Deck- und Bodenglas ragen weit aus dem schmalen Gehäusemittelteil hervor – ein zusätzliches attraktives Designmerkmal der sechziger Jahre, das die Uhr besonders flach wirken lässt und den Tragekomfort erhöht. In ihrer neuesten Version besitzt die 39 Millimeter große Edelstahluhr ein orangefarbenes Dégradé-Zifferblatt, das in einem aufwendigen Verfahren in der markeneigenen Zifferblattfabrik entsteht. Der Preis für dieses Modell beträgt 6.300 Euro. Im Innern tickt das automatische Manufakturkaliber 39-52.

Deutsche Uhren-Ikone #5: Meistersinger Einzeigeruhren

Meistersinger: No.3
Meistersinger: No. 03

Für Leute, die im Zweifelsfall mal eine Minute mehr Zeit haben oder sich diese gerne nehmen, stellt Meistersinger seit 2001 Einzeigeruhren her. Die Idee stammt ursprünglich vom Produktgestalter Klaus Botta (Botta-Design), einem früheren Geschäftspartner des Meistersinger-Gründers Manfred Brassler. Meistersinger jedoch hat das Konzept von Anfang an besonders erfolgreich vermarktet und wird am stärksten damit identifiziert. Das liegt auch an den übrigen attraktiven Gestaltungselementen: Die Uhren besitzen schlichte Balkenindexe und zweistellige Stundenzahlen, auf die ein spitz zulaufender Zeiger weist, wie man ihn von klassischen Messuhren kennt. Auf diese Weise lassen sich die Fünf-Minuten-Intervalle relativ komfortabel ablesen; die verbleibende Ungenauigkeit ist beabsichtigt und dient der persönlichen Entschleunigung. Die abgebildete No. 03 bietet mit dem Eta 2824 oder Sellita SW 200 einen Automatikaufzug. Wie bei den Handaufzugsuhren No. 01 und 02 ist auch hier die Version mit elfenbeinfarbenem Zifferblatt am bekanntesten. Die Edelstahluhr mit einem Durchmesser von 43 Millimetern kostet 1.590 Euro.

Deutsche Uhren-Ikone #6: Laco Fliegeruhr Original Replika 55

Laco: Fliegeruhr Original Replika 55
Laco: Fliegeruhr Original Replika 55

Ein Stück Militärgeschichte ist die 55 Millimeter große Flieger-Beobachtungsuhr, die mehrere deutsche Marken sowie IWC Schaffhausen in den 1940er Jahren für die deutsche Luftwaffe nach deren Spezifikationen hergestellt haben. Anders als A. Lange & Söhne, Wempe und Stowa hat Laco die Uhr im Originalformat heute wieder im Portfolio. Das Zifferblatt der 55 Millimeter großen Laco Fliegeruhr Original Replika 55 ist nach den Baumustern A und B erhältlich, das heißt mit außen liegenden Stundenzahlen oder, wie hier abgebildet, mit kleinem Stundenkreis nahe dem Zentrum. Der Boden des sandgestrahlten Edelstahlgehäuses trägt wie damals außen die Seriennummer und innen Kenndaten wie Gerät- und Werknummer. Das Werk stammt nicht mehr aus eigener Fertigung, aber Laco baut das von der Eta zugelieferte Handaufzugskaliber Eta Unitas 6497 auf eine Zentralsekunde um und ergänzt eine Schwanenhals-Feinregulierung. Kostenpunkt: 3.450 Euro.

Deutsche Uhren-Ikone #7: Hanhart Pioneer MK II

Hanhart: Pioneer MK II
Hanhart: Pioneer MK II

Die ersten Armbandchronographen von Hanhart – allesamt mit hauseigenen Handaufzugswerken – erschienen 1938, wobei die Version mit Kaliber 41 durch ihren asymmetrisch nach oben verlagerten Start-Stopp-Drücker auffiel. Während des Zweiten Weltkriegs kam schließlich der heute berühmte rote Nullstelldrücker hinzu. Die Legende besagt, dass die besorgte Frau eines Kampfpiloten den unteren Drücker seines Hanhart-Stoppers, der nicht vorzeitig betätigt werden sollte, zur Warnung mit rotem Nagellack bemalte. Ein weiteres typisches Merkmal war die Drehlünette mit roter Markierung; sie diente dazu, Intervalle über 30 Minuten, für die der Chronograph nicht ausreichte, zu messen. Heute liefert Hanhart den Fliegerchronographen unter dem Namen Pioneer MK II mit dem zugekauften Automatikkaliber Eta-Valjoux 7753. Alle Gestaltungselemente bis hin zum genieteten Kalbslederband sind jedoch erhalten geblieben, sodass dieses Modell zu Recht einen Platz unter den deutschen Uhren-Ikonen einnimmt. Die 40-Millimeter-Edelstahluhr kostet 1.940 Euro.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Oktober 2016.

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Produkt: Download: Mühle-Glashütte ProMare Chronograph im Test
Download: Mühle-Glashütte ProMare Chronograph im Test
Chronos hat die brandneue Sportuhr von Mühle-Glashütte, den ProMare Chronograph, auf seine sportlichen und Alltagsqualitäten getestet.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wann lesen wir über Firmen die weniger ins Werbung investieren… Wie z.B. Aristo, Archimede, Limes, Dekla… und trotzdem jeden Tag immer mehr Kunden mit neuen Modellen, perfekten Qualität und Service überzeugen? 🙂

    Viele Grüße, R.

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