“Erwartungen übertroffen”: Chronos Leserreise 2018

Omega, Zenith, TAG Heuer, Montblanc und Girard-Perregaux wurden besucht

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 30. April 2018

“Meine Erwartungen wurden übertroffen”: So äußerte sich nicht nur einer der sieben Teilnehmer der Chronos Leserreise 2018. Sie führte wie im Vorjahr zu fünf teilweise ganz unterschiedlichen Uhrenmanufakturen, die zumindest eines gemein haben: Sie liegen im Gebiet zwischen Le Locle/La Chaux-de-Fonds und Biel.

Omega: Die Werkefabrik in Villeret
Chronos Leserreise 2018: Die Teilnehmer mit Omega-Präsident Raynald Aeschlimann
Chronos Leserreise 2018: Bei Omega legen die Teilnehmer selbst Hand an
Omega-Zentrale in Biel: Ganz rechts das neue Manufakturgebäude
Chronos Leserreise 2018: Präsentation der Kollektion bei Omega

Der erste Tag war ganz Omega gewidmet: Am Vormittag besuchten wir die Werkefertigung in Villeret, wo die Automatikkaliber 8500, 8800 und 8900 produziert werden; der Nachmittag war der neuen Manufaktur am Hauptsitz in Biel gewidmet. Hier findet unter anderem die Metas-Zertifizierung statt, hier werden die Werke in die Uhren eingeschalt, die Uhren mit den Armbändern versehen und versandfertig gemacht. 2017 hatten die Chronos-Leser zu den ersten gehört, die überhaupt die neu eröffnete Manufaktur betreten durften. Damals wurde bereits in einigen Stockwerken gearbeitet. Die Teilnehmer von 2018 kamen dagegen in den Genuss, die Manufaktur in fertigem Zustand zu besuchen. Besonders beeindruckt waren alle von dem Blick in das riesige, über 15 Meter tiefe Teilelager, in dem ein roboterartiges Logistiksystem ununterbrochen Komponenten entnahm, um sie an die richtigen Arbeitsplätze zu bringen. Vor dem abschließenden Besuch des Omega Museums nahm sich Omega-Präsident Raynald Aeschlimann fast eine Stunde Zeit, um Fragen der Leser zu beantworten.

Girard-Perregaux: Herstellung der berühmten Goldbrücken
Im Komplikationsatelier von Girard-Perregaux
Wachsmodelle bei Girard-Perregaux
Chronos-Leserreise 2018: Präsentation der Kollektion bei Girard-Perregaux

Während es bei Omega aufgrund der industriellen Großserienfertigung nicht möglich war, einen Fuß in die Produktionsräume zu setzen, konnten die Teilnehmer bei allen anderen Manufakturen durch die verschiedenen Fertigungsateliers streifen und dabei Uhrmachern, Konstrukteuren, Designern und Polisseuren über die Schulter schauen. Und bei allen Stationen konnte man unmittelbar erleben, wie stark die Historie der jeweiligen Marken bis heute prägend ist. So bedeutete der Besuch von Girard-Perregaux mehrere Spaziergänge durch das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Uhrmacherstädtchen La Chaux-de-Fonds. Während wir vom blauen Verwaltungsgebäude zur Villa liefen, in der die Werkteile gefertigt werden, um anschließend in der ebenfalls Girard-Perregaux gehörenden Villa Jeanrichard die Kollektion zu betrachten, erzählte der Historiker und langjährige GP-Mitarbeiter Willy Schweizer Wissenswertes zur Geschichte von Stadt, Architektur und Uhrmacherei.

Zenith-CEO Julien Tornare begrüßt die Chronos-Leser
Zenith-Manufaktur Le Locle: G. F. J. steht für Firmengründer Georges Favre-Jacot
Chronos Leserreise 2018: Auf dem historisch bedeutsamen Dachboden bei Zenith
Zenith: Grundplatinen für das Chronographenkaliber El Primero

Bei Zenith ist immer Beinarbeit gefragt, weil sich hinter dem Haupteingang ein am Hang liegendes Areal von sage und schreibe 18 Gebäuden auftut, die man durch das Steigen unzähliger Treppen erreicht. Die Gebäude wurden in den Jahrzehnten nach der Firmengründung durch Georges Favre-Jacot 1865 sukzessive errichtet. Ganz oben liegt auch der Höhepunkt: der berühmte Speicher, auf dem Zenith-Mitarbeiter Charles Vermot in den Siebzigern die Werkzeuge zur Fertigung des El-Primero-Kalibers versteckte: Die neuen Besitzer wollten sie während der Quarzkrise verschrotten, weil sie nicht an die Zukunft der Mechanik glaubten. Als später Ebel und Rolex nach dem El Primero verlangten, konnte Zenith dank Vermot rasch wieder in die Fertigung einsteigen und das erste automatische Chronographenwerk auch selbst wieder in Anspruch nehmen.

Chronos-Leserreise 2018: Bei Montblanc in Villeret
Die Montblanc-Manufaktur in Villeret
Montblanc: Werkskomponenten mit dem typischen Minerva-Pfeil
Montblanc: alte Minerva-Zifferblätter

Historie durchweht auch die Montblanc-Manufaktur in Villeret: Sie beheimatete einst die Marke Minerva, die in den Nullerjahren von Montblanc übernommen wurde. Hier befindet sich inzwischen die komplette Werkeentwicklung von Montblanc. Zum Abschluss ging es wieder nach La Chaux-de-Fonds ins riesige, moderne Hauptquartier von TAG Heuer, wo wir durch die verschiedenen Abteilungen geführt wurden, um schließlich einen Blick ins Museum zu werfen und, wie bei jeder Marke, die wichtigsten Uhren der aktuellen Kollektion in die Hand zu nehmen.

Chronos Leserreise 2018- Querschnittmodell bei TAG Heuer
Im TAG Heuer Museum
Chronos Leserreise 2018: Bei TAG Heuer
Die Chronos Leserreise 2018 führte hinter die Türen von TAG Heuer

Die Chronos Leserreise nach Biel, Villeret, La Chaux-de-Fonds und Le Locle wird auch 2019 wieder im Frühjahr stattfinden. Die nächste Chronos Leserreise gibt es bereits im Herbst 2018: Vom 9. bis 11. Oktober besuchen wir Patek Philippe, Vacheron Constantin, Roger Dubuis in Genf, Hublot in Nyon sowie das Komplikationsatelier von Bulgari in Le Sentier. Weitere Leserreisen 2018 finden Sie HIER. buc

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