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Im Test der Chronos-Redaktion muss sich die Hublot Big Bang Unico beweisen.

Interview: Jean-Claude Biver über das Zusammenspiel von Design, Emotionalität und Marke

„Das Design muss sich an die Botschaft der Marke anpassen“

Jean-Claude Biver ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Uhrenmanager. Er hat Blancpain und Hublot zu dem gemacht, was sie heute sind. Er hat in den 1990er Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass aus Omega eine attraktive Marke wurde. Und er hat bei TAG Heuer und Zenith bahnbrechende Innovationen eingeführt.

Jean-Claude Biver am Schreibtisch sitzend während des Interviews
Jean-Claude Biver am Schreibtisch sitzend während des Interviews

Biver gilt als einzigartiges Marketinggenie, sein Charisma und seine mitreißenden Auftritte sind legendär. Auch auf das Design vieler wichtiger Uhren hat er eine nachhaltige Wirkung ausgeübt. Und so hat ihn der renommierte internationale Designpreis Red Dot 2020 mit dem erstmals vergebenen Personality Prize ausgezeichnet. Damit ehrt Red Dot von nun an sogenannte Creative Leaders, die es geschafft haben, “eine gravierende Veränderung einzuleiten, Chancen zu nutzen und etwas Neues zu schaffen”, wie es in der offiziellen Pressemitteilung des Awards heißt.

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Seit 2014 war Biver verantwortlich für den Uhrenbereich des Luxuskonzerns LVMH und damit nicht mehr nur für Hublot, das er seit 2004 zu durchschlagendem Erfolg geführt hatte, sondern auch für dessen Schwestermarken TAG Heuer und Zenith. Und genau diese drei Marken erhielten in den letzten Jahren begehrte Designpreise: Der Red Dot Best of the Best ging 2017 an die Hublot Big Bang Meca-10 Magic Gold und 2018 an das TAG Heuer Connected Modular 45 Luxury Kit; im selben Jahr bekam Zenith den Red Dot für seine Defy Lab.

Zenith: Defy Lab
Die Zenith Defy Lab erhielt 2018 den Red Dot

Die Big Bang Meca-10 Magic Gold bestach die Jury sowohl durch die Offenlegung der Mechanik durch den Verzicht auf ein Zifferblatt als auch durch das innovative, von Hublot entwickelte kratzfeste Gehäuse aus „Magic Gold“, einer Legierung aus 75 Prozent Feingold und 25 Prozent Keramik. Bei TAG Heuer ging es um die Weiterentwicklung der Smartwatch zu einer modularen Austauschbarkeit der äußeren Bestandteile, sodass der Benutzer das Aussehen seiner Uhr im Handumdrehen verändern kann. Zenith schließlich hatte die klassische Schweizer Ankerhemmung durch einen neuartigen Antrieb mit einem schnell hin und her schwingenden Oszillator ersetzt, der von außen sichtbar ist und so die neue Technik mit einem futuristischen Design verbindet. Nach der Bekanntgabe der Ehrung sprachen wir mit Jean-Claude Biver über die Rolle, die das Design beim Erfolg von Uhrenmarken einnimmt.

Herr Biver, Uhren leben heute von ihrer Emotionalität. Welche Rolle spielt dabei das Design?
Emotion fließt meistens durch die Augen direkt ins Herz, also spielt das Design hier die wichtigste Rolle. Das ist auch der Grund dafür, dass wir immer so viel Wert auf Design gelegt haben. Es ist für den Betrachter sozusagen der “Eintrittspunkt” ins Produkt.

Sie haben Hublot als Ihren größten Erfolg bezeichnet. Wie stark hat das Design der Big Bang den rasanten Aufstieg der Marke bestimmt?
Das Design der Big Bang hat eine außerordentlich wichtige Rolle gespielt. Die Art und Weise, wie die Big Bang gestaltet ist, hat zu einem hohen Wiedererkennungseffekt geführt. Und den braucht man beim Aufbau einer Marke unbedingt.

Hublot: Big Bang Meca-10 Magic Gold
Die Hublot Big Bang Meca-10 Magic Gold erhielt 2018 den Red Dot Best of the Best

Die Red-Dot-Jury hat in den letzten Jahren drei Uhren ausgezeichnet, die unter Ihrer Ägide entstanden sind. Was ist das Erfolgsgeheimnis der drei Uhren?
Bei der Big Bang Meca-10 Magic Gold spielt nicht nur das Design eine wichtige Rolle, sondern vor allem auch die Erfindung eines kratzfesten 18-karätigen Goldes! Die TAG Heuer Connected Modular ist die Premiere einer modularen Uhr: Der Besitzer selbst kann in nur drei Sekunden das Werk, die Lünette, die Anstöße oder das Band wechseln.

TAG Heuer: Connected Modular 45 Luxury Kit
Die TAG Heuer: Connected Modular 45 Luxury Kit erhielt 2018 den Red Dot Best of the Best

So hat er schließlich nicht nur eine einzige Uhr, sondern eine Palette von verschiedenen Uhren. Bei der Defy Lab wiederum ist das Besondere die Erfindung einer völlig neuartigen Hemmung – nach mehr als 400 Jahren mit dem bekannten, klassischen System. Man sieht an diesen drei Uhren, dass Design sich auch auf Technologie stützen muss.

In den letzten Jahren war das Uhrendesign sehr expressiv, reich an Farben und Formen. Bleibt das so, oder müssen die Uhrenmarken nach der Coronakrise ihre Designkonzepte verändern – etwa, weil sich die Kunden weniger Äußerlichkeit wünschen?
Designkonzepte verändern sich mit der Zeit, weil sie nicht mit der Vergangenheit leben, sondern sich an die Zukunft anknüpfen. Klar werden nach der Coronakrise andere Trends im Design kommen, und an diese sollte man sich besser schon jetzt anpassen.

Welchen Tipp würden Sie heutigen und künftigen Uhrenkreateuren mit auf den Weg geben?
Jeder Designer muss sich unbedingt an die Botschaft der Marke anpassen. Oft ist das die schwierigste Aufgabe. Wichtig ist also die Kohärenz des Designs mit der Botschaft der Marke. buc

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Produkt: Download: Hublot Big Bang Meca-10 im Test
Download: Hublot Big Bang Meca-10 im Test
Die Hublot Big Bang Meca-10 scheint geradewegs aus der Zukunft zu kommen. Bietet die Manufakturuhr auch technisch zukunftsweisendes? Chronos testet die Meca-10.

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