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Download Meilensteine: Breitling
Hier finden Sie die wichtigsten Meilensteine der Manufaktur Breitling im Überblick.

Nachhaltigkeit bei Uhrenmarken

Wie grün ist meine Uhr?

Nachhaltigkeit ist das Thema der Stunde. Doch wie hält es eigentlich die Uhrenindustrie, wenn es um ethische und ökologische Verantwortung geht? Die gute Nachricht zuerst: Wer eine hochwertige mechanische Armbanduhr kauft, investiert bereits in ein nachhaltiges Produkt. Langlebigkeit ist eine der großen Tugenden der traditionellen Uhrmacherei, die nie den schnellen Konsum im Blick hatte, sondern eine Qualität, die im Idealfall Generationen überdauert.

Chopard verwendet ausschließlich "ethisches Gold": L.U.C XPS Fairmined
Chopard verwendet ausschließlich “ethisches Gold”: L.U.C XPS Fairmined (Bild: Protected by Copyright)

Patek Philippes berühmter Slogan „Eine Patek Philippe gehört einem nie ganz allein. Man erfreut sich ein Leben lang an ihr, aber eigentlich bewahrt man sie schon für die nächste Generation“ bringt diese Idee auf den Punkt. Dass mehr dahintersteckt als nur eine gute Marketingidee, steht außer Frage. Ein Blick in die Kataloge der großen Auktionshäuser belegt die langen Lebenszyklen, die Uhren von hoher Qualität für sich verbuchen können. Und kaum jemand kennt nicht irgendwen, der die makellos funktionierende Mechanikuhr vom Großvater, Vater, Onkel am Arm trägt. Ist also, wortwörtlich genommen, alles im grünen Bereich, wenn es um die mechanische Uhr geht? Schön wär’s. Allein die Diskussionen um die ökologischen und humanitären Missstände bei der Goldgewinnung, die die Öffentlichkeit immer wieder beschäftigen, beweisen, dass nicht alles gut ist, was golden glänzt. Außerdem wäre da die Frage, wie es mit den ökologischen Fußabdrücken aussieht, die die Uhrenindustrie bei ihrer täglichen Arbeit hinterlässt. Solchen Themen müssen sich die Uhrenmarken stellen, denn eins ist sicher: In Zeiten einer zunehmenden Nachfrage nach fair und ökologisch verantwortungsvoll hergestellten Produkten setzen die Kunden gerade bei der Luxusindustrie hohe Maßstäbe an. Schließlich sind Wunschobjekte wie eine hochwertige Uhr keine Güter, die man zum Überleben braucht, sondern sie sollen Freude machen. Und zu dieser Freude gehört für den Konsumenten von heute die Sicherheit, mit seinem Kauf weder anderen Menschen noch der Umwelt – und damit den kommenden Generationen – zu schaden.

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RJC: Nachhaltige Standards

Bemühungen um Nachhaltigkeit gibt es in der Uhrenindustrie nicht erst, seit Schüler für die Zukunft des Planeten auf die Straße gehen. 2005 wurde der Responsible Jewellery Council, kurz RJC, gegründet. Sein Ziel: verantwortungsvolle Standards für die gesamte Lieferkette von Juwelierwaren zu etablieren – von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis zum Einzelhandel. Faire Arbeitsbedingungen und andere ethische Aspekte gehören ebenso zu diesen Standards wie ökologisch vertretbares Handeln. Eine ganze Reihe von Uhrenmarken hat sich in den letzten Jahren eine Zertifizierung durch den RJC erworben. IWC, A. Lange & Söhne und Cartier sind nur einige der großen Namen, die sich verpflichten, den „Codes of Practices“ dieser Institution zu entsprechen. Auch die hauseigene Goldgießerei der Swatch Group hat die Zertifizierung des Responsible Jewellery Council erlangt und sieht sich in der Lage, den gesamten Goldverbrauch des Konzerns auch unter ethischen Gesichtspunkten nachzuverfolgen.

Chopard investiert in kleinere Goldminen in Lateinamerika
Chopard investiert in kleinere Goldminen in Lateinamerika wie in Iquira, Kolumbien

Die RJC-Zertifizierung ist zweifelsohne eine gute Basis für eine nachhaltige Unternehmenskultur. Doch gerade, was die Gewinnung von Gold unter ökologisch und sozial vertretbaren Bedingungen betrifft, kann man noch weiter gehen. Das beweist Chopard. Seit sich das Unternehmen im Jahr 2013 auf seine „Journey to Sustainable Luxury“ begeben hat, ist es zu einem Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit in der Schmuck- und Uhrenwelt geworden. Chopard hat in Kollaboration mit dem Beratungsunternehmen Eco-Age eine ganze Reihe von Initiativen ergriffen, um insbesondere im Bereich der Gold- und Edelsteingewinnung nach Maßstäben zu handeln, die den beteiligten Menschen und der Umwelt gegenüber verantwortungsvoll sind.

So konnte Chopard im Sommer 2018 mit einer Meldung an die Öffentlichkeit treten, die zu Recht Aufsehen erregte: Seit diesem Zeitpunkt verwendet das Unternehmen ausschließlich „ethisches Gold“, wie es in der hauseigenen Formulierung heißt. Unter diesen Begriff fasst Chopard zweierlei: Da wären zum einen Edelmetalle, die man von Anbietern mit einer Zertifizierung durch den bereits erwähnten Responsible Jewellery Council bezieht. Die zweite Kategorie des ethischen Chopard-Goldes ist außergewöhnlicher: Die Uhren- und Schmuckmarke ist selbst auf dem Sektor des Goldbergbaus aktiv geworden. In Zusammenarbeit mit der in Kolumbien ansässigen ARM, der Alliance for Responsible Mining, investiert Chopard in kleine, handwerklich betriebene Minen in Lateinamerika. Zum einen unterstützt das Unternehmen diese Minen auf ihrem Weg zu Fairmined-Zertifizierungen, zum anderen ist Chopard selbst der weltweit größte Abnehmer von Fairmined Gold. Carolin Scheufele, Co-Präsidentin und Kreativdirektorin von Chopard, trifft einen Nerv der Zeit, wenn sie sagt: „Wahrer Luxus setzt voraus, dass man die Handschrift der eigenen Lieferkette kennt. Als Kreativdirektorin bei Chopard bin ich sehr stolz, unseren Kunden mehr über den Ursprung unserer wunderschönen Stücke erzählen zu können. Und ich weiß, dass unsere Kunden diese Stücke eben wegen dieser Geschichte mit Stolz tragen werden.“

IWC: Das neue Manufakturzentrum in Schaffhausen
IWC: Das neue Manufakturzentrum in Schaffhausen

Die Herkunft der Materialien ist ein zentraler Punkt, wenn es um Nachhaltigkeit in der Uhrenwelt geht. Ein anderer ist die ökologische Auswirkung der täglichen Arbeit in der Uhrenproduktion. Beim Klimabewusstsein nimmt IWC eine führende Rolle ein. Das Unternehmen im Schweizerischen Schaffhausen benutzt zu hundert Prozent erneuerbare elektrische Energie. Außerdem verfügt das 2018 eröffnete neue Manufakturzentrum über viele zeitgemäße Features einer klimaeffizienten Architektur. Grundsätzlich will IWC seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um zehn Prozent verringern. Mit diesem Engagement steht die Schaffhauser Manufaktur nicht allein: Der Luxuskonzern Richemont, dem IWC angehört, hat das „Richemont Green Handbook“ entwickelt, das einerseits eine verantwortungsvolle Materialherkunft und andererseits Maßnahmen zum Umweltschutz zu den Konzerngrundsätzen erklärt. Hier kommt auch der ökologisch extrem relevante Gesichtspunkt der Verpackung ins Spiel. Die ist gerade bei Luxusprodukten traditionell sehr aufwendig, und wenn Richemont sich die Schlagwörter „Reduce, Reuse and Recycle“ auf die Fahnen schreibt, ist damit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan. Bei IWC hat man für das Thema nachhaltige Verpackung ein eigenes Komitee gegründet, das an konkreten Maßnahmen arbeitet – mit dem Ziel, Gewicht und Volumen der Verpackungsmaterialien bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren.

Ein großer Schweizer Luxuskonzern, der mit nachhaltiger Architektur auf sich aufmerksam gemacht hat, ist die Swatch Group. Für die Marke Swatch hat der japanische Stararchitekt Shigeru Ban in Biel ein neues Headquarter geplant: einen Holzbau, der energiesparend und emissionsarm konzipiert wurde. Es gibt viele Möglichkeiten, sich für unseren Planeten einzusetzen. Seit einigen Jahren bereits fühlen sich mehrere Uhrenmarken, für die Taucheruhren eine bedeutende Rolle spielen, dem Schutz der Meere verpflichtet.

Blancpain arbeitet für sein Ocean Commitment mit dem Taucher Laurant Ballesta zusammen
Unter dem Label Blancpain Ocean Commitment engagiert sich Blancpain für diverse Ozean-Projekte (Bild: Barbara Brou)

So hat Blancpain die Initiative „Blancpain Ocean Commitment“ ins Leben gerufen, im Zuge derer sich das Unternehmen immer wieder als Sponsor von Organisationen betätigt, die sich der Erforschung und dem Schutz der Weltmeere verschrieben haben. Neben der finanziellen Unterstützung dieser Organisationen bringt Blancpain regelmäßig limitierte Taucheruhren-Sondereditionen heraus, deren Erlös zum Teil den Ozean-Initiativen zugute kommt. Omega geht mit dem Projekt „Planet Ocean“ ähnliche Wege und will vor allem das öffentliche Bewusstsein für die Situation der Meere wecken.

Oris und das Wasser

Besonders intensiv setzt sich Oris für den Schutz des Lebensraums Wasser ein – mit sehr konkreten, regelmäßigen und projektbezogenen Aktionen. Dabei kann es sich um die Unterstützung einer Organisation handeln, die sich der Wiederherstellung der durch massive Hitzewellen zerstörten Teile des Great Barrier Reef widmet. Oder um Kollaborationen mit Persönlichkeiten wie dem Expeditionsschwimmer Ernst Bromeis, der durch seine Projekte in der Öffentlichkeit Sensibilität für die Kostbarkeit und Verletzlichkeit der Gewässer wecken will.

Oris: Clean Ocean Limited Edition
Oris: Clean Ocean Limited Edition

Spektakulär ist die neue Partnerschaft, die Oris mit Pacific Garbage Screening eingegangen ist. Die junge Meeresschutzorganisation entwickelt augenblicklich eine Vorrichtung, die Plastikmüll in Flüssen und Mündungen bereits abfangen soll, bevor er ins Meer gelangt – damit er in einem zweiten Schritt in Energie und biobasierte Produkte umgewandelt werden kann. Wie auch den anderen Kollaborationen zum Schutz der Meere hat Oris dieser Partnerschaft eine Uhr gewidmet: die auf 2000 Stück limitierte Taucheruhr Clean Ocean Limited Edition, die der Käufer in einer aus umweltfreundlichen Algen gefertigten Box erhält. Das Design des Modells bezieht sich in verschiedener Hinsicht auf das Thema Meer: Die Blautöne von Zifferblatt und Lünette greifen die Farbe des Wassers auf.

Oris: Clean Ocean Limited Edition Rückseite
Die Oris Clean Ocean trägt auf der Rückseite ein Medaillon aus recyceltem Plastikmüll

Außerdem findet sich auf dem Gehäuseboden der bis 300 Meter wasserdichten Automatikuhr ein Kunststoffmedaillon, dessen schillernder Farbigkeit man seine Herkunft nicht ansieht: Es besteht aus recyceltem PET-Plastik und ist damit ein kleiner Reminder, das Thema Plastikmüll nicht aus den Augen zu verlieren.

Auch andere Marken setzen in jüngster Zeit immer wieder Recyclingmaterialien ein: Das Band der Superocean Héritage II Chronograph 44 Outerknown von Breitling etwa besteht aus einem Econyl genannten Garn. Gefertigt wird es aus Nylonabfällen, zu denen auch Fischernetze gehören. Entwickelt hat Breitling dieses Armband zusammen mit der nachhaltigen Bekleidungsmarke Outerknown.

Breitling: Superocean Heritage II Chronograph 44 Outerknown
Breitling: Superocean Heritage II Chronograph 44 Outerknown

Carl F. Bucherer verwendet im Armband seiner Patravi ScubaTec Black Manta Special Edition einen Textilstreifen, der aus recyceltem PET-Ozeanmüll gefertigt wurde. Pro Armband wird die erstaunliche Menge von 30 Halbliterflaschen benötigt. Ein Teil des Erlöses der bis 500 Meter wasserdichten Taucheruhr kommt dem Manta Trust zugute, der sich dem Schutz des Mantarochens widmet und mit dem Carl F. Bucherer seit mehreren Jahren zusammenarbeitet.

Carl F. Bucherer: Patravi ScubaTec Black Manta Special Edition
Carl F. Bucherer: Patravi ScubaTec Black Manta Special Edition

Es geht um Aufmerksamkeit

Nun kann man mit Fug und Recht fragen, ob ein paar Armbandtextilien und Kunststoffmedaillons aus recyceltem Abfall wirklich etwas an den Problemen unseres Planeten ändern. Handelt es sich bei solchen Aktivitäten einfach nur um imageförderndes „Greenwashing“? Sicherlich hat die Verwendung von wiederverwerteten Abfallmaterialien in der Uhrenherstellung momentan in erster Linie einen symbolischen Wert. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu wecken – an einem Ort, an dem man herkömmlicherweise nicht über Probleme wie verschmutzte Meere spricht. Wenn ein Luxusprodukt mit Elementen aus recyceltem Material daherkommt, dann ist das eine klare Message dafür, dass es keinen Lebens- und Gesellschaftsbereich gibt, der sich dem dringlichen Thema des Umweltschutzes verschließen kann.

H. Moser & Cie.: Nature Watch
Nature Watch: H. Moser & Cie. überraschte auf dem SIHH 2019 mit einer von echten Pflanzen bewachsenen Show-Uhr

Mit viel Humor hat H. Moser & Cie. diese Überzeugung kürzlich auf die Uhr gebracht: Anlässlich des SIHH 2019 präsentierte die kleine Uhrenmarke ihre Moser Nature Watch, die mit Schweizer Gewächsen bepflanzt ist, während das Zifferblatt aus Naturstein und Flechten und das Armband aus Gras besteht. Ein breitenwirksames Modell für nachhaltiges Uhrendesign ist dieses Modell, das täglich zweimal gewässert werden muss, nicht – aber dafür ein hübsches Symbol für die Bestrebungen im Hause Moser, künftig CO2-neutral zu arbeiten und Fairtrade-Gold zu verwenden. Und im Grunde das passende Symbol für die gesamte Uhrenindustrie, die stellenweise begonnen hat, sich dem Thema Nachhaltigkeit zu widmen, aber noch viel Arbeit vor sich hat. mbe

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Im Chronos Spezial Breitling lesen Sie alles über die Schweizer Manufaktur.

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