Uhrmacherseminar für jeden: Faszination Mechanik

Interview mit Boris Kuijper von der Watch Academy

Nadja Ehrlich
von Nadja Ehrlich
am 21. September 2017

Eine Uhr zerlegen, in ihr Innerstes blicken und dann wieder zusammensetzen – das machen die Uhrenseminare der Watch Academy möglich. Wir sprachen mit Boris Kuijper, dem Gründer der Watch Academy. An seinen Uhrmacherseminaren kann jeder, auch ohne Vorkenntnisse, teilnehmen. Die Kurse bieten die Möglichkeit, tiefer in das Thema mechanische Uhr einzusteigen und zu erfahren, was ein Tropfen Öl in einer Uhr eigentlich bedeutet.

Boris Kuijper, der Gründer der Watch Academy
Watchtime.net sprach mit Boris Kuijper, dem Gründer der Watch Academy

Herr Kuijper, im Jahr 2012 wurde der Grundstein für die Watch Academy gelegt. Was waren Ihre Beweggründe, Uhrmacherseminare anzubieten?
Nach sechs Jahren als Head of Customer Service (Anm. d. Red. Leiter des Kundenservice) bei IWC Schaffhausen suchte ich eine neue Herausforderung in der Selbstständigkeit, in der ich mein gesamtes Know-how über Marketing, Verkauf, Service und die Uhrmacherei optimal einsetzen kann. Auch meine Leidenschaft für die Uhrmacherei wollte ich weiter ausleben. Schon während meiner Ausbildung zum Uhrmachermeister führte ich in meiner Freizeit kleinere Uhrenworkshops durch. Diese waren jedoch nicht so professionell aufgebaut wie heute, sondern eher einfach gehalten. Meine Idee von damals habe ich wieder aufgegriffen und professionalisiert.

Welche Arten von Seminaren bieten Sie an, und worin unterscheiden sich diese?
Bei unseren Seminaren setzen wir den Fokus auf das Vermitteln von Uhrenwissen. Wir haben drei verschiedene Level für die Uhrenseminare kreiert, bei denen wir an einem Handaufzugswerk, einem Automatik- oder an einem Chronographenkaliber arbeiten. Das Seminar mit Handaufzugswerk kann hinsichtlich Inhalt und Dauer in verschiedenen Varianten gebucht werden. So dauert der Einführungskurs eine Stunde, der anspruchsvollste „Custom Made Watch“, bei dem der Kunde eine Uhr selber bauen und personalisieren kann, vier bis fünf Stunden.

Uhrenseminare gibt es viele. Was unterscheidet Ihr Angebot von Mitbewerbern?
Wir sind mobil und gehen zum Kunden. Die gesamte Ausstattung, die für das Seminar benötigt wird, ist so konzipiert, dass sie gut zerlegbar und transportierbar ist. Zudem funktionieren die Leuchten und technischen Geräte ohne Netzstrom. Sie erhalten ihre Energie von Akkus, sodass wir die Möglichkeit haben, Events fast überall zu realisieren, zum Beispiel in einem Weinkeller oder im Hotel auf einem hohen Berg.

Watch Academy: Seminarraum in Egnach
Alles vorbereitet für ein Uhrenseminar der Watch Academy: Die Arbeitsplätze samt Ausstattung sind gut zerlegbar und transportierbar

Benötigen die Teilnehmer Vorkenntnisse zum Thema Uhr oder können auch Einsteiger mitmachen?
Durch unsere Mobilität führen wir viele Seminare für branchenfremde Unternehmen in Form von Events durch. Die Seminare sind so aufgebaut, dass die Teilnehmer keine Vorkenntnisse benötigen. Während aller Kurse zeigt eine eigens erstellte Präsentation mit über 150 Bildern die einzelnen Arbeitsschritte und vereinfacht somit das Vorgehen für die Teilnehmer wesentlich. Begleitend erhalten die Teilnehmer viele Informationen und Erklärungen zur Funktion des Uhrwerks. Es stehen zudem auch einige Modelle im Großformat zu Verfügung.

Welche Arbeitsschritte nehmen die Teilnehmer selbst vor?
Die Teilnehmer zerlegen ein mechanisches Uhrwerk komplett in seine Einzelteile, reinigen und ölen einzelne Bauteile und setzen das Uhrwerk wieder zusammen. Zum Schluss wird die Unruh eingesetzt. Es ist jedes Mal das Highlight für die Teilnehmer, wenn die Uhr zu ticken beginnt. Danach wird die Ganggenauigkeit der Uhr gemessen.

Ist es möglich, eine Armbanduhr komplett selbst zu bauen und dann mit nach Hause zu nehmen?
Auch das ist möglich. Dabei können die Teilnehmer beim Zusammenbau ihrer Armbanduhr aus einer großen Auswahl an Zifferblättern und Lederbändern wählen. Durch diese Vielfalt sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Beim Uhrenseminar der Watch Academy können ein Handaufzugs-, Automatik- oder Chronographenkaliber zerlegt und wieder zusammengesetzt werden
Beim Uhrenseminar der Watch Academy können ein Handaufzugs-, Automatik- oder Chronographenkaliber zerlegt und wieder zusammengesetzt werden

Ist es möglich, als Gruppe am Uhrmacherseminar teilzunehmen?
Wir bieten Uhrenseminare für Einzelpersonen, für Gruppen, für Unternehmen oder für Kunden, die für ihre Freunde einen speziellen Event buchen möchten. Für Gruppen haben wir einen speziellen Gruppentarif realisiert.

Gibt es eine Mindesteilnehmerzahl?
In unseren AGBs haben wir eine Mindestteilnehmerzahl festgehalten. In der Praxis führen wir jedoch Uhrenseminare sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen durch. Ideal ist eine Teilnehmerzahl von acht bis zehn Personen.

Was kostet die Teilnahme am Seminar?
Die Preise unserer Seminare richten sich nach Inhalt, Aufwand und Art des Seminares. Unser einfachstes ist der Einführungskurs Handaufzugswerk und kostet 90 Euro. Bei uns ist übrigens eine kurzfristige Anmeldung möglich. Interessierte können sich jederzeit an uns wenden.

Watch Academy: Zertifikat
Nach der Teilnahme am Uhrenseminar erhält jeder ein Zertifikat der Watch Academy

Wo finden die Seminare für Privatpersonen statt?
Unser Standort ist Egnach in der Schweiz. Dort haben wir einen Seminarraum, in dem wir täglich Seminare anbieten. Diese können generell an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr stattfinden. Das heißt, der Kunde kann den Zeitpunkt selbst bestimmen, an dem er an einem Uhrenseminar teilnehmen möchte. Zudem sind wir im Frühling und im Herbst bei Leinfelder Uhren in München und führen dort Seminare durch. Auch auf der MunichTime in München und neu auf der ViennaTime in Wien sind wir vertreten. Es besteht die Möglichkeit, vor Ort auf der Messe ein Uhrenseminar zu besuchen.

Weshalb sollte jeder, der sich für mechanische Uhren interessiert, einmal an einem Uhrenseminar teilnehmen?
Wer ein Uhrenseminar besucht hat, der weiß, was ein Tropfen Öl in einer Uhr eigentlich bedeutet und was ein Uhrmacher bei einer Revision tut. Über Special-Interest-Magazine und das Internet können sich Uhrenfans ein großes theoretisches Wissen zum Thema Uhr aneignen. Somit sind die besten Voraussetzungen geschaffen, sich einer praktischen Herausforderung zu stellen und in die faszinierende Welt der Uhrmacherei einzutauchen. Ein Uhrenfan, der einmal ein Uhrwerk selbst zerlegt und wieder zusammensetzt und so in das Innere der Mechanik blickt, erlebt eine noch tiefere Faszination. ne

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