Video: Uhren als Wertanlage

Diskussion im Rahmen der WatchTime Düsseldorf 2022

Was muss man berücksichtigen, wenn man Uhren als Wertanlage kaufen möchte? Im Rahmen der WatchTime Düsseldorf 2022 sprach Chronos-Redakteur Jens Koch mit Günter Eichberger, Schätzmeister und Experte für Uhren und Juwelen beim Auktionshaus Dorotheum, über genau dieses Thema. Dabei ging es um Fragen wie eignen sich Uhren überhaupt als Wertanlag? Sollte man nicht kaufen, was einem gefällt? Platzt jetzt die Blase? Wie kann man sicher gehen, dass eine Uhr, die man kaufen möchte, echt ist? Gibt es Geheimtipps mit großem Wertsteigerungspotential? Jetzt das Gespräch im Video ansehen:

Produkt: Fratellowatches Speedy Tuesday Magazine
Fratellowatches Speedy Tuesday Magazine
Alles über die Omega Speedmaster, Sammlerwissen über aktuelle und Vintage-Modelle bietet das englischsprachige Fratellowatches Speedy Tuesday Magazine.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Es gibt Luxusuhren, die nach kürzester Zeit schon das doppelte wert sind – eine Rendite, von der die meisten nur träumen können. Bei Banken und Sparkassen gibt es so gut wie keine Zinsen.

    Wer nicht in Aktien oder Gold investieren möchte, steckt sein Geld in Luxusgüter – warum also nicht in Uhren? Der Haken: Nur wenige Modelle bringen wirklich Geld. Ohne Marktkenntnis kann ein Investment schnell in die Hose gehen.

    Es gibt nur wenige Modelle mit Wertsteigerungspotenzial.

    Viele Uhren auf dem Markt werden ihren Wert nicht halten können. Im aktuellen Bereich – das was man so beim Juwelier kaufen kann – gibt es sehr sehr sehr wenige Modelle, bei denen man ein Wertsteigerungspotenzial sehen würde.

    Man kann es nur schätzen, aber 70 bis 80 Prozent der Uhren, selbst die hochwertigen Uhren aus der Schweiz und Glashütte, sind als Kapitalanlage ungeeignet. Die restlichen 20 bis 30 Prozent seien vor allem bestimmte Marken (Patek Philippe, Audemars Piguet und Rolex) welche in den vergangenen Jahren eine gute Performance erreicht haben.

    Diese wenigen Marken und Modelle gelten als “Blue Chips”. Dieser Begriff bezeichnet an der Börse die umsatzstarken Schwergewichte mit hohem Marktwert, was dort allerdings auch nicht vor Fehlspekulation schützt.

    Solche Uhren sind kaum bis nie günstig zu bekommen.
    Es ist gar nicht so einfach, solche Uhren im Fachhandel (Juwelier) zu kaufen. Diese Modelle sind schlecht zu bekommen und oft auf lange Zeit ausverkauft. Schnell landen diese auf Online-Plattformen wie eBay und Co – zu einem deutlich höheren Preis. Es gibt Modelle, die am Markt um ein Vielfaches teurer gehandelt werden als die Listenpreise (UVP) der Hersteller.

    Eine neue Rolex GMT Master II Edelstahl Oystersteel “Pepsi” kostet seit November 2022 laut Listenpreis UVP 10.300 Euro – im Internet wird sie für bis zu 18.000 Euro angeboten. Bei anderen Modellen ist es ähnlich. Die «Nautilus» von Patek Philippe ist ebenfalls äußerst beliebt und nach wenigen Jahren das Doppelte wert.

    Doch so einfach ist es nicht immer: «Vorauszusehen, ob aus einer Uhr etwas wird oder nicht, das schaffen nicht mal die „Vollprofis“». Damit Uhren tatsächlich eine gute Wertanlage sind, braucht man – im wahrsten Sinne – Zeit. Oft vergehen Jahre, oder sogar Jahrzehnte, ehe eine Uhr zu einem Sammlerstück wird.

    Regelmäßige Wartung wichtig!

    Ob eine alte Uhr wertvoll ist – oder es wird – ist vor allem von dem Erhaltungszustand abhängig. Wurde sie zwischendurch gewartet? Ist sie im Originalzustand mit original Zubehör (Box und Papiere etc.)? Bei Uhren ist es wie bei einem Oldtimer: «Je originaler der ist – also je weniger daran rumgeschraubt wurde – desto besser wird er sich am Markt halten.»

    Auch kleine technische Raffinessen, sogenannte Komplikationen wie ein Tagesdatum oder eine Chronographenfunktion, sind bei Sammlern besonders beliebt. «Grundsätzlich gilt: Je mehr Komplikationen eine Uhr hat, desto wertvoller ist sie».

    Bei jeder Luxusuhr – egal ob neu oder Vintage – geht es ums Image. Sie ist immer auch ein «Statement am Handgelenk». Dass Uhren auch als Wertanlage gelten, ist da ein praktischer Nebeneffekt: «Manche sagen, dieser Wertsteigerungsgedanke ist eigentlich nur dazu da, das schlechte Gewissen zu kompensieren».

    Auf der einen Seite ist eine Uhr ein Schmuckstück, als Wertanlage eignen sich aber fast ausschließlich Uhren ohne jeglichen Kratzer. «Wenn man ganz streng vorgehen wollte und kauft Uhren ausschließlich unter dem Aspekt der Geldanlage, dann dürfte man diese eigentlich gar nicht tragen»!

    Uhren sind vor allem eins: Eine Leidenschaft. Man sollte in eine Uhr investieren, die Freude macht. «Noch vor 20 Jahren hat man seinen Juwelier besucht und sich ein Uhren-Modell herausgesucht welches einem Spaß bereitete.» Nahezu kein Käufer habe sich Gedanken über eine Wertsteigerung gemacht. So sollte man auch heute an die Sache herangehen.

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