Produkt: Download: Tutima M2 Pioneer Chronograph im Test
Download: Tutima M2 Pioneer Chronograph im Test
Das UHREN-MAGAZIN testet den Einsatzzeitmesser M2 Pioneer Chronograph von Tutima. Kann er die Nachfolge der legendären Bundeswehr-Pilotenuhr von 1984 antreten?

5 Fakten über A. Lange & Söhne

Welche Komplikation mit dem Goldene Schnitt berechnet wurde und vier weitere Fakten

Um ein Haar wäre die Neuanmeldung von A. Lange & Söhne am 7. Dezember 1990 nicht zu Stande gekommen, weil an jenem Freitag das Amt schon geschlossen hatte. Dabei hatte Walter Lange diesen Tag ganz bewusst gewählt, weil sein Urgroßvater Ferdinand Adolph Lange 145 Jahre zuvor, also im Jahr 1845, exakt am gleichen Tag seine Uhrenfabrikation angemeldet hatte. Heute beschäftigt Lange 600 Mitarbeiter und ist damit der größter Arbeitgeber in Glashütte. Lange bildet seit 1997 selber Uhrmacher, Werkzeugmechaniker und Graveure aus.

Die Ikonen von A. Lange & Söhne: Lange 1, Datograph, Zeitwerk und Grand Complication
Die Ikonen von A. Lange & Söhne: Lange 1, Datograph, Zeitwerk und Grand Complication

Das am längsten gebaute Modell − die Lange 1 − ist seit 1994 auch das Spitzenprodukt. Seit 1994 hat Lange 50 eigene Kaliber entwickelt, die im Wesentlichen zu den fünf Uhrenfamilien Lange 1, Saxonia, 1815, Richard Lange und Zeitwerk gehören. Mit der Zeitwerk gelang Lange 2009 ein Geniestreich: Für sie kombiniert Lange die klassischen Designelemente mit einer modern anmutenden Digitalanzeige für Stunden und Minuten. Eine weitere Ikone, neben der Lange 1 und der Zeitwerk, ist der 1999 eingeführte Datograph. Das Großdatum und die Hilfszifferblättern sind auf seinem Zifferblatt in einem gleichschenkligen Dreieck angeordnet. Weiterentwickelt wurde er mit Zusatzfunktionen wie ewigem Kalender und Tourbillon. Die komplizierteste Uhr von A. Lange & Söhne ist die 2013 vorgestellte Grand Complication. Sie verfügt unter anderem über ein kleines und großes Geläut, einen Rattrapante-Chronographen sowie einen ewigen Kalender und ist auf sechs Exemplare limitiert. Die Fertigung eines Exemplars dauert ein ganzes Jahr – das Werk besteht aus 876 Einzelteilen. Mit knapp zwei Millionen Euro ist die Grand Complication eine der teuersten Uhren der Welt.

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A. Lange & Söhne: handgravierter Unruhkloben
A. Lange & Söhne: handgravierter Unruhkloben

Die Dreiviertelplatine aus naturbelassenem Neusilber charakterisiert ebenso ein Lange-Kaliber wie der frei von Hand gravierte Unruhkloben, welcher jede Lange-Uhr zu einem Unikat macht. Alle Werke werden zweimal montiert. Zuerst wird es zusammengebaut und reguliert, danach wieder zerlegt und nach allen Regeln der Uhrmacherkunst angliert und poliert und danach endmontiert. Derzeit hat Lange 29 Kaliber in Produktion, 26 davon mit eigener Unruhspirale. Seit der Lancierung des Double Split im Jahr 2003 verbaut Lange seine selbst entwickelte Unruhspirale.

Die herausragendsten Lange-Zeitmesser werden mit dem Namenszusatz „Pour le Mérite“ kennzeichnet. Er leitet sich vom höchsten deutschen Verdienstorden für wissenschaftliche Leistungen ab. Der Tourbograph Perpetual Pour le Mérite vereinte in Tourbillon, einen Schleppzeigerchronographen sowie einen ewigen Kalender. Als weitere konstruktive Schwierigkeit hat A. Lange & Söhne einen Antrieb über Kette und Schnecke integriert, der beim Ablauf des Federhauses die nachlassende Kraft ausgleicht und so einen gleichmäßigen Gang gewährleistet. Das Handaufzugskaliber L133.1 besteht aus 1.319 Teilen. Davon kommen allein schon auf die Kette 636 Einzelteile.

A. Lange & Söhne Tourbograph Perpetual "Pour le Mérite"
A. Lange & Söhne Tourbograph Perpetual “Pour le Mérite”

Fakt #1 über A. Lange & Söhne: Grundstein für die deutsche Feinuhrmacherei in Glashütte

Ferdinand Adolph Lange legte nicht nur den Grundstein für die deutsche Feinuhrmacherei in Glashütte, sondern stellte sich 18 Jahre lang als Bürgermeister auch politisch in den Dienst der Stadt. Er setzte sich unter anderem für eine Eisenbahnverbindung im Müglitztal ein. Zu seinen bedeutendsten fachlichen Leistungen gehört die Einführung des metrischen Systems in der Uhrmacherei. Mit dem Zehnermaß konnten Uhrwerkteile viel besser berechnet werden als mit der Zwölferteilung des Pariser Linienmaßes. Ferdinand Adolph Lange wurde 1867, Emil Lange 1910 und Walter Lange 1995 zu Ehrenbürgern von Glashütte ernannt. Der Neugründer der Manufaktur, Walter Lange, verstarb am 17. Januar 2017 im Alter von 92 Jahren.

Familientradition: Walter Lange ist Urenkel des Firmengründers Ferdinand Adolph Lange (Büste)
Familientradition: Walter Lange ist Urenkel des Firmengründers Ferdinand Adolph Lange (Büste)

Fakt #2 über A. Lange & Söhne: Zahlreiche Patente

Richard Lange, der älteste Sohn des Firmengründers, steht für Erfinderreichtum. Davon zeugen 27 Patente, darunter eines über die Verwendung einer Beryllium-Legierung für Unruhfedern. Damit bereitete er den Weg zur Herstellung der Nivarox-Spirale. Die heutige Lange Uhren GmbH hat ebenfalls eine Vielzahl von technischen Neuerungen hervorgebracht, darunter das Lange-Großdatum, das 31-Tage-Werk, den ersten Kette-Schnecke-Mechanismus in einer Armbanduhr, den Tourbillon-Stopp-Mechanismus, die Nachspannwerke für die Lange 31 und Lange Zeitwerk und den Zero-Reset-Mechanismus.

Die Lange 31 von A. Lange & Söhne bringt es mit dem Handaufzugswerk L034.1 auf 31 Tage Gangautonomie.
Die Lange 31 von A. Lange & Söhne bringt es mit dem Handaufzugswerk L034.1 auf 31 Tage Gangautonomie.

Fakt #3 über A. Lange & Söhne: Schöne Automobile

Seit 2012 ist A. Lange & Söhne Partner des renommierten Wettbewerbs für klassische Automobile am Comer See, des Concorso d’Eleganza Villa d’Este. Die Veranstaltung ereignete sich erstmalig 1929. Nachdem sie seit 1949 nicht mehr durchgeführt wurde, belebte man den Wettbewerb in den neunziger Jahren wieder. Der Gewinner der Auszeichung „Best of Show“ bekommt von der Manufaktur die besondere Lange 1 Zeitzone „Como Edition“. Als Reverenz an den Austragungsort des Wettbewerbs wird die mitteleuropäische Zeit auf dem drehbaren Städtering dieser Sonderedition in Weißgold nicht wie bei der klassischen Version durch Berlin, sondern durch Como dargestellt. Daneben unterstützt Lange auch die automobilen Schönheitswettbewerbe Classic Days Schloss Dyck und den Concours of Elegance Hampton Court Palace als Partner.

Wilhelm Schmid, CEO A. Lange & Söhne und Automobil-Liebhaber Duccio Lopresto bei der 90. Concorso d'Eleganza
Wilhelm Schmid, CEO A. Lange & Söhne und Automobil-Liebhaber Duccio Lopresto bei der 90. Concorso d’Eleganza (Bild: Remi Dargegen)

Fakt #4 über A. Lange & Söhne: Berühmtes Vorbild für das Großdatum

Bei der Zeichnung der ersten Kollektion von 1994 schuf Reinhard Meis, der damalige Verantwortliche, unverkennbare Elemente wie die lanzenförmigen Zeiger oder das Großdatum im Doppelfenster, dessen Seitenlängen nach dem Goldenen Schnitt berechnet wurden.

Das Großdatum von A. Lange & Söhne
Das Großdatum von A. Lange & Söhne

Gestalterisches und ideelles Vorbild für das Großdatum ist die berühmte Fünf-Minuten-Uhr in Dresdens Semperoper. Sie wurde 1851 von Johann Christian Friedrich Gutkaes und Ferdinand A. Lange gebaut. Um eine gute Ablesbarkeit von allen Rängen zu sichern, konstruierten sie einen Mechanismus mit zwei Anzeigerädern. Das 66-teilige Lange-Großdatum besteht ebenfalls aus zwei getrennten Anzeigeflächen, einer Einerscheibe und einem Zehnerkreuz. Beide sind nur 0,15 Millimeter voneinander getrennt, während sie übereinander kreisen.

Die Uhr über dem Bühnenportal der Semperoper in Dresden diente als Inspiration für das Großdatum der Lange 1
Die Uhr über dem Bühnenportal der Semperoper in Dresden diente als Inspiration für das Großdatum der Lange 1

Fakt #5 über A. Lange & Söhne: 25 Jahre Lange 1

Vor genau 25 Jahren stellte die sächsische Manufaktur seine legendäre Lange 1 vor. Als Walter Lange und sein Partner Günter Blümlein am 24. Oktober 1994 im Dresdner Residenzschloss die vier ersten Armbanduhren nach der Neugründung von A. Lange & Söhne präsentierten, darunter die Lange 1, war das ein wichtiger Moment. Mit dem exzentrischen Zifferblattaufbau und dem unverkennbaren Großdatum – Merkmale, an denen die Ikone bis heute zu erkennen ist, wurde die Lange 1 zu einem Riesenerfolg. Zwei Jahrzehnte lang war die Lange 1 auch dafür bekannt, dass sie immer noch in der 1994 vorgestellten Form erhältlich war. So perfekt war das Design, dass es keiner Anpassung bedurfte. Erst 2015 wurde die Uhr zum ersten Mal überarbeitet, und zwar vor allem im Innern: Sie erhielt ein komplett neues Werk, das Handaufzugskaliber L121.1, mit durchgehender Dreiviertelplatine und Exzentergewichten statt Schrauben auf der Unruh und einer Spiralfeder aus eigener Fertigung. Optisch hat sich außer einer etwas schmaleren Lünette seither nichts getan. Sie hat nur Zuwachs bekommen und wurde zu einer kompletten Kollektion ausgebaut zu der unter anderem Modelle mit Tourbillon, Mondphase oder Automatikaufzug gehören. Den 25. Geburtstag der Lange 1 feiert die Glashütter Marke mit einer Reihe limitierter Editionen in Weißgold. Ihre Besonderheiten sind ein tiefblau bedrucktes Argenté-Zifferblatt mit Vertiefung, blaue Datumsziffern, sowie ein farblich passendes Alligatorlederband.

Zum 25. Geburtstag der Lange 1 erscheint als erstes Modell in der Jubiläumsreihe die Lange 1 "25th Anniversary", 43.700 Euro
Als einziges Modell der Jubiläumskollektion zeigt der Gehäuseboden der Lange 1 "25th Anniversary" das 1873 eingeweihte Lange-Stammhaus, die Namen von Walter Lange und Günter Blümlein sowie den als Reliefgravur ausgeführten Schriftzug „25 Jahre Lange 1“.
Zweites Jubiläumsmodell ist die auf 25 Exemplare limitierte Große Lange 1 Mondphase "25th Anniversary", 45.800 Euro
Auch von der Damenversion gibt es mit der Kleine Lange 1 "25th Anniversary" ein Geburtstagsmodell. Die 25 Exemplare der Uhr haben einen Durchmesser von 36.8 Millimetern, 35.500 Euro
Das vierte Modell, die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender "25th Anniversary", ist mit den beiden großen Komplikationen Tourbillon und Ewigem Kalender ausgestattet. Es handelt sich mit einem Preis von 321.100 Euro deshalb auch um die teuerste der Jubiläumsuhren.
Mit der Lange 1 Zeitzone "25th Anniversary" gehört auch eine Welzeituhr zur Linie, 25 Stück, je 49.000 Euro
Das sechste Sondermodell ist die A. Lange & Söhne Lange 1 Mondphase "25th Anniversary". Die Mondphase liest der Träger auf dem Totalisator bei fünf Uhr ab, limitiert auf 25, 43.300 Euro
Jüngste Sonderedition zum 25. Geburtstag der Lange 1: Lange 1 Daymatic 25th, limitiert auf 25 Stück, 44.200 Euro

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Produkt: Download Einzeltest:  A. Lange & Söhne Saxonia Mondphase
Download Einzeltest: A. Lange & Söhne Saxonia Mondphase
Präzision trifft auf Eleganz: die Saxonia Mondphase von A. Lange & Söhne trägt das Lange-Großdatum prominent bei zwölf Uhr und bei der Sechs eine kleine Sekunde mit Mondphasenanzeige. Das UHREN-MAGAZINS testet das jüngste Mitglied der Saxonia-Familie.

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