5 Fakten über Breguet

Über Breguetzeiger, uhrmacherische Innovationen und weitere Tatsachen

 Redaktion
von Redaktion
am 29. November 2017

Die von dem bedeutenden Uhrmacher Abraham-Louis Breguet (1747-1823) gegründete Marke gehört seit 1999 zur Swatch Group. Durch die Integration der Uhrwerkefabrik Nouvelle Lémania erlangte Breguet 2003 Manufakturstatus. Darüber hinaus wurde 2011 die Gehäusemanufaktur Favre Perret übernommen, um künftig als Gehäusemanufaktur Montres Breguet zu firmieren. Für Abraham-Louis Breguet stehen zahlreiche Erfindungen: Die Stoßsicherung “Parachute”, Breguetziffern und -zeiger, genannt “pomme”, der schlüssellose Aufzug und natürlich das Tourbillon, um nur einige zu nennen. Die Manufaktur ist der weltgrößte Hersteller von Tourbillons und zeigt in dieser Kategorie derzeit 17 verschiedene Modelle. Zudem wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 900 Patente vergeben.

Breguet: Marine Équation Marchante 5887
Breguet: Marine Équation Marchante 5887

In der modernen Manufaktur im Vallée de Joux fühlt man sich heute dem Erbe des großen Uhrmachers verpflichtet: einerseits mit Gehäusen im neoklassischen Stil, der Verwendung gebläuter Stahlzeiger mit durchbrochenen, exzentrischen Kreisspitzen in Form eines Apfels oder den von Abraham-Louis Breguet 1786 eingeführten guillochierten Zifferblättern. Und andererseits, indem die betont klassischen Uhren den Rahmen für Innovationen und neue Technologien bieten – seien es Ankerrad und Anker aus Silizium oder die erste Breguet-Endkurve aus diesem Material, eine Hemmung von zehn Hertz, die elektromagnetische Regulierung einer Minutenrepetition oder die Lagerung des Unruhzapfens zwischen zwei Magneten.

Fakt #1 über Breguet: Illustre Persönlichkeiten

Breguet prangte über Jahrhunderte hinweg an den Handgelenken illustrer Persönlichkeiten. Von Napoleon Bonaparte, Alexander I. von Russland bis hin zu Sir Winston Churchill. Letzterer hat sein ganzes Leben lang das Haus Breguet frequentiert, meist um eine Uhr warten zu lassen, die er beständig trug – die Breguet Nr. 765, ein außergewöhnlicher Chronograph mit Minutenrepetition und Schleppsekunde, der 1890 vom Herzog von Marlborough erworben wurde.

Fakt #2 über Breguet: Europäisches Kulturerbe

Abraham-Louis Breguet, Erfinder des Tourbillons, ist eine eigene Abteilung gewidmet. Taschenuhr mit Automatikaufzug und Viertelstundenrepetition, signiert »Breguet & Fils«, Paris, 1810/1829.
Taschenuhr mit Automatikaufzug und Viertelstundenrepetition, signiert »Breguet & Fils«, Paris, 1810/1829

Breguet kommt eine besondere Rolle als fester Bestandteil des europäischen Kulturerbes zu. 2004 stellte die Marke in der Eremitage in Sankt Petersburg seltene historische Stücke aus und zelebrierte damit die jahrhundertealte Bande der Marke mit Russland. Nach einer denkwürdigen Ausstellung im Pariser Louvre im Jahr 2009, die innerhalb von zweieinhalb Monaten mehr als 110.000 Besucher anzog, wanderte die kostbare Uhrensammlung 2011 weiter an das Schweizerische Nationalmuseum. 2015 zeigte die Uhrenmarke in einem einjährigen Projekt in den Fine Arts Museums von San Francisco die größte Kollektion historischer Uhren, die jemals in Nord- und Südamerika gezeigt wurde. Breguet ist zudem einer der wichtigsten Unterstützer von Restaurierungsarbeiten im Louvre.

Fakt #3 über Breguet: Favorit von Königinnen

Breguet: Reine de Naples Princesse Mini 9818
Breguet: Reine de Naples Princesse Mini 9818

Breguet-Kreationen haben schon immer Frauenherzen höher schlagen lassen. Zu den besonderen Kundinnen gehörten die Königin von Frankreich Marie-Antoinette, die Marquise von Condorcet, die Kaiserin Joséphine oder auch die Königin von Neapel Caroline Murat. Für sie kreierte Breguet 1812 die erste Armbanduhr der Welt. Die Beschreibung in den Archiven lässt den Charakter der Uhr erahnen: “Repetition in länglicher Form … befestigt an einem goldverzierten Haararmband”. Die 2002 herausgebrachte Kollektion “Reine de Naples” ist eine Hommage an diese Uhr.

Fakt #4 über Breguet: Die Nummer auf dem Zifferblatt

Breguet-Zifferblatt mit Individualnummer
3657BA/12/9V6B/3.9cm

Auf den Zifferblättern der meisten Breguet-Uhren befindet sich eine Individualnummer
Die Nummer, die heute auf dem Zifferblatt der meisten Breguet-Modelle zu sehen ist, ist die sogenannte Individualnummer beziehungsweise ein Teil davon. Die vollständige Nummer befindet sich auf dem Gehäuseboden. Sie besteht aus einer drei-, meist vierstelligen Zahl und dazu gegebenenfalls noch ein oder zwei Buchstaben. Die gleiche Nummer, ohne Buchstaben, steht auf dem Zifferblatt. Es gibt Uhren, die dieselbe Individualnummer aufweisen. Alle Individualnummern liegen zwischen 250 und 5250.

Fakt #5 über Breguet: Die “Pomme”-Zeiger

Breguet: Classique 7147
Breguet: Classique 7147

Die aufwändige Fertigung der aus gebläutem Edelstahl bestehenden “Pomme”-Zeiger schließt über 28 verschiedene Arbeitsgänge ein. Jeder Zeiger wird einzeln aus einem Stahlband gestanzt. Durch zahlreiche Feil- und Schleifvorgänge auf einem speziellen Polierbrett erhalten die Zeiger eine perfekte Oberfläche. Um den genauen Blauton der Zeiger zu treffen, verlässt sich der Handwerker auf seine Erfahrung und auf sein geübtes Auge – er arbeitet mit einem Ofen oder über offener Flamme. Ein stilisiertes Paar aus Stunden- und Minutenzeiger gehört übrigens auch zum Logo der Uhrenmarke.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, zuerst online gestellt im Mai 2017. Autoren: Thomas Wanka und Rüdiger Bucher.

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