5 Fakten über Jaeger-LeCoultre

Über die Stimme der Erinnerung, das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt und weitere Fakten über Jaeger-LeCoultre

 Redaktion
von Redaktion
am 6. September 2017

Im Jahr 1833 gründete Antoine LeCoultre im Schweizer Juardorf Le Sentier im Valleé de Joux die „Grande Maison“, wie die erste Uhrenmanufaktur nach einer großen Erweiterung am Stammhaus genannt wurde. Antoine LeCoultre hatte sich alle notwendigen Fertigkeiten zum Bau eines Uhrwerkes selbst beigebracht. Mit dem Millionometer entwickelte er das erste Messinstrument, welches auf einen tausendstel Millimeter genau war. 1888 beschäftigte die Manufaktur bereits rund 500 Menschen unter einem Dach. Der Enkel des Firmengründers, Jacques-David LeCoultre, nahm im Jahr 1903 die Herausforderung an, für den Pariser Marineuhrmacher Edmond Jaeger extraflache Uhren zu entwickeln. Die daraus resultierende Freundschaft führte zu einer gemeinsamen Firma, die heute alle Facetten der Uhrmacherei beherrscht: Jaeger-LeCoultre.

Die Master Grande Tradition Grande Complication verfügt über ein siderales Umlauf-Tourbillon.
Die Master Grande Tradition Grande Complication verfügt über ein siderales Umlauf-Tourbillon.

Fakt #1 über Jaeger-LeCoultre: Kalibervielfalt

Von 1860 bis 1900 entwickelte die Manufaktur mehr als 350 verschiedene Kaliber, die Hälfte davon mit Komplikationen. Darunter 99 verschiedene Repetitionen, davon wiederum 66 Minutenrepetitionen. Außerdem 128 Chronographen und 33 Uhrwerke mit Repetition und Chronograph. In den 1890er-Jahren begann man in der Manufaktur, sogenannte Große Komplikationen herzustellen, also Uhren, die drei bedeutende uhrmacherische Funktionen enthalten. So gab es zum Beispiel Uhren die einen ewigen Kalender, einen Chronographen und eine Minutenrepetition kombinierten. Etwa ab dem Jahr 1850 wurde auch Patek Philippe exklusiv von LeCoultre & Cie sowohl mit einfachen Uhrwerken als auch mit Komplikationskalibern beliefert. Bis heute wurden bei Jaeger-LeCoultre mehr als 1.240 Kaliber entwickelt und über 400 Patente registriert.

Fakt #2 über Jaeger-LeCoultre: Memovox – die Stimme der Erinnerung

1950 schuf Jaeger-LeCoultre mit der Memovox eine Armbanduhr mit Weckfunktion. Die „Stimme der Erinnerung“ (so lautet die Übersetzung) wurde bald erfolgreich und avancierte zum Klassiker. Der Gehäuseboden dient bei der Memovox als Resonator, ein kleiner Hammer ist für die Töne verantwortlich. Es gibt die Memovox in verschiedenen Ausführungen und Erweiterungen: mit Weltzeitfunktion oder als Parkuhr für das Handgelenk. 1959 erschien sie als erste Taucheruhr mit Wecker. Zu den berühmtesten Trägern gehörte der Schauspieler und Regisseur Charlie Chaplin. 2017 brachte Jaeger-LeCoultre eine Neuauflage des Klassikers in Edelstahl und Rotgold heraus, die sich optisch an einer Version aus den 1970er-Jahren orientiert und mit dem automatischen Manufakturkaliber 956 ausgestattet ist.

Die aktuelle Jaeger-LeCoultre Master Memovox Boutique Edition kostet 10.800 Euro
Die aktuelle Jaeger-LeCoultre Master Memovox Boutique Edition kostet 10.800 Euro

Fakt #3 über Jaeger-LeCoultre: 1.000-Stunden-Test

Das Uhrenmodell „Master Control“ läutete im Jahr 1992 ein neues, internes Prüfverfahren bei Jaeger-LeCoultre ein. Das „Master Control“-Label weist auf eine besonders intensive firmeninterne Belastungsprüfung hin, den 1.000-Stunden-Test: Jede einzelne Uhr von Jaeger-LeCoultre wird nach dem Zusammenbau 41 Tage und 16 Stunden lang bei verschiedenen Temperaturen sowie unter Einwirkung von Wasser, Stößen und Vibrationen auf ihre Funktionssicherheit, ein gleichbleibendes Gangverhalten und eine stabile Gangreserve getestet. Auf diese Weise sind die ersten 1.000 Stunden die vermutlich härtesten im Leben einer Jaeger-LeCoultre.

Jaeger-LeCoultre: Master Geographic
Jaeger-LeCoultre: Die Master Geographic kostet 9.700 Euro. Wie jede Uhr der Manufaktur muss auch sie den 1.000-Stunden-Test meistern.

Fakt #4 über Jaeger-LeCoultre: Das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt

Mit einer Länge von 14 und einer Breite von 18 Millimetern, bei einer Bauhöhe von 3,4 Millimetern ist das 1921 entwickelte Kaliber 101 bis zum heutigen Tag das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt, belegt durch eine Eintragung im Guinness-Buch der Rekorde. Die Manufaktur stellt es seither jedes Jahr in kleinsten Stückzahlen her. Das Kaliber 101 tickte auch in der Uhr von Königin Elisabeth II. von England, die sie am Tag ihrer Krönung 1953 trug. Hierbei handelte es sich um ein früheres Geschenk des französischen Präsidenten Albert Lebrun.

Das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt: das Jaeger-LeCoultre Kaliber 101
Das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt: das Jaeger-LeCoultre Kaliber 101

Fakt #5 über Jaeger-LeCoultre: Das Jaeger-LeCoultre Gyrotourbillon

Im Jahr 2004 knüpfte Jaeger-LeCoultre mit dem Master Gyrotourbillon 1 an die Tradition an, komplizierte Uhrwerke zu bauen. Mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten kreisen zwei Käfige auf zwei Achsen umeinander. Zudem verfügt die Uhr über einen ewigen Kalender und eine Anzeige der Zeitgleichung. Im Jahr 2008 kam das sphärische Tourbillon in einem Reverso-Gehäuse zum Einsatz, diesmal mit einer zylindrischen Hemmung. 2013 gelang es den Konstrukteuren, in das Gyrotourbillon 3 ein fliegendes Tourbillon mit ballonförmiger Hemmung zu integrieren. 2016 kam die Reverso Tribute Gyrotourbillon hinzu. Die Uhr besitzt eine Unruh, die sich um zwei Achsen dreht. Normalerweise kreist die Unruh bei Tourbillons um eine Achse. Wie zwei gegenüberliegende Anker sieht diese Gyrolab-Unruh des Manufakturkalibers 179 mit Handaufzug aus. Die Spiralfeder formten die Uhrmacher wie eine halbe Kugel. Die Reverso fällt trotz des Zwei-Achsen-Tourbillons mit 12,6 Millimetern äußerst flach aus. Auf der Gehäuserückseite ist noch Platz für eine zweite Zeitzone. Es gehört wie weitere Spitzenleistungen zur Kollektion Hybris Mechanica.

Jaeger Lecoultre: Reverso Tribute Gyrotourbillon (Vorderseite)
Jaeger Lecoultre: Reverso Tribute Gyrotourbillon (Vorderseite)

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Juli 2015.

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