5 Stile im Uhren-Design

Von der Retro-Uhr bis zur Sportuhr: Das zeichnet die verschiedenen Stile aus

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 27. Juli 2018

Im Geiste stufen wir Uhren ohne großes Überlegen als klassisch, sportlich oder retro ein. Aber meinen wir alle dasselbe? Am leichtesten lassen sich die verschiedenen Designstile an Modellen beschreiben, die möglichst viele stilprägende Elemente in sich vereinen.

Uhren-Design-Stil #1: Klassisch – Patek Philippe Calatrava

Patek Philippe: Calatrava, Referenz 5227G-010
Patek Philippe: Calatrava Referenz 5227G-010

Klassisch ist, was die Zeiten überdauert, weil es keiner Mode unterliegt. Wer einen Uhrenklassiker gestalten will, darf keinen Strich zu viel ziehen und keiner Modeströmung nachgeben. Ungeachtet dessen können klassische Uhren verschiedene Anforderungen an die Funktionalität erfüllen. So besitzt die Patek Philippe Calatrava mit der Referenz 5227G-010 – dank Automatikwerk 324 S C – einen Sekundenzeiger, Minutenindexe und ein Datum, obwohl diese Elemente zum bloßen Erkennen der Zeit nicht unbedingt nötig sind. Dennoch sieht der Zeitmesser aus wie die Essenz einer Armbanduhr. Das Weißgoldmodell mit 39 Millimetern Durchmesser ist für 31.220 Euro erhältlich.

Uhren-Design-Stil #2: Sportlich – Rolex GMT-Master II

Rolex: Oyster Perpetual GMT-Master II in Edelstahl mit Pepsi-Lünette und Jubilé-Band
Rolex: Oyster Perpetual GMT-Master II in Edelstahl mit Pepsi-Lünette und Jubilé-Band

Sportliches Uhrendesign hat viele Erscheinungsformen, doch immer geht es um ein möglichst markantes, kraftvolles Auftreten. Die wichtigsten Zutaten für eine typische Sportuhr sind markante Formen und kontrastreiche Anzeigen. Farbakzente sind willkommen, und ein Metallarmband rundet den sportlichen Eindruck ab. In den meisten Fällen kommt noch eine stattliche Größe hinzu. In letzterer Hinsicht bildet die 40 Millimeter große Rolex Oyster Perpetual GMT-Master II fast schon eine Ausnahme. Für Vortrieb sorgt das Rolex-Automatikwerk 3285 mit Chronometerzertifikat und 70 Stunden Gangautonomie. Der Preis der Edelstahluhr mit Keramiklünette liegt bei 8.400 Euro.

Uhren-Design-Stil #3: Technisch – Richard Mille RM 53-01 Tourbillon Pablo Mac Donough

Richard Mille: RM 53-01 Tourbillon Pablo Mac Donough
Richard Mille: RM 53-01 Tourbillon Pablo Mac Donough

Die Richard Mille RM 53-01 Tourbillon Pablo Mac Donough vereint viele Bestandteile eines betont technischen Designs: spezielle Gehäuseform, einsehbares Kaliber und komplex gestaltete Einzelteile, wie hier von Drahtschnüren gehaltene Werkkomponenten statt klassischer Platinen. Das Handaufzugswerk RM53-01 entsteht in der Manufaktur von Richard Mille. Die Gehäuseschrauben mit individuell geformten Köpfen passen ebenfalls ins Bild. Viele technisch gestaltete Uhren besitzen darüber hinaus, wie auch unser Beispiel, Ausfräsungen in der Lünette oder den Flanken, die an das Ansetzen eines Werkzeugs denken lassen. Das Gehäuse besteht aus dem Verbundwerkstoff TPT-Karbon, der in der Uhrenwelt nur von Richard Mille genutzt wird. So viel Technik spiegelt sich im Preis wider: 933.500 Euro kostet die Hightech-Tourbillonuhr, die nach Vollaufzug 70 Stunden lang läuft.

Uhren-Design-Stil #4: Retro – Oris Divers Sixty-Five

Oris Divers Sixty-Five in Edelstahl und Bronze
Oris: Divers Sixty-Five

Zurzeit legen viele Hersteller konkrete Modelle aus ihrer eigenen Geschichte wieder auf. Dabei greifen sie auf damals typische Gestaltungselemente zurück und kombinieren diese mit aktuellen Merkmalen wie größeren Gehäusen oder modernen Materialien. Eine beliebte Epoche für heutige Re-Editionen sind die 1960er-Jahre. Mit flachen, runden Gehäusen und farblich dezenten, niemals überladenen Zifferblättern gaben sich diese Uhrenjahrgänge stets zurückhaltend. Ein sportlichen Touch verleiht Oris seiner vor einigen Jahren eingeführten Retrotaucheruhrenlinie Divers Sixty-Five. Ein ganz neues und besonders gelungenes Modell ist die Version mit Bronzelünette und roségoldbeschichteten Zeigern und Indexen. Die kleine, aber sehr effektive Farbänderung gibt der Taucheruhr eine Bicolor-Anmutung, die noch stärker an frühere Uhrenepochen erinnert als die bekannten Modellvarianten. In dem entweder 40 oder – historisch korrekt – 36 Millimeter großen Edelstahlgehäuse tickt das Sellita-Automatikwerk SW 200. Die Dreizeigeruhr mit Datumsanzeige kostet 1.900 Euro.

In den 1970er-Jahren waren viele Modelle mehrfarbig und besaßen ovale Gehäuse. Stark gewölbte Deckgläser waren ebenso oft zu finden wie eine besonders geradlinige Zeigerform. Aber auch deutlich ältere Uhren dienen heute wieder als Designvorlage für neue Modelle: Um 1930 herrschte eine extreme Formenvielfalt, die sich aktuell vor allem in rechteckigen und tonneauförmigen Gehäusen, manchmal aber auch in quadratischen, mehreckigen oder kissenförmigen Uhrenschalen niederschlägt.

Uhren-Design-Stil #5: Funktional – Sinn Spezialuhren EZM 12

Sinn Spezialuhren EZM 12
Sinn Spezialuhren: EZM 12

Bei manchen Uhren hat der Nutzwert absolute Priorität. Das Design folgt den Ansprüchen an Lesbarkeit und Bedienkomfort, oder besser gesagt: Es ordnet sich diesen unter. Ein perfektes Beispiel ist der neue Einsatzzeitmesser EZM 12 von Sinn Spezialuhren. Er wurde speziell für den Luftrettungsdienst konzipiert. Deshalb bietet sein Zifferblatt starke Kontraste, und alle Anzeigen leuchten im Dunkeln besonders intensiv. Auch die Funktionen der wasserdichten und magnetfeldgeschützten Uhr sind auf den Rettungsdienst ausgelegt: Der EZM 12 verfügt über zwei Drehringe, einen aufwärts zählenden Innendrehring und eine Countdown-Drehlünette. Mit ihnen kann der Träger wichtige Zeitintervalle einstellen und so lebensrettende Zeitvorgaben ablesen. Der Einsatzzeitmesser ist außerdem mit einer Pulsometerskala ausgestattet. Angetrieben wird die funktionale Uhr vom Automatikwerk Eta 2836. Dieses wird von einem 44 Millimeter großen Edelstahlgehäuse geschützt. Praktisch ist auch das Armband der Uhr – es besteht aus Silikon und lässt sich einfach reinigen sowie desinfizieren. Den EZM 12 bietet Sinn Spezialuhren für 3.250 Euro an.

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