7 Uhren, die Weltrekorde halten

Von der flachsten mechanischen Uhr über das kleinste Uhrwerk bis zum flachsten Tourbillon

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 15. Dezember 2017

Die Rolex Daytona aus dem Besitz von Paul Newman hat einen aufsehenerregenden Auktionsrekord von 17,7 Millionen Dollar erzielt. Es gibt aber auch Rekorde, die sich nicht nach Geld bemessen lassen und ihre Spitzenposition teilweise seit Jahren erfolgreich verteidigen. Wir haben sieben spektakuläre Beispiele ausgesucht:

  1. Die flachste mechanische Armbanduhr der Welt
  2. Die flachste automatische Armbanduhr der Welt
  3. Das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt
  4. Die flachste Minutenrepetition der Welt
  5. Die flachste automatische Minutenrepetition mit Tourbillon
  6. Das flachste Tourbillon der Welt
  7. Die erste Uhr am tiefsten und höchsten Punkt der Erde

Weltrekord #1: Die flachste mechanische Armbanduhr der Welt

Die dünnste mechanische Armbanduhr der Welt mit einer Bauhöhe von 3,65 Millimetern ist die Altiplano 38mm von Piaget. Möglich wird dies durch zwei konstruktive Kniffe. Zum einen nutzt Piaget den Gehäuseboden gleichzeitig als Grundplatine für das Uhrwerk. Zum anderen wurden die Teile des hauseignen Handaufzugskalibers 900P um das dezentrale Zifferblatt herum platziert, sodass alle Komponenten etwa auf derselben Höhe liegen. Die 1874 gegründete Firma hält einen weiteren Doppelrekord: Der Altiplano Chronograph ist mit einer Bauhöhe von 8,24 Millimetern der flachste Chronograph mit Flyback-Funktion. Sein Manufakturkaliber 883P kann darüber hinaus mit 4,65 Millimetern Höhe den Titel des derzeit flachsten Chronographenwerks auf dem Markt für sich beanspruchen.

Weltrekord #2: Die flachste automatische Armbanduhr der Welt

Dieser gelungene Weltrekordversuch aus dem Jahr 2017 hatte zwei Vorläufer: Bulgari hatte im Jahr 2014 das flachste Tourbillon und 2016 die flachste Minutenrepetition der Welt in einer Armbanduhr vorgestellt. Bei den automatischen Armbanduhren konnte 40 Jahre lang Piaget den Rekord mit der Altiplano und dem darin eingesetzten Kaliber 1208P aufrecht erhalten. Die Octo Finissimo Automatic ist mit einer Gehäusehöhe von 5,15 Millimetern genau 0,10 Millimeter schlanker als die Altiplano. Im Titangehäuse gibt das neu konstruierte Automatikkaliber BVL 138 den Takt vor. Es misst gerade einmal 2,23 Millimeter in der Höhe – zum Vergleich: das 1208P von Piaget ist 2,35 Millimeter hoch. Wir haben uns die flachste Automatikuhr der Welt in einem Hands-on genauer angesehen. Hier geht es zum Beitrag.

Weltrekord #3: Das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt

Das Handaufzugkaliber 101 von Jaeger-LeCoultre ist nicht nur das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt, es hält diesen Rekord auch am längsten. Entwickelt wurde es im Jahr 1929. Es besteht aus 98 Einzelteilen und wiegt gerade einmal ein Gramm. Seine Maße betragen 14,0 mal 4,8 mal 3,4 Millimeter. Jaeger-LeCoultre fertigt das mechanische Uhrwerk bis heute. Da aber jede Komponente einzeln von Hand angefertigt und für den Einbau modifiziert werden muss, handelt es sich bei jedem Kaliber 101 sozusagen um eine Einzelanfertigung. Das beschränkt die Produktion auf eine zweistellige Stückzahl im Jahr, obwohl das Uhrwerk nicht limitiert ist. Jaeger-LeCoultre verbaut es daher bevorzugt in kostbaren Diamantschmuckuhren.

 

Weltrekord #4: Die flachste Minutenrepetition der Welt

Sowohl das Handaufzugkaliber BVL 362 mit seinen 3,12 Millimetern als auch das Gehäuse mit einer Bauhöhe von 6,85 Millimetern der Bulgari Otto Finissimo Minutenrepetition stellen einen Rekord dar. Denn Uhrwerk wie Gehäuse halten den Weltrekord in der Disziplin flachste Minutenrepetition. Titan ist dank seiner geringen Dichte für einen guten Klang als Gehäusematerial besonders geeignet. Bulgari geht noch einen Schritt weiter. Das Zifferblatt besteht nicht nur aus Titan, durch die ausgestanzten Indexe und den ausgestanzten Sekundenkreis dient es zusätzlich als Klangkörper. Eine Fliehkraftbremse sorgt dafür, dass die Töne nach Betätigen des seitlichen Drückers gleichmäßigen Abständen erschallen.

Weltrekord #5: Die flachste automatische Minutenrepetition mit Tourbillon

Die Manufaktur Jaeger-LeCoultre aus Le Sentier hat einen guten Ruf in der Fertigung flacher Uhren wie in der Konstruktion aufsehenerregender Komplikationen. In ihrer Minutenrepetition mit fliegend gelagertem Tourbillon vereint sie in der Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon erstmals zwei Komplikationen in einer Uhr, und dies in Kombination mit einem Automatikaufzug. Das Manufakturkaliber 362 kommt trotz der Komplikationen nur auf eine Höhe von 4,8 Millimetern. Um beide Komplikationen in dem Weißgoldgehäuse von 7,9 Millimetern unterbringen zu können, wurde der Automatikaufzug neu entwickelt: Die Schwungmasse aus Platin dreht sich außen um das Werk herum und kann durch die Fenster im Zifferblatt beobachtet werden. Ein Schieber löst die Minutenrepetition aus, wobei ein Mechanismus erkennt, ob es dabei eine Viertelstunde zu Schlagen gibt. Ist das nicht der Fall, folgen die Minuten direkt auf den Stundenschlag.

Weltrekord #6: Das flachste Tourbillon der Welt

Mit einer »Dicke« von gerade einmal 1,95 Millimetern ist das Werk der Octo Finissimo Tourbillon von Bulgari nicht nur dünner als eine Schweizer Fünf-Franken-Münze, sondern auch das derzeit flachste Tourbillon mit Handaufzug. Das Finissimo Tourbillon-Kaliber BVL 268 besteht aus 268 Komponenten. Um das Uhrwerk möglichst flach zu halten, wurden verschiedene technische Lösungen gefunden. Die beweglichen Teile drehen sich in sieben Kugellagern, während der Tourbillon-Käfig in einer Art Patrone gelagert ist. Im Jahr 2017 wurde noch eine weitere, skelettierte Version präsentiert. Sie steckt ebenfalls in einem 40-Millimeter-Gehäuse aus Platin mit fünf Millimetern Bauhöhe.

Weltrekord #7: Die erste Uhr am tiefsten und höchsten Punkt der Erde

Die größte Tauchtiefe erreichte eine Rolex 1960 mit dem Tauchboot Trieste. Der Schweizer Jacques Picard und der US-Marine-Leutnant Don Walsh drangen im Marianengraben bis zur Rekordtiefe von 10.916 Metern vor. Die an der Außenhülle angebrachte Deepsea Special war ein experimentelles Modell. Am 12. März 2012 sank der Regisseur James Cameron mit einem von ihm gesteuerten U-Boot erneut in den Marianengraben ab und betrachtete die Uhrzeit auf einer speziellen Rolex Sea-Dweller Challenge, die an einem Taucharm außerhalb des U-Bootes angebracht war. Dem Ereignis widmet Rolex eine bis 3.900 Meter wasserdichte Deepsea mit einem von Blau nach Schwarz verlaufenden Zifferblatt. Im Innern arbeitet das automatische Manufakturkaliber 3135. Rolex ist damit die einzige Marke, welche zuerst am höchsten Punkt der Erde – mit Sir Edmund Hillary und seiner Rolex Explorer im Jahr 1953 auf dem Mount Everest – und zuerst am tiefsten Punkt der Erde war. tw

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