Die kleinen Komplikationen: Das Datum

Weshalb die Datumsanzeige eine 'kleine Komplikationen' ist und welche Varianten zur Auswahl stehen

 Redaktion
von Redaktion
am 2. Oktober 2017

Auf der Suche nach einem praktischen Zeitmesser, der einem das tägliche Leben erleichert? Eine Uhr mit Datumsanzeige steht uns in zahlreichen Alltagssituationen zur Seite. Funktionen wie diese oder die Anzeige einer zweiten Zeitzone werden zwar als kleine Komplikationen bezeichnet, was in Relation zu Komplikationen wie der Minutenrepetition oder dem ewigen Kalender auch berechtigt ist. Doch gerade die sogenannten kleinen Komplikationen haben ihre praktische Bedeutung.

Erste Uhr mit Fensterdatum: Rolex Oyster Perpetual Datejust von 1945. Der Namenszusatz fehlt auf dem Zifferblatt.
Erste Uhr mit Fensterdatum: Rolex Oyster Perpetual Datejust von 1945. Der Namenszusatz fehlt auf dem Zifferblatt.

Für sie spielt Rolex eine besonders wichtige Rolle, denn die Manufaktur hat im Lauf ihrer Geschichte immer wieder nützliche Zusatzfunktionen erdacht und weiterentwickelt. Aber auch Breitling, IWC oder A. Lange & Söhne haben sich um Datum, Gangreserveanzeige und Co. verdient gemacht. Watchtime.net stellt Ihnen die kleine Komplikation Datum anhand verschiedener Uhrenmodelle vor.

Das Datum ist die mit Abstand häufigste Zusatzfunktion von Armbanduhren überhaupt. Doch weil sich die Hersteller fast immer für ein Fensterdatum entscheiden, hat der Uhrenfreund die Vielfalt der möglichen Lösungen meist gar nicht vor Augen. Schon beim herkömmlichen Fensterdatum gibt es Wahlmöglichkeiten: Nutzt man beispielsweise bei einer Uhr mit schwarzem Zifferblatt eine weiße Datumsscheibe, die sich besser ablesen lässt? Oder haben gestalterische Überlegungen zur Folge, dass sich die Designer für eine schwarze, harmonisch ins Zifferblatt integrierte Scheibe entscheiden?

Rolex: Oyster Perpetual Sea-Dweller
Zur besseren Ablesbarkeit des Datums stattet Rolex seine Uhren mit der typische Zykloplupe aus. Seit 2017 kommt auch die Oyster Perpetual Sea-Dweller mit dieser Datumslupe (10.350 Euro).

Etwas unbeholfen erscheinen in diesem Zusammenhang cremefarbene Zifferblätter mit weißem Datum; hier wirkt die abweichende Farbe der Zahlenscheibe oftmals störender als bei echten Kontrastfarben. Auch die Position des Datums ist entscheidend. Das klassische Fensterdatum fügt sich optisch nicht in jedes Zifferblatt gut ein. Im Falle dieser Nomos ist der Platz allerdings perfekt gewählt.

Nomos Club Automat Datum signalblau
Nomos Club Automat Datum signalblau (2.740 Euro)

Eine Vorreiterrolle in Bezug auf das Fensterdatum bei Armbanduhren übernahm Rolex mit der ersten Datejust von 1945. Heute ist diese Funktion in der Uhrenwelt selbstverständlich – und die häufigste Variante der Datumsanzeige. Typisch für Rolex ist auch die Datumslupe. Der Legende nach kam Rolex-Gründer Hans Wilsdorf auf die Idee, als im Badezimmer ein Wassertropfen auf das Glas seiner Uhr fiel und das Datum darunter vergrößerte. 1954 erschien die erste Rolex mit Lupe: eine Datejust.

Welche Form der Datumsanzeige ist die komfortabelste?

Als Alternative kommt das Zeigerdatum in Frage. Die Nutzerfreundlichkeit hängt hier jedoch stark von der Ausführung ab: Die beste Ablesbarkeit ist gegeben, wenn der Datumszeiger aus der Mitte kommt und die Skala am Zifferblattrand liegt. Bei der Atum Date von Moritz Grossmann ist für die Anzeige des aktuellen Tages ein Rahmen zuständig, der die entsprechende Zahl umgibt. Er sitzt auf einem Ring, der direkt unter dem Zifferblatt auf dem Handaufzugswerk 100.3 sitzt.

Moritz Grossmann: Atum Date in Weißgold
Moritz Grossmann: Atum Date in Weißgold (36.900 Euro)

Wird das Datum über ein Hilfszifferblatt als kleines Zeigerdatum angezeigt, benötigt der Träger dafür allerdings schärfere Augen. Bei der Flyback Chronograph Manufacture von Frédérique Constant sind nur die ungeraden Ziffern ausgeschrieben, was das Ablesen etwas erleichtert.

Frédérique Constant: Flyback Chronograph Manufacture in Edelstahl mit silberfarbenem Zifferblatt und römischen Ziffern
Frédérique Constant: Flyback Chronograph Manufacture in Edelstahl mit silberfarbenem Zifferblatt und römischen Ziffern (3.695 Euro)

In Sachen Ablesbarkeit ungeschlagen ist und bleibt die Uhr mit Großdatum. Stilbildend war diese Funktion vor allem bei der sächsischen Manufaktur A. Lange & Söhne: Besonders die legendäre Lange 1, aber auch viele weitere Modelle wären ohne die zwei Fenster sicher nicht so berühmt geworden, wie sie es heute sind. Einerscheibe und Zehnerkreuz der Lange’schen Datumsanzeige stehen in einem minimalen Höhenunterschied zueinander. Um diesen zu verdecken, erscheint das Großdatum in einem Fenster mit Sprosse.

Die A. Lange & Söhne Lange 1 mit blauem Zifferblatt und Weißgoldgehäuse mit 38,5 Millimeter Durchmesser
Die A. Lange & Söhne Lange 1 mit blauem Zifferblatt und Weißgoldgehäuse mit 38,5 Millimeter Durchmesser (31.700 Euro)

 

Girard-Perregaux wollte auf solch eine Sprosse verzichten und dennoch den Höhenunterschied kaschieren. Daher entwickelte die Schweizer Manufaktur ein Großdatumssystem, bei der die Einerscheibe transparent ist und die Zehnerscheibe überlagert. Das Modell 1966 von Girard Perregaux verfügt über diese Form des Großdatums.

Girard-Perregau: 1966 Großdatum und Mondphase
Girard-Perregau: 1966 Großdatum und Mondphase, Roségold, 19.900 Euro

Ohne Höhenunterschied oder Überlappung der beiden Zahlenkreise kommen die Konstruktionen von Pequignet und Glashütte Original aus. Sie bestehen aus zwei ineinander liegenden Ringen. Dieses System kommt beispielsweise bei der Glashütte Original Senator Excellence Ewiger Kalender zum Einsatz.

Glashütte Original Senator Excellence Ewiger Kalender: Ein besonders zeitgemäßes Gesicht für eine anspruchsvolle Komplikation
Der Senator Excellence Ewiger Kalender von Glashütte Original (32.300 Euro)

Das Großdatum ist also eine schöne und funktionale Lösung. Es sorgt nicht nur für eine bessere Ablesbarkeit, sondern ist auch ein eigenständiges Designmerkmal sowie eine bemerkenswerte technische Komplikation.

Beim retrograden Datum läuft der Zeiger von der 1 bis zur 31 und springt dann um 24 Uhr am letzten Tag des Monats wieder zur 1 zurück.

Vacheron Constantin: Patrimony Mondphase und retrograde Datumsanzeige in Roségold
Vacheron Constantin: Patrimony Mondphase und retrograde Datumsanzeige in Roségold (42.900 Euro)

Auch eine Uhr mit Datumsanzeige kann unpraktisch sein

Deutlich problematischer als das Großdatum mit seiner ersten Stelle ist jedoch das Datum im vergrößerten Fenster, in dem auch die vorhergehenden und nachfolgenden Tage erscheinen. Hier kann sich der Träger je nach Breite des Fensters ziemlich schwertun, die richtige Zahl zu finden. Zudem wird beispielsweise am 30. April ein nicht vorhandener 31. als Folgetag angezeigt. Bei dieser IWC-Uhr hilft ein Pfeil.

Langes Datumsfenster
Ein langes Datumsfenster kann die Lesbarkeit des Datums erschweren.

 

Uhren mit unterschiedlicher Ausführung der Datumsanzeige:

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Januar 2011.

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Weitere Themen unserer Reihe “Uhren-Komplikationen” finden Sie hier:

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