Die kleinen Komplikationen: Drehlünette

Drehlünette

 Redaktion
von Redaktion
am 19. September 2017

Dieser Teil unserer Serie “Die kleinen Komplikationen” beschäftigt sich mit einer Funktion, die zwar keine werktechnische Komplikation darstellt, aber dennoch eine wichtige Zusatzfunktion ist: die Drehlünette. Diese „Gehäusefunktion“ lässt sich für diverse Uhrentypen nutzen. Eine Auswahl davon stellen wir hier vor.

Rolex Oyster Perpetual GMT-Master II Ref. 116710
Rolex Oyster Perpetual GMT-Master II Ref. 116710 (8.100 Euro)

Die Drehlünette bei GMT-Uhren

Bei Uhren mit zweiter Zeitzone wird diese manchmal über eine 24-Stunden-Skala auf deren Lünette angezeigt. Ein Beispiel dafür ist die Oyster Perpetual GMT-Master II von Rolex.

Die Drehlünette bei Taucheruhren

Am häufigsten findet sich der Drehring bei Taucheruhren, wo er sich meist nur in eine Richtung bewegen lässt. Das liegt daran, dass der Taucher auf der Drehlünette die verbleibende Tauchzeit abliest. Ist die Lünette nur in eine Richtung drehbar, ist sichergestellt, dass die Tauchzeit sich, wenn der Taucher aus Versehen gegen etwas stößt, nur verkürzen, aber nie verlängern kann. Idealerweise ist dieser Drehring so griffig, dass er sich auch mit Handschuhen verstellen lässt, und besitzt für die Ablesbarkeit unter Wasser einen Leuchtpunkt sowie eine durchgehende Minutenteilung.

IWC: Aquatimer Automatic 2000 Edition "35 Years Ocean 2000"
IWC: Aquatimer Automatic 2000 Edition “35 Years Ocean 2000” (7.900 Euro)

Bei der aktuellen Aquatimer Automatic 2000 Edition “35 Years Ocean 2000” von IWC wird der innenliegende Drehring mit der Skala für die Tauchzeit über die außenliegende Lünette gesteuert. Die Skala dreht sich aus Sicherheitsgründen aber nur, wenn die Lünette gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird. So wird auch hier sichergestellt, dass die angezeigte Tauchzeit sich nicht verlängert.

Tudor: Pelagos LHD
Tudor: Pelagos LHD (4.110 Euro)

Die hier gezeigte Tudor Pelagos LHD verfügt über eine klassisch einseitig drehbare Lünette mit Tauchzeitskala. Weitere Taucheruhren mit Drehlünette finden Sie im großen Taucheruhrenspecial.

Die Drehlünette bei Fliegeruhren

Der zweithäufigste Uhrentyp mit Drehlünette ist die Fliegeruhr. Hier darf und soll der Ring in beide Richtungen beweglich sein. Vor allem Piloten, die nach Sichtflugregeln fliegen, nutzen die zusätzliche Minutenskala als Navigationshilfe: Beim Start wird der Nullpunkt auf den Minutenzeiger ausgerichtet, sodass die Lünette die Flugminuten zählt. Wenn die geplante Route beispielsweise nach 13 Minuten Richtungswechsel bei bestimmten Landmarken vorsieht, lässt sich auf der Lünette verfolgen, wann es Zeit ist, nach dem jeweiligen Autobahnkreuz oder Kirchturm Ausschau zu halten.

Stowa: Flieger Professional DIN
Stowa: Flieger Professional DIN (2.150 Euro)

Ein Chronograph kann diese Funktion nur unzureichend ersetzen, da sich der meist kleine Minutentotalisator viel schwerer ablesen lässt als der zentrale Zeiger einer Fliegeruhr. Über einen solchen verfügt beispielsweise auch die Flieger Professional DIN von Stowa oder die Fliegeruhr 857 UTC VFR von Sinn. Beide Modelle sind nach der DIN-Norm 8330 geprüfte Fliegeruhren.

Sinn: 857 UTC VFR
Sinn: 857 UTC VFR (1.990 Euro)

Die Drehlünette zur Umrechnung von Einheiten

Besonders viele Uhren mit Fliegerlünette bietet Breitling an. Doch hier spielen Drehlünetten noch eine andere Rolle: Seit dem Chronomat aus dem Jahr 1941 und dem bis heute berühmten Navitimer von 1952 dient die Lünette zur Umrechnung von Einheiten.

Für Piloten ist vor allem das Verhältnis von Kilometern zu nautischen Meilen interessant: Mit Hilfe der Rechenschieberlünette kann der Träger eine Größe auf dem äußeren Zahlenring auf eine feststehende Meilen-Markierung am linken Zifferblattrand einstellen. Bei einer weiteren feststehenden Markierung auf zwölf Uhr lässt sich nun auf dem Drehring dieselbe Größe in Kilometern ablesen.
Auch andere Berechnungen sind mit Hilfe des Dreisatzes möglich, wenn man die Umrechnungsformel kennt. Wenn beispielsweise eine Währung das 1,7-Fache einer anderen wert ist, kann man auf dem äußeren Ring die 17 auf die innere 10 drehen und bekommt nun rund um das Zifferblatt alle Preise umgerechnet.

Breitling Cockpit B50
Breitling Cockpit B50 im 46-Millimeter-Titangehäuse mit Titanband (6.470 Euro)

Eine weitere Funktion, die auf Drehlünetten von Breitling und anderen Marken Verwendung findet, ist die Richtungsanzeige über eine 360-Grad-Skala. So trägt zum Beispiel die Breitling Cockpit B50 auf der Lünette Markierungen für die vier Haupthimmelsrichtungen und die dazwischen liegenden Winkelgrade. Mit ihrer Hilfe kann der Pilot beispielsweise einen vom Tower durchgegebenen Kurs auf die Zwölf drehen und sich diesen merken. Zudem lässt sich nun bei der Sechs komfortabel der Gegenkurs ablesen – eine Funktion, die vor allem beim Anflug auf einen Flugplatz hilfreich ist. Ob die sogenannte Kursmemo als Ergänzung zu den vielfältigen Cockpitanzeigen tatsächlich Verwendung findet, hängt jedoch von den Gewohnheiten des Piloten ab.

Die Drehlünette als Countdown-Lünette

Zu guter Letzt gibt es Countdown-Lünetten mit rückwärts laufender Minutenskala. Ein solches Herunterzählen bis zu einem vorbestimmten Nullpunkt wird vor allem bei militärischen Aktionen praktiziert. Doch es gibt auch Uhren, wie die hier gezeigten, auf deren Einsatz die Countdown-Lünette abgestimmt ist.

Mühle Glashütte Seebataillon GMT
Mühle Glashütte Seebataillon GMT (2.700 Euro)

Die Seebataillon GMT von Mühle-Glashütte wurde speziell für die deutsche Marine-Eliteeinheit entwickelt. Mit Hilfe ihrer beidseitig drehbaren Lünette lassen sich jegliche Aktionen genau timen, denn sie besitzt eine Countdown-Einteilung. Auch lässt sich so schnell die verbleibende Tauchzeit ablesen. Zuletzt ist als ziviler Einsatzzweck natürlich auch etwas Alltägliches, wie das Nudelkochen denkbar – oder das Warten auf die Liebste, die ihr Erscheinen in einer halben Stunde angekündigt hat.

Weitere aktuelle Modelle mit unterschiedlicher Funktionsweise der Drehlünette sehen Sie hier:

Weitere Themen unserer Reihe “Uhren-Komplikationen” finden Sie hier:

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im Februar 2011.

[2237]

Hamilton: RailRoad Auto Chrono

Bei dem RailRoad Auto Chrono von Hamilton ist die blaue Tachymeter-Skala, die sich schneckenförmig um das Zentrum des Zifferblattes legt, der Blickfang. Während diese Anzeige den sportlichen Aspekt des Zeitmessers betont, verleihen die schwertförmigen Zeiger und die abgerundeten Bandanstöße dem Chronographen auffällige … » weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Bestellen Sie unseren Newsletter

Was gibt's Neues auf Watchtime.net?

Damit Sie stets rund um das Thema mechanische Uhr informiert sind, gibt Ihnen der Watchtime.net-Newsletter mehrmals wöchentlich den Überblick.

Zusätzlich und nur für kurze Zeit:
Ihr 5-EUR-Gutschein!*

Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und akzeptiert.**
*Mindestbestellwert 20 Euro
**Pflichtfeld
Special: Schweizer Geheimtipps

Uhren-Datenbank

In der weltweit größten Datenbank finden Sie aktuell 32362 Modelle von 793 Herstellern.

Datenbank-Suche

[type='text']
[type='text']
[type='submit']
[type='submit']
[type='text']
[type='text']
[type='submit']
[type='submit']
[type='submit']
[type='submit']