Expertenwissen: 10 Fakten für Uhren-Insider

Verblüffen Sie mit seltenem Fachwissen rund um die Uhr!

Gisbert L. Brunner
von Gisbert L. Brunner
am 11. Juli 2018

Zehn Fakten, die selbst die meisten Uhrenexperten nicht kennen: Wer war Persona non grata bei Rolex? Welche deutsche Firma war der größte Uhrenproduzent der Welt, und wann? Welcher Schweizer Tourbillonexperte begründete den Industriestandard für Quarzwerke? Erweitern Sie Ihr Insider-Wissen!

Insider-Fakt #1: Mit der eigenen Rolex im Weltraum

Viele Apollo-Astronauten vertrauten ihre Zeit privat einer Rolex an. Zum Kreis gehörte auch John Leonard „Jack“ Swigert. Das Mitglied der Ersatzmannschaft der Apollo-13-Mission musste 72 Stunden vor dem Start für den erkrankten Thomas K. Mattingly als Pilot der Kommandokapsel einspringen. Seine GMT-Master nahm er in der Hosentasche mit. Nach der glücklichen Rückkehr zur Erde bedankte er sich 1970 schriftlich dafür bei Rolex, dass ihn seine Armbanduhr „immer pünktlich sein“ ließ.

Dankesbrief von Apollo-Astronaut Jack Swigert an Rolex, 1970
Dankesbrief von Apollo-Astronaut Jack Swigert an Rolex, 1970

Insider-Fakt #2: Panerai gegen das Vergessen

Die frühen Radiomir-Modelle von Panerai besaßen Handaufzugswerke und Oyster-Gehäuse von Rolex. Doch oft vergaßen die Träger nach dem Spannen der Zugfeder, die Krone zu verschließen, was das Uhrwerk beim nächsten Tauchergang zerstören konnte. Mit der Luminor und ihrem 1956 patentierten, unübersehbaren Andruckhebel für die Krone passierte das nicht mehr. Mehr Wissenswertes über Panerai lesen Sie hier.

Der im Jahr 1956 patentierte Kronenschutzbügel ist eines der bekanntesten Merkmale der Panerai-Uhren aus den 1950er Jahren. Foto: Jörg Wischmann°
Der im Jahr 1956 patentierte Kronenschutzbügel ist eines der bekanntesten Merkmale der Panerai-Uhren aus den 1950er Jahren. Foto: Jörg Wischmann

Insider-Fakt #3: Junghans war der größte Uhrenhersteller der Welt

1903 war Junghans mit über 3.000 Mitarbeitern und einer Tagesproduktion von rund 9.000 Zeitmessern der weltweit größte Uhrenfabrikant. Hier gibt es weitere spannende Fakten über Junghans.

Das Junghans-Firmengelände 1903
Das Junghans-Firmengelände 1903

Insider-Fakt #4: Patek Philippes Meisterreguleur André Zibach schlägt ein Tourbillon

Tourbillons gehen nicht zwangsläufig genauer als normale Uhrwerke. Zu den Chronometerwettbewerben des Jahres 1948 in der Kategorie bis 30 Millimeter Durchmesser reichte Patek Philippe beides ein. Als Sieger erreichte ein klassisches, von André Zibach reguliertes Ankerkaliber 13VZ, Nummer 861.119, mit Guillaume-Unruh 854 Punkte. Das gleichgroße Tourbillon-Kaliber 861.115 erzielte lediglich 738 Punkte und damit Rang sieben.

Patek Philippe: Observatoriumskaliber VZ Nr. 861126
Patek Philippe: Observatoriumskaliber VZ Nr. 861126

Insider-Fakt #5: Girard-Perregaux begründet Industriestandard für Quarzwerke

Im Gegensatz zu vielen anderen Schweizer Marken setzte Girard-Perregaux bei der Entwicklung eines Quarzwerks auf eigene Kompetenz. Das exklusive Kaliber GP 350 begründete den bis heutige aktuellen Industriestandard von 32.768 Hertz. Die damit ausgestattete „GP Quartz“ debütierte 1971 während der Basler Uhrenmesse.

Begründete den Industriestandard für Quarz: Girard-Perregaux: Quarz-Kaliber GP 350 von 1971
Begründete den Industriestandard für Quarz: Girard-Perregaux: Quarz-Kaliber GP 350 von 1971

Insider-Fakt #6: Größte öffentliche Uhr in Deutschland

Die größte öffentliche Uhr Deutschlands ist die 1928 am Wasserturm des Nähmaschinenwerks Wittenberge (Brandenburg) angebrachte Turmuhr. Ihr Durchmesser beträgt 7,57 Meter, der Minutenzeiger ist 3,03 Meter lang, der Stundenzeiger 2,25 Meter.

Uhrenturm des Wasserturms Veritas in Wittenberge
Uhrenturm des Wasserturms des Nähmaschinenwerks Singer/Veritas in Wittenberge. Copyright: Oberlausitzerin64

Insider-Fakt #7: Das flachste Handaufzugswerk aller Zeiten

Das flachste Handaufzugswerk aller Zeiten stammt von Jean Lassale, Genf. Sein 1978 vorgestelltes Kaliber 1200, Durchmesser 20,4 Millimeter, baute nur 1,2 Millimeter hoch. Daraus errechnet sich ein Gesamtvolumen von 397 Kubikmillimeter. Das Werk verfügte über neun Steine und 14 Miniatur-Kugellager. Die Unruhfrequenz betrug drei Hertz.

Flachstes Handaufzugskalber: Jean Lassale Kaliber 1200 von 1978
Flachstes Handaufzugskalber: Jean Lassale Kaliber 1200 von 1978

Insider-Fakt #8: Vacheron & Constantin etabliert ab 1839 eine Frühform der industriellen Uhrenproduktion

Bis 1839 verlief die Uhrenherstellung rein handwerklich. Dann wurde der von Vacheron & Constantin engagierte Uhrmacher und Erfinder Georges-Auguste Leschot zum Vorreiter einer industriellen Produktion: Er entwickelte verschiedene Maschinen für die Präzisionsfertigung von Uhrenrohteilen in größeren Stückzahlen und ermöglichte damit eine Serienfertigung von Uhren. Leschot, dem andere Uhrmacher bald nacheiferten, ebnete damit den Weg zur modernen Uhrenindustrie.

Georges-Auguste Leschot (1800-1884)
Georges-Auguste Leschot (1800-1884)

Insider-Fakt #9: Hausverbot für die Wilsdorf-Witwe

Nach dem Tod Hans Wilsdorfs am 6. Juli 1960 erklärte der neue Generaldirektor André Heiniger Wilsdorfs Witwe zur unerwünschten Person im Hause Rolex. Die Vergangenheit sollte keine Rolle mehr spielen. Weitere interessante Fakten über Rolex finden Sie hier.

Betty Wilsdorf-Mettler
Betty Wilsdorf-Mettler

Insider-Fakt #10: Vertikale Chronographenkupplung

Die vertikale Chronographenkupplung ist weit älter, als man denken würde. Ihre Geschichte beginnt 1885 mit dem Uhrmacher Henri-Alfred Lugrin. Er verwendete fein verzahnte Kegelräder. 1936 folgte der Bieler Uhrenhersteller Pierce: Bei dessen 13-linigem Manufakturkaliber 130 stach eine dornenbestückte Mitnehmerscheibe in einen kleinen Hartgummiring. Pionier der modernen Ausführung ist Seiko: Das Automatikkaliber 6139 von 1969 besaß schon jene Art Friktionskupplung, die heute häufig verwendet wird. glb/buc

Vertikale Kupplung: Chronograph läuft
Vertikale Kupplung: Chronograph ist angehalten

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmalig online gestellt im Oktober 2017.

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