Weltzeituhr

Die ganze Welt auf einen Blick

 Redaktion
von Redaktion
am 27. Juli 2017

Weltzeituhren helfen uns, in der globalisierten Welt die Uhrzeit über Kontinente hinweg stets im Auge zu behalten. War die Weltzeitfunktion früher hauptsächlich für Reisende interessant, ist sie heute für den modernen, vernetzten Menschen die Basis für sein Tun und Handeln. Selbstverständlich zeigen auch alle gängigen Smartphones die unterschiedlichen Zeiten an, doch der Blick aufs eigene Handgelenk ist für den Liebhaber mechanischer Uhren etwas ganz Besonderes. Uhren mit Weltzeitfunktion stellen mit Hilfe einer Städtescheibe die unterschiedlichen Zeitzonen dar. Heute ist die Erde in 24 Zeitzonen eingeteilt mit je einer Stunde Differenz. Zusätzlich gibt es jedoch Länder die sich auf halbe Stunden und Viertelstunden festgelegt haben.

Städtescheibe einer Weltzeituhr
Städtescheibe einer Weltzeituhr

Im Amerika des 18. Jahrhunderts gab es allein 71 verschiedene Zeitzonen. Die jeweils lokale Uhrzeit richtete sich nach dem Sonnenstand. Jede private Eisenbahngesellschaft hatte somit ihre eigene Uhrzeit und das Umsteigen auf langen Reisen von Ost nach West war ein wahres Glücksspiel. Auf der Meridiankonferenz 1884 wurde die Erde dann in 24 ganzstündige Zeitzonen eingeteilt und der Londoner Vorort Greenwich zum Nullmeridian – quasi zur Synchronisationsbasis – erklärt.

Woher kommt die Weltzeit?

Die Längengrade sind bei der Bestimmung der Weltzeit von enormer Bedeutung. Die 360 Grad der Erde werden durch 24, also durch die Anzahl der Stunden eines Tages, geteilt. Das ergibt 15. Innerhalb einer Zone von 15 Längengraden – die den Ländergrenzen angepasst sind – soll also die gleiche Zeit herrschen. Die nächste Zone ist jeweils um eine Stunde verschoben.

10 Exemplare gibt es von der Patek Philippe Weltzeituhr mit Minutenrepetition Referenz 5531R New York 2017 Special Edition. Laut Patek handelt es sich dabei um die erste Weltzeit-Minutenrepetition, deren Schlag sich – anstatt nach der gleichbleibenden Heimatzeit – nach einer der 24 Ortszeiten richtet, die über den Städtering ausgewählt wird. (561.341 US-Dollar)
10 Exemplare gibt es von der Patek Philippe Weltzeituhr mit Minutenrepetition Referenz 5531R New York 2017 Special Edition. Laut Patek handelt es sich dabei um die erste Weltzeit-Minutenrepetition, deren Schlag sich – anstatt nach der gleichbleibenden Heimatzeit – nach einer der 24 Ortszeiten richtet, die über den Städtering ausgewählt wird. (561.341 US-Dollar)

Dafür, die genaue Uhrzeit für die ganze Welt zu ermitteln, ist das Bureau International des Poids et Mesures (BIPM) in Paris seit 1988 zuständig. Dieses bestimmt aus rund 250 Uhren in mehr als 50 Zeitinstituten, zu denen auch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig mit vier Atomuhren gehört, die koordinierte Weltzeit (UTC = coordinated universal time) und damit die Basis des Weltzeitsystems mit den 24 Zeitzonen der Erde. Doch es gibt auch die Sonderfälle, sprich Länder mit halb- und viertelstündlichem Unterschied zu nächsten Zeitzone. Rechnet man diese noch dazu, so sind derzeit weltweit 38 Zeitzonen in Benutzung; 2015 legte Nordkorea seine eigenen Zeitzone fest: Afghanistan liegt beispielsweise viereinhalb Stunden, Indien fünfeinhalb Stunden und Nepal fünf Stunden und fünfundvierzig Minuten vor der koordinierten Weltzeit. Die Chatham-Inseln bei Neuseeland liegen sogar 12 Stunden und 45 Minuten vor der UTC. Gründe für solche Sonderfälle sind meist die geographische Lage zwischen zwei Zeitzonen oder die politisch-historische Prägung.

Die geographische Lage eines Landes ist ausschlaggebend für die Einteilung der jeweiligen Zeitzone.
Die geographische Lage eines Landes ist ausschlaggebend für die Einteilung der jeweiligen Zeitzone.

Unser Leben richtet sich im Alltag jedoch weiterhin nach dem Sonnenstand, also nach der Erdrotation. Und die Erde dreht sich nie ganz gleichmäßig. Deshalb wird dafür gesorgt, dass die koordinierte Weltzeit der mittleren Sonnenzeit entspricht. Hierfür werden einfach Schaltsekunden eingefügt. Gemessen wird die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian, der durch das englische Greenwich verläuft.

Wozu ist die Weltzeituhr gut?

Doch diese Feinheiten interessieren uns im Alltag nicht. Viel wichtiger ist in unserer vernetzten Zeit die genaue Stunde in dem Land zu wissen, oder in das sie gerade reisen oder in dem der Geschäftspartner, befreundete Blogger oder die Youtube-Fangemeinde sitzt. Herrscht noch Schlafenszeit? Oder ist schon helllichter Tag? Kann der Partner in Übersee schon angerufen werden, reagiert er augenblicklich auf die Anfragen per E-Mail?

Weltzeituhren stellen mit Hilfe einer Städtescheibe alle 24 ganzstündigen Zeitzonen dar. Dabei ist die Zeitzonenfunktion entweder in das Uhrwerk integriert oder wird über ein zusätzliches Modul realisiert. Wird die Uhr einmal richtig eingestellt, so lassen sich damit alle Zeitzonen anzeigen. Über eine Krone oder einen Drücker wird der Ort, der exemplarisch für eine bestimmte Zeitzone steht, ausgewählt. Der 24-Stunden-Zeiger gibt dann die dazu passende Zeit an.

Weltzeituhr mit 37 Zeitzonen

Die Overseas Weltzeituhr von Vacheron Constantin mit dem automatischen Manufakturkaliber 2460 WT kennt alle 37 Zeitzonen, also die 24 in ganstzündigem Abstand plus die halb- und viertelstündigen Abweicher von der koordinierten Weltzeit (UTC). Die Anzeige besteht aus drei Teilen. Die Mitte wird von einer Lambertschen Kegelprojektion der Weltkarte mit Kontinenten und Ozeanen bestimmt; auf einer transparenten, lackierten Scheibe können die Namen der Städte abgelesen werden. Eine dritte, über der Karte liegende Saphirglasscheibe sorgt mit fein abgestuften Rauchfarben für eine Tag-Nacht-Anzeige, die mit der 24-Stunden-Scheibe synchronisiert ist. Das Edelstahlgehäuse ist wasserdicht bis 15 Bar und misst 43,5 Millimeter im Durchmesser und kostet 39.600 Euro.

Vacheron Constantin: Overseas Weltzeituhr
Vacheron Constantin: Overseas Weltzeituhr

Weltzeituhr mit festsitzendem Städtering

Einfach, aber effektiv hat die Jaeger-LeCoultre das Weltzeitproblem gelöst: In ihrer Geophysic Universal Time arbeitet ein feststehender Städtering mit einem beweglichen 24-Stunden-Ring zusammen. Das automatische Manufakturkaliber 772 erlaubt die Anzeige der 24 ganzstündigen Zeitzonen, deren Referenzstädte am Zifferblattrand abgelesen werden. Der mittlere, 24-Stunden-Ring ist beweglich und wird über die Krone eingestellt.

Jaeger-LeCoultre: Geophysic Universal Time
Jaeger-LeCoultre: Geophysic Universal Time

Weil der Stundenzeiger unabhängig bewegt wird, bleiben die genauen Minuten und Sekunden erhalten, und auch der Stundenring bleibt an Ort und Stelle; seine Aufgabe ist es schließlich, nach wie vor die richtigen Zeiten für alle Zeitzonen auf dem Außenring darzustellen. Ein schönes Detail ist die Sommerzeitkorrektur: Diejenigen Referenzorte, die eine Sommerzeit haben – was nicht für alle Länder der Welt gilt –, sind durch einen Strich mit einem rechts stehenden Sternchen verbunden. Im Sommer kann man die Zeit unter diesem Sternchen statt unter dem zugehörigen Städtenamen ablesen und erfährt so, dass es an den betreffenden Orten bereits eine Stunde später ist. Die Uhr kostet in Edelstahl 16.000 Euro.

Weltzeituhr mit beweglichem Städtering

Die L.U.C Time Traveler One von Chopard ist die erste Weltzeituhr von Chopard. Im Innern der Uhr arbeitet das chronometerzertifizierte, hauseigene Automatikkaliber L.U.C 01.05-L, das neben den drei Zeitzeigern, einen Datumszeiger mit Pfeilspitze und einen 24-Stunden-Ring antreibt.

Chopard: Weltzeituhr L.U.C Time Traveler One
Chopard: Weltzeituhr L.U.C Time Traveler One

Der 24-Stunden-Ring korrespondiert mit einem Städtering, dessen Referenzorte für die 24 ganzstündigen Standardzeitzonen der Erde stehen. Über die obere Krone lassen sich die Zeiger bewegen, wobei der Stundenring mitläuft, damit nach der Einstellung wieder alle 24 Zeiten korrekt sind. Der Städtering lässt sich über die untere Krone auf einen beliebigen Ort schalten, wobei der Stundenring in Stundenschritten mitspringt. Das komplexe Werk mit 60 Stunden Gangautonomie ist in einem 42 Millimeter großen Gehäuse mit Saphirglasboden untergebracht. Ob Tag oder Nacht herrscht, zeigt der Farbverlauf des Stundenrings an. Die Uhr ist für 12.610 Euro erhältlich.

Eine Reihe aktueller Weltzeituhren zeigt die Bildergalerie:

Andreas Strehler Sauterelle à heure mondiale: Auf der Werkseite zeigt sich neben der hochpräzisen Mondphasenanzeige die Wahlscheibe für die Zeitzone. Nach Auswahl der zugehörigen Referenzstadt folgt die Zeitanzeige auf dem Zifferblatt in Stundenschritten (125.000 Schweizer Franken ohne Steuern).
Die Referenz 5930 von Patek Philippe kombiniert den Weltzeitmechanismus mit dem eigenen Chronographenkaliber. Über den Drücker bei der Zehn lässt sich die Referenzstadt für die gewünschte Zeitzone nach oben bewegen, wobei auch der Stundenzeiger entsprechend vorspringt (66.316 Euro.)
Die Senator Cosmopolite von Glashütte Original bitetet 36 Zeitzonen, die durch den offiziellen IATA-Flughafencode angezeigt werden (38.000 Euro)
Die 1966 WW.TC von Girard-Perregaux beherbergt das automatische Manufakturkaliber GP03300-0022/0027 mit hauseigenem Weltzeitmodul. Bei der Uhr lassen sich Zeit und Städtering in beide Richtungen verstellen (24.300 Euro).
In der Zifferblattmitte der Classic Worldtimer Manufacture von Frédérique Constant prangt eine Weltkarte. Der 24-Stunden-Ring mit Tag-Nacht-Anzeige für die 24 Referenzorte am Zifferblattrand wird über die Krone bedient (3.795 Euro).
Der im Fenster bei der Drei angezeigte Referenzort der Admiral’s Cup Legend 47 Worldtimer von Corum lässt sich über die Krone bei zwei Uhr einstellen, wobei der 24-Stunden-Ring für die zweite Zeitzone gleich mitspringt (17.400 Euro).
Die 24-Stunden-Anzeige der Trainmaster Worldtime Chronograph von Ball Watch bewegt sich zusammen mit dem Stunden- und Minutenzeiger. Über den unbeweglichen Städtering kann man sofort sehen, wie spät es in den 24 Referenzstädten ist (4.695 Euro).

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Mai 2011.

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