Wie und wo verkaufe ich am besten meine Uhr online?

Uhren verkaufen: 4 Online-Plattformen im Test

Thomas Gronenthal
von Thomas Gronenthal
am 11. August 2017

Gelegentlich packt den Uhrenträger der Wunsch nach frischem Wind in seiner Sammlung. Wer sich zugunsten einer neuen Uhr von einem gebrauchten Stück trennen möchte, hat mehr als eine Möglichkeit für einen Verkauf. Das UHREN-MAGAZIN hat vier Verkaufsplattformen getestet und miteinander verglichen. Wenn Sie einen konkreten Verkaufswunsch haben, können Sie anhand der Infografik am Ende des Artikels die passende Plattform ermitteln.

Uhren verkaufen (Foto: Shutterstock.com)

Automobile und Uhren sind mit Emotionen verbunden, und nicht selten möchte man mehr davon, als man wirklich unterbringen oder finanzieren kann. Während der Autohändler auf Wunsch ein bequemes Angebot zum Eintausch macht, sind Uhrenliebhaber eher zum Verkauf auf eigene Faust gezwungen. Kommt kein Kaufinteressent im Freundes- oder Bekanntenkreis in Frage, bieten etliche mehr oder weniger spezialisierte Verkaufsplattformen im Internet den Rahmen für einen Verkauf der gebrauchten Uhr.

Wie man seine Uhr vor Ort in einem Auktionshaus verkauft, erfahren Sie im Artikel “Wie versteigere ich eine Uhr?”, den Sie hier kostenlos herunterladen können.

Grundsätzlich lässt sich unterscheiden zwischen Auf- und Wiederverkäufern und Marktplätzen, die entweder auf Uhren spezialisiert sind oder eine Kategorie für Uhren anbieten. Die bekannteste Adresse im Internet für Kauf und Verkauf ist die Online-Auktionsplattform eBay.

eBay – Uhren verkaufen per Auktion oder zu einem Festpreis

Fast 450.000 Angebote sind hier alleine unter der Rubrik “Armbanduhren” zu finden, Neu- und Gebrauchtware aller Preis- und Qualitätskategorien sind allerdings gemischt. Wer seine Uhr hier verkaufen möchte, hat mehrere Möglichkeiten für eine Angebotserstellung.

eBay: Verkaufs-Anfänger finden sich hier schnell zurecht. eBay eignet sich für Uhren bis zur mittleren Preislage.
eBay: Verkaufs-Anfänger finden sich hier schnell zurecht. eBay eignet sich für Uhren bis zur mittleren Preislage.

Die Auktion ist die bekannteste Methode: Der Startpreis kann festgelegt werden, die Gestaltung des Angebotes ist einfach und auch für einen Internet-Gelegenheitsnutzer machbar. Wichtig sind aussagekräftige Bilder der eigenen Uhr, und eine glaubwürdige wie korrekte Beschreibung. Wer selbst keine Bewertungen als Käufer oder Verkäufer bei eBay hat, tut sich mangels Vertrauenswürdigkeit möglicherweise schwer mit einer ersten Auktion. Besonders erfolgreich im Bieterwettstreit sind stets Angebote mit einem Startpreis von einem Euro. Ein für Bieter nicht in der Höhe erkennbarer Mindestpreis schützt davor, eine Auktion deutlich unter Wert der Uhr beenden zu müssen. Erfolgt der Zuschlag unter dem Mindestpreis, kommt kein Kaufvertrag zustande. Darüber hinaus kann man ein Angebot auch zum Sofortkauf zu einem fixen Preis anbieten, und eine weitere Funktion erlaubt Interessenten, einen Preisvorschlag für das Produkt zu machen. Der kann innerhalb von 24 Stunden vom Verkäufer gesichtet und abgelehnt werden. Indem der Vorschlag angenommen wird, kommt bereits ein rechtsgültiger Kaufvertrag zustande.

Vom Verkaufserlös fließen zehn Prozent Provision an eBay, zuzüglich einer Angebotsgebühr, die von den gewählten Optionen zur Hervorhebung der Auktion abhängig ist. Wer den Bezahldienst PayPal für Käufer anbietet, muss noch einmal 1,9 Prozent des Erlöses sowie eine Pauschale von 35 Cent vom Erlös abziehen. Bei einem Verkaufspreis von 3.000 Euro, eingestellt als Auktion ab einem Euro Mindestgebot und mit wenigen Extras zur Hervorhebung der Anzeige, beträgt die eBay-Rechnung am Ende über 250 Euro. Davon sind 199 Euro Provision für den eBay-Betreiber. Dieser Betrag ist allerdings auch die Obergrenze – wird mehr erlöst, fallen trotzdem nur 199 Euro an. Zahlt der Käufer mit PayPal, kommen noch einmal 57 Euro für unseren Beispielverkauf hinzu. Bei einem Zuschlagspreis von 3.000 Euro sind also 309 Euro für Gebühren und Provisionen abzuziehen.

Chrono24 – die Kleinanzeige mit hoher Reichweite im Internet

Das Internet bietet spezielle Marktplätze, die sich ausschließlich mit Uhren beschäftigen. Seit 2003 ist Chrono24 online und damit der älteste dedizierte Luxusuhren-Marktplatz. Über 290.000 Uhren aus über 90 Ländern der Erde sind hier durchschnittlich im Angebot, sowohl von professionellen Händlern wie auch von Privatleuten. Die monatlichen Besucherzahlen liegen bei mehr als zehn Millionen Menschen aus aller Welt – mehr Reichweite rund um den Globus wird für ein Uhrenangebot kaum möglich sein.

Chrono24: Der Online-Marktplatz ist auf Uhren spezialisiert und wird von Sammlern weltweit gerne genutzt.
Chrono24: Der Online-Marktplatz ist auf Uhren spezialisiert und wird von Sammlern weltweit gerne genutzt.

Statt einer Auktion wird hier das Angebot mit einem festen Preis eröffnet. Kaufwillige Interessenten treten dann in Kontakt und wickeln das Geschäft im Dialog ab und können dabei auch handeln. Der Verkauf findet nicht über den Marktplatz statt. Chrono24 bietet lediglich die Plattform – eine Kleinanzeige im klassischen Sinne. Das Inserat selbst wird in wenigen Schritten gestaltet. Wer die Referenznummer seiner Uhr kennt – beispielsweise für eine ältere Rolex Submariner mit Aluminium-Lünetteneinlage die 16610 – spart sich viel Arbeit. In diesem Fall füllt Chrono24 aus der eigenen Datenbank die Eckdaten aus. Der Zustand muss ehrlich beschrieben werden.

Bis zu vier Bilder sind im Inserat ohne Zusatzkosten inbegriffen. Als Eigentumsnachweis gegenüber Chrono24 müssen zwei Bilder mit einer bestimmten Zeigerstellung hochgeladen werden – so will die Plattform sicherstellen, dass ein Verkäufer auch tatsächlich im Besitz der Uhr ist. Für ein privates Uhreninserat wird eine Gebühr in Höhe von 2,85 Prozent des im Inserat genannten Preises angesetzt, nach oben ist der Preis auf 299 Euro, nach unten auf den Mindestbetrag von fünf Euro begrenzt. Wird die Uhr innerhalb von sechs Monaten nicht verkauft, wird die Gebühr vollständig von Chrono24 zurückerstattet. Wer noch zusätzliches Vertrauen seiner potentiellen Käufer gewinnen will, bietet den Treuhandservice an.

In diesem Fall überweist der Käufer den Kaufpreis zunächst auf ein Treuhandkonto. Wenn der Käufer die Uhr in Händen hält und zufrieden ist, wird die Zahlung an den Verkäufer transferiert. Der Treuhandservice ist für den Verkäufer komplett kostenlos, hier trägt der Käufer die Kosten für seine zusätzliche Sicherheit. Fällig werden 3,5 Prozent des Kaufpreises zuzüglich anfallender Versandkosten für den Dienst. Bei einer Uhr, die einen Kaufpreis von 3.000 Euro hat, kommen somit 105 Euro auf den Käufer für das Extra an Sicherheit hinzu. Beim Verkauf über Zoll- und Landesgrenzen hinweg sollten anfallende Zollgebühren für den Käufer und Bank- wie auch Portokosten beachtet werden.

Chronext – Uhrenankauf für Ungeduldige

Generell kommen freie Marktplätze am ehesten in Frage, wenn der Verkäufer ein wenig Geduld mitbringt. Der Verkauf kann zwar schnell stattfinden, aber eventuell – bei weniger nachgefragten Modellen – ist ein wenig Zeit einzuplanen. Ist ein schneller Verkauf gewünscht, ist ein Uhrenankauf eher das Mittel der Wahl. Seit einiger Zeit bietet Chronext mit Sitz in Köln diesen Service.

Chronext: Wer sein Markenmodell schnell verkaufen will, ist hier an der richtigen Adresse.
Chronext: Wer sein Markenmodell schnell verkaufen will, ist hier an der richtigen Adresse.

Das Unternehmen, von Uhrenliebhabern gegründet, kauft Uhren an, sorgt für einen Wartungsservice an den Modellen und verkauft sie wieder über den eigenen Marktplatz.

Wer seine Uhr an Chronext verkaufen möchte, gibt die Informationen zu dem Zeitmesser mit einigen Bildern zunächst über ein Online-Formular ein. Anschließend wird die Uhr über einen Versanddienstleister beim Verkäufer abgeholt und bei Chronext auf Echtheit und Zustand überprüft. Im Anschluss erfolgt ein Angebot mit einem Kaufpreis, abhängig vom Zustand der Uhr. Chronext verfügt über eigene Uhrmacher, die sich um die Aufbereitung der Uhren kümmern und auch die Echtheitskontrolle vornehmen.

Für Eilige ist dieser Service optimal, denn innerhalb einer Woche erfolgen die Begutachtung, das Angebot und die Auszahlung des Kaufpreises. Im Vergleich zu einem Verkauf an private Interessenten ist mit einem niedrigen Kaufpreis zu rechnen. Letztlich lebt ein Händler stets vom günstigen Einkauf und einem folgenden profitablen Verkauf.

Antiquorum – weltweit agierendes Auktionshaus

Klassisch geht es bei Antiquorum zu: Seit 1974 versteigert das Auktionshaus Uhren, vornehmlich der Luxusklasse. Das Auktionshaus verfügt über lokale Büros in Genf, New York, London, Moskau, Paris, Mailand, München, Shanghai und Hongkong. Über das Online-Formular wird ein erster Kontakt aufgenommen. Das Team des Auktionshauses meldet sich dann mit einer ersten Einschätzung des zu versteigernden Objekts. Ideal ist ein Besuch in einer der Niederlassungen zur genauen Evaluation der Uhr. Die auf den Verkäufer zukommenden Kosten sind allerdings nicht gering.

Antiquorum: Das Auktionshaus versteigert vor allem hochpreisige Uhren.
Antiquorum: Das Auktionshaus versteigert vor allem hochpreisige Uhren.

Wird die Uhr tatsächlich einem Käufer zugeschlagen, beträgt die Provision bei einem Erlös von bis zu 10.000 US-Dollar 15 Prozent. Übersteigt der Erlös 10.000 US-Dollar, kommen auf den Mehrbetrag weitere zehn Prozent Provision hinzu. Ein weiteres Prozent auf den kompletten Erlös fällt für eine Versicherung an, die das Stück während der Auktion und Lagerung absichert. Die Kosten für Fotografien der Auktions-Lots sind unterschiedlich hoch. Damit lohnt sich dieser Weg nur für wirkliche Luxusuhren mit Seltenheitswert. Je nachdem, wann die nächste Auktion stattfindet, ist zudem an einen schnellen Verkauf nicht zu denken. Es finden zwar zehn Auktionen pro Jahr statt, allerdings an drei verschiedenen Standorten: Genf, Hongkong und New York. Bis zu einem Vierteljahr kann also die Wartezeit betragen, ehe eine der nächsten lokalen Auktionen ansteht. Die Reichweite ist allerdings immens – die Auktionskataloge erfreuen sich gedruckt und online großer Beliebtheit, und sowohl per Internet wie auch per Telefon kann auf Uhren ferngeboten werden. Achtung: Es kann bis zu 45 Tage dauern, ehe der Erlös der Auktion dem Verkäufer gutgeschrieben wird.

Wer sich von einer Uhr trennen möchte, kann das auf vielen Wegen tun – auch abhängig davon, welcher Zeitmesser verkauft werden soll.

Uhren verkaufen online: So finden Sie die passende Plattform

Besonders seltene und edle Uhren erreichen über ein Auktionshaus wie Antiquorum die beste Reichweite und Klientel zahlungswilliger Sammler. Auch Chrono24 ist weltweit bei Sammlern eine bekannte Adresse und wird über geographische Grenzen hinweg gerne genutzt. Bekannte Modelle beliebter Marken wie Omega, Rolex, Breitling und andere lassen sich hier gut verkaufen. Auch Ankäufer schätzen Referenzen der bekannten Marken, bei denen ein schneller Wiederverkauf realistisch ist. Uhren der unteren und mittleren Preisklassen sind auf eBay am besten aufgehoben – vor allem dann, wenn sich zwei Bieter in eine Schlacht um die Uhr begeben. Von allen Möglichkeiten ist diese Online-Auktion ohne Mindestpreis allerdings auch die mit dem höchsten Glücksspiel-Faktor. Der Erlös kann sehr gut sein, aber auch kleiner ausfallen als erhofft. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, auch im Uhren-Gebrauchtmarkt.

Wie und wo verkaufe ich am besten meine Uhr?

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Schlagwörter: Chrono24,

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3s Kommentare zu “Wie und wo verkaufe ich am besten meine Uhr online?”
  1. Hermann

    Also irgendwie verstehe ich den Rechnungsbetrag für die Ebay Rechnung von €250 bei einem VK von €3000 nicht. Ich zahle eine Provision von 10 % (max. €199) und vielleicht noch ein paar Euro für Zusatzleistungen. Aber doch keine €50.

  2. Thomas Gronenthal

    Eine Auktion bei eBay ist ein Abenteuer, was die versteckten Kosten angeht. Tatsächlich kostet eine “nackte” Auktion maximal 199 Euro Provision, bzw. 10 Prozent vom Erlös. Wenn aber einige Premium-Leistungen genutzt werden, kommen am Ende weit höhere Kosten zusammen. Das wäre zunächst PayPal als Zahlungsdienstleister, der sich ebenso 1,9 Prozent des Verkaufspreises einverleibt. Damit liegen wir bereits bei mehr als 250 Euro. Und noch einmal ins Kontor schlägt die Gebühr für einen Mindestpreis, der bei eBay einen Zuschlagspreis unter Wert verhindert (bei einer Luxusuhr möglicherweise empfehlenswert). In diesem Fall werden nämlich 3 Prozent des Mindestpreises als Gebühr fällig. Der Betrag ist zwar nach oben auf 150 Euro begrenzt, aber bei der Beispieluhr liegen die Kosten dann doch über 300 Euro. Die kleinen Euro- und Centbeträge für Bilder, Galerien und andere Hervorhebungen rechne ich dabei schon gar nicht…

  3. Karl Heinz Nuber

    Uhren sind schon lange keine Wertanlage mehr, einzige Ausnahme, so suggeriert die Uhren-Journaille, sind Uhren von Patek und Rolex. Bei allen anderen Marken schreibt man Verluste, wenn man nicht weiss, welche Modelle einen Wertzuwachs – eine Performance – generieren. Wer Uhren schnell verkaufen will reduziert seinen möglich zu erwartenden Erlös.

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