1942: Armbanduhr mit exotischem Charakter

 Redaktion
von Redaktion
am 19. November 2008
Armbanduhr mit Handaufzugskaliber 10-105: Patek-Philippe-Werbung 1942

Patek Philippe gehört zu den renommiertesten Schweizer Uhrenherstellern. Die Marke bestimmte die Geschichte der Armbanduhr durch Erfindungsreichtum maßgeblich mit.Manchmal dauert es etwas, bis zusammenkommt, was zusammengehört. So auch der Beginn der Marke Patek Philippe. Die weit reichende Geschichte startete bereits mit Norbert Antoine de Pateks erstem Kompagnon François (František) Czapek. Differenzen trennten jedoch ihre Wege. Auf der Pariser Weltausstellung 1844 traf Patek schließlich den Uhrmacher Jean-Adrien Philippe und die Chemie zwischen beiden stimmte: Patek und Philippe taten sich zusammen und gründeten 1845 die Firma Patek & Co., die 1851 in Patek Philippe & Co. umbenannt wurde. Antoine Norbert de Patek und sein neuer Partner Jean-Adrien Philippe waren 1868 mit einem raffinierten Schmuck-Armband zur Stelle. Es gehorchte der Höflichkeits-Maxime „Wenn du Zeit hast für jemand, dann schau nicht auf die Uhr”. Das quadratische Zifferblatt des baguetteförmigen Handaufzugskalibers verbarg sich unter einem funkelnden Diamanten. Wollte Frau wissen, wie spät es gerade ist, musste sie zuerst diesen Edelstein mit einer ostentativen Geste zur Seite schieben. Nach dem Ablesen der Zeit bewegte ihn ein Finger wieder zur ursprünglichen Stelle. Armbanduhren in nennenswerter Stückzahl zeigen die alten Fotoalben der Manufaktur erst ab 1910. Kalendarien, Schlagwerke oder Chronographen fürs Handgelenk offerierte Patek Philippe in jener Epoche allerdings noch nicht. Bis Mitte der 1920er Jahre blieben solche Mechanismen den Taschenuhren vorbehalten. 1925 transferierten die Uhrmacher eine bereits 1898 fertig gestellte Damentaschenuhr mit ewigem Kalendarium in einen Zeitmesser, der sich an den Unterarm schnallen ließ. Die Kalender-Kadratur zeichnete sich durch mitternächtlich springende Anzeigen aus. Diese höchst aufwändige Technik kam bei den späteren Modellen mit ewigem Kalender nicht mehr zur Anwendung. Gemeinsam mit dem Rohwerkehersteller Victorin Piguet & Co. folgte 1926 die Entwicklung eines 11-linigen Armbanduhr-Kalibers mit einfachem Kalendarium und Mondphasenanzeige. Das Kaliber mit Datumszeiger aus dem Zentrum, Tages- und Monatsindikation durch Fenster wurde zunächst in zweiter Qualität fertig gestellt. Das erste Exemplar, Nr. 198063, ging am 22. Mai 1928 für 1500 Schweizer Franken an einen Kunden in den Vereinigten Staaten. 1937 gingen aus der engen Kooperation mit dem genialen Genfer Uhrmacher Louis Cottier die ersten Armbanduhren vom Typ „heure universelle” hervor. Von ihrem Zifferblatt ließ sich simultan die Zeit in allen 24 Zeitzonen dieser Erde ablesen. Schließlich setzte die Serienfertigung von Armbanduhren mit ewigem Kalender im Jahre 1941 ein, mit einem Chronograph und Gehäuse mit rechteckigen Drückern. Dieses Modell, von dem bis 1954 insgesamt 281 Exemplare hergestellt wurden, zählt heute zu den gesuchtesten und am höchsten bewerteten Sammlerarmbanduhren. 1942 kamen Modelle mit ewigem Kalender und einfachem Handaufzugswerk, Kaliber 12”’-120 Q mit kleiner Sekunde, hinzu. Von dieser Referenz 1526 wurden bis 1952 insgesamt 210 Stück angefertigt. 1942 schaltete Patek Philippe auch die abgebildete Anzeige. Neben einer Taschenuhr bildet sie eine Armbanduhr der Referenz 1466 ab, die Patek Philippe mit dem feinen Handaufzugskaliber 10-105 ausstattete. Wegen seiner eingerollten Bandanstöße besitzt dieses Modell einen besonders exotischen Charakter.

Gisbert L. Brunner, aus Chronos 6-2008

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