3 typische Uhren von Glashütte Original

Wir erklären Glashütte Original anhand von drei Uhrenmodellen

Jens Koch
von Jens Koch
am 15. April 2018

Die Manufaktur Glashütte Original steht in der langen Tradition der bekannten Uhrmacherstadt und interpretiert dieses Erbe auf eigene Art. Die Kollektion von Glashütte Original besteht neben den Damenuhren aus drei Säulen: den Linien Senator, Vintage und Pano. Wir erklären die Marke anhand von drei Modellen.

Modell #1 von Glashütte Original: Senator

Die Senator Chronometer steht in der Tradition der Glashütter Taschenuhren
Die Glashütte Original Senator Chronometer steht in der Tradition der Glashütter Taschenuhren (Foto: Nik Schölzel)

An den Senator-Modellen wie der Senator Chronometer sieht man, dass die Tradition von Glashütte Original bis in die Zeit der Taschenuhren zurückreicht. Letztendlich bis 1845, als Ferdinand Adolph Lange in Glashütte eine Uhrenfabrikation aufbaute. Ab diesem Zeitpunkt wuchs das Örtchen im Erzgebirge zu einem Standort der Uhrenindustrie heran. 1916 kennzeichnet Karl W. Höhnel, Glashütter Uhrmachermeister und Inhaber der „Werkstatt für Uhrmacherei, Präzisions-Hartdreherei und Feinmechanik“, seine Pendeluhren erstmals mit dem Schriftzug „Glashütte Original“.

An die alten Taschenuhren aus Glashütte erinnern die römischen Ziffern, die Birnenzeiger sowie die mit „Auf“ und „Ab“ beschriftete Gangreserveanzeige. Und auch das Manufakturkaliber 58-01 mit Handaufzug knüpft in Ausstattung und Finissierung an die Traditionen der Glashütter Uhrmacherkunst an: Dazu zählen die Dreiviertelpatine, die Schwanenhals-Feinregulierung, der handgravierte Unruhkloben, die Schraubenunruh, die Lagersteine in verschraubten Goldchatons und das Sperrrad mit doppeltem Sonnenschliff. Mehr über die Merkmaler Glashütter Uhrwerke erfahren Sie hier. Ergänzt hat Glashütte Original das Ganze um eine Spezialität aus der neueren Firmengeschichte: das Panoramadatum. Dieses Großdatum besteht aus zwei konzentrischen Ringen auf der gleichen Höhe und kommt daher ohne Mittelsteg aus. Mit deutschem Chronometerzertifikat und im 42-Millimeter-Roségoldgehäuse kostet die Senator Chronometer 23.900 Euro.

Modell #2 von Glashütte Original: Sixties

Glashütte Original: Sixties mit blauem Zifferblatt
Glashütte Original Sixties: Vorbild war ein Spezimatic-
Modell aus der DDR

Die Vintage-Linie besteht neben der Seventies, die sich in ein quadratisches Gehäuse mit abgerundeten Ecken kleidet, aus dem Modell Sixties. Es erinnert an die Formensprache der 1960er-Jahre, in denen unter dem Markennamen „Spezimatic“ in der DDR millionenfach automatische Armbanduhren produziert wurden. Das passt deshalb so gut, weil Glashütte Original anders als beispielsweise A. Lange & Söhne auch diese Zeit zu seiner Geschichte zählt. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle noch existierenden Glashütter Uhrenfirmen als Volkseigener Betrieb Glashütter Uhrenbetriebe zusammengeschlossen.

Vier Jahre nach der Wiedervereinigung verkaufte die Treuhand das Unternehmen. Von nun an lag der Fokus ausschließlich auf hochwertigen mechanischen Uhren, die Marke heißt seither Glashütte Original. Der direkte Vorgänger der Sixties ist ein Spezimaticmodell, das ab 1964 produziert wurde. Originalgetreue Designelemente sind das weit aus dem schmalen Gehäusemittelteil herausragende Deck- und Bodenglas, sowie ein am Rand gewölbtes Zifferblatt mit eingefrästen Stundenmarkierungen und eine verspielte Zifferntypografie. Das Zifferblatt fertigt die firmeneigene Zifferblattmanufaktur in Pforzheim exklusiv an. Bis zu 40 Arbeitsschritte braucht es, um das Gesicht der Uhr zu vollenden. Das Manufakturkaliber 39-52 baut über einen Automatikaufzug eine Gangautonomie von 40 Stunden auf. Mit einem 39-Millimeter-Gehäuse aus Stahl kostet die Sixties 6.300 Euro.

Modell #3 von Glashütte Original: PanoMaticLunar

Die Glashütte Original PanoMaticLunar beweist durch ihre Asymmetrie Charakter.
Die Glashütte Original PanoMaticLunar beweist durch ihre Asymmetrie Charakter.

Die dritte Linie heißt Pano und hat mit ihrem asymmetrischen Zifferblattaufbau das neue Gesicht von Glashütte Original nach der Wende geprägt. Bei der PanoMaticLunar findet sich das typische nach links versetzte kombinierte Stunden- und Minutenzifferblatt mit der unten aus dieser Skala herausreichenden kleinen Sekunde. Das schafft auf der rechten Seite Platz für eine Mondphasenanzeige und das Großdatum. Die Aufteilung verleiht dem klassischen Zeitmesser Charakter.
Auch beim Kaliber 90-02 interpretiert die Manufaktur die Glashütter Tradition etwas freier: Ein Dreiviertelrotor versorgt das Werk mit Kraft, und die Schwanenhals-Feinregulierung ist gleich doppelt vorhanden. Deshalb sorgt statt des Unruhklobens eine handgravierte Unruhbrücke für Stabilität. Die Glashütter Regel besagt bekanntlich, dass die Marken 50 Prozent der Wertschöpfung am Werk vor Ort vornehmen müssen, um den Namen „Glashütte“ aufs Zifferblatt schreiben zu dürfen. Damit hat Glashütte Original keinerlei Probleme, denn die Manufaktur stellt sogar ihre Schrauben selbst her und kommt auf über 90 Prozent Wertschöpfung. Die PanoMaticLunar besitzt ein 40 Millimeter großes Gehäuse aus Rostgold und kostet 18.400 Euro. jk

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