4 Chronographen mit zentralem Minutenzähler

Immer gut ablesbar: Chronographen mit Minutenzähler aus der Mitte

Chronographen mit zentralem Minutenzähler gibt es nur sehr wenige auf dem Markt. Vielleicht, weil das einstige Lemania-Kaliber 5100, das diese Funktion geboten hat, nicht mehr verfügbar ist und ein Umbau anderer Chronographenwerke sich als speziell und kostspielig erweist. Dabei ist die Anzeige übersichtlich und gut ablesbar, weil sie an der Peripherie des Hauptzifferblattes und nicht auf einem kleinen Counter erfolgt. Und sie ist intuitiv, wird sie doch wie eine echte Minute und nicht als 30-Minuten-Intervall auf einem Hilfszifferblatt wahrgenommen.

Chronograph mit zentralem Minutenzähler #1: Breguet Type XXI

Die Type-XX-Kollektion ist die moderne, sportliche Linie von Breguet und wurde in den 1950er-Jahren für die militärische Luft- und Seefahrt Frankreichs konzipiert. Das 42 Millimeter große Edelstahlgehäuse der Type XXI ist druckfest bis zehn Bar (100 Meter) und mit einer Schraubkrone sowie einer in beide Richtungen drehbaren Lünette ausgestattet. In die abgerundeten Bandanstöße greift ein Kalblederband ein. Das schieferfarbene Zifferblatt versprüht mit  seiner beigen lumineszierenden Farbe auf Ziffern und Zeigern einen sanften Retro-Charme.

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Breguet: Type XXI Chronograph, 13.400 Euro
Breguet: Type XXI Chronograph, 13.400 Euro

Bei drei Uhr befindet sich eine zweite Zeitzone mit Tag-Nacht-Anzeige. Gegenüber zieht die kleine Sekunde bei neun Uhr ihre Kreise. Das Datum und die Chronographen-Stunden werden bei sechs Uhr angezeigt. Für die Aufzeichnung gestoppter Minuten und Sekunden aus der Mitte zeichnet das automatische Breguet-Kaliber 584Q/2 auf Lemania-1377-Basis verantwortlich, das zudem noch über eine Flyback-Funktion verfügt. Es ist nummeriert und mit der Breguet-Signatur versehen. Die besondere Hemmung mit umgekehrter Schweizer Ankerlinie, Gabelhörnern und einer  Spirale aus Silizium arbeitet mit einer Frequenz von vier Hertz.

Chronograph mit zentralem Minutenzähler #2: Sinn Spezialuhren EZM 10 TESTAF

Einsatzzeitmesser werden von Sinn Spezialuhren für verschiedene professionelle Anwender, stets betrachtet unter den spezifischen Bedingungen ihres Einsatzes, konzipiert. Der EZM 10 TESTAF ist für Piloten gemacht und zudem noch eine nach der speziellen TESTAF-Norm geprüfte Fliegeruhr. TESTAF steht für den “Technischen Standard Fliegeruhren” und bedeutet, dass die Uhr von einem Piloten auch zur Navigation eingesetzt werden kann, wenn die Bordinstrumente im Flugzeug ausfallen sollten. Im Frühjahr 2016 folgte der TESTAF-Norm die “DIN 8330: Zeitmesstechnik – Fliegeruhren”, unter deren Bedingungen Sinn Spezialuhren weitere Zeitmesser zertifizierte.

Sinn Spezialuhren: EZM 10 TESTAF, 4.480 Euro
Sinn Spezialuhren: EZM 10 TESTAF, 4.480 Euro

Der 46,5 Millimeter große EZM 10 TESTAF-Chronograph arbeitet mit dem automatischen Kaliber SZ01, das der Hersteller auf Basis des Eta-Valjoux 7750 modifizierte. Neben den zentralen Anzeigen von Stopp-Sekunden und -Minuten, erfolgt die Anzeige der Chronographen-Stunden bei sechs Uhr. Eine zweite Zeitzone befindet sich bei drei Uhr und die kleine Sekunde dreht sich bei neun Uhr. Außerdem weist die Uhr Sinn-typische Eigenschaften wie ein tegimentiertes Titangehäuse, die Diapal-Technologie für eine schmierstofffreie Ankerhemmung, die Ar-Trockenhaltetechnik und eine Druckfestigkeit bis 20 Bar auf. Einen ausführlichen Test der EZM 10 TESTAF finden Sie hier.

Chronograph mit zentralem Minutenzähler #3: Tutima M2 Pioneer Chronograph

Der M2 Pioneer Chronograph schreibt die Erfolgsgeschichte des Tutima Military Chronographen fort. Er ist ein professionelles Zeitmessinstrument ohne Kompromisse und gestalterischen Schnickschnack. Sein 46-Millimeter-Titangehäuse ist druckfest bis 30 Bar, unempfindlich gegenüber Stößen, Vibrationen und Beschleunigungen bis zu sieben g in alle Richtungen. Ein Mu-Metall-Käfig schützt zudem das Tutima-Kaliber T 521 vor Magnetfeldern.

Tutima: M2 Pioneer Chronograph, 4.800 Euro
Tutima: M2 Pioneer Chronograph, 4.800 Euro

Das Automatikwerk ist eine geschützte Eigenentwicklung von Tutima, für die der Glashütter Hersteller in das Eta-Valjoux 7750 grundlegend eingreift. Es zählt Stopp-Minuten und -Sekunden aus der Mitte und die Chronographen-Stunden bei sechs Uhr. Gegenüber bei zwölf Uhr befindet sich zudem eine 24-Stunden-Anzeige, wie gewohnt sitzt die kleine Sekunde bei neun Uhr und bei drei Uhr wird das Datum angezeigt. Einen aktuellen Test des M2 Pioneer Chronographen finden Sie hier.

Chronograph mit zentralem Minutenzähler #4: Luminor 1950 PCYC Regatta 3 Days Chrono Flyback Automatic Titanio

Der Luminor 1950 PCYC Regatta 3 Days Chrono Flyback Automatic Titanio von Panerai ist ein ganz besonderer Chronograph mit zentralem Minutenzähler. Dieser kann nämlich vor dem Start eines Segelwettbewerbes, wenn die Yachten bereits Fahrt aufnahmen, als Countdown-Funktion verwendet werden. Mithilfe eines zusätzlichen Drückers an der rechten Gehäuseflanke kann der Stoppminutenzeiger in Minutenschritten rückwärts auf die richtige Position für den Countdown gestellt werden. Die entscheidenden letzten fünf Minuten vor Erreichen der Startlinie sind passend zur Vintage-Optik des Regatta-Chronographen beigefarben gestaltet.

Panerai: Luminor 1950 PCYC Regatta 3 Days Chrono Flyback Automatic Titanio, 16.700 Euro
Panerai: Luminor 1950 PCYC Regatta 3 Days Chrono Flyback Automatic Titanio, 16.700 Euro

Eine ebenfalls vorhandene Flyback-Funktion des automatischen Manufakturkalibers P.9100/R wird mit dem Drücker bei zehn Uhr ausgelöst. Sie ermöglicht das sofortige Nullstellen und Messen eines neuen Zeitintervalls, zum Beispiel beim Überqueren der Startlinie. Die Tachymeter-Skala am Zifferblattrand der Uhr gibt die Durchschnittsgeschwindigkeit der Yacht in Knoten über eine nautische Meile an. Passend zu ihrem Einsatzgebiet, ist die Panerai-Uhr mit dem typischen Kronenschutz bis zehn Bar wasserdicht. Ihr kissenförmiges Gehäuse misst stattliche 47 Millimeter im Durchmesser, die dank des verwendeten Titans nicht weiter ins Gewicht fallen. MaRi

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Sehr geehrte Frau Richter,
    Quasi als Fan der zentralen Stopp-sekunde u. minute ist der Überblick über aktuelle Modelle sehr interessant. Wenn ich richtig informiert bin sind die Rechte am Lemania-Werk bei Brequet. Schade nur dass der Wochentag nicht noch mit angezeigt wird, wie es „früher“ auch einmal der Fall wr. Stammen die anderen Werke aus der Schmiede Dubois Debraz? Von Pierre Dubois wird unter dem Namen Pierre DeRoche noch das Modell Countdown angeboten. Nicht gerade zum verwchseln ähnlich aber doch unverkennbar ist es Cuervo et Sombrio (stimmt glaube ich nicht ganz) die die „gleiche„ Uhr anbieten. Von beiden Marken liest man leider nicht allzuviel im Uhrenmagazin. Wenn Sie einmal etwas hören, dass Day Date Modelle mit zentraler Stopp-sekunde u. minute wieder in Mode kommen würde ich mich freuen darüber einen Artikel lesen zu können.

    E guede Rutsch wie mer in Südbaden sagt und
    freundliche Grüße
    Gerhard Schäuffele

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  2. Lemania – oder besser gesagt das nach einer Umstrukturierung in Nouvelle Lemania umbenannte Unternehmen – kam mit der Übernahme der Breguet-Gruppe, zu der Nouvelle Lemania seit 1992 gehörte, im Jahre 1999 unter die Fittiche der Swatch Group. Seitdem war das Lemania-Kaliber 5100 immer weniger auf dem Uhrenmarkt zu finden. Sinn Spezialuhren hat die Verwendung im EZM 1 im Jahr 2005 eingestellt und mit der Eigenentwicklung des späteren Kalibers SZ 01 begonnen. Neben der Frankfurter Marke verwendete auch Tutima das Lemania-Kaliber 5100 in einigen Chronographen und begann ebenfalls mit einem komplexen Umbau am ETA/Valjoux 7750. Es handelt sich um unterschiedliche Eigenkonstruktionen. Das Panerai-Kaliber P.9100/R dürfte in Zusammenarbeit mit der Richemont-Werkeschmiede entstanden sein.

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