5 Fliegeruhren mit besonderen Funktionen

Fünf Fliegeruhren, die mehr zu bieten haben als nur klare Ablesbarkeit

Melissa Gößling
von Melissa Gößling
am 12. Juli 2018

Klassische Fliegeruhren im Stil der Beobachtungsuhren aus den vierziger Jahren konzentrieren sich auf die perfekte Ablesbarkeit der Uhrzeit, zusätzliche Anzeigen gibt es in der Regel nicht. Hier können Sie nachlesen, wie zehn typische Merkmale von klassischen Fliegeruhren aussehen. Doch es gibt auch Flugexperten, die mit klugen Ergänzungen auf dem Zifferblatt Piloten nützliche Zusatzfunktionen bieten.

#1 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Kompass

Seiko: Prospex Automatik SRPA71K1, 359 Euro
Seiko: Prospex Automatik SRPA71K1, 359 Euro

Erfahrene Piloten können vermutlich anhand des Sonnenstandes und der Uhrzeit oder aus Erfahrung heraus die Himmelsrichtung bestimmen. Wer es etwas einfacher haben will, nutzt eine Kompasslünette, wie sie die Prospex Automatik SRPA71K1 von Seiko besitzt. Dazu nimmt man die 42 Millimeter große Stahluhr am besten direkt in die Hand, denn das Zifferblatt muss eben gehalten werden. Dann die Uhr drehen, bis der Stundenzeiger auf die Sonne zeigt. Nun über die Krone bei vier Uhr die innenliegende Kompasslünette bewegen und zwar so, dass die Markierung für Süden mittig zwischen der Zwölf- Uhr-Position und dem Stundenzeiger liegt. Jetzt lassen sich alle Himmelsrichtungen korrekt ablesen. Praktisch an der Automatikuhr ist, dass diese Funktion auch Landgänger nutzen können – und theoretisch auch Schwimmer, denn die Prospex bleibt dank verschraubtem Glasboden bis 100 Meter wasserdicht. Die SRPA71k1 arbeitet mit dem automatischen Manufakturkaliber 4R35, das auf dem Zifferblatt zwischen vier und fünf Uhr ein Datum zeigt. Das Stahlband mit Sicherheitsfaltschließe hält die Kompassuhr zu jeder Zeit am Handgelenk fest.

#2 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Höhenmesser

Favre-Leuba: Raider Bivouac 9000
Favre-Leuba: Raider Bivouac 9000, 7.900 Euro

Wenngleich ein Höhenmesser in einem Flugzeug-Cockpit äußerst selten ausfällt, kann es nicht schaden, ein Back-up dabei zu haben. Die Raider Bivouac 9000 von Favre-Leuba könnte hier zur Orientierung dienen. Denn mithilfe einer sich ausdehnenden oder zusammenziehenden Dose im Inneren des 48 Millimeter großen Gehäuses misst die Titanuhr den Luftdruck. Über die drehbare Lünette zeigt der zentrale rote Zeiger in 50-Meter-Schritten die Höhe bis zu 3.000 Metern an. Bei mehr als 3.000 Höhenmetern kommt die kleine Anzeige bei drei Uhr hinzu: Hier werden die Höhenmeter in Tausender-Schritten angezeigt, die Hunderter zeigt wiederum der Zentralzeiger an. So ermöglicht die Raider Bivouac 9000 eine Höhenmessung bis 9.000 Meter. Auf dem Bild oben beträgt die angezeigte Höhe 4.700 Meter. Die andere Hälfte des Hilfszifferblattes bei der Drei dient als Hektopascal-Anzeige, gibt also Informationen über Hoch- und Tiefdruckgebiete aus. Favre-Leuba ergänzt den Höhenmesser um weitere Anzeigen. So ermöglicht das Handaufzugskaliber FL311, das auf dem modular aufgebauten Eterna-Werk 39 basiert, eine Gangreserveanzeige bei zwölf Uhr und ein Datum bei der Sechs. Als optisches Gegengewicht zur Hektopascal-Anzeige dient die kleine Sekunde.

#3 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Rechenschieber

Breitling: Navitimer 1 B01 Chronograph
Breitling: Navitimer 1 B01 Chronograph für 7.640 Euro

Es ist kein Wunder, dass der Navitimer bei Berufspiloten von Linienflügen besonders beliebt ist – wurde die Uhr doch für eben jene konzipiert. Bei ihrer Entstehung 1952 waren die Cockpits noch nicht mit soviel Technik ausgestattet wie heute, sodass die Piloten durchaus noch selbst bestimmte Berechnungen vornehmen mussten. Dank einer äußeren, drehbaren Logarithmenskala und einer unbeweglichen inneren lassen sich einfache Rechnungen wie Multiplikationen und Divisionen vornehmen. Aber auch komplizierte und für den Flugbetrieb wichtige Angaben wie den Treibstoffverbrauch, Steig- und Sinkflugraten oder -distanzen, Stundengeschwindigkeiten und die Umrechnung von Meilen in Kilometer können mit den beiden Skalen bemessen werden.
2018 hat Breitling seine Kollektion aufgeräumt und bietet den Rechenschieber in der Navitimer 8-Kollektion bei einer Dreizeigeruhr an. Es gibt den Rechenschieber aber auch ganz traditionell mit einem Chronographen als Navitimer 1 B01 Chronograph in einem 43 oder 46 Millimeter großen Gehäuse. Ausgestattet mit dem automatischen Manufakturkaliber B01, erscheinen die Zifferblätter stets zweifarbig und mit einem hell abgesetzten Rechenschieber. Das Datum befindet sich zwischen vier und fünf Uhr.

Seiko: Prospex Aviation SRPB61K1
Seiko: Prospex Aviation SRPB61K1

Deutlich günstiger bekommt man die Rechenschieberlünette bei der Seiko Prospex Automatik Aviation Die Ziffern sind ebenso wie die Zeiger mit Leuchtmasse beschichtet. Antrieb liefert der Prospex Automatik Aviation das Seiko-Automatikkaliber 4R35. Es wird von einem 44,7 Millimeter großen Edelstahlgehäuse geschützt, das bis zehn Bar wasserdicht ist. Die Referenz SRPB61J1 kostet mit Lederband 339 Euro.

 

#4 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Driftwinkelrechner

Hamilton: Khaki X-Wind Auto Chrono Limited Edition
Hamilton: Khaki X-Wind Auto Chrono Limited Edition, 2.250 Euro

Auch wenn man sie nicht sehen kann, so gibt es in der Luft wie auch an Land Straßen, auf denen Piloten ihre Flugzeuge – vor allem auf viel beflogenen Routen – steuern müssen. In der Regel helfen hier Bordinstrumente, den Kurs zu halten. Aber auch mit einem Driftwinkelrechner kann der Pilot oder Co-Pilot bestimmen, wie weit er von der Route abgekommen ist, und den Kurs entsprechend korrigieren. Die Hamilton Khaki X Auto Chrono Limited Edition verteilt die für die Berechnung nötigen Anzeigen auf die Drehlünette, das Zifferblatt und den teilweise gravierten Gehäuseboden. Mit etwas Kopfrechnen und Geschick kann der Pilot so bestimmen, welchen Kurs er bei einer bestimmten Windrichtung fliegen muss. Für eine gute Ablesbarkeit setzt Hamilton auf ein 45 Millimeter großes Edelstahlgehäuse, sodass das schwarze Zifferblatt mit der Kontrastfarbe Orange genügend Platz hat. Dahinter arbeitet das automatische Kaliber H-21-Si, das auf dem Chronographenwerk Eta-Valjoux 7750 basiert und mit einer Spiralfeder aus Silizium aufgerüstet wurde. Ein Chronometerzertifikat der COSC bescheinigt beste Gangwerte. Der Khaki X-Wind Auto Chrono Limited Edition ist auf 1.918 Exemplare limitiert. Diese Limitierung verweist auf das Jahr 1918, in dem Hamilton seine Fliegeruhrengeschichte begründete. Damals soll erstmals eine Hamilton-Fliegeruhr den ersten amerikanischen Luftpostdienst zwischen Washington und New York begleitet haben.

#5 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: Rechner für Absprungzeiten und Landezonen

Oris Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition
Oris: Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition, 3.700 Euro

Für manch einen sieht die Fliegeruhr von Oris erst einmal aus wie ein ganz normaler Chronograph. Bei genauerem Blick auf Zifferblatt und Drehlünette fallen aber die ungewöhnlichen Skalen auf. Tatsächlich hat die Schweizer Marke die Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition speziell für Piloten der Swiss Air Force Lufttransport Staffel 7 entwickelt, die Fallschirmjäger zu ihren Absprungzonen fliegen. Normalerweise hat der Pilot 20 Minuten Zeit, um die Absprungzone zu erreichen. Beim Start justiert er die beidseitig drehbare, schwarze Keramiklu¨nette, sodass die Y-Markierung in einer Linie mit dem Minutenzeiger steht. Ab diesem Zeitpunkt hat der Pilot 20 Minuten, um die Absprungzone zu erreichen. Wenn der Minutenzeiger die gelbe Markierung bei 17 Minuten erreicht, gibt der Pilot den Fallschirmjägern das Zeichen, sich für den Absprung vorzubereiten. Eine rote Markierung bei 19 Minuten weist den Piloten darauf hin, den Befehl zum Öffnen der Flugzeugtür zu geben. Bei 20 Minuten signalisiert ein Fallschirm-Symbol den Zeitpunkt für den Absprung der Fallschirmjäger. Mit dem Chronographen kann der Pilot dann Landeareale berechen, denn das verwendete Flugzeug Pilatus PC-6 benötigt Landeplätze von mindestens 250 Meter Länge. Wenn der Pilot ein potenzielles Landeareal anvisiert hat, startet er den Chronographen. Der Pilot überfliegt mit exakt 100 Knoten die Landebahn jeweils in beide Richtungen. Wenn die Flugdauer hierfür länger als zehn Sekunden beträgt, weiß der Pilot, dass die Landefläche mindestens 250 Meter lang und sicher für die Landung ist. Die 10-Sekunden-Grenze ist in Grün und mit der Markierung 100 KIAS (Knots – Indicated Air Speed) auf dem Zifferblatt-Rehaut gekennzeichnet. Das 44 Millimeter große Gehäuse besteht auf DLC-beschichtetem Titan. Den Antrieb besorgt das automatische Sellita SW 500, das bei Oris Kaliber 774 heißt. Die Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition ist auf 250 Exemplare limitiert.

[2027]

IWC: Aquatimer Automatic 2000 Edition "35 Years Ocean 2000"

Leicht, aber belastbar – die Eigenschaften zeichnen Uhren mit Titangehäuse aus. IWC war die erste Marke, die das Material übergreifend einsetzte, und damit begann die Geschichte der Aquatimer Ocean 2000. Die Taucheruhr entstand nach Vorgaben von Bundeswehr und Kampftauchern im Rahmen der Kooperation von IWC und Porsche Design. Dies ist nun 35 … » weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Bestellen Sie unseren Newsletter

Was gibt's Neues auf Watchtime.net?

Damit Sie stets rund um das Thema mechanische Uhr informiert sind, gibt Ihnen der Watchtime.net-Newsletter mehrmals wöchentlich den Überblick.

Zusätzlich und nur für kurze Zeit:
Ihr 5-EUR-Gutschein!*

Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und akzeptiert.**
*Mindestbestellwert 20 Euro
**Pflichtfeld
Special: Schweizer Geheimtipps

Uhren-Datenbank

In der weltweit größten Datenbank finden Sie aktuell 33732 Modelle von 799 Herstellern.

Datenbank-Suche

[type='text']
[type='text']
[type='submit']
[type='submit']
[type='submit']
[type='submit']