5 Fliegeruhren mit besonderen Funktionen

Fünf Fliegeruhren, die mehr zu bieten haben als nur klare Ablesbarkeit

Melissa Gößling
von Melissa Gößling
am 8. Dezember 2017

Klassische Fliegeruhren im Stil der Beobachtungsuhren aus den vierziger Jahren konzentrieren sich auf die perfekte Ablesbarkeit der Uhrzeit, zusätzliche Anzeigen gibt es in der Regel nicht. Hier können Sie nachlesen, wie zehn typische Merkmale von klassischen Fliegeruhren aussehen. Doch es gibt auch Flugexperten, die mit klugen Ergänzungen auf dem Zifferblatt Piloten nützliche Zusatzfunktionen bieten.

#1 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Kompass

Seiko: Prospex Automatik SRPA71K1, 359 Euro
Seiko: Prospex Automatik SRPA71K1, 359 Euro

Erfahrene Piloten können vermutlich anhand des Sonnenstandes und der Uhrzeit oder aus Erfahrung heraus die Himmelsrichtung bestimmen. Wer es etwas einfacher haben will, nutzt eine Kompasslünette, wie sie die Prospex Automatik SRPA71K1 von Seiko besitzt. Dazu nimmt man die 42 Millimeter große Stahluhr am besten direkt in die Hand, denn das Zifferblatt muss eben gehalten werden. Dann die Uhr drehen, bis der Stundenzeiger auf die Sonne zeigt. Nun über die Krone bei vier Uhr die innenliegende Kompasslünette bewegen und zwar so, dass die Markierung für Süden mittig zwischen der Zwölf- Uhr-Position und dem Stundenzeiger liegt. Jetzt lassen sich alle Himmelsrichtungen korrekt ablesen. Praktisch an der Automatikuhr ist, dass diese Funktion auch Landgänger nutzen können – und theoretisch auch Schwimmer, denn die Prospex bleibt dank verschraubtem Glasboden bis 100 Meter wasserdicht. Die SRPA71k1 arbeitet mit dem automatischen Manufakturkaliber 4R35, das auf dem Zifferblatt zwischen vier und fünf Uhr ein Datum zeigt. Das Stahlband mit Sicherheitsfaltschließe hält die Kompassuhr zu jeder Zeit am Handgelenk fest.

#2 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Höhenmesser

Favre-Leuba: Raider Bivouac 9000
Favre-Leuba: Raider Bivouac 9000, 7.900 Euro

Wenngleich ein Höhenmesser in einem Flugzeug-Cockpit äußerst selten ausfällt, kann es nicht schaden, ein Back-up dabei zu haben. Die Raider Bivouac 9000 von Favre-Leuba könnte hier zur Orientierung dienen. Denn mithilfe einer sich ausdehnenden oder zusammenziehenden Dose im Inneren des 48 Millimeter großen Gehäuses misst die Titanuhr den Luftdruck. Über die drehbare Lünette zeigt der zentrale rote Zeiger in 50-Meter-Schritten die Höhe bis zu 3.000 Metern an. Bei mehr als 3.000 Höhenmetern kommt die kleine Anzeige bei drei Uhr hinzu: Hier werden die Höhenmeter in Tausender-Schritten angezeigt, die Hunderter zeigt wiederum der Zentralzeiger an. So ermöglicht die Raider Bivouac 9000 eine Höhenmessung bis 9.000 Meter. Auf dem Bild oben beträgt die angezeigte Höhe 4.700 Meter. Die andere Hälfte des Hilfszifferblattes bei der Drei dient als Hektopascal-Anzeige, gibt also Informationen über Hoch- und Tiefdruckgebiete aus. Favre-Leuba ergänzt den Höhenmesser um weitere Anzeigen. So ermöglicht das Handaufzugskaliber FL311, das auf dem modular aufgebauten Eterna-Werk 39 basiert, eine Gangreserveanzeige bei zwölf Uhr und ein Datum bei der Sechs. Als optisches Gegengewicht zur Hektopascal-Anzeige dient die kleine Sekunde.

#3 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Rechenschieber

Breitling: Navitimer 01, 7.150 Euro
Breitling: Navitimer 01, 7.150 Euro

Es ist kein Wunder, dass der Navitimer bei Berufspiloten von Linienflügen besonders beliebt ist – wurde die Uhr doch für eben jene konzipiert. Bei ihrer Entstehung 1952 waren die Cockpits noch nicht mit soviel Technik ausgestattet wie heute, sodass die Piloten durchaus noch selbst bestimmte Berechnungen vornehmen mussten. Dank einer äußeren, drehbaren Logarithmenskala und einer unbeweglichen inneren lassen sich einfache Rechnungen wie Multiplikationen und Divisionen vornehmen. Aber auch komplizierte und für den Flugbetrieb wichtige Angaben wie den Treibstoffverbrauch, Steig- und Sinkflugraten oder -distanzen, Stundengeschwindigkeiten und die Umrechnung von Meilen in Kilometer können mit den beiden Skalen bemessen werden. Den Rechenschieber kombiniert Breitling stets mit einem Chronographen wie beim 46 Millimeter großen Navitimer 01. Dieser, mit dem automatischen Manufakturkaliber B01 ausgestattet, besitzt eine Datumsanzeige zwischen vier und fünf Uhr.

#4 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Driftwinkelrechner

Hamilton: Khaki X-Wind Day Date Edelstahl, 1.045 Euro
Hamilton: Khaki X-Wind Day Date Edelstahl, 1.045 Euro

Auch wenn man sie nicht sehen kann, so gibt es in der Luft wie auch an Land Straßen, auf denen Piloten ihre Flugzeuge – vor allem auf viel beflogenen Routen – steuern müssen. In der Regel helfen hier Bordinstrumente, den Kurs zu halten. Aber auch mit einem Driftwinkelrechner kann der Pilot oder Co-Pilot bestimmen, wie weit er von der Route abgekommen ist, und den Kurs entsprechend korrigieren. Die Hamilton Khaki X Wind Day Date Auto verteilt die für die Berechnung nötigen Anzeigen auf die Drehlünette, das Zifferblatt und den teilweise gravierten Gehäuseboden. Mit etwas Kopfrechnen und Geschick kann der Pilot so bestimmen, welchen Kurs er bei einer bestimmten Windrichtung fliegen muss. Für eine gute Ablesbarkeit setzt Hamilton auf ein 45 Millimeter großes Edelstahlgehäuse, sodass das schwarzweiße Zifferblatt mit der Kontrastfarbe Orange genügend Platz hat. Dahinter arbeitet das automatische Kaliber Eta C07.621, das bei Hamilton H-30 heißt. Es zeichnet sich durch eine hohe Gangautonomie von 80 Stunden aus.

#5 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: das Pulsometer

Oris: Royal Flying Doctor Service, 1.900 Euro
Oris: Royal Flying Doctor Service, 1.900 Euro

Man wünscht es sich nicht, aber manchmal tritt ein Notfall ein, und hoch in der Luft oder nach der Notlandung ist ein Arzt nicht schnell greifbar – dann ist eine Armbanduhr mit Pulsometerskala durchaus nützlich. Oris hat eine Sonderedition für den Royal Flying Doctor Service in Australien aufgelegt, die genau diese Funktion bietet. Die Edelstahluhr mit einem Durchmesser von 45 Millimetern folgt den Designmerkmalen der Big-Crown-Kollektion. Das heißt, sie besitzt ein kontrastreiches, gut ablesbares Zifferblatt, eine griffige Krone und eine kannelierte Lünette. Diese ist drehbar und dient, sofern die Pulsometerskala nicht genutzt wird, als zweite Zeitzone oder Timer. Zur Bestimmung der Herzfrequenz müssen 20 Herzschläge gezählt werden. Der Sekundenzeiger signalisiert anschließend die entsprechende Herzfrequenz auf der Pulsometerskala. Letztere und die Sekundenzeigerspitze hebt Oris orange hervor. Die Dreizeigeruhr wird vom automatischen Sellita-Werk SW 220 angetrieben, das auch eine Wochentagsanzeige und ein Datum bei drei Uhr realisiert.

[2027]

Chopard: Superfast Chrono Porsche 919 Jacky Ickx Edition

Der 70-jährige Ex-Formel-1-Pilot Jacky Ickx ist eine Legende des Automobilsports. Ihm hat die Uhrenmarke Chopard, seit 2014 offizieller Timing-Partner des deutschen Rennstalls Porsche Motorsport, eine Sonderedition gewidmet: Der Superfast Chrono Porsche 919 Jacky Ickx Edition, ist unverkennbar mit dem Superfast Chrono Porsche 919 Edition … » weiterlesen

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