5 Fliegeruhren mit besonderen Funktionen

Fünf Fliegeruhren, die mehr zu bieten haben als nur klare Ablesbarkeit

Klassische Fliegeruhren im Stil der Beobachtungsuhren aus den vierziger Jahren konzentrieren sich auf die perfekte Ablesbarkeit der Uhrzeit, zusätzliche Anzeigen gibt es in der Regel nicht. Hier können Sie nachlesen, wie zehn typische Merkmale von klassischen Fliegeruhren aussehen. Doch es gibt auch Flugexperten, die mit klugen Ergänzungen auf dem Zifferblatt Piloten nützliche Zusatzfunktionen bieten.

#1 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Kompass

Seiko: Prospex Automatik SRPA71K1, 359 Euro
Seiko: Prospex Automatik SRPA71K1, 359 Euro

Erfahrene Piloten können vermutlich anhand des Sonnenstandes und der Uhrzeit oder aus Erfahrung heraus die Himmelsrichtung bestimmen. Wer es etwas einfacher haben will, nutzt eine Kompasslünette, wie sie die Prospex Automatik SRPA71K1 von Seiko besitzt. Dazu nimmt man die 42 Millimeter große Stahluhr am besten direkt in die Hand, denn das Zifferblatt muss eben gehalten werden. Dann die Uhr drehen, bis der Stundenzeiger auf die Sonne zeigt. Nun über die Krone bei vier Uhr die innenliegende Kompasslünette bewegen und zwar so, dass die Markierung für Süden mittig zwischen der Zwölf- Uhr-Position und dem Stundenzeiger liegt. Jetzt lassen sich alle Himmelsrichtungen korrekt ablesen. Praktisch an der Automatikuhr ist, dass diese Funktion auch Landgänger nutzen können – und theoretisch auch Schwimmer, denn die Prospex bleibt dank verschraubtem Glasboden bis 100 Meter wasserdicht. Die SRPA71k1 arbeitet mit dem automatischen Manufakturkaliber 4R35, das auf dem Zifferblatt zwischen vier und fünf Uhr ein Datum zeigt. Das Stahlband mit Sicherheitsfaltschließe hält die Kompassuhr zu jeder Zeit am Handgelenk fest.

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#2 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: die Zeitzonenuhr

IWC Pilot's Watch Timezoner Chronograph: Mithilfe der beidseitig drehbaren Lünette lässt sich die Weltzeitfunktion einstellen.
IWC Pilot’s Watch Timezoner Chronograph: Mithilfe der beidseitig drehbaren Lünette lässt sich die Weltzeitfunktion einstellen (13.300 Euro)

Als Linienpilot pendelt man zwischen verschiedenen Metropolen, Ländern und Kontinenten, da bietet sich eine Uhr an, auf der man sich unterschiedliche Zeitzonen anzeigen lassen kann. Beim Pilot’s Watch Timezoner Chronograph setzt IWC die 2015 von der Marke Vogard gekaufte Weltzeitfunktion ein. Das System basiert auf einer Drehlünette, mit der sich 24 ganzstündige Zeitzonen auswählen lassen, wobei sich die zentrale Zeit gleich mit einstellt. IWC hat das System jedoch in der Handhabung vereinfacht: Musste man bei Vogard noch einen Schutzbügel am Gehäuse öffnen, bevor man die Lünette drehen konnte, so reicht es bei dem IWC Timezoner Chronograph, den Ring herunterzudrücken und ihn dann in eine beliebige Richtung zu bewegen. Der kleine Zeiger stellt keine weitere Zeitzone dar, sondern dient in Kombination mit der kleinen 24-Stunden-Skala als Tag-Nacht-Anzeige für die einzige dargestellte Zeit. Kombiniert wird die Weltzeitfunktion mit dem Flyback-Chronographen des IWC-Manufakturkalibers 89760, der die gestoppten Stunden und Minuten in einem gemeinsamen Zähler bei der Zwölf anzeigt.

#3 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Rechenschieber

Breitling: Navitimer 1 B01 Chronograph
Breitling: Navitimer 1 B01 Chronograph für 7.640 Euro

Es ist kein Wunder, dass der Breitling Navitimer bei Berufspiloten von Linienflügen besonders beliebt ist – wurde die Uhr doch für eben jene konzipiert. Bei ihrer Entstehung 1952 waren die Cockpits noch nicht mit soviel Technik ausgestattet wie heute, sodass die Piloten durchaus noch selbst bestimmte Berechnungen vornehmen mussten. Dank einer äußeren, drehbaren Logarithmenskala und einer unbeweglichen inneren lassen sich einfache Rechnungen wie Multiplikationen und Divisionen vornehmen. Aber auch komplizierte und für den Flugbetrieb wichtige Angaben wie den Treibstoffverbrauch, Steig- und Sinkflugraten oder -distanzen, Stundengeschwindigkeiten und die Umrechnung von Meilen in Kilometer können mit den beiden Skalen bemessen werden.
2018 hat Breitling seine Kollektion aufgeräumt und bietet den Rechenschieber in der Navitimer 8-Kollektion bei einer Dreizeigeruhr an. Es gibt den Rechenschieber aber auch ganz traditionell mit einem Chronographen als Navitimer 1 B01 Chronograph in einem 43 oder 46 Millimeter großen Gehäuse. Ausgestattet mit dem automatischen Manufakturkaliber B01, erscheinen die Zifferblätter stets zweifarbig und mit einem hell abgesetzten Rechenschieber. Das Datum befindet sich zwischen vier und fünf Uhr.

Seiko: Prospex Aviation SRPB61K1
Seiko: Prospex Aviation SRPB61K1

Deutlich günstiger bekommt man die Rechenschieberlünette bei der Seiko Prospex Automatik Aviation Die Ziffern sind ebenso wie die Zeiger mit Leuchtmasse beschichtet. Antrieb liefert der Prospex Automatik Aviation das Seiko-Automatikkaliber 4R35. Es wird von einem 44,7 Millimeter großen Edelstahlgehäuse geschützt, das bis zehn Bar wasserdicht ist. Die Referenz SRPB61J1 kostet mit Lederband 339 Euro.

 

#4 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: der Driftwinkelrechner

Hamilton: Khaki X-Wind Auto Chrono Limited Edition
Hamilton: Khaki X-Wind Auto Chrono Limited Edition, 2.250 Euro

Auch wenn man sie nicht sehen kann, so gibt es in der Luft wie auch an Land Straßen, auf denen Piloten ihre Flugzeuge – vor allem auf viel beflogenen Routen – steuern müssen. In der Regel helfen hier Bordinstrumente, den Kurs zu halten. Aber auch mit einem Driftwinkelrechner kann der Pilot oder Co-Pilot bestimmen, wie weit er von der Route abgekommen ist, und den Kurs entsprechend korrigieren. Die Hamilton Khaki X Auto Chrono Limited Edition verteilt die für die Berechnung nötigen Anzeigen auf die Drehlünette, das Zifferblatt und den teilweise gravierten Gehäuseboden. Mit etwas Kopfrechnen und Geschick kann der Pilot so bestimmen, welchen Kurs er bei einer bestimmten Windrichtung fliegen muss. Für eine gute Ablesbarkeit setzt Hamilton auf ein 45 Millimeter großes Edelstahlgehäuse, sodass das schwarze Zifferblatt mit der Kontrastfarbe Orange genügend Platz hat. Dahinter arbeitet das automatische Kaliber H-21-Si, das auf dem Chronographenwerk Eta-Valjoux 7750 basiert und mit einer Spiralfeder aus Silizium aufgerüstet wurde. Ein Chronometerzertifikat der COSC bescheinigt beste Gangwerte. Der Khaki X-Wind Auto Chrono Limited Edition ist auf 1.918 Exemplare limitiert. Diese Limitierung verweist auf das Jahr 1918, in dem Hamilton seine Fliegeruhrengeschichte begründete. Damals soll erstmals eine Hamilton-Fliegeruhr den ersten amerikanischen Luftpostdienst zwischen Washington und New York begleitet haben.

#5 der besonderen Funktionen von Fliegeruhren: Rechner für Absprungzeiten und Landezonen

Oris Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition
Oris: Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition, 3.700 Euro

Für manch einen sieht die Fliegeruhr von Oris erst einmal aus wie ein ganz normaler Chronograph. Bei genauerem Blick auf Zifferblatt und Drehlünette fallen aber die ungewöhnlichen Skalen auf. Tatsächlich hat die Schweizer Marke die Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition speziell für Piloten der Swiss Air Force Lufttransport Staffel 7 entwickelt, die Fallschirmjäger zu ihren Absprungzonen fliegen. Normalerweise hat der Pilot 20 Minuten Zeit, um die Absprungzone zu erreichen. Beim Start justiert er die beidseitig drehbare, schwarze Keramiklu¨nette, sodass die Y-Markierung in einer Linie mit dem Minutenzeiger steht. Ab diesem Zeitpunkt hat der Pilot 20 Minuten, um die Absprungzone zu erreichen. Wenn der Minutenzeiger die gelbe Markierung bei 17 Minuten erreicht, gibt der Pilot den Fallschirmjägern das Zeichen, sich für den Absprung vorzubereiten. Eine rote Markierung bei 19 Minuten weist den Piloten darauf hin, den Befehl zum Öffnen der Flugzeugtür zu geben. Bei 20 Minuten signalisiert ein Fallschirm-Symbol den Zeitpunkt für den Absprung der Fallschirmjäger. Mit dem Chronographen kann der Pilot dann Landeareale berechen, denn das verwendete Flugzeug Pilatus PC-6 benötigt Landeplätze von mindestens 250 Meter Länge. Wenn der Pilot ein potenzielles Landeareal anvisiert hat, startet er den Chronographen. Der Pilot überfliegt mit exakt 100 Knoten die Landebahn jeweils in beide Richtungen. Wenn die Flugdauer hierfür länger als zehn Sekunden beträgt, weiß der Pilot, dass die Landefläche mindestens 250 Meter lang und sicher für die Landung ist. Die 10-Sekunden-Grenze ist in Grün und mit der Markierung 100 KIAS (Knots – Indicated Air Speed) auf dem Zifferblatt-Rehaut gekennzeichnet. Das 44 Millimeter große Gehäuse besteht auf DLC-beschichtetem Titan. Den Antrieb besorgt das automatische Sellita SW 500, das bei Oris Kaliber 774 heißt. Die Paradropper LT Staffel 7 Limited Edition ist auf 250 Exemplare limitiert.

[2027]

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Eine sehr interessante Übersicht. Das hat echten Mehrwert. Danke.

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