5 Fragen an Juan-Carlos Capelli von Longines

Interview mit dem Vice President und Head of Marketing

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 26. Oktober 2014

Die Schweizer Uhrenmarke Longines hat sich dem Pferderennsport weltweit als Sponsoringpartner verschrieben. Beim Großen Preis von Baden-Baden, dem renommiertesten Pferderennen Deutschlands, sprachen wir darüber mit Juan-Carlos Capelli, Vice President und Head of Marketing von Longines.

UHREN-MAGAZIN: Herr Capelli, warum Pferde? Autos oder Flugzeuge sind doch viel schneller und spektakulärer?
Juan-Carlos Capelli: Weil es unserer eigenen Tradition entspricht. Wir haben in unserem Museum in St. Imier einen Zeitmesser aus dem Jahr 1878, der eigens für Pferderennen entwickelt und eingesetzt wurde. Die Sportzeitmessung spielt in unserer Firmengeschichte eine große Rolle, größer als bei vielen anderen Anbietern. Bereits 1881 waren wir der offizielle Zeitnehmer bei den New Yorker Pferderennen. Und seit 1912 haben wir durchgehend Zeitmessungen bei Pferderennen vorgenommen. Zeitmessung ist Teil unserer Geschichte. Schon unser kleiner Heimatort St. Imier gilt als das „Land der Pferde“.

Juan-Carlos Capelli, Longines, im Gespräch mit UHREN-MAGAZIN-Chefredakteur Thomas Wanka
Juan-Carlos Capelli, Longines, im Gespräch mit UHREN-MAGAZIN-Chefredakteur Thomas Wanka

Was führt außer dem internationalen Sponsoring Longines und Baden-Baden zusammen?
Longines wurde 1832 gegründet, seit 1858 gibt es Pferderennen in Baden-Baden. Wir sind also fast gleich alt. Pferdesport ist eine der ältesten Sportarten überhaupt. Und sehen Sie sich hier um. Die Pferde sind faszinierend schnell und unsere Uhren robust und leistungsfähig. Die großen Hüte der Damen, diese Eleganz, die Pferde und unsere Uhren – das passt einfach zusammen.

Die Pferdefreunde sind also weniger Imageträger als vielmehr selbst die Zielgruppe?
Die Pferdesportbegeisterten sind zumindest unserer Käuferschaft sehr ähnlich. Sie besteht je zur Hälfte aus Frauen und Männern. So ist das auch im Pferdesport. Hier gibt es sogar gemischte Teams aus Frauen und Männern. Und unsere Käuferschaft ist identisch zusammengesetzt wie das Publikum beim Pferdesport. Das ist eben kein Extremsport. Alle teilen hier ihre Begeisterung für schöne und schnelle Pferde.

Aber in Deutschland ist der Pferdesport nicht der breitenwirksamste Öffentlichkeitsträger?
Das mag in Deutschland so sein. Aber es ist das korrekte Image für uns. Und wir sind die einzigen. In der Formel 1 sind so viele Marken unterwegs, dass man sie nicht aufzählen kann. Es gibt unzählige Fliegeruhrenmarken und Dutzende Sportwagensponsoren. Wir sind aber sehr selektiv und haben dafür eine ungeheure Visibilität. Wir haben weniger Masse, was die Quantität des Publikums anbetrifft, aber in diesem eine hohe Sichtbarkeit. Und international gelten noch einmal andere Maßstäbe. Zum Kentucky-Derby in den USA kommen 170.000 Zuschauer, die das Rennen vor Ort sehen wollen, und nicht im Fernsehen, wo es auch erfolgreich läuft. Im Vereinigten Königreich ist Royal Ascot anerkannt populär. In Australien schaut ein Viertel der Bevölkerung beim Melbourne-Cup zu, dort ist das ein offizieller Feiertag. In Hong Kong ist Pferderennen Nationalsport, man denke nur an die Bedeutung des Jockey Clubs. In Frankreich ist Pferdesport an dritter Stelle der öffentlichen Wertschätzung und Deutschland ist zum Beispiel die unumstrittene Nummer Eins in der Pferdedressur. Tradition, Eleganz und Leistung sind die Werte, die uns wichtig sind und die finden wir im Pferdesport vertreten. Wir unterstützen aber auch die French Open im Tennis und die Sportgymnastik.

Aber der Pferdesport ist teuer und Ihre Uhren eher in einem durchschnittlichen Preissegment angesiedelt. Sehen Sie da keine Kluft?
Die Teilnehmer während der Pferdesportveranstaltungen sind doch genauso unterschiedlich. In Ascot schaut die Queen zu und der kleine Angestellte. Aber beide teilen die gleiche Begeisterung. Hier kommen Leute in Jeans und Frack und alle haben Spaß am Rennen. Das finde ich einmalig.

Die Fragen stellte Thomas Wanka, UHREN-MAGAZIN-Chefredakteur.

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