6 besonders kratzfeste Uhren

In beinahe jeder Preiskategorie gibt es besonders robuste Uhren

 Redaktion
von Redaktion
am 23. August 2018

Auf der Suche nach einer Uhr, der Tischkanten und raue Wände nichts anhaben können? Wir stellen sechs besonders kratzfeste Uhren vor. Denn wer sich eine neue Uhr kauft, achtet zunächst einmal auf das Design. Form, Farbe und Größe müssen aufeinander abgestimmt sein und den persönlichen Geschmack treffen. Kriterien wie eine hohe Kratzfestigkeit der verwendeten Materialien werden meist mit bestimmten Einsatzzwecken in Verbindung gebracht. Natürlich brauchen Piloten oder Taucher besonders robuste Zeitmesser. Aber auch im Büro, bei der Gartenarbeit oder beim Joggen durch die Stadt erhält eine Uhr schnell Kratzer. Das mindert nicht nur den Wert, sondern auch die Freude beim Blick auf die Uhr.

Die Cerachrom-Lünette von Rolex besteht aus besonders kratzfester Keramik.
Die Cerachrom-Lünette von Rolex besteht aus besonders kratzfester Keramik.

Heutzutage gibt es eine große Bandbreite an Materialien für Gehäuse, Lünette und Armband. Traditionell kommen Goldlegierungen und vor allem Edelstahl zum Einsatz. Letzteres wird aufgrund seiner Eigenschaften häufig für Sportuhren verwendet. Dennoch ist auch Stahl nicht vor Kratzern gefeit. Das regelmäßige Ausbessern solcher Schönheitsfehler ist kostenintensiv und auch nicht unbegrenzt möglich. Eine Alternative stellen andere Materialien wie Keramik oder spezielle Herstellungsverfahren von Edelstahl dar, die diesen noch widerstandsfähiger machen. Dabei muss man nicht unbedingt tief in die Tasche greifen; in fast jeder Preiskategorie gibt es Uhrenhersteller, die innovative Lösungen anbieten. Manch einer, wie Rado oder Damasko zum Beispiel, macht das neue Material sogar zu seinem Markenzeichen. Das Angebot ist vielfältig und beschränkt sich nicht nur auf sportliche Zeitmesser. Eines ist sicher: Diese Uhren werden nicht nur beim Kauf wie neu aussehen.

Kratzfeste Uhr #1: Damasko DK 105

Damasko: DK 105
Damasko: DK 105

Der Fokus von Damasko liegt auf der Neukonstruktion von Uhrengehäuse und Bedienelementen. Die kleine bayerische Manufaktur greift dafür auf eine Sorte Stahl zurück, die wegen ihrer speziellen Wärmebehandlung auch eisgehärteter nickelfreier Edelstahl genannt wird. Dieser Stahl ist für den Einsatz im Uhrengehäusebau patentiert und nur bei Damasko-Uhren zu finden. Er ist etwa viermal härter als der üblicherweise verwendete Edelstahl. Aufgrund seiner enormen Belastbarkeit kommt dieser Stahl überwiegend in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz. Bei der Herstellung wird die Stahlschmelze unter Druck mit Stickstoff angereichert. Stickstoff verringert den Anteil des Legierungsbestandteils Kohlenstoff, der zwar für eine hohe Härte sorgt, allerdings die Korrosionsbeständigkeit senkt. Diese speziellen Gehäuse sind vollkommen durchgehärtet, was ein Verkratzen oder Durchbrechen praktisch unmöglich macht. Auch Krone, Drücker und Stahlband bestehen aus diesem Material. Dass die für ihre robusten Uhren bekannte Marke auch anders kann, zeigt das Modell DK 105 mit kleiner Sekunde und Datumsanzeige. Eine eleganter Sonnenschliff ziert hier das anthrazitfarbene Zifferblatt der Dreizeigeruhr. Im Innern kommt das hauseigene Handaufzugswerk H35-1 zum Einsatz. Erhältlich ist der elegante Zeitmesser für 2.985 Euro.

Kratzfeste Uhr #2: Panerai Luminor California 8 Days DLB 44 mm – PAM00779

Panerai: Luminor California 8 Days DLC - 44mm
Die Luminor California 8 Days DLC besitzt ein Gehäuse aus schwarz DLC-beschichtetem Titan

Das Gehäusematerial Titan kommt bei Uhren seit etwa Mitte der 1980er-Jahre zum Einsatz. Es ist äußerst belastbar, extrem widerstandsfähig und dabei noch sehr leicht. Es ist bei gleichem Volumen 42 Prozent leichter als Edelstahl. Kommt Titan mit Sauerstoff in Kontakt dann bildet seine Oberfläche eine Schicht, die es vor weiterer Korrosion schützt. diese Schicht macht das Material auch salzwasserbeständig. Ein echtes Multitalent also. Und wie geschaffen für die robusten Taucheruhren von Panerai. Das neueste Modell, die Luminor California 8 Days DLC, wird zudem noch mit einer schwarzen DLC-Beschichtung überzogen. Ganz nach dem Motto: Doppelt hält besser. Die 44 Millimeter große Uhr besitzt ein sogenanntes California Dial: Bei dieseM trägt die obere Zifferblatthälfte römische Ziffern, die untere arabische. Darunter arbeitet das hauseigene Handaufzugskaliber P.5000 mit acht Tagen Gangreserve. Dieses bleibt bis 300 Meter vor eindringendem Wasser geschützt. Kostenpunkt: 7.500 Euro

Kratzfeste Uhr #3: Rado HyperChrome Ultra Light Limited Edition

Rado: Hyperchrome Ultra Light Limited Edition mit Lederband
Rado: Hyperchrome Ultra Light Limited Edition mit Lederband

Gerade einmal 56 Gramm wiegt das neue Uhrenmodell von Rado. Es besteht aus Siliziumnitrid-Keramik und soll halb so leicht sein soll wie die bisher verwendete Hightech-Keramik und genauso robust. Die Gehäuseflanken und der Gehäuseboden bei der bronzefarbenen HyperChrome Ultra Light Limited Edition bestehen aus Titan, das braune Zifferblatt aus Keramik. Im Innern der 43 Millimeter großen Uhr arbeitet das Automatikwerk A31.L02 der Eta. Die leichte Dreizeigeruhr ist auf 500 Stück limitiert und kostet 2.520 Euro.

Kratzfeste Uhr #4: Hublot Big Bang Unico Red Magic

Hublot Big Bang Unico Red Magic in leuchtend roter Keramik
Hublot Big Bang Unico Red Magic in leuchtend roter Keramik

Mit der, auf 500 Exemplare limitierte Big Bang Unico Red Magic stellt Hublot eine Uhr vor, deren Lünette und 45-Millimeter-Gehäuse aus auffallend roter Keramik bestehen. Denselben Farbton erreicht Hublot auch für Rehaut, Zeiger, Indexe, Ziffern und die Totalisatoren des Flybackchronographen. Die spezielle Keramik, mit der Hublot den knallroten Farbton erreicht, hat eine mit 1.500 Vickers höhere Härte als herkömmliche Keramik mit 1.200 Vickers. Im Innern des Stoppers zieht das hauseigene Unico-Kaliber HUB1242 mit Automatikaufzug, das durch das Zifferblatt aus Saphirglas zu sehen ist, seine Runden. Kostenpunkt: 25.900 Euro

Kratzfeste Uhr #5: Omega Seamaster Planet Ocean “Big Blue”

Omega: Seamaster Planet Ocean "Big Blue"
Omega: Seamaster Planet Ocean “Big Blue”

Die Lünette einer Uhr wird meist noch mehr beansprucht als das Gehäuse. Aus diesem Grund verwenden viele Hersteller Drehringe aus Keramik, da dieses Material besonders kratzfest ist. Die Tauchskala besteht aber meist aus einem anderen Material oder wird gar eingefräst, sodass die Lünette nicht homogen erscheint. Dem wirkt Omega mit seiner Legierung Liquidmetal entgegen. Das sogenannte metallische Glas besteht aus Zirkonium, Titan, Kupfer, Nickel und Beryllium und ist dreimal so hart wie Edelstahl. Dank seiner amorphen Struktur verbindet es sich nahtlos mit der Keramik-Lünette. Hierzu wird die Tauchskala zunächst in die Keramik eingraviert und dann das erwärmte Liquidmetal eingepresst. Nach einer abschließenden Satinierung erscheint die Lünette besonders glatt und homogen. Alle Seamaster-Modelle sind mit einer solchen Lünette ausgestattet. Die Liquidmetal-Legierung ermöglicht es auch, Diamanten in die Lünette einzusetzen. Unser Beispiel verzichtet darauf allerdings: Die Omega Seamaster Planet Ocean “Big Blue” kombiniert die Lünette aus Liquidmetal mit einem 45,5 Millimeter großen Keramikgehäuse, das aus einem Block gefräst ist. Darin arbeitet das automatische Master-Chronometer-Kaliber 8906. Die Uhr kostet 10.300 Euro.

Kratzfeste Uhr #6: Sinn 936

Sinn Spezialuhren Modell 936
Sinn Spezialuhren Modell 936

Um den Edelstahl noch widerstandsfähiger zu machen, wendet Sinn Spezialuhren die sogenannte Tegiment-Technologie an. Durch ein spezielles Verfahren wird Kohlenstoff in den Stahl eindiffundiert. Dieser besetzt die Zwischengitterplätze, wodurch die Oberfläche des Edelstahls eine Härte von 1.200 Vickers erhält. Zum Vergleich: Ungehärteter Stahl besitzt eine Härte von 220 Vickers. Neben Gehäusen werden auch Kronen und Armbänder diesem Verfahren unterzogen. Anschließend perlgestrahlt erhält der Edelstahl einen matten Glanz. 2003 tegimentierte Sinn erstmals eines seiner Uhrengehäuse aus Stahl; seit 2011 kommt die Technologie auch bei Titan zum Einsatz. Auch bietet die Tegimentierung  eine optimale Grundlage für eine PVD-Beschichtung. Beim Modell 936 hat Sinn seinen zweiten Umbau eines Chronographenwerks vorgenommen. Das verbaute SZ05, das auf dem Valjoux 7750 der Eta basiert, bietet einen Stoppminutenzähler, der bis 60 statt nur bis 30 Minuten geht. Die Chronographenzeiger sind rot markiert. Das 43 Millimeter großes Gehäuse besteht aus tegimentiertem Edelstahl und schützt das Werk vor Magnetfeldern, Unterdruck und Wasserdruck bis 100 Meter. Mit Lederband kostet die Uhr 2.890 Euro, mit Metallband 3.120 Euro und mit Kautschukband 3.165 Euro.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im August 2016.

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