6 besonders kratzfeste Uhren

In beinahe jeder Preiskategorie gibt es besonders robuste Uhren

 Redaktion
von Redaktion
am 6. Juni 2017

Auf der Suche nach einer Uhr, der Tischkanten und raue Wände nichts anhaben können? Wir stellen sechs besonders kratzfeste Uhren vor. Denn wer sich eine neue Uhr kauft, achtet zunächst einmal auf das Design. Form, Farbe und Größe müssen aufeinander abgestimmt sein und den persönlichen Geschmack treffen. Kriterien wie eine hohe Kratzfestigkeit der verwendeten Materialien werden meist mit bestimmten Einsatzzwecken in Verbindung gebracht. Natürlich brauchen Piloten, Taucher oder Feuerwehrmänner besonders robuste Zeitmesser. Aber auch im Büro, bei der Gartenarbeit oder beim Joggen durch die Stadt erhält eine Uhr schnell Kratzer. Das mindert nicht nur den Wert, sondern auch die Freude beim Blick auf die Uhr.

Die Cerachrom-Lünette von Rolex besteht aus besonders kratzfester Keramik.
Die Cerachrom-Lünette von Rolex besteht aus besonders kratzfester Keramik.

Heutzutage gibt es eine große Bandbreite an Materialien für Gehäuse, Lünette und Armband. Traditionell kommen Goldlegierungen und vor allem Edelstahl zum Einsatz. Letzteres wird aufgrund seiner Eigenschaften häufig für Sportuhren verwendet. Dennoch ist auch Stahl nicht vor Kratzern gefeit. Das regelmäßige Ausbessern solcher Schönheitsfehler ist kostenintensiv und auch nicht unbegrenzt möglich. Eine Alternative stellen andere Materialien wie Keramik oder spezielle Herstellungsverfahren von Edelstahl dar, die diesen noch widerstandsfähiger machen. Dabei muss man nicht unbedingt tief in die Tasche greifen; in fast jeder Preiskategorie gibt es Uhrenhersteller, die innovative Lösungen anbieten. Manch einer, wie Rado oder Damasko zum Beispiel, macht das neue Material sogar zu seinem Markenzeichen. Das Angebot ist vielfältig und beschränkt sich nicht nur auf sportliche Zeitmesser. Eines ist sicher: Diese Uhren werden nicht nur beim Kauf wie neu aussehen.

Kratzfeste Uhr #1: Damasko DA 34

Damasko: DA 34
Damasko: DA 34

Der Fokus von Damasko liegt auf der Neukonstruktion von Uhrengehäuse und Bedienelementen. Die kleine bayerische Manufaktur greift dafür auf eine Sorte Stahl zurück, die wegen ihrer speziellen Wärmebehandlung auch eisgehärteter nickelfreier Edelstahl genannt wird. Dieser Stahl ist für den Einsatz im Uhrengehäusebau patentiert und nur bei Damasko-Uhren zu finden. Er ist etwa viermal härter als der üblicherweise verwendete Edelstahl. Aufgrund seiner enormen Belastbarkeit kommt dieser Stahl überwiegend in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz. Bei der Herstellung wird die Stahlschmelze unter Druck mit Stickstoff angereichert. Stickstoff verringert den Anteil des Legierungsbestandteils Kohlenstoff, der zwar für eine hohe Härte sorgt, allerdings die Korrosionsbeständigkeit senkt. Diese speziellen Gehäuse sind vollkommen durchgehärtet, was ein Verkratzen oder Durchbrechen praktisch unmöglich macht. Auch Krone, Drücker und Stahlband bestehen aus diesem Material. Die Damasko DA 34 hüllt das Automatikwerk ETA 2836-2 in ihr 42 Millimeter großes Gehäuse aus eisgehärtetem, nickelfreiem Edelstahl. Am Stahlband kostet sie 1.725 Euro.

Kratzfeste Uhr #2: Hanhart Pioneer Racemaster GTM

Hanhart: Pioneer Racemaster GTM
Hanhart: Pioneer Racemaster GTM

HDSPro heißt der Stahl, aus dem das Gehäuse der Hanhart Pioneer Racemaster GTM besteht. Dieser ist um ein Mehrfaches härter als herkömmlicher Uhrenstahl und enthält zudem kein Nickel, das ja bekanntlich Hautallergien auslösen kann. Der Pioneer Racemaster GTM misst 45 Millimeter im Durchmesser und arbeitet mit einem modifizierten Sellita-Automatikkaliber SW 500. Der Preis des Chronographen liegt bei 2.990 Euro.

Kratzfeste Uhr #3: Hublot Big Bang Meca-10 Magic Gold

Hublot: Big Bang Meca-10 Magic Gold
Hublot: Big Bang Meca-10 Magic Gold

Im Jahr 2008 wandte sich Jean-Claude Biver an die Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne, um gemeinsam mit deren Ingenieuren eine neue Goldlegierung zu kreieren, die nicht so schnell zerkratzen kann wie herkömmliches Gold. Das Ergebnis präsentierte Hublot 2011 als “Magic Gold”. Es übersteigt mit 1000 Vickers die Härte gewöhnlicher Goldlegierungen um ein Vielfaches; beinahe nur Diamanten können noch Kratzer verursachen. Magic Gold besteht aus Keramik und Gold. Das fusionierte Material besitzt einen zertifizierten Feingoldgehalt von 18 Karat. Beim patentierten Herstellungsverfahren beginnt man mit isostatischem Kaltpressen von Borcarbidpulver, das anschließend als Stab geformt ausgehärtet wird. Danach wird Feingold geschmolzen und in die Poren der Keramik gepresst. Die Weiterverarbeitung erfolgt mithilfe eines wassergeführten Lasers, um das Material in die gewünschte Form zu bringen. Zur Baselworld 2017 stellte Hublot ein neues Modell mit Magic-Gold-Gehäuse vor: Die Big Bang Meca-10 Magic Gold, die bisher in Titan und Keramik erhältlich war. In ihrem 45 Millimeter großen Gehäuse arbeitet das automatische Manufaktur-Handaufzugskaliber HUB1201. Die Uhr kostet 34.200 Euro.

Kratzfeste Uhr #4: Omega Seamaster Planet Ocean “Big Blue”

Omega: Seamaster Planet Ocean "Big Blue"
Omega: Seamaster Planet Ocean “Big Blue”

Die Lünette einer Uhr wird meist noch mehr beansprucht als das Gehäuse. Aus diesem Grund verwenden viele Hersteller Drehringe aus Keramik, da dieses Material besonders kratzfest ist. Die Tauchskala besteht aber meist aus einem anderen Material oder wird gar eingefräst, sodass die Lünette nicht homogen erscheint. Dem wirkt Omega mit seiner Legierung Liquidmetal entgegen. Das sogenannte metallische Glas besteht aus Zirkonium, Titan, Kupfer, Nickel und Beryllium und ist dreimal so hart wie Edelstahl. Dank seiner amorphen Struktur verbindet es sich nahtlos mit der Keramik-Lünette. Hierzu wird die Tauchskala zunächst in die Keramik eingraviert und dann das erwärmte Liquidmetal eingepresst. Nach einer abschließenden Satinierung erscheint die Lünette besonders glatt und homogen. Alle Seamaster-Modelle sind mit einer solchen Lünette ausgestattet. Die Liquidmetal-Legierung ermöglicht es auch, Diamanten in die Lünette einzusetzen. Unser Beispiel verzichtet darauf allerdings: Die Omega Seamaster Planet Ocean “Big Blue” kombiniert die Lünette aus Liquidmetal mit einem 45,5 Millimeter großen Keramikgehäuse, das aus einem Block gefräst ist. Darin arbeitet das automatische Master-Chronometer-Kaliber 8906. Die Uhr kostet 10.300 Euro.

Kratzfeste Uhr #5: Rado HyperChrome Tachymeter Automatic Chronograph

Rado HyperChrome Tachymeter Automatic Chronograph
Rado HyperChrome Tachymeter Automatic Chronograph

Denkt man an Keramikuhren, kommt einem unweigerlich Rado in den Sinn. Diese Marke war in den 1970er-Jahren die erste in der Uhrenindustrie, die Keramik als Gehäusematerial einsetzte. Bis heute bestimmen Keramikuhren den Großteil der Rado-Kollektion. Von schwarz über weiß bis hinzu grau-metallisch und nun ganz neu in Braun – es gibt kaum eine Farbe, die Rado noch nicht ausprobiert hat. Bunt wird die Keramik durch entsprechende Pigmente oder im Falle des metallischen Glanzes durch eine spezielle Plasma-Behandlung. Alles beginnt jedoch mit Zirkonoxidpulver, das geschmolzen in die gewünschte Form gespritzt und gesintert wird. Der fertige Rohling erhält anschließend eine Politur, die für hochglänzende und matte Oberflächen sorgt. Rado kombiniert seine Hightech-Keramik auch gerne mit beschichteten Edelstahlelementen. So bilden beim HyperChrome Tachymeter Automatic Chronograph die Elemente aus roségoldfarben PVD-beschichtetem Edelstahl den Kontrast zum 45 Millimeter großen Monobloc-Gehäuse aus Hightech-Keramik. In diesem arbeitet das Automatikwerk Eta 2894-2. Der Chronograph kostet 4.500 Euro.

Kratzfeste Uhr #6: Sinn EZM 12

Sinn Spezialuhren EZM 12
Sinn Spezialuhren EZM 12

Um den Edelstahl noch widerstandsfähiger zu machen, wendet Sinn Spezialuhren die sogenannte Tegiment-Technologie an. Durch ein spezielles Verfahren wird Kohlenstoff in den Stahl eindiffundiert. Dieser besetzt die Zwischengitterplätze, wodurch die Oberfläche des Edelstahls eine Härte von 1.200 Vickers erhält. Zum Vergleich: Ungehärteter Stahl besitzt eine Härte von 220 Vickers. Neben Gehäusen werden auch Kronen und Armbänder diesem Verfahren unterzogen. Anschließend perlgestrahlt erhält der Edelstahl einen matten Glanz. 2003 tegimentierte Sinn erstmals eines seiner Uhrengehäuse aus Stahl; seit 2011 kommt die Technologie auch bei Titan zum Einsatz. Die Tegimentierung bietet eine optimale Grundlage für eine PVD-Beschichtung. Der 2017 lancierte Einsatzzeitmesser EZM 12 wurde für die Luftrettung entwickelt. Weitere Informationen über seine speziellen Funktionen finden Sie hier. Sein 44 Millimeter großes Gehäuse besteht aus perlgestrahltem Edelstahl und ist wie die Lünette tegimentiert. Letztere verfügt zusätzlich über eine schwarze Hartstoffbeschichtung. Für den Antrieb sorgt das Eta-Automatikwerk 2836-2. Am Silikonband und im Set mit einem Taschenmesser kostet der EZM 12 exakt 3.250 Euro.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im August 2016.

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