A. Lange & Söhne: Präzision über Kette und Schnecke

Schlichtes Zifferblatt-Design: Die Technik der Richard Lange "Pour le Mérite" wird erst beim Blick durch den Glasboden sichtbar
Schlichtes Zifferblatt-Design: Die Technik der Richard Lange wird erst durch den Glasboden sichtbar

Bei der Richard Lange „Pour le Mérite” setzt A. Lange & Söhne setzt zum zweiten Mal den Antrieb über Kette und Schnecke bei Armbanduhren ein. Wie beim Tourbograph im Jahr 2005 soll die ungewöhnliche Komplikation dazu dienen, das effektive Drehmoment über die gesamte Gangdauer von 36 Stunden konstant zu halten.

Dazu wird der Antrieb beim Kaliber L 044.1, den sonst das Federhaus allein übernimmt, auf zwei Bauteile verteilt: das Federhaus und eine daneben angeordnete konische Schnecke. Beide Bauteile werden verbindet aus 636 Einzelteilen bestehende Kette verbunden. Diese ist am breiten unteren Ende der Schnecke und an der Außenfläche des Federhauses eingehängt. In den Kegel der Schnecke ist eine Nut eingedreht, die zur schmalsten Stelle der Schnecke führt. Wird die Uhr aufgezogen, wickelt sich die Kette von der Außenwand des Federhauses ab und legt sich um die Schnecke. Der Radius der Schnecke – also der Hebel – ist in diesem Zustand klein, das Drehmoment der Feder hingegen groß. Je mehr sich die Feder nun wieder entspannt, desto geringer wird ihre Kraft. Beim Abwickeln der Kette von der Schnecke wird der Hebel immer größer, und zwar in genau dem gleichen Maße, wie die Federkraft abnimmt. Das Drehmoment an der Welle der Schnecke bleibt konstant. Mehrere Schutzmechanismen sorgen dafür, dass beim Aufziehen die Kette nicht reißen kann, das Werk Anhält bevor es ganz abgelaufen ist und der Antrieb der Uhr beim Aufziehen nicht unterbrochen wird.

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Die wichtigsten Details des Antriebs sind in Aussparungen der Dreiviertelplatine sichtbar
Die wichtigsten Details des Antriebs sind in Aussparungen der Dreiviertelplatine sichtbar

Zu sehen ist der Mechanismus allein durch das Saphirglas des Bodens. Hier zeigen Aussparungen in der Dreiviertelplatine die interessantesten technischen Details wie die Kette, der Blockiermechanismus und das Sperrrad, unter dem sich die Schnecke befindet. Die Werksbezeichnung leitet sich übrigens daraus ab, dass die Entwicklung dieses Kalibers bereits im Jahr 2004 begonnen wurde.

Die Richard Lange „Pour le Mérite” ist ausschließlich mit Gehäuse aus Platin (50 Exemplare) und Rotgold (200 Exemplare) jeweils mit dreiteiligem Email-Zifferblatt erhältlich. Die Platinuhr wird satinierte Flanken haben. Dass Rotgoldgehäuse ist hingegen vollständig politer, weil der hohe Kupferanteil in der Legierung zur Oxidation der Oberfläche führen würde.

Der Preis für die Platinversion soll um die 90 000 Euro liegen. Die Rotgold-Variante vermutlich darunter. wam

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das ist mal wieder eine klasse Uhr von Lange. Das Zifferblatt sehr schlicht und das Werk optisch wie auch technisch eine Meisterleistung.
    Vor allem in Rotgold ist die Uhr ein Traum!

    Gruß
    Andreas

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