Avantgarde bei Uhr und Architektur

6 faszinierende Designparallelen zwischen Uhren und Bauwerken

Maria-Bettina Eich
von Maria-Bettina Eich
am 7. Oktober 2017

Betrachtet man zeitgenössische Architektur, entdeckt man interessante Parallelen zwischen Gestaltungselementen einzelner wichtiger Bauwerke einerseits und dem aktuellen Uhrendesign andererseits. Wir zeigen Ihnen sechs Beispiele für faszinierende Designparallelen zwischen Uhr und Architektur.

Designparallele #1 zwischen Uhr und Architektur: Lehmann Intemporal und Bahnhof Liège-Guillemins

Santiago Calatravas Bauten heben sich wie Skelette unbekannter Wesen in den Raum, er liebt die geschwungene Linie, ihre Wiederholung und ihren Ausbau zum Raster. Sein Bahnhof in Lüttich macht das Umsteigen zum ­ästhetischen Erlebnis. Auch die Uhrenmarke Lehmann Schramberg aus dem Schwarzwald ist der Rasterstruktur verfallen und realisiert diese in wesentlich kleinerem Maßstab: ­einerseits auf Uhren wie der Intemporal Zeigerdatum mit Automatikwerk (9.980 Euro), andererseits auf dem Werk selbst – als markentypische Dekoration.

Lehmann Schramberg: Intemporal Zeigerdatum
Bahnhof Liège Guillemins von Santiago Calatrava. Foto: Shutterstock/Ana del Castillo

Designparallele #2 zwischen Uhr und Architektur: Richard Mille RM 07-01 Nephrite Edition und die Elbphilharmonie

Lange war die Hamburger Elbphilharmonie umstritten: Ist dieses Bauwerk von Herzog & de Meuron wirklich seine ungeheuren Kosten wert? Kaum ist das Gebäude fertig, sind sich alle einig: ja. Die Elbphilharmonie mit ihren wellenartigen Dachkämmen, ihren Vexierspielen zwischen ovalen und rechteckigen Formen, mit ihrer transparenten Ausstrahlung fasziniert. Die Uhrenmarke Richard Mille hat sich schon vor Jahren für die spannungsvolle, weder eindeutig runde noch eindeutig eckige Tonneauform entschieden. Die hellen Materialien der Damenuhr RM 07-01 Nephrite Edition (123.332 Euro) – weiße Keramik, leuchtende Diamanten, mattgrüne Jade – wirken noch lichter dank eines transparenten Durchblicks auf das skelettierte Automatikwerk. Perfekt fürs Selfie vor der Elphi.

Richard Mille RM07-01 Nephrite Edition
Die Hamburger Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron. Foto: Shutterstock/Yurii Andreichyn

Designparallele #3 zwischen Uhr und Architektur: Grand Seiko Black Ceramic und Centre Pompidou

Japan steht für eine Ästhetik der Feinheit und Leichtigkeit. Seiko hat für das „Avantgarde“ Art Project eine Grand Seiko Black Ceramic Limited Edition kreiert, die ein Netzstrumpfhosen-Motiv des namhaften Tokioter Fotografen Daido Moriyama aufgreift. Die Struktur des fotografierten Strumpfwerks wurde auf das extra lange Lederarmband übertragen, wodurch der Chronograph mit Handaufzugswerk und zweiter Zeitzone (14.900 Euro) eine so ­urbane wie filigrane Schwarz-weiß-Optik ­erhält. Der japanische Architekt Shigeru Ban ist für den Gebrauch von Papier und Holz als Baumaterial und für einen feinfühligen Umgang mit Strukturen bekannt – exemplarisch zu bewundern bei dem von ihm entworfenen Centre Pompidou Metz.

Grand Seiko Black Ceramic Limited Edition
Das Centre Pompidou in Metz. Foto: Shutterstock/Huang Zheng

Designparallele #4 zwischen Uhr und Architektur: H. Moser & Cie. Endeavour Tourbillon und Dongdaemun Design Center

Die Bauten der 2016 ­verstorbenen Architektin Zaha Hadid schwingen sich in fast irreal erscheinenden Formen durch die Gesetzmäßigkeiten von Statik und Schwerkraft hindurch. Räume und Linien ihres Dongdaemun Design Center im koreanischen Seoul scheinen zu fließen. Ganz so, wie die einzelnen Designelemente der Endeavour Tourbillon Dual Time mit Automatikkaliber von H. Moser & Cie. (71.500 Euro) ineinanderzufließen scheinen: ein Eindruck, der sich nicht zuletzt dem Fumé-Zifferblatt verdankt, dessen Farbverlauf wie eine plastische Wölbung über dem Rund der Uhr wirkt.

H. Moser & Cie. Endeavour Tourbillon Dual Time
Dongdaemun Design Center in Seoul. Foto: Shutterstock/Elena Ermakova

Designparallele #5 zwischen Uhr und Architektur: Romain Jerome RJ X Pokémon und Markthal Rotterdam

Pokémons überall: Einzeln von Hand gefertigt und emailliert wimmeln die verschiedenen Pokémon-Charaktere auf dem Zifferblatt des RJ X Pokémon Tourbillons von Romain Jerome. Das Tourbillon der Automatikuhr (200.000 Euro) sorgt für noch mehr Trubel und für einen uhrmacherischen Kontrapunkt zum Cartoon-Grinsen des Zifferblatts. Poppig, bewegt und undogmatisch gibt sich auch die von MVRDV entworfene Markthal Rotterdam mit ihrer organischen Bogenform und ihren riesigen, plakativen und bunten Malereien. Manchmal lohnt es sich, dem Spaßfaktor einen Platz einzuräumen!

Romain Jerome: RJ X Pokémon Tourbillon
Markthal Rotterdam. Foto: Shutterstock/Christian Mueller

Designparallele #6 zwischen Uhr und Architektur: Nomos Ahoi neomatik und Museum of Fine Arts Kyoto

Konzentration aufs Wesentliche: Das sagt sich leicht. Aber was ist wesentlich? Für den japanischen Architekten Tadao Ando ist es die ungestörte, fast meditative Erfahrung des Raums, den er aus diesem Grund in minimalistischer Klarheit gestaltet. Uhren können viele Features haben, aber ihre wesentliche Funktion bleibt die klare, unmissverständliche Zeitanzeige. Darauf fokussiert sich Nomos Glashütte in den betont puristischen Designs vieler Modelle. Bei beiden, dem Architekten wie der Uhrenmarke, verbindet sich mit der Liebe zur Klarheit eine Faszination für das Wasser. Mit Wasserflächen hat Tadao Ando sein Museum of Fine Arts in Kyoto ausgestattet, während Nomos die automatikbetriebene Aqua Ahoi neomatik (3.070 Euro) mit leuchtend wasserblauem Zifferblatt baut. mbe

Nomos: Ahoi neomatik nachtblau
Museum of Fine Arts Kyoto. Foto: Shutterstock/Isaac Mok

 

Der Beitrag Avantgarde bei Uhr und Architektur ist im Chronos Special Design 2017/2018 erschienen.
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