Breitling: Das erste eigene Kaliber

Bei der Steuerung des Chronographen hat sich Breitling für ein Schaltrad entschieden
Bei der Steuerung des Chronographen hat sich Breitling für ein Schaltrad entschieden

Uhrenkenner haben es seit Jahren erwartet, jetzt ist es da: das erste eigene Kaliber von Breitling, schlicht B01 genannt. Es ist ein integriert konstruiertes Chronographenwerk mit rückwärtig zentral montiertem Kugellagerrotor. Dieser liefert seine Energie in beiden Drehrichtungen an ein Federhaus, das eine wochenendtaugliche Gangautonomie von mehr als 70 Stunden gewährleistet. Hinsichtlich der Kupplungs- und Steuermechanismen ist der Debütant mit einem Durchmesser von 30 Millimetern sowie 7,2 Millimetern Höhe in jeder Hinsicht up to date. Anstelle der simplen Kulissenschaltung, die sich im historischen Kaliber 11 oder im bisher von Breitling verwendeten Valjoux 7750 findet, verfügt der Neuling über ein klassisches Schaltrad mit sechs Säulen, das die chronographischen Abläufe regelt. Eine energiesparende vertikale Reibungskupplung stellt die Verbindung zwischen Räderwerk und Stopper her. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehören ein patentiertes Selbstzentrierungssystem mit einem neuartigen Herzhebel zur Nullstellung des in Achtelsekundenschritten vorrückenden Chronographenzeigers (28 800 A/h) sowie des Minuten-Totalisators. Ein Stundenzähler ist ebenso vorhanden wie eine Datumsindikation. Das Rückersystem zur Veränderung der aktiven Länge der Unruhspirale erlaubt das unproblematische Abstimmen des Gangs auf die unterschiedlichen Tragegewohnheiten der Kunden. Selbstverständlich muss das Werk, wie alle Breitling-Werke, vor dem Einschalen die amtliche Chronometerprüfung der COSC erfolgreich passieren. Breitling hat die Zahl der Komponenten mit insgesamt 346 auf das Notwendige reduziert. Die Uhr zum neuen Kaliber wird erst auf der Baselworld vorgestellt. Dass der Vorhang über Uhr und Werk ausgerechnet 2009 gelüftet wird, folgt einer gewissen Jubiläumslogik: In diesem Jahr feiert Breitling nicht nur sein 125-jähriges Bestehen, es jährt sich auch zum 40. Mal die Vorstellung des berühmten Kalibers 11, des ersten automatischen Chronographenkalibers. Breitling hatte ab 1965 zusammen mit Büren, Dubois Dépraz, Hamilton und Heuer einen Stopper entwickelt, bei dem das Chronographenmodul auf der Rückseite einer Mikrorotor-Automatik thronte. Die zugehörige Armbanduhr, zukunftsweisend groß von Gestalt, taufte Breitling passend Chrono-Matic. glb

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