Chopard: Schnellschwinger

L.U.C 8HF - Baselworld 2012

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 20. März 2012
Der neue Schnellschwinger von Chopard: L.U.C 8HF
Der neue Schnellschwinger von Chopard: L.U.C 8HF

In den vergangenen Jahren gab es auf der Basler Messe immer wieder in kleiner Runde Gespräche, bei denen Chopards Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele Journalisten in ein spezielles Projekt einweihte: eine Hochfrequenz-Hemmung. Mittlerweile ist die Entwicklung abgeschlossen, und die Uhrenmanufaktur Chopard präsentierte auf dieser Baselworld die fertige Uhr dazu.

Hochfrequenz bedeutet bei mechanischen Uhren, dass die Unruh besonders schnell hin und her schwingt. Im Vergleich zu den meisten aktuellen Werken, zum Beispiel den bekannten Eta-Kalibern, oszilliert die Unruh des neuen Chopard-Kalibers L.U.C 01.06-L doppelt so schnell: mit acht statt vier Hertz, also mit 57.600 statt der üblichen 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Der Vorteil der Schnelligkeit liegt in der erwarteten höheren Gangstabilität und in einer geringeren Anfälligkeit gegen Stöße, da die Unruh nach einem Stoß schneller wieder in ihren alten Rhythmus zurückkehrt. Ursprünglich hatte Chopard sogar mit zehn Hertz (72000 A/h) arbeiten wollen, doch laut Scheufele sei der Unterschied zwischen acht und zehn Hertz kaum noch spürbar.

Schnellschwinger spielten in der Vergangenheit der Uhrmacherei keine große Rolle, da die Geschwindigkeit Probleme mit der Schmierung mit sich brachte. Durch die Verwendung neuer Werkstoffe wie Silizium aber ist das kein Thema mehr. Chopard arbeitet beim Kaliber L.U.C 01-06-L mit Anker und Ankerrad aus Silizium, sodass wegen der besonderen Härte des Materials keine Schmierung nötig ist. Auch ist die Gangautonomie mit 60 Stunden bemerkenswert hoch angesichts der beiden Tatsachen, dass eine hohe Frequenz grundsätzlich einen erhöhten Energiebedarf mit sich bringt und dass Chopard hier nur ein Federhaus einsetzt. Ein weiterer Vorteil der neuen Hochfrequenz-Hemmung liegt darin, dass sie sich mit den sonst von Chopard benutzten Hemmungen problemlos austauschen lässt. Außerdem werden alle Uhrwerke des neuen Kalibers von der COSC auf ihre Chronometertauglichkeit geprüft und zertifiziert.

Auf der Gehäuserückseite lässt sich durch eine Lupe ein Teil der Hemmung sehen
Auf der Gehäuserückseite lässt sich durch eine Lupe ein Teil der Hemmung sehen

Die erste Uhr mit dem Schnellschwinger heißt L.U.C 8HF und ist auf 100 Exemplare limitiert. Das Werk ist von einem Titangehäuse ummantelt. Es wird in dem kleinen Text, der auf den satinierten Gehäuseboden eingraviert ist, als „experimentelles Uhrwerk“ bezeichnet; vom Werk selbst sieht man durch eine Lupe nur einen Teil der Hemmung. Die Vorderseite der Uhr wird durch die Asymmetrien von kleiner Sekunde bei sieben Uhr, Datum bei 5.30 Uhr und Krone bei vier Uhr bestimmt. Der Preis soll sich um 15.000 Euro bewegen. buc

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