Die 5 wichtigsten Modelle der Omega Speedmaster

Die wichtigsten Versionen der Omega Moonwatch seit 1957

Robert-Jan Broer, Gründer des Uhrenblogs Fratellowatches und begeisterter Speedmaster-Sammler, präsentiert zum 60. Geburtstag der Omega Moonwatch die fünf aus seiner Sicht wichtigsten Modelle seit 1957.

Wichtigste Omega Speedmaster #1: Referenz CK2915

Bei diesem 1957 eingeführten Sportchronographen mit Tachymeterlünette handelt es sich um die ­allererste Omega-Speedmaster-Referenz. Sie wurde bereits 1959 von der zweiten Modellgeneration abgelöst. Die CK2915 ist sehr gesucht – und an ihren „Broad Arrow“-Zeigern und der Stahllünette leicht zu erkennen. Nur die zuletzt produzierten Exemplare – mit der Serienendnummer 3 – besitzen Alpha-Zeiger (rautenförmig, ohne Pfeilspitze) und eine schwarze Lünette, wie man sie auch von der zweiten Speedmaster-Generation mit der Referenznummer CK2998 kennt. Die Preise für die Omega Speedmaster Referenz CK2915 sind während der letzten Jahre auf sechsstellige Beträge gestiegen, was es den meisten Speedmaster-Fans unmöglich macht, ein Modell zu erwerben. ­Obwohl die CK2915 etwas anders aussieht als die Omega Speedmaster, die auf dem Mond war, ist sie etwas Besonderes, weil mit ihr alles anfing. 2017, zum 60. Geburtstag der Speedmaster, präsentierte Omega eine originalgetreue Neuauflage des Ursprungsmodells.

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Allererste Omega Speedmaster: Referenz CK2915
Allererste Omega Speedmaster: Referenz CK2915

Wichtigste Omega Speedmaster #2: Referenz 105.003

Die dritte Omega-Speedmaster-Generation trägt die Referenznummer 105.003 und wird auch „Ed White“ genannt, weil der gleichnamige Astronaut sie bei seinem Spacewalk während der Gemini-IV-Mission im Jahr 1965 trug. Sie ist die erste Omega Speedmaster mit weißen Baton-Zeigern. Genau das war die Uhr, die Omega an die NASA als Antwort auf deren offiziellen Beschaffungsantrag schickte. Die NASA testete die Referenz 105.003 zusammen mit den Modellen anderer Hersteller auf Herz und Nieren, und sie war die einzige, die alle Tests bestand. Die Uhr wurde daraufhin für alle bemannten Raumflüge zugelassen und führte später zum Speedmaster-Modell, das als Moonwatch in die Geschichte einging. Die Referenz 105.003 kam auch noch bei Apollo-Raumflügen zum Einsatz, obwohl die offiziellen Uhren zu ­diesem Zeitpunkt bereits die Folgereferenzen 105.012 und 145.012 ­waren. Als letzte Referenz mit­ ­symmetrischem Gehäuse ohne Kronenschutz ist die „Ed White“ bei Sammlern sehr begehrt.

Erste Speedmaster im All: Referenz 105.00
Erste Speedmaster im All: Referenz 105.003

Wichtigste Omega Speedmaster #3: Referenz 105.012 und Referenz 145.012

Die vierte Generation der Omega Speedmaster war die erste mit dem Zifferblattaufdruck „Professional“. Sie wurde mit einem Kronenschutz versehen, der Krone und Drücker bei Schlägen vor Schäden bewahrte. Die beiden Referenzen 105.012 und 145.012 lieferte Omega für das Apollo-Programm an die NASA. ­Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin trug bei der ersten Mondlandung eine Referenz 105.012. Es gibt keine großen Unterschiede zwischen der 105.012 und der 145.012, außer dass letztere verbesserte Drücker hatte. Dennoch sind die Preise für die 105.012 höher, weil sie als Erste auf dem Mond war. Die Referenz 145.012 war das letzte Modell mit dem Schaltradchronographen-­Kaliber 321 auf Lemania-Basis. Sammler sind hinter den Referenzen 105.012 und 145.012 nicht nur deshalb her, weil sie wichtig für die Mondflughistorie der Omega Speedmaster sind, sondern auch weil sie die erschwinglichsten Modelle mit dem Schaltradkaliber 321 darstellen. Diese beiden Referenzen sind die wahren Moonwatch-Modelle.

Erste Speedmaster auf dem Mond: Speedmaster Professional Referenz 105.012
Erste Speedmaster auf dem Mond: Speedmaster Professional Referenz 105.012

Wichtigste Omega Speedmaster #4: Referenz Referenz 145.022

Der Wechsel zur Referenz 145.022 im Jahr 1968 brachte der Omega Speedmaster Professional einige Veränderungen: Die Uhr erhielt das Kaliber 861 mit kostengünstiger Kulissenschaltung statt des traditionellen Schaltrads zur Steuerung der Chronographenfunktionen. Außerdem wurde die Unruhfrequenz ­zugunsten höherer Präzision von 18.000 auf 21.600 Halbschwingungen pro Stunde erhöht. Das Zifferblatt trug fortan eine aufgedruckte statt applizierte Omega-Bildmarke, und das ehemals spitz zulaufende Gegengewicht des Stoppsekundenzeigers wurde abgeflacht. Diese ­Referenz wurde von 1968 bis in die frühen 1980er-Jahre produziert, wobei in diesem Zeitraum geringfügige Unterschiede auftauchen. Diese Referenz erhielt auch die Bodengravur „First watch worn on the Moon“, die Omega in verschiedenen Versionen verwendete. Obwohl die Referenz 145.022 niemals auf den Mond flog – sie wurde lediglich vom Astronauten Ron Evans während einiger Weltraumtests getragen – wurde sie 1978 von der NASA für das Space-Shuttle-Programm zugelassen. Omega schickte 56 ­dieser Uhren (allerdings mit radial beschrifteten Hilfszifferblättern) unter dem Codenamen „Alaska Project III“ zum Gebrauch im Space Shuttle an die NASA.

Mit neuem Kaliber 861: Speedmaster Professional Referenz 145.022
Mit neuem Kaliber 861: Speedmaster Professional Referenz 145.022

Wichtigste Omega Speedmaster #5: Referenz Referenz 311.30.42.30.01.005

Es erscheint vielleicht seltsam, dass die aktuelle Omega Speedmaster Professional Moonwatch unter den fünf wichtigsten Speedmaster-Modellen auftaucht. Aber diese Uhr ist die moderne Version der echten Moonwatches (Referenzen 105.012 und 145.012). Sie besitzt dasselbe Gehäusedesign in der Originalgröße von 42 Millimetern sowie ein Hesalitglas (Acryl), und das Zifferblatt sieht den Vorbildern sehr ähnlich. Das Kaliber 1861 ist ein leicht veränderter Nachfolger des damaligen Kalibers 861. Wer sich nicht besonders mit alten Uhren auskennt oder sich beim Kauf unsicher fühlt, findet in diesem Modell das historisch korrekteste der Omega-Speedmaster-Kollektion. Man kann sagen, dass es der direkte Nachkomme der ersten Speedmaster ist, noch mehr aber der ersten Omega Speedmaster Professional, mit der es viele Merkmale gemein hat. Die Uhr wurde seit ihrer Einführung ununterbrochen produziert. Sie diente als Inspiration für viele weitere Speedmaster-Modelle wie zum ­Beispiel die kleinere Speedmaster Reduced mit Eta-Werk oder die ­aktuelle Kollektion Dark Side of the Moon.

Die aktuelle Moonwatch: Speedmaster Professional Referenz 311.30.42.30.01.005
Die aktuelle Moonwatch: Speedmaster Professional Referenz 311.30.42.30.01.005

 

Wenn Sie mehr über die Uhrenikone Omega Speedmaster erfahren wollen, finden Sie hier das Speedy Tuesday Magazine von Fratellowatches in englischer Sprache zum kostenlosen Download.

Ebenfalls Geburtstag, nämlich den 25., feiert in diesem Jahr die Chronos und das mit dem Jubiläumsheft 25 Jahre Chronos – Ausgabe Chronos 5.2017. Zur Feier gibt es übrigens eine Tutima Grand Flieger zu gewinnen, wenn man ein praktisches Chronos AboPlus abschließt. Weitere Informationen dazu hier.

Über den Autor:
2004 gründete der Niederländer Robert-Jan Broer den Uhrenblog Fratellowatches, der seit 2014 zum Ebner Verlag gehört. Seit 2012 erscheint in der Rubrik “Speedy Tuesday” jede Woche ein Beitrag über eine bestimmte Omega Speedmaster. Ein logischer Schritt, denn Broer sammelt seit den 1990er-Jahren leidenschaftlich Omega-Speedmaster-Uhren und ist als Experte für die legendäre Moonwatch international bekannt.

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