Die 6 Kollektionen der IWC

Welche Uhren hinter IWC stecken, was sie ausmacht und welche die beliebtesten Modelle sind

Melissa Gößling
von Melissa Gößling
am 24. Februar 2017

Welche Uhren stehen hinter der Marke IWC? Wir erklären, was man über die Kollektionen wissen muss, was sie voneinander unterscheidet und wie sie sich bis heute entwickelt haben. Aus jeder Kollektion zeigen wir ein aktuelles sowie das beliebteste Modell, letzteres bezogen auf die Anzahl deutschsprachiger Online-Suchanfragen von Anfang 2016 bis heute.

Der IWC-Stammsitz in Schaffhausen (Foto: Photopress/Jonas Kuhn/IWC)
Der IWC-Stammsitz in Schaffhausen (Foto: Photopress/Jonas Kuhn/IWC)

IWC-Kollektion #1: Portugieser

So richtig beliebt ist die IWC Portugieser in Deutschland seit etwa 20 Jahren. Die Legende erzählt, dass zwei portugiesische Geschäftsleute einen Brief an die IWC-Direktion mit der Bitte um eine große Armbanduhr aus Stahl schickten. Es war das Jahr 1939, in der eigentlich vor allem kleine und tonneauförmige Uhren gefragt waren. Die Techniker der Schaffhauser Marke setzten kurzerhand ein Taschenuhrenkaliber in ein neu konstruiertes Stahlgehäuse mit schmaler Lünette und geschwungenen Bandanstößen.

IWC: Portugieser Chronograph
Beliebtestes Modell der Portugieser-Kollektion: IWC Portugieser Chronograph, in der gezeigten Edelstahlvariante mit dem Automatikwerk Eta-Valjoux 7750 kostet er 7.600 Euro.

Trotz einer schlichten Zifferblattgestaltung blieb der große Erfolg zunächst aus. Das lag wohl auch an dem für die damalige Zeit deutlich zu großen Durchmesser von 41,5 Millimetern. Es dauerte bis ins Jahr 1993, als zum 125-jährigen Jubiläum der Firma erstmals “die große Armbanduhr”, wie sie bis dato offiziell hieß, als limitiertes Sondermodell unter dem Namen Portugieser erschien. Nun war ihre Größe zeitgemäß und das elegante Erscheinungsbild macht sie heute zu einem der beliebtesten IWC-Modelle. Zuletzt überarbeitete IWC die Portugieser-Kollektion 2015 und feierte damit deren 75-jähriges Bestehen. Ein Teil der Uhren trägt die Werke aus der neu eingeführten Manufakturkaliberfamilie 52000.

IWC: Portugieser Chronograph Rattrapante Boutique Munich
IWC: Portugieser Chronograph Rattrapante Boutique Munich
[Foto: PPR MEDIA RELATIONS AG]

Als jüngstes Mitglied kam der Portugieser Chronograph Rattrapante Boutique Munich zur Portugieser-Familie hinzu. In seinem 44 Millimeter große Edelstahlgehäuse arbeitet das Automatikwerk Eta-Valjoux 7760. Weitere Informationen zum neuen IWC Portugieser Chronographen finden Sie hier.

IWC-Kollektion #2: Portofino

Bei der Portofino ging die IWC ähnlich vor wie bei der Portugieser. Tatsächlich nennt die Manufaktur ganz konkret ihre Taschenuhr Lépine (Referenz 5201) als Vorbild. Kennzeichnend für die 1984 erstmals erschienene Uhrenlinie ist ein glänzend poliertes rundes Gehäuse mit geschwungenen Bandanstößen. Stilgebend sind auch die römischen Ziffern, von denen heute meist nur noch die Zwölf in Erscheinung tritt, und die schlanken Zeiger aus der Mitte.

IWC: Portofino Chronograph
Beliebtestes Modell der Portofino-Kollektion: IWC Portofino Chronograph, im Edelstahlgehäuse und mit Milanaiseband für 6.400 Euro zu haben.

Mit der 1993 lancierten Portofino Handaufzug, deren Werk lediglich 1,85 Millimeter in der Höhe misst, kam die flachste Uhr der IWC auf den Markt. Später kamen eine Handaufzugsuhr mit acht Tagen Gangautonomie, eine Dreizeigeruhr mit Automatikwerk und ein neuer Chronograph hinzu. Im Jahr 2015 folgte wieder eine Premiere: Der Portofino Handaufzug Monopusher ist der erste Eindrückerchronograph der Marke. Da es sowohl Damen- als auch Herrenmodelle in unterschiedlichen Größen, Farben und mit mal mehr, mal weniger Funktionen gibt, wird die Portofino auch als Einsteigerlinie der IWC bezeichnet.

IWC: Das Sondermodell Portofino Automatic Moon Phase 37 Edition "Laureus Sport for Good Foundation"
IWC: Das Sondermodell Portofino Automatic Moon Phase 37 Edition “Laureus Sport for Good Foundation”
[Foto: IWC]

Die IWC Portofino Automatic Moon Phase 37 Edition „Laureus Sport for Good Foundation” ist eine aktuelle Vertreterin der Portofino-Kollektion. In ihrem 37 Millimeter großen Edelstahlgehäuse kommt das Automatikkaliber Sellita SW 300 zum Einsatz.

Weitere Informationen zu dieser IWC Portofino finden Sie hier.

IWC-Kollektion #3: Ingenieur

So wie wir die IWC Ingenieur heute kennen, sieht sie erst seit 1975 aus. Tatsächlich hatte sie aber bereits 1955 ihren ersten Auftritt. Äußerlich recht unscheinbar und an die Eleganz der damaligen Zeit angepasst, trug sie eine technische Innovation in sich: den von Albert Pellaton entwickelten Klinkenaufzug, der die Rotorbewegungen in beide Richtungen zum Spannen der Feder effizient nutzt. Nachleuchtende Stundenpunkte und eine Druckfestigkeit des Gehäuses bis zu zehn Bar waren in den 1950er-Jahren eine Seltenheit bei Uhren.

IWC: Ingenieur Automatic
Beliebtestes Modell der Ingenieur-Kollektion: IWC Ingenieur Automatic, ganz in Edelstahl und mit Kaliber Eta 2892 kostet sie 6.150 Euro.

Mitte der 1970er-Jahre designte Gérald Genta, der auch für die Royal Oak von Audemars Piguet verantwortlich zeichnet, das heute ikonenhafte Gehäuse der Ingenieur. Im Laufe der Jahrzehnte präsentierte IWC mit neuen Modellen immer wieder technische Highlights: 1989 erschien die Ingenieur 500.000 A/m, die dank alternativer Werkstoffe Magnetfeldern von bis zu 500.000 Ampere pro Meter standhielt. Mit der 2013 vorgestellten Ingenieur Constant-Force Tourbillon zeigte IWC einen neuen Mechanismus im Uhrwerk, der die Kraft über die ganze Gangdauer von vier Tagen konstant hält. Dieses Modell ist neben zwölf weiteren Uhren aktueller Bestandteil der Ingenieur-Kollektion.

IWC: Ingenieur Chronograph Edition „W 125“
IWC: Ingenieur Chronograph Edition „W 125“

Aktueller Vertreter der Kollektion IWC Ingenieur ist der Titan-Chronograph Ingenieur Chronograph Edition „W 125“ mit dem Schaltrad-gesteuerten Automatikkaliber 69370 im 42 Millimeter großen Gehäuse. Weitere Informatinen zu dieser IWC Ingenieur finden Sie hier.

IWC-Kollektion #4: Aquatimer

Nach der Eroberung der Lüfte in den 1930er-Jahren nahm sich IWC 1967 die Weltmeere vor und lancierte die erste Aquatimer. Sie war mit allem ausgestattet, was ein Taucher braucht: ein klares, auch im Dunkeln ablesbares Zifferblatt, eine Drehlünette zum Überwachen der Tauchzeit und ein wasserbeständiges Kunststoffband.

IWC: Aquatimer Chronograph Edition "Expedition Jacques-Yves Cousteau"
Beliebtestes Modell der Aquatimer-Kollektion: Der IWC Aquatimer Chronograph, er kostet in der Edition “Expedition Jacques-Yves Cousteau” mit Edelstahlgehäuse, Kautschukband und Automatikwerk Eta-Valjoux 7750 exakt 6.900 Euro.

Das Edelstahlgehäuse hielt Drücken bis zu 20 Bar stand. Die Besonderheit der Aquatimer gegenüber anderen Taucheruhren: Die Drehlünette befand sich unter dem Saphirglas und ließ sich mithilfe einer zweiten Krone einstellen. Diese Konstruktion überarbeitete IWC im Jahr 2014. Statt über eine Krone wird der innenliegende Drehring nun über einen äußeren bewegt. Neu ist auch, dass die Tauchzeit im Dunkeln durch eine andersfarbige Leuchtmasse gegenüber der laufenden Zeit hervorgehoben wird.

Die IWC Aquatimer Edition "Sharks" ist auf 500 Stück limitiert.
IWC: Aquatimer Edition Sharks
[Foto: PPR Media Relations AG]

Zifferblatt- und Bandvarianten sowie regelmäßig vorgestellte Sondermodelle machen diese Uhrenlinie zu einer der vielfältigsten bei IWC. Jüngstes Beispiel ist die IWC Aquatimer Chronograph Edition Sharks, die mit dem automatischen Manufakturkaliber 89365 im 44 Millimeter großen Edelstahlgehäuse arbeitet. Weitere Informationen zur IWC Aquatimer Sharks finden Sie hier.

IWC-Kollektion #5: Fliegeruhren

1936 kam das erste für Piloten entwickelte Modell von IWC auf den Markt. Die Spezialuhr für Flieger bot ein kontrastreiches Zifferblatt, ein robustes Gehäuse und eine Drehlünette mit Markierungspfeil, um die Abflugszeit zu kennzeichnen. Im Innern arbeitete das Handaufzugskaliber 83 mit antimagnetischer Hemmung. Das war der Startschuss für die neue Kollektion der IWC Fliegeruhren.

IWC: Pilot’s Watch Chronograph
Aktuelles und beliebtestes Modell der Fliegeruhren-Kollektion zugleich: Der IWC Pilot’s Watch Chronograph, das gezeigte Modell arbeitet mit dem Automatikwerk Eta-Valjoux 7750 im Edelstahlgehäuse und kostet am Kalbslederband 5.500 Euro.

1940 folgte die Große Fliegeruhr mit dem stattlichen Durchmesser von 55 Millimetern, 2016 kam mit der Großen Fliegeruhr Heritage 55 eine Reminiszenz. Legendär ist die Mark 11, die ab 1948 für das britische und amerikanische Militär gebaut wurde. Dieser Zeitmesser soll der Prototyp aller folgenden Fliegeruhren gewesen sein und hat die (optischen) Kriterien dieses Uhrentypus festgelegt. Seither hat die IWC ihre Fliegeruhren-Kollektion stark erweitert, heute führt sie die meisten Referenzen von allen IWC-Kollektionen. Neben den klassischen Fliegeruhren mit schwarz-weißem Zifferblatt gibt es unter anderem auch die Sondereditionen Top Gun und Spitfire. Als Partner der Stiftung “Antoine de Saint-Exupéry pour la Jeunesse” lanciert IWC regelmäßig limitierte Modelle unter den Beinamen Le Petit Prince und Antoine de Saint-Exupéry.

IWC-Kollektion #6: Da Vinci

In den vergangenen Jahrzehnten nutzte IWC die Da Vinci, um technisch ausgefallenere Uhren vorzustellen. Das erste Modell unter diesem Namen war 1969 die Da Vinci Beta 21. Ein sechseckiges Gehäuse mit integriertem Metallband beherbergte das erste Schweizer Serien-Quarzkaliber Beta 21. 1984 folgte der nächste Meilenstein: Kurt Klaus, damaliger IWC-Chefentwickler, konstruierte einen ewigen Kalender, der komplett über die Krone gesteuert werden kann. Das Kalendermodul saß damals auf dem Chronographenwerk Eta-Valjoux 7750 und wurde in einem neuen Da-Vinci-Gehäuse vorgestellt. Statt sechseckig war es nun rund mit beweglichen Bandanstößen. 2007 kehrte das Urmodell, dieses Mal mit automatischem Antrieb, zurück. Im Jahr 2009 erschien für viele Jahre die letzte Da-Vinci-Uhr: der Perpetual Calendar Digital Date-Month.

IWC: Da Vinci Ewiger Kalender Chronograph
IWC: Da Vinci Ewiger Kalender Chronograph

Nach diesen Einzelstücken entschloss sich IWC 2017 die Da Vinci zu einer eigenständigen Kollektion auszubauen; selbstverständlich muss der Da Vinci Ewige Kalender Chronograph von Kurt Klaus mit dabei sein. Entsprechend besitzen alle aktuellen Da-Vinci-Modelle ein rundes Gehäuse mit beweglichen Bandanstößen. In dem neuen ewigen Kalender mit Chronographenfunktion arbeitet aber nun das automatische Manufakturkaliber 89360. Dieses trägt ein neu entwickeltes Kalendermodul, um die Mondphasenanzeige und die gestoppte Zeit in einem Hilfszifferblatt anzeigen zu können. Weitere Informationen zum neuen ewigen Kalender der Kollektion IWC Da Vinci finden Sie hier.

IWC: Da Vinci Automatic Moon Phase 36
Beliebtestes Modell der Da-Vinci-Kollektion: IWC Da Vinci für Damen, das Beispiel im Bild wurde zum SIHH 2017 lanciert. IWC Da Vinci Automatic Moon Phase 36 mit Automatikkaliber Sellita SW 300 im Rotgoldgehäuse, 17.500 Euro

Weitere Neuankömmlinge sind der Da Vinci Tourbillon Retrograde Chronograph und der Da Vinci Chronograph Edition “Laureus Sport for Good Foundation”. Den Damen steht auch noch eine Dreizeigeruhr mit hübscher Mondphasenanzeige zur Verfügung. mg

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