Die Apple Watch ist beliebter als Rolex

Ein Kommentar zur Lancierung der Apple Watch Series 3

Melissa Gößling
von Melissa Gößling
am 15. September 2017

Noch bevor CEO Tim Cook am vergangenen Dienstag im Rahmen der Apple-Keynote in Cupertino die neue Apple Watch Series 3 vorstellte, freute er sich sichtlich verkünden zu können, dass die Apple Watch aktuell die beliebteste Uhr auf der Welt sei – noch vor Rolex, Fossil, Omega und Cartier.

2016 stand Rolex noch über der Apple Watch, jetzt hat sich das Blatt gewendet
2016 stand Rolex noch über der Apple Watch, jetzt hat sich das Blatt gewendet

Weiter gab er an, dass das Apple-Watch-Geschäft in einem Jahr um 50 Prozent gestiegen sei. Auf den ersten Blick eine beachtliche Leistung. Diese Meldung hat aber einen Haken. Denn Tim Cook erklärt nicht, worauf er seine Aussage stützt. Dass die Apple Watch die bestverkaufte Computer-Uhr ist, das ist seit dem Frühjahr 2015 bekannt. Aber ob Apple mit seiner Smartwatch einen größeren Umsatz einspielte oder einfach mehr Modelle verkauft hat als Rolex, das bleibt offen. Traditionell gibt Rolex keine Zahlen bekannt und auch Apple selbst hält sich hier bedeckt. Die Apple Watch wird im Geschäftsbericht nicht einzeln aufgeführt, sondern gehört zur Kategorie „Andere Produkte“, zu denen auch das Apple TV, der iPod und anderes Zubehör zählen.
Mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent ist die Apple Watch aber die erfolgreichste Smartwatch der Welt. Danach kommt Samsung mit einem Marktanteil von etwa 11 Prozent. Apple macht also einiges richtig – auch mit der neuen Series 3?

Der rote Punkt auf der Digital Crown markiert, dass die Apple Watch Series 3 über ein LTE-Modul verfügt.
Der rote Punkt auf der Digital Crown markiert, dass die Apple Watch Series 3 über ein LTE-Modul verfügt.

Was ist neu bei der Apple Watch Series 3?

Die wichtigste Veränderung von der zweiten zur dritten Generation der Apple Watch ist das integrierte LTE-Modul. Um die Apple Watch Series 3 jedoch nicht größer machen zu müssen als den Vorgänger, verzichtet Apple auf einen Slot für eine Nano-SIM und setzt dafür eine fest installierte eSIM-Karte ein. Das bedeutet, dass die Apple Watch die gleiche Rufnummer hat wie das iPhone und entsprechend über den gleichen Mobilfunkvertrag läuft. In Deutschland arbeitet Apple exklusiv mit der Telekom zusammen: Bei bestehendem Mobilfunkvertrag für das iPhone bietet die Telekom die Möglichkeit eine MultiSIM für monatlich knapp 5 Euro dazu zu buchen, um den Mobilfunkmodus der Uhr zu nutzen. So ist es nun also möglich, dass iPhone tatsächlich zu Hause zu lassen und Telefonate, Nachrichten und so weiter über die Uhr zu empfangen und zu beantworten.
Aber ist das wirklich notwendig? In einer Zeit, in der viele sowieso schon gestresst sind, weil sie das Gefühl haben, permanent online sein zu müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren? Um ganz abschalten zu können, muss ich jetzt also nicht nur das Handy, sondern auch die Uhr abschalten. Ein Gerät mehr, dass ich zu verwalten habe.

Und eigentlich stellt Apple damit nichts Neues vor. Samsung, LG und Huawei bieten schon seit einiger Zeit Smartwatches mit LTE-Modul an. Offensichtlich hat sich dieses Gadget aber noch nicht so richtig auf dem Markt durchsetzen können.
Bei LG und Huawei kommen Nano-SIM-Karten zum Einsatz, was auf Kosten der Wasserdichtheit geht. Und auf diese wollte Apple nicht verzichten. Wie die Series 2 ist auch die dritte Apple-Watch-Generation bis 50 Meter wasserdicht. Zugegeben, beim Sport ist es sehr praktisch, dass die Apple Watch nun noch unabhängiger vom iPhone arbeiten kann. Jetzt brauche ich beim Joggen wirklich nur noch ein Gerät, um via GPS meine Strecke zu verfolgen, meine Trainingsdaten zu erfassen und dabei Musik zu hören. Und ohne Handy kann mich trotzdem jemand von zu Hause anrufen und daran erinnern, dass ich eigentlich nur zum Bäcker joggen wollte und nicht für den Marathon trainiere.
Apropos Musik: Via Apple Music kann ich nun über die Apple Watch Musik streamen. 40 Millionen Lieder stehen zur Verfügung. Ich muss also nicht mehr Musik auf die Uhr oder gar das Handy laden, um beim Sport in den richtigen Rhythmus zu kommen.

Mit der Apple Watch Series 3 Musik aus dem Internet streamen.
Mit der Apple Watch Series 3 Musik aus dem Internet streamen.

Eines hat Apple aber versäumt: Die Laufzeit des Akkus hat sich nicht verbessert. Während der Keynote versprach Apple-CEO Tim Cook, dass die neue Apple Watch auch weiterhin bis zu 18 Stunden ohne Aufladen durchhält. Demnach muss Apple ein wenig am Akku geschraubt haben, denn ein LTE-Modul verbraucht viel Energie. Aber wirklich komfortabel wäre eine Laufzeit von mehreren Tagen oder gar einer ganzen Woche gewesen. Und es wäre ein deutliches Signal an die Konkurrenz, dass diese nachziehen muss.

Es bleibt fraglich, inwieweit sich die Apple Watch Series 3 mit LTE-Modul auf dem deutschen Markt durchsetzen wird. Hier hinkt man den technischen Entwicklungen tendenziell immer etwas hinterher. Vermutlich ist die Möglichkeit, ganz unabhängig vom iPhone mit der Apple Watch trainieren zu können, am reizvollsten. Telefonieren oder Nachrichten über so ein kleines Display zu verschicken, bleibt dann doch zu umständlich, als dass man es regelmäßig nutzen möchte.

Global betrachtet hat Apple aber alles richtig gemacht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt auch bei der neuen Generation der Apple Watch, so dass sie sicherlich im nächsten Jahr die Pole Position unter den Smartwatches halten wird. mg

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