Die Schaltsekunde 2015: Was ist das?

Mechanische Uhren müssen am 1. Juli um eine Sekunde nach gestellt werden

Sophia Kümmerle
von Sophia Kümmerle
am 17. Januar 2015

Heute ist ein ganz normaler Tag und so wird dieser mit der Anzeige “23:59:59 Uhr” auf dem digitalen Wecker zu Ende gehen. Als nächstes ist dann zu sehen “00:00:00 Uhr” – und ein neuer Morgen beginnt. Anders jedoch am 30. Juni 2015: Bevor in dieser Nacht der 1. Juli beginnt werden elektronische Wecker für eine Sekunde angehalten. Der 30. Juni wird um die sogenannte Schaltsekunde verlängert. Grund dafür ist die Differenz von Atom- und Sonnenzeit. Bei der Atomzeit ist die Länge einer Sekunde fest definiert. Sie dauert immer gleich lang, und so hat auch jeder Tag, weil alle Sekunden regelmäßig verstreichen, die gleiche Dauer. Doch die Erde braucht für jede Drehung um die eigene Achse – und somit für jeden astronomischen Tag – ein wenig länger. Dadurch entsteht über die Jahre hinweg eine gewisse Differenz zwischen der Atomzeit und der Sonnenzeit. Um dies auszugleichen, definiert unser Ende des 16. Jahrhunderts eingeführter gregorianischer Kalender jedes vierte Jahr als Schaltjahr mit 366 Tagen. Um die Atomzeit noch besser an die Sonnenzeit anzugleichen, gibt es seit 1972 in unregelmäßigen Abständen außerdem eine Schaltsekunde.

Rolex: Daytona (2004)

Dieses Jahr ist es wieder so weit, und der 30. Juni wird entsprechend verlängert. Elektronische Uhren werden für diese Zeit angehalten, um danach wieder gleich einzusetzen. Besitzer einer mechanischen Armbanduhr müssen ihre Zeitmesser am 1. Juli eine Sekunde zurückstellen – oder mit dem Vorgang gegenüber der Sonnenzeit leben. Dafür, dies weltweit zu tun, plädieren laut Spiegel Online auch einige Länder, wie die USA oder Frankreich. Weil es bei der letzten Schaltsekunde 2012 zu Störungen bei größeren Websites kam, ist diese negativ in Erinnerung geblieben. Alternativ müsste zum Ausgleich dann irgendwann eine Schaltminute oder -stunde eingeführt werden. Eine andere Möglichkeit, um die Schaltsekunde herum zu kommen, wäre die Verlängerung unserer fest definierten Atom-Sekunde. Die Differenz zur Sonnenzeit würde dann nicht auf einen Schlag ausgeglichen werden, sondern Stück für Stück. Doch man bedenke, welche Konsequenzen dies für alle Formeln hätte, bei denen eine Sekunde als feste Konstante gilt – und für unsere mechanischen Uhren, die dann dauerhaft “hinterherhinken” würden. Da ist man als Besitzer einer solchen mit der aktuellen Situation doch ganz zufrieden: Uhr am 1. Juli 2015 einfach um eine Sekunde zurückstellen, und dann ist erst einmal wieder Ruhe. Bis in ungefähr 18 Monaten, wenn wieder eine Sekunde dazukommt. Wann das genau sein wird, ermittelt der International Earth Rotation and Reference Service (IERS). sk

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