DIN-geprüfte Fliegeruhren

DIN 8330: Neue Norm für Fliegeruhren

Martina Richter
von Martina Richter
am 28. Juni 2016

Mit der “DIN 8330: Zeitmesstechnik – Fliegeruhren” wurde im Frühjahr 2016 nach Jahrzehnten wieder eine komplett neue deutsche Uhrennorm veröffentlicht. Sie definiert Anforderungen an Armbanduhren, die sie als sekundäre Zeitmessgeräte im Flugbetrieb zu erfüllen haben. Die ersten nach der neuen DIN geprüften und zertifizierten Uhren wurden am 24. Juni 2016 an der FH Aachen vorgestellt. Im Video die Übergabe der ersten DIN-8330-Zertifikate:

Sie stammen aus dem Hause Sinn Spezialuhren und von der Marke Stowa – die ersten nach der DIN 8330 zertifizierten Uhren. Vor allem auf Initiative der technologie-orientierten Frankfurter Sinn Spezialuhren GmbH hatte DIN im Sommer 2013 beschlossen, erstmals eine Norm für Fliegeruhren zu schaffen. Ein Arbeitskreis wurde gegründet, in dem namhafte Unternehmen und Institutionen mitarbeiteten – die FH Aachen als ingenieurwissenschaftliches Prüfinstitut, DNV GL (vormals Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd) als Zertifizierungsinstitut, Lufthansa Cargo und Airbus Helicopters als Anwender sowie als Hersteller Sinn Spezialuhren, Stowa, Laco und Glashütte Original. Im Oktober 2015 gab der zuständige Arbeitsausschuss des DIN die Norm zur Veröffentlichung frei, im März 2016 trat sie in Kraft.

DIN 8330 Fliegeruhren: Prüfung der G-Belastungen für die Zertifizierung (Foto: Sinn Spezialuhren)
DIN 8330 Fliegeruhren: Prüfung der G-Belastungen für die Zertifizierung (Foto: Sinn Spezialuhren)

Der neuen Fliegeruhrennorm voraus ging der vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen und der Sinn Spezialuhren GmbH entwickelte und 2012 vorgestellte Technische Standard Fliegeruhren, kurz TESTAF, der einen detaillierten und ingenieurwissenschaftlich begründeten Anforderungs- und Prüfkatalog für Fliegeruhren darstellte. Mit dem TESTAF und jetzt mit der DIN 8330 wird der kompromisslos hohe Anspruch, der an die Ausrüstung von Flugzeugen und Hubschraubern gestellt wird, auf Armbanduhren übertragen. Es wird sichergestellt, dass eine Armband-Fliegeruhr die im Fluggerät vorhandenen Zeitmessinstrumente für den Piloten in vollem Umfang ersetzen kann, darüber hinaus aber auch, dass sie von den physikalischen Belastungen des Flugbetriebs nicht beeinträchtigt wird, dass sie kein Gefährdungspotenzial darstellt und dass sie mit den anderen Bordinstrumenten eines Fluggeräts kompatibel ist. Dadurch wird die Fliegeruhr einerseits auf ihren Ursprung als ein mit speziellen funktionalen und technischen Merkmalen ausgestatteter Zeitmesser zurückgeführt, und andererseits nach den Anforderungen der modernen Luftfahrt definiert.

Übergabe der ersten DIN-8330-Zertifikate für Fliegeruhren im Juni 2016
Übergabe der ersten DIN-8330-Zertifikate für Fliegeruhren im Juni 2016: links Dr. Martin Hoch, Leiter der Arbeitsgruppe DIN, daneben Dr. Wolfgang Schonefeld von Sinn Spezialuhren, Volker Bau, Cheftestpilot bei Airbus Helicopters, Dr. Robert Surma, Geschäftsführer des Zertifizierungsinstituts SEACOTEC, Arno Gabel von Sinn Spezialuhren, Prof. Dr. Frank Janser vom Prüfinstitut FH Aachen (Bereich Luft- und Raumfahrtechnik) und rechts neben ihm Jörg Schauer, Markeninhaber Stowa

Zertifizieren können neutrale und alle nach DIN EN ISO/IEC 17065 zugelassene Institutionen, wie die Firma SEACOTEC aus Hamburg. Als erste wurden die Fliegeruhr Professional von Stowa und von Sinn Spezialuhren die 857 UTC sowie die 103 Ti und die 103 Ti UTC nach der DIN 8330 geprüft und mit dem entsprechenden Zertifikat ausgezeichnet. Die Übergabe der ersten Zertifikate erfolgte sehr feierlich am 24. Juni 2016 an der FH Aachen durch Dr. Ing. Robert Surma, Geschäftsführer von SEACOTEC. Professor Prof. Dr. Frank Janser vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik verglich die Zertifizierung mit einem “Ritterschlag” – auch für seine Fachhochschule, an der man sehr stolz darauf ist, das Projekt über Jahre mit zum Erfolg geführt zu haben. Jörg Schauer, Markeninhaber von Stowa sagt: “Unsere Teilnahme hatte ein ganz klares Ziel. Stowa kann auf eine lange Fliegeruhren-Tradition zurückblicken. Wir wollten die Fliegeruhr nicht nur auf ihren Ursprung zurückführen, sondern beweisen, dass wir als kleine, feine und hochqualifizierte Manufaktur auch die anspruchsvollen Anforderungen der moderne DIN 8330 erfüllen können.” MaRi

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