Erfinder der Koaxial-Hemmung gestorben

Der englische Uhrmacher George Daniels ist tot

 Redaktion
von Redaktion
am 25. Oktober 2011
Dr. George Daniels verstarb am 21. Oktober 2011
Dr. George Daniels verstarb am 21. Oktober 2011

Der geniale englische Uhrmacher Dr. George Daniels starb am 21. Oktober 2011 in seinem Haus auf der Isle of Man.
Er war Ehrenmitglied der Académie Horlogère des Créateurs Indépendants (AHCI). Neben zahlreichen Auszeichnungen verlieh ihm die City University von London den Ehrendoktor für sein Lebenswerk .

2006 veranstaltete das Londoner Auktionshaus Sotheby’s anlässlich seines 80. Geburtstages eine Retrospektive mit all jenen Uhren, denen George Daniels seinen Ruhm als einer der bedeutendsten Uhrmacher unserer Zeit verdankt. Zu den Ausstellungsstücken gehörten neben seinen Taschenuhren die Armbanduhren, in denen er mit seiner koaxialen Hemmung experimentierte, bevor sie von Omega industrialisiert wurde und in Serie ging.

Schon in den 1950er Jahren befasste sich der Uhrmacher Dr. George Daniels mit der Minimalisierung der Koaxial-Hemmung, die er damals in einen Taschenchronometer mit Tourbillon mit Zwei-Federhaus-Antrieb einbaute und zwei Jahre täglich benutzte, um sie dann nach Herstmonceux zum Chronometertest einzureichen. Die Uhr erreichte beeindruckende Gangwerte: 1,6 Sekunden maximale Gangabweichung in den verschiedenen Lagen.

Daniels war sich von diesem Augenblick an sicher, eine Hemmung entwickelt zu haben, die im Wettbewerb zur Schweizer Ankerhemmung bestehen konnte. Er kaufte sich einen Omega Seamaster Automatik-Chronographen (Kal. 1045) und baute in diesen 1975 seine Koaxial-Hemmung ein. Die Uhr ging vorzüglich, und so entschloss sich Daniels, mit Omega in Verbindung zu treten. Der Briefwechsel zwischen dem genialen Uhrmacher, der ein Einzelstück gebaut hatte, und der Weltfirma ging über Jahre. Schließlich stand Omega vor keiner geringeren Frage als der, ob man sich auf das Wagnis einlassen sollte, die seit Jahrzehnten erprobte Schweizer Ankerhemmung gegen eine neue einzutauschen.

Taschenuhr mit dem Prototyp der Koaxial-Hemmung
Taschenuhr mit dem Prototyp der Koaxial-Hemmung

1982 bekam Daniels von Patek Philippe drei Werke, in die er seine Hemmung einbauen konnte; sie liefen in einer Nautilus. Auch hier keine Entscheidung. Drei Jahre später der gleiche Versuch mit einer Rolex Datejust. Bei Peter Baumberger wurde in einen Urban-Jürgensen-Chronographen mit Zenith-El Primero der gleiche Versuch unternommen.

Erster Einsatz der Koaxial-Hemmung 1999: die Omega De Ville Co-Axial
Erster Einsatz der Koaxial-Hemmung 1999: die Omega De Ville Co-Axial

Da die großen Firmen sich über Jahre zögerlich verhielten, baute George Daniels für sich selber ein Vier-Minuten-Armband-Tourbillon mit seiner eigenen Chronographen-Konstruktion und Koaxial-Hemmung. Ein Ein-Minuten-Tourbillon in einem doppelseitigen Wendegehäuse, ohne Chronograph, aber mit Kalender verkaufte er an einen englischen Sammler. 1994 auf der Basler Messe traf er auf Kilian Eisenegger, der damals bei der Eta war. Der baute Daniels einige Brücken zu den dortigen Entscheidungsträgern. Im gleichen Jahr erschien das selbst verfasste Buch über seine eigene Hemmung mit dem Titel „The Practical Watch Escapement“. 1996 baute er dann seine nochmals weiter entwickelte Hemmung in ein Eta 2892-A2, signiert Hamilton, ein. Nun sagte Omega ja. Es wurden erste Werkzeuge gebaut, die ersten serienmäßigen Prototypen hergestellt, und 1999 präsentierte Omega die ersten Serienuhren. Heute wird die koaxiale Hemmung in den verschiedensten Linien von Automatikuhren und Chronographen verwendet.

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